Flittern in sweet home Alabama (13) – Sonnenuntergang

Heute hatten wir uns zwei Sachen fest vorgenommen.

Erstens: Den Sonnenuntergang auf Dauphin Island bewundern (wenn nicht irgendwelche Wolken uns einen Strich durch die Rechnung machen…)

Zweitens: Janas Auto vom Parkplatz der Bel Air Mall wegholen.

Zuerst wurde aber die Liveübertragung der Bundesliga verfolgt. Hat schon was witziges, wenn man um 8:30 Uhr der Übertragung lauschen kann. Muss man wenigstens nicht lange warten. 🙂

Das Ganze schön entspannt am Pool. 🙂

Steffi entdeckte dann eine SMS auf ihrem Handy. Ihre Schwester:

Gehts Euch gut? Wirbelstürme in Alabama – 7 Tote. Bitte meldet Euch!

Öhm, wie bitte? Hier scheint die Sonne, wir liegen am Pool und bestenfalls ein laues Lüftchen streichelt unsere AstralKörper. Von Wirbelstürmen keine Spur. Ein Blick ins Internet offenbart die Tragödie. Am Vortag gab es mehrere Tornados. Im  Südosten der USA wurden 240 gemeldet, davon über 160 in Alabama. Der nächste wütete 50 km nördlich von Mobile. In Mobile wurde am Vortag in Downtown eine Tornadowarnung ausgegeben und über die öffentlichen Sirenen gewarnt. Susanne und Jörg, die am Vortag in Downtown wegen der Prom-Night von Linus waren, haben davon nichts mitbekommen. Auch Linus, der die Nacht am Strand verbracht hatte, ist nichts aufgefallen.

Also erstmal Entwarnung nach Deutschland schicken. Alles okay hier.

Danach machten sich Jörg und ich auf. An der Fensterscheibe von Janas Wagen prangte schon ein Zettel der Bel Air Security, dass der Wagen abgeschleppt werden würde, wenn er weiterhin über Nacht dort rumstehen würde. Hmm, dann müssten wir das nicht machen… 😉

Vorher versuchten wir aber das Auto doch noch zum Starten zu überreden. Leider ohne Erfolg. Der Anlasser, dass erkannten wir mit unseren geringen autonmechanischen Kenntnissen, war Schuld. Den Trick mit dem Hammer* kannten wir auch, nur leider verhielt sich der Anlasser störrisch. Wir suchten eine Werkstatt in der Nähe auf, die aber hauptsächlich auf Reifen spezialisiert ist. Dort gab man uns den bereits bekannten Tipp mit dem Hammer, was uns auch nicht weiter geholfen hat. Wir fuhren noch mal zum Auto zurück, klopften nochmals mit dem Hammer darauf rum und selbst ein hilfsbereiter Amerikaner der neben uns parkte, gelang nicht der glückliche Hammerschlag.

Also sind wir zu den Pep Boys, damit wir uns wenigstens mit einem Abschleppseil ausrüsten. Dann wieder zurück, das Seil an den Autos anbringen und wieder zurück zu den Boys. Nicht so einfach, in einem dunklen Auto vier Meter hinter dem abschleppenden Vordermann in einem fremden Land cool zu bleiben. Die nicht vorhandene Servolenkung und Bremskraftverstärkung trug unwesentlich zum erhöhten Schweißausstoß dazu.

Erschwert wurde das Ganze zusätzlich zur nicht vollständig durchdachten Bauweise des Abschleppseils, genauer: Deren Haken an den Seilenden. Die Haken waren nämlich offen und sobald die Spannung zwischen den Autos nachließ, bestand die Gefahr, dass sich die Haken lösten. So einmal auf einer Kreuzung geschehen…

Wir kamen dennoch gesund an und parkten das gute Stück vor der Werkstatt. Und ein Dankeschön von Jana gab es auch.^^ (<-ist ein Insider…)

Nach so viel Arbeit wartete der Pool schon auf mich. Den konnte, wollte und durfte ich nicht enttäuschen. 🙂

Am Nachmittag fuhren wir endlich auf die viel gepriesene Dauphin Island. Der gut eine Stunde dauernde Weg lockte abermals mit einigen Attraktionen. Typisch für die Bay: Pelikane

Aber auch die Brücke war uns ein paar Fotos wert (die wir Euch bis auf zwei ersparen…). Von weiten macht sie nicht viel her, abgesehen von ihrer Erhebung. Darunter findet der internationale Schiffsverkehr statt.

Fährt man aber unmittelbar auf die Erhebung zu, dann erkennt man auch die Dimension. Ich mit meiner Höhenangst musste jedenfalls kräftig schlucken. Das rhythmische Wippen des Autos dank der Betonplatten trug nicht sonderlich zur Beruhigung meiner Nerven bei.

Auf Dauphin Island angekommen fielen uns vier Häuser auf, die wie eine Filmkulisse wirkten. Sie sind jedoch Teil des Bootsanlegers, wo man Ausrüstung deponieren kann. Hochkant. 😉

Während des Oilspills im letzten Jahr litt Dauphin Islands massiv an den ausbleibenden Touristen und tut es wohl auch noch. Wir konnten, wieder mal, nicht einen einzigen Ölklumpen entdecken. Was aber nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, wie ich schon andernorts bemerkte.

Jedenfalls ist am westlichsten Ende der Insel ein Parkplatz, wo man nur noch ein paar Meter laufen muss um am Strand zu sein. Der ist auch von der Lifeguard bewacht und kostet Geld. Also eigentlich kostet der Parkplatz Geld. Zu Susannes Überraschung. Denn letztes Jahr konnte sie noch umsonst am Strand parken. Da war aber auch alles anders…Oilspill.

Weil der Strand jedoch um 18 Uhr geschlossen wird und es schon nach 17 Uhr war, ließ uns der freundliche Lebensbewacher kostenlos parken. Ins Wasser sind wir sowieso nicht, weil es schon wieder arg windig war. Wir freuten uns trotzdem da zu sein.

Um kurz vor 18 Uhr machten wir wieder die Biege und fotografierten noch ein paar typische Häuser, während wir nach einer Parkmöglichkeit suchten.

Die Häuser auf Dauphin Island sind nicht ohne Grund auf Stelzen gebaut. Während der Hurrikansaison wird die Insel regelmäßig überflutet. Von daher ist es durchaus sinnvoll, seinen Einkauf ein paar Treppenstufen hinaufzuschleppen.

Bis zum Sonnenuntergang sollten noch anderthalb Stunden vergehen, also Gelegenheit genug, noch nach Souvenirs Ausschau zu halten. Muscheln lagen ja genug herum und wie ich inbrünstig behauptete:

Wir haben noch kein Andenken für uns von diesem Urlaub!

Abgesehen von meinen Pinguinsalzundpfefferstreuern, Quartern, Dollarschein… Steffi fand die Idee erst voll doof, später musste ich ihr beim Tragen helfen. Ist klar, oder?

Nachdem wir gesammelt, spazieren und gelesen hatten, waren wir in freudiger Erregung auf den Untergang unserer Sonne. Und dem bekam wir auch geboten. Im Vordergrund ist einer der vielen Ölplattformen zu sehen, die rings um die Insel versammelt sind. So wundert uns Europäer auch nicht der Oilspill. ABER: In der Nordsee sind ebenfalls viele viele Ölplattformen. Und Deepwater Horizon lag im Tiefwassergebiet, wo die Tiefe eben das Riskante am ganzen Unterfangen war.

Außerdem war für mich Industrieromantiker so eine Plattform im Vordergrund das i-Tüpfelchen.

Kaum war die Sonne untergegangen, ging es zurück nach Mobile. Bevor wir an die heimische Burg ran fuhren, holten wir uns heimische Burger bei den Five Guys. Diesmal mit allen Beilagen. Ein geiles Geschmackserlebnis! Und in mir keimte der Gedanke auf, einen Five Guys Laden in Deutschland zu eröffnen. Geldgeber und Interessenten bitte an die Adresse im Impressum wenden 😉

* Beim Anlassen schlägt jemand mit dem Hammer auf den Anlasser, um ein eventuelles Festsitzen der Magnete oder dem Ritzel – wat weiß ich? – zu lösen.

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Flittern in sweet home Alabama (10) – Auf den letzten Tropfen

Der letzte Tag sollte der längste Teil unseres Ausflugs sein. Die Rückreise. Zum Glück hatten wir uns am Vortag dazu durchgerungen, einen Teil davon schon mal abzutragen. So waren es heute nur noch 340 Meilen, die wir in unserem Nobelwagen zu bewältigen hatten.

So schlimm wie es sich anhört war es nun nicht gerade. 550 Kilometer sind vielleicht kein Pappenstiel, aber wenn man den Tempomat an hat und ohne gefährliche Raser unterwegs ist, kann so eine lange Fahrt auch entspannend sein. Auch wenn wir zum Ende hin sehr froh waren, endlich angekommen zu sein.

Unterwegs vertreibt man sich die Zeit halt mit dem Fotografieren von lustig klingenden Straßenschildern.

Die Fahrt war ansonsten recht ereignisarm. Kurz hinter Jackson sind wir durch ein wunderschönes County gefahren, dass Steffi leider verpennt hat und ich als Fahrer keine Fotos von gemacht habe.

Unsere einzig echte Spannung bezogen wir daraus, abzugleichen, wie lange der Bordcomputer uns mit dem Spritinhalt noch gibt und was das Navi sagt, was wir noch zu fahren hätten. Als wir bei Susanne gegen zwei Uhr ankamen, standen noch 30 Meilen auf dem Bordcomputer. Bis zum Flughafen waren es ca. fünf Meilen. Da wir noch bei den Five Guys einen Burger für den Weg aßen, wurden es jedoch sieben Meilen.

Problem: Beim los fahren bei Susanne zeigte der Bordcomputer nichts mehr an. Was dann schon nervös machte. Sollen wir nicht vielleicht doch noch tanken? Quatsch, meinte eine risikobereite Ehefrau. Wenn wir den Wagen leer abgeben sollen, dann machen wir das auch. *schwitz*

Ich könnte jetzt die ungemütliche Fahrt Meter für Meter beschreiben. Ich lasse es. Nur so viel. Ich habe geschwitzt, obwohl die Klimaanlage lief…

Wir kamen auf dem Parkplatz an und noch auf dem Platz kam uns ein Mitarbeiter von National entgegen. Er scannte unseren Schlüssel und fragte:

N: Are you Mr. Aramafimi*?

I: No, i’m not.

N: Okay, there was a failure in the office and you got the wrong car.

I (der auf die Nobelkarosse blickt, die uns die letzten vier Tage durch den mittleren Süden begleitete): The wrong car? I don’t believe so. 🙂

Jedenfalls mussten wir noch mal rein und dort das Auto abgeben. Kein Problem, trafen wir so den freundlichen Mitarbeiter wieder, der uns schon am Ausleihtag mit netten Fragen begegnete. Zwei Unterschriften später waren wir durch und konnten zurück auf den Parkplatz, wo Susanne bereits wartete.

Den Rest des Tages verbrachten wir ganz relaxed am Pool. Den hatten wir die letzten Tage schmerzlich vermisst.

Jörg ging es schon etwas besser. Zum Laufen benutzte er lediglich eine Krücke und arbeiten musste konnte er auch.

Noch ein Wort zu den Five Guys: Susanne empfahl uns den Laden, weil die Burger dort verdammt lecker sein sollen. Wir also hin. Mir gefiel die Möglichkeit, dass man, während man auf seine Burger wartete, die frisch zubereitet wurden, Erdnüsse en masse knabbern konnte. Die Angestellte schaute uns schon so komisch an, als sie uns fragte, welche Topics wir zu dem Burger gerne hätten. Wir schauten uns die verdammt lange Liste an und Steffi entschied sich bei ihrem Hot Dog für Ketchup und auf meinem Burger sollten die seltenen rohen Zwiebeln.

„Are you sure?“

wurden wir noch gefragt…

Wir vertrieben uns die kurze Wartezeit mit Erdnüsse knabbern. Als unsere Nummer aufgerufen wurde, schnappten wir unsere Burger (oder Hot Dog), pflanzten uns wieder hin und legten los. Aber irgendwas war anders. Steffi inspizierte ihren Hot Dog und stellte enttäuscht fest, dass neben der Wurst im Brötchen lediglich Ketchup war. Und in meinem Burger tummelten sich auf dem Fleischklops große Stücke rohe Zwiebeln.

Und das soll sooo toll hier sein? Also wir fanden es eher mager. Schmierten wir Susanne gleich aufs Brot, die gleich anfing zu lachen. Wir sollen ja auch nicht die Topics aussuchen, die wir wollen, sondern alle nehmen und die weglassen, die wir nicht wollen. 🙂

*Name nicht geändert, sondern einfach ein paar zusammenhangslose Buchstaben aus meinem lückenhaften Gedächtnis zusammengewürfelt.

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Flittern in sweet home Alabama (9) – Walking in Memphis

Die zweite Nacht in der Nähe eines Flughafens war bedeutend ruhiger. Könnte auch daran gelegen haben, dass der Flughafen in Hamilton ein bisschen kleiner ist als der in Atlanta.

Das Days Inn bot auch beim Frühstück (etwas) mehr Auswahl. Zum Beispiel konnte man sich hier die Waffeln selber machen. Man goß aus einem Kasten (oder war es ein Fäßchen?) Waffelmischung in einen Becher und dieses wiederum ins Waffeleisen. Dank Susanne waren wir bereits auf deren Funktionsweise hingewiesen worden, denn andere Gäste, bei denen wir es abgucken hätten können, gab es nicht. Also man gießt die Pampe das Zeug die Mischung ins Waffeleisen, welches fest in einem drehbaren Mechanismus eingearbeitet ist. Die obere Klappe schließt man, dreht das Eisen und dann beginnt ein Countdown. Wenn dieser abgelaufen ist, piept es und die Waffel ist fertig. Und verdammt, war die lecker. Und sättigend.

Das musste sie auch sein, denn wir hatten eine zweieinhalbstündige Fahrt nach Memphis noch vor uns. Kurz vor dem Ziel hieß es dann: Hallo Bundesstaat Nr. 6. Tennessee.

Kaum in Tennessee dachte ich auch schon, dass Lucy zur Losi geworden ist. Oder wie ließ es sich erklären, dass wir plötzlich im wohl bekanntesten nördlichsten Dorf der USA zu sein schienen?

Waren wir natürlich nicht. Wir waren in Memphis, genau da, wo wir hinwollten. Und in Memphis wollten wir zu einigen weiteren Orten hin. Memphis, die Geburtsstadt des Rock ’n‘ Roll. Ich wette, ihr wisst nicht, wofür Memphis noch bekannt ist.

Na?

Ich verrate es Euch. Memphis ist berühmt für seine autofahrenden Hunde. Glaubt ihr nicht? Hier der Beweis:

Jaja, Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Als Susanne uns erzählte, dass der Führerschein in den USA 23,50 $ kostet und man für den Schein lediglich eine theoretische Prüfung bestehen muss und einmal um den Block fahren, um zu beweisen, dass man weiß wo das Gaspedal ist, hatte ich gedacht, dass es nur für Menschen gilt. Dieses Foto beweist was anderes.

Wobei, in Deutschland fahren viele nicht besser. 😉

Unser erstes Ziel in Memphis sollte Graceland sein. Lucy und die amerikanischen Schilder halfen uns dabei.

Und wie schon beim Georgia Aquarium in Atlanta so verstummte auch Lucy bei der Ankunft und das Leitsystem der Amerikaner übernahm die Führung zum Parkplatz. Zehn Dollar sollte ein Stellplatz kosten. Steffi war sich nicht mehr so sicher, ob der Besuch in Graceland das wert ist.

„Auf jeden Fall! Hier geht es um den King of Rock. Ohne den hätte es System of a Down nie gegeben! Oder Metallica!“

Ob ich da nicht übertreiben würde, was hat SoaD denn mit Elvis zu tun.

„Ich übertreibe keineswegs. Wenn Elvis den Weg nicht geebnet hätte, dann würde es die Musik in der heutigen Form nicht geben.“

Jedenfalls erzählte mir das immer ein Freund aus alten Zeiten, der am Todestag von Elvis immer in einem Anzug rumlief. Ich selbst hatte nie einen Bezug zum King. Ich wollte einfach nur, wenn ich schon in Memphis bin, Graceland sehen. Koste es, was es wolle.

31 $ pro Person. Geht doch. Hätte mehr erwartet. 😉

Graceland ist perfekt organisiert. Der Parkplatz ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite und man betritt dort eine große Empfangshalle, wo man die Tour bezahlt. Man tritt wieder heraus und steht praktisch an der Bushaltestelle für die Shuttlebusse. Die obligatorische Leibesvisitation, freundliche Securities weisen auf die nicht erlaubten Videokameras hin, die man in bereitsstehenden Schließfächern aufbewahren kann. Dann noch das Foto vor der grünen Wand, die keine grüne Wand war, sondern das Eingangstor von Graceland in Originalgröße.

In der Warteschlange, die sich in erfreulichen Grenzen hielt – gerade 25, vielleicht 30 Menschen warteten mit uns – bekommt man ein Audiogerät mit Kopfhörern. Die jeweilige Sprache kann eingestellt werden und ist akzentfrei. Man versteht die deutsche Audiospur auch so wie sie ist…deutsch. Und nicht sächsisch oder bayrisch.

Im Shuttle, der ca. 20 Personen fasst, geht es dann über die Straße und man wird direkt vor dem Anwesen rausgeschmissen.

Eine Führerin erklärt noch mal, dass Video-, Ton- und Blitzlichtaufnahmen nicht erlaubt sind. Sie kommt zwar noch mit rein, aber nur für den Fall, dass bei jemanden das Audiogerät nicht funktioniert. Ab jetzt sorgte nämlich das Gerät für die akustische Untermalung der Tour. Diese führte über das Wohnzimmer, dem Schlafzimmer der Eltern und durch das Esszimmer zur Küche. Dahinter ging es in den berühmten Jungle Room, der bereits in Mark Cohns Hit „Walking in Memphis“ eine Rolle spielt (was mir und Steffi nicht klar war, bis wir das Lied Karfreitag auf den Weg nach Friesland hörten und bei der Zeile uns verdutzt anschauten).

Nicht alles ist jedoch geschmackvoll eingerichtet. Graceland wurde in den Sechzigern und Siebzigern von Elvis himself eingerichtet und viele Räume strahlen auch den Glanz dieser Zeit aus (das Obergeschoss mit Elvis‘ Privaträumen ist von der Führung ausgeschlossen). Der Jungle Room, sein Musikzimmer, die Küche oder das Raquetballgebäude sind durchaus ansprechend eingerichtet. Was den King aber im Billardzimmer geritten hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

Die Tour führte nach draußen, wo man kurz das Büro durchquerte und danach an den Pferden vorbeischlenderte. Dann ging es wieder ins Hauptgebäude zurück, wo man an einer Bilder- und Videowand einen Überblick über die Leistungen von Elvis Prestley bekam. Richtig beeindruckend wurde es jedoch in der Hall of Gold.

Als einziger Künstler über eine Milliarde verkaufte Schallplatten, zig goldene und platine Schallplatten und diverse andere Auszeichnungen wie Grammys. Hier in diesen Räumen beginnt man, die Leistungen und das Schaffen von Elvis Prestley zu begreifen.

Ja, noch waren wir zu Scherzen aufgelegt. 🙂

Die Hall of Gold ging noch weiter. Am Ende des Ganges machte dieser eine 180 Grad-Drehung und verlief zurück. Hier waren sein filmischer Werdegang aufgezeigt, verziert mit Kostümen, Filmplakaten und Fernsehern, die seine Filme zeigten. Auch die Hochzeit mit Priscilla Prestley war Thema.

Am Ende des Ganges ging es wieder in einer 180 Grad-Drehung zurück. An diesem Scheitelpunkt gab es folgendes zu sehen:

Zu sehen ist hier eine Tafel, auf der verschiedene Organisationen sich bei Elvis für seine Spenden bedanken. Der King hat viele Hilfsorganisationen mit großzügigen Beträgen unterstützt, aber auch viele Privatpersonen in finanzieller Not geholfen und deren Schulden bezahlt. An die große Glocke hat er nichts davon, weshalb diese Seite von Elvis Prestley eher unbekannt ist.

Danach ging die Ausstellung mit seiner Rückkehr auf die Bühne weiter und endete mit der Verleihung zu einem der zehn einflussreichsten Geschäftsleute Amerikas. Daneben stand ein Ölgemälde, bei denen uns klar wurde: Niemand ist wie der King.

Dahinter ging es aus dem Hauptgebäude raus und weiter ins Raquetballbuilding. Im Vorraum, wo sich Flippergeräte befinden, verbrachte Elvis seinen letzten Abend mit Freunden, wo er für diese am Klavier spielte.

177 – Raquetball Building

Dahinter kommt man in einem sehr hohen Raum, in dem es einen letztmalig die Sprache verschlägt. Hier wird neben seinen internationalen Erfolgen und Auszeichnungen sein wohl bekanntester Live-Auftritt auf mehreren Monitoren gezeigt. Und bei der Perfomance der American Trilogy und dessen furiosen Finale hatte ich dann endgültig Pipi in den Augen.

Als die Tränen getrocknet waren und wir mehrfach Menschen kommen und gehen sahen, machten wir uns auch auf den Weg nach draußen. Durch den Meditation Garden ging es jetzt an das legendäre Grab. Zwischen seinen Eltern, seiner Großmutter und einer Gedenktafel seine Zwillingsbruder liegt er begraben oder auch nicht. Zum Scherzen war uns nach dieser Tour jedenfalls nicht mehr.

Uns ist klar geworden, dass hier die bedeutendste Person der neuzeitlichen Musikgeschichte liegt.

Jetzt waren wir in Memphis und wollten noch mehr Geschichte erleben. Dabei waren wir so euphorisch, dass wir gerade noch rechtzeitig auf dem Parkplatz bemerkten, dass wir die Videokamera noch im Schließfach hatten. 😉

Nun war unser Bedarf an Toten eher gedeckt, sonst hätten wir sicher noch die Stelle aufgesucht, wo Martin Luther King ermordet wurde. Aber wie gesagt, noch ein toter King wäre uns zu viel geworden.

Stattdessen waren wir heiß auf Musikgeschichte. Dabei war schon vorher klar, dass ich nach Graceland auf jeden Fall das Sun Studio (nein, dass ist kein Solarium…) sehen wollte. Und ich konnte das ohne Probleme Steffi schmackhaft machen, nahm doch unter anderem Otis Redding hier Platten auf. Jedenfalls ging ich davon aus, bis ich drin war und nie auch nur Otis Redding erwähnt wurde. Eine kurze Recherche später…egal, wir waren bei Sun Records! 😉

Bevor wir jedoch reingingen, musste unbedingt etwas gegen unseren Kohldampf getan werden. Steffi sah auf der Union Avenue bereits ein Arby’s und der fehlte uns noch auf unserer Besucherliste. Also zurück die Union hoch und bei Arby’s auf den Hof. Da fällt mir ein, wir haben in Amerika nicht einmal den Drive-In benutzt, sondern sind immer rein. Und das war bei Arby’s mit einem Hingucker belohnt worden.

Was wir nämlich nicht geschnallt haben, als wir unseren Burger mit geringelten Pommes im Menü bestellten, uns hinsetzten und das genüsslich mümmelten, war der Umstand, dass mitten im Restaurant ein Baum wuchs. Steffi (natürlich) machte mich darauf aufmerksam.

Noch halb kauend ging es zurück zum Sun Studio. Bloß keine Zeit verlieren. Vor allem Steffi drehte jetzt auf. Ja, Steffi, die vor Graceland noch so zögerlich war (Meinst Du wirklich? Was hat das mit mir zu tun?). Jetzt zog sie mich hinter ihr her. Noch schnell ein Erinnerungsfoto vorm Gebäude…

und rein! Moment! Was ist mit der Kamera los? Das Display bleibt dunkel. Ausmachen, anmachen. Ohne Nachricht schaltet sie sich sofort wieder ab. In den Betrachtungsmodus. Kein Problem. Oh F.U.C.K.! Nicht jetzt. Komm schon. Anmachen. Aus geht sie von alleine…

Okay, calm down and take a deep breath. Vielleicht mal Batterien wechseln? Es klappt, puh. Glück gehabt. Jetzt aber rein.

Beim eintreten sitzt der dunkelhaarige Typ rechts hinterm Tresen mit einer Klampfe und bearbeitet die liebevoll. Steffi, so in Stimmung gekommen, ist jetzt für alles zu haben. Freundlich spricht uns Jason, so sein Name, an.

“ Hi Leute, willkommen in den Sun Studios. Die nächste Führung beginnt in einer knappen halben Stunde. Wollt ihr die mitmachen?“

Steffi: „Was soll uns das denn kosten?“

Jason: „12 Dollar pro Person.“

Steffi: „KLAR. Da sind wir dabei!“

Das ist meine Steffi, wie ich sie liebe. 🙂

Wir stöberten in den T-Shirts rum, fanden aber leider nichts passendes. Dabei hätten wir gerne ein Mitbringsel aus dem Studio mitgenommen. Hat jedoch nicht sollen sein. Für Steffi war kein schönes T-Shirt in ihrer Größe dabei und andere Mitbringsel waren dann doch irgendwie zu teuer.

Um halb ging die Tour los und Jason war ein begeistender Redner. Im typisch amerikanischen Stil (wie oft habe ich jetzt schon diese Aussage getätigt?) machte er uns klar, dass hier an diesem Ort Musikgeschichte geschrieben wurde. Hier in diesen Räumen wurde der Rock’n’Roll geboren. Und wir sind in der glücklichen Lage in dem Raum zu stehen, wo Elvis Prestley, Johnny Cash, Roy Orbison oder Jerry Lee Lewis auch schon standen.

Zuerst ging die Ausstellung durchs Obergeschoss, wo Exponate ausgestellt waren und er uns anhand von verschiedenen Musikstücken aufzeigte, wie sich die Musik in den 50-ern entwickelte. Und worin die besondere Leistung von Elvis Prestley lag. Und wer war es, der Elvis Prestley das erste Mal zu hören bekam?

Nicht Sam C. Phillips, der Besitzer des Studios. Sondern seine Vorzimmerdame Marion Keisker, die in Abwesenheit von Phillips den jungen Elvis empfing. Der nahm eine Platte für seine Mutter auf und es sollte fast ein Jahr dauern, bis Elvis wieder ins Studio zurückkehrte und mit „That’s all right (Mama)“ sein erstes von vielen erfolgreichen Liedern aufnahm.

Und nach dem Vorzimmer waren wir in dem Raum, wo auch schon B.B.King, Johnny Cash und natürlich Elvis Prestley standen und ihre Hits einspielten. Auf diesem Kreuz stand Elvis!

B.E.E.I.N.D.R.U.C.K.E.N.D…

Jetzt mussten wir das mal etwas ruhiger angehen, sonst sprengt noch unsere Schädeldecke weg. Doch die Beale Street mussten wir einfach noch mitnehmen. Ein Parkplatz war schnell gefunden, stehen um die Beale Street das FedEx-Forum und das Stadion der Redbirds. Von daher mangelte es nicht an Parkmöglichkeiten, wenn man bereit ist, fünf Dollar abzudrücken.

Bevor es in die Beale Street rein ging, mussten wir noch einen kleinen Spaziergang die Front Street hoch machen. Denn da war doch was…

Auf den Weg zurück beobachtete ich schon von weitem einen Bettler, der kurz bevor wir ihn erreichten, einen Geschäftsmann ansprach, der wiederum aus seiner Hosentasche Kleingeld für ihn rausholte und es ihm gab. Da fiel mir ein, dass Susanne uns sagte, dass Amerikaner ihr Kleingeld in der Hosentasche rumtragen. Das ihre Portemonnaies kein Münzfach hatten, fiel mir nämlich schon beim Shoppen im Outlet-Center auf, wo ich keine Geldbörse fand.

Jedenfalls sprach uns der Bettler an und was sage ich?

„Sorry, we’re germans. We have no change in the pocket.“

Wie arrogant ist das denn bitte? Klar wusste ich gerade nichts besseres zu sagen. Aber der wird seine Meinung über Deutsche jetzt dank mir gefestigt haben…

Ja, dann waren wir endlich da…

Die Straße ist wirklich faszinierend. Wenn auch etwas kurz. In Google Maps wirkt sie bedeutend länger. Ist sie auch, aber der interessante Teil der Beale erstreckt sich von der Front Street bis zur 4th Street. In diesem Bereich sind lauter Klubs in denen Livemusik gespielt wird. Und in welchen Klub gehen wir? Ins Hardrock-Cafe.

Das es überall auf der Welt gibt. Wobei es mein erster Besuch in einem Hardrock-Cafe war. Von daher eine nette Premiere. 😉

Und nett wurde uns die Zeit im Cafe auch gemacht. Steffi bestellte einen hochprozentigen Cocktail, ich ein belgisches Bier (das in Amerika gebraut wurde). Die Alkoholgrenze in den USA ist ja etwas höher angesiedelt als in Deutschland. Was aber egal ist, da ein amerikanischer Polizist kein Auto nur wegen eines Verdachts anhalten darf. Wenn also alle Lichter in Ordnung sind und man nicht Schlangenlinien über die Interstate fährt, kann man auch mit zwei Promille fahren. Scheißegal!

Um meinen Versicherungsschutz nicht zu gefährden, blieb es meinerseits bei einem Bier. Steffi hatte nach dem heftigen Cocktail wohl auch genug. Wir schlenderten noch weiter zum Coyote Ugly, da war nur gar nichts los. Und wenn man schon ins Coyote Ugly geht, dann muss da auch was los sein. Nicht aber, wenn wir die einzigen Gäste wären…

Also schlenderten wir die Beale Street wieder hoch, setzten uns Rufus Thomas zu Füßen und lauschten den Klängen einer Blues-Band, die dort im Park spielten. Wir spazierten weiter Richtung Westen an den Kutschen und der Elvis-Statue vorbei, immer weiter, um unseren Bekannten wiederzusehen.

Die Sonne setzte langsam zum Feierabend an und wir hatten die Wahl. Entweder wir setzen uns in der Beale Street noch irgendwo rein. Oder wir fangen mit dem Rückweg an und suchen südlich von Memphis ein Motel. Zum Glück entschieden wir uns für Tor zwei, da die Suche nach einem Motel etwas länger dauerte. Wir gingen zurück zum Auto, machten vorher noch einen Schlenker bei Starbucks um Kaffee zu holen und das Bier wegzubringen. Dabei hatten wir in einer Seitenstraße mal wieder die Gelegenheit, den ganz normalen Wahnsinn auf Amerikas Straßen zu fotografieren.

Ach ja, bevor es in südlicher Richtung aus Memphis raus ging, verließen wir die Stadt kurzzeitig in westlicher Richtung. Wie auf dem obigen Bild vor dem Mississippi zu sehen ist, waren wir nicht weit weg von unserem siebten Bundesstaat. Und den mussten wir einfach noch mitnehmen. Also mal eben über die De Soto Bridge nach Arkansas rein.

Die nächste Ausfahrt raus und wieder zurück. Dann ging es auch wirklich in südlicher Richtung aus Memphis raus. Die untergehene Sonne nutzte Steffi für eins meiner persönlichen Lieblingsbilder unserer Amerikatour.

Kaum aus Memphis raus, waren wir auch schon im Bundesstaat Mississippi. Wir wussten ja, dass man in den Welcome Centern Coupons für Motels besorgen konnte, was wir geflissentlich taten. Leider hatte das Welcome Center schon dicht. 😦

Uns hatte Susanne ja noch einen anderen Tipp mit auf den Weg gegeben. Geht einzeln ins Motel, fragt nach dem Preis und der Ausstattung und geht mit dem Hinweis raus:

„I have to check this.“

Das tat Steffi dann auch fleißig. Allerdings mussten wir einige Motels ansteuern, weil sie entweder zu teuer waren oder kein Internet hatten. Und ohne wollten wir ja auch nicht. 😉

Letztlich verschlug es uns nach Batesville in ein Motel, was besser war als Bates Motel. 😈

Leider war das Doppelbett im Zimmer getrennt. Für die eine Nacht war das aber zu verschmerzen…

Der 37. Hochzeitstag – Oder: Am 30. Mai ist Weltuntergang…

Gestern war der 37. Hochzeitstag meiner Eltern und meiner Vater und ich haben abgemacht, nach der Verabschiedung der Berliner gemeinsam mit Steffi und meiner Mutter nach Tossens zum Fischessen zu fahren.

Was niemand wusste: Ich habe ein paar Tage vorher Markus Bescheid gesagt, damit er die Möglichkeit hat mitzukommen. Ich sage nur Reputation. 😉
Auf jeden Fall hätte ich die Idee nochmal überdenken sollen oder das nächste Mal den Vorschlag meines Bruders berücksichtigen. Denn während die Herrschaften mit den längsten Beinen vorne saßen, quetschten sich die Fülligsten und Steffi auf die Rückbank. Noch Abends klagte Steffi folgerichtig über Beklemmungen. Aber beim nächsten Mal wird sicher Sophie auch noch mitkommen und dann wird ein zweites Auto Pflicht. Dann wird die Tour auch nicht so weit gehen, mir schwebt da nämlich schon was vor.

Wie dem auch sei, nach einer guten Stunde waren wir in Tossens angekommen, nachdem mein Vater Gelegenheit bekam, seine alte Heimat meiner zukünftigen Frau zu zeigen. Inklusive einiger heiteren Anekdoten.

Regnete es auf den Weg nach Tossens schon zwischendurch das eine oder andere Mal, so zog es sich in Tossens bedenklich zu. Schnell ein wirklich günstiges Parkticket gezogen (Liebe Bremer: 4 Stunden für 2 Euro!) und dann über den Deich Richtung Restaurant am Jadebusen (von dem meine Großeltern erzählten). Dort steht das Strandlust, heißt aber wohl Luzifer und ist noch brandneu. Das Restaurant hat einen schönen Panoramablick, ist gemütlich eingerichtet und eine interessante Karte. Außerdem besitzt es wohl Zugang zu einer eigenen Rösterei und Brauerei.

Das Essen war wirklich lecker und der Kaffee schmeckte auch recht gut. Es war auf jeden Fall kein so ein aufgeschäumter Mchtegern-Kaffee. Preislich ging das ganze auch in Ordnung. Selbst die Kuchen waren in ordentlicher Auswahl vorhanden und die Stücke hatten eine reelle Größe.

Leider, leider ist am 30. Mai tatsächlich Weltuntergang. Denn wir schafften es so gerade trockenen Fußes ins Restaurant und danach regnete es sich so richtig ein. Und das sollte auch den ganzen Nachhauseweg so bleiben. Aber zum Glück war das Wetter nicht das beste an dem Tag gewesen, sondern das mit Abstand schlechteste.

Wie gesagt ging es auf der Rückbank eng zu, auch auf dem Heimweg. Von daher wird Steffi sicher meinen im letzten Absatz getätigten Satz nicht ganz so unterstreichen. 😉

Aber davon und dem Wetter mal abgesehen war es ein schöner Ausflug.

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Wohnungsnachteile

Eine schöne Wohnung wie die unsere hat nicht nur Vorteile. Auch wenn unsere Gegend einen üblen Namen und einen noch übleren Ruf hat, ist alles nicht so schlecht wie es mal war.

Das sogenannte Gesocks das hier rumläuft ist fast ausnahmslos nicht dunkelhaarig, was manche Kollegen nicht glauben wollen. Wenn ich vormittags Brötchen holen gehe, sind es nicht die Türken die besoffen auf der Straße rumtorkeln, sondern es sind die Deutschen. Die südeuropäischen Nachbarn sind nahezu alle gut gekleidet, fahren dicke Autos und gehen mit ihren Kindern spazieren. Und dafür muss nicht Sonntag sein und ein kirchlicher Zwang dahinterstecken.

Apropos Religion: Die Moschee ist bei uns gegenüber, aber von der habe ich noch nie was gehört. Im Gegensatz zu dem schrecklichen Glockengebimmel der evangelischen Kirche ein paar hundert Meter weiter. 👿

Aber ich wollte hier keine rassistischen Vorurteile widerlegen, sondern auch mal den einen oder anderen Nachteil unserer Wohnung aufzeigen.

Da wäre zum einen die Garage. Wir haben eine und das ist toll. Leider war ich beim Einzug so dumm und habe das Parken meines Autos in der Garage damit gerechtfertigt, dass ich das neuere Auto habe. Seitdem Steffi das neuere Auto hat, darf sie in der Garage parken und ich darf draußen vor der Tür nach einem Parkplatz suchen. Gut okay, dafür muss ich mich nicht mehr mit der Kundschaft des Imbiss unter uns rumschlagen, aber so viele Parkplätze gibt es vor unserer Tür auch nicht. Und wenn man Urlaub hat, dann ist man in der dummen Situation, dass ich ab 9 Uhr alle zwei Stunden das Auto umparken müsste, um keinen Strafzettel zu bekommen. So geschehen in der letzten Urlaubswoche Anfang April. 5 Euronen, die man sich hätte sparen können.

Anwohnerausweis? Für die sechs Wochen Urlaub im Jahr nicht sehr lohnenswert denke ich…

Alternativen? Kaum. Eine Möglichkeit wäre, einen Parkplatz um die Ecke zu besetzen, wo die Nachbarn am Stadion wohnen. Zwei wären tatsächlich frei, aber…unseren Vermieter gefragt, und der haderte. Denn zwei Mieter haben kein Auto. Eine davon hat einen Freund mit Auto. Bleibt noch ein Parkplatz übrig. Und wenn die Mieter ausziehen und andere mit Auto einziehen? Habe ich wieder verloren.

Aber vielleicht kann man ja was in der Urlaubszeit machen. Ich frage noch mal. 😉

Ja, das wäre der eine Nachteil. Der andere ist da schon kriminellerer Natur. Letzte Woche war die von der Stadt durchgeführte Papierabholung. Anfang des Jahres hat die Stadt Delmenhorst das wieder in die Hand genommen, nachdem ein langer Rechtsstreit zu ihren Gunsten ausgegangen ist. Warum überhaupt die lukrative Papierabholung an einen Privatanbieter gegangen ist, weiß ich nicht. War ja (zu) lange Zeit Bremer und habe mich für Delmenhorst nicht wirklich interessiert. Vielleicht war es ja der Klüngel, wäre ja nichts neues.

Wo war ich? Ach ja, letzte Woche war Papierabholung und wenn Steffi schon die Garage besetzt, dann muss sie auch an die Mülltonnen denken. Ein fairer Deal wie ich finde, schließlich habe ich mich auch immer um die Mülltonnen gekümmert, als ich in der Garage parkte. Nach fünf Monaten klappt das auch alles mehr schlecht recht als recht schlecht und viel zu oft gelegentlich gaaaanz selten bin ich ihr bei der Erinnerung der jeweiligen Mülltonnen behilflich. Ich stellte also Mittwoch morgen die Papiertonne raus und als ich Mittwoch nachmittag nach Hause kam, war die blaue Tonne schon nicht mehr da. Wow, hat Steffi sie sogar schon wieder reingenommen?!

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht zaghaft nachfragen würde, ob sie heute morgen an die Papiertonne gedacht hat. So lässt sich immer mal ein kleines Lob und ein sanfter Popoklaps verdienen.

S (beschämt): Nein, habe ich vergessen. Hast Du daran gedacht?
I (verwirrt): Äh ja natürlich. Hast Du die Tonne nicht schon wieder reingeholt?

S (klappst mir auf den Hintern): Danke schön, Spatzi. Nein, die Tonne habe ich nicht reingeholt, wieso?

Und da wurde mir bewusst: Unsere blaue Papiertonne wurde geklaut! Dazu muss ich sagen, dass wir zu Jahresbeginn von der Stadt zwei Tonnen bekommen haben. Ich habe rumtelefoniert, dass wir nur eine brauchen. Ein Arbeitskollege wollte sie haben und hat sie doch nicht abgeholt. Und unser Frisör unter uns zeigte sich schon genervt, weil die blaue Tonne unten überflüssigerweise rumstand. Eines Nachts habe ich sie dann auf die andere Straßenseite zu den anderen überflüssigen Tonnen gestellt, wo diverse Wohnungen leerstehen und auch nicht alle gebraucht wurden. Nach ein paar Wochen wurden die Tonnen dann endlich abgeholt und unser schönes Straßenbild wiederhergestellt.

Und jetzt wird einfach unsere Tonne geklaut! Und meine Kollegen lachen sich wieder schlapp, weil ich hintertelefonieren darf, damit uns eine neue Tonne geliefert wird.

Naja, wenn es sonst nichts ist…

Sonst ist nämlich auch nichts. Das war es schon mit den Nachteilen unserer Wohnung. Bis jetzt. Aber wir leben ja auch erst seit einem Jahr hier. 😉

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Mehr Toleranz bitte

Ein immer gern genommenes Argument intoleranter Menschen ist der Vorwurf, doch bitte toleranter zu sein. Dies musste ich mir jedenfalls gerade von einer streitsüchtigen „Dame“ gefallen lassen. Was war passiert?

Unsere Garage liegt zwischen einem Imbiss und einem Friseur. Während beim Friseur eher wenig Besucher mit dem Auto kommen und wenn doch dann aus Rücksicht auf unsere Garage direkt vor dem Friseurgeschäft halten, sieht das mit dem Imbiss leider nicht so gut aus…

Morgens wenn ich zur Arbeit will habe ich am wenigsten Probleme aus der Garage zu kommen. Nachmittags kommt es in der Woche häufiger vor, dass ich im Imbiss reinschneie ohne etwas zu bestellen. Gerade eben war es aber so, dass ich mit Steffi nach Hause kam und gerade noch sah, dass drei Personen aus einem Wagen ausstiegen und in den Imbiss wollten. Ich hupte schon einmal, damit die Leute wissen, dass ich was von den wollen könnte.

Für den Fall, dass die doch reinflitzen, bin ich schon mal ausgestiegen, aber streitsüchtig, wie die drei waren, warteten sie schon auf mich.

I: Ich würde gerne da rein!

M(ann=Fahrer): Da hättest Du auch anders rum reinfahren können.

F(rau, die ihren Fehler nicht eingesteht und lieber zum Gegenangriff bläst): Da hätte auch noch ein LKW rückwärts reinfahren können!

I: Mag sein, aber Fakt ist, dass hier nicht geparkt werden darf.

F: Wo steht das denn? Ich sehe hier kein Schild und die Ausfahrt haben wir freigehalten.

I: Das ist ein Bürgersteig und auf dem darf man nicht parken!

F: Wo steht das?

I: In der Straßenverkehrsordnung!

Bevor das noch ausartet bin ich wieder ins Auto rein und höre noch von der „freundlichen“ „Dame“.

Hauptsache erstmal hupen…

Ich setze rückwärts ein, hole meine Sachen aus dem Auto und mache das Garagentor zu. Natürlich erwartet man mich schon längst draußen:

F: Und übrigens, Menschen wie ihnen tut etwas mehr Toleranz wirklich auch mal gut.

Klar. 🙂 Aber nicht gegenüber Euch!

Mittlerweile ist mir auch ein Konter eingefallen (wie immer zu spät):
„Bist Du jetzt fertig oder willst Du noch einen Leserbrief schreiben!“ <-Merken für das nächste Mal! 😉
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