Irritiert

Heute morgen hörte ich im Deutschlandfunk ein Interview mit Birgit Homburger, stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. Ähnlich wie ihre Partei selbst, ist das Interview mit ihr vernachlässigbar. Doch der Vorbericht ließ mich etwas irritiert zurück.
Es ging, natürlich, um unseren Bundespräsidenten und seinen Aussagen im gestrigen Interview, zu dem Nikolaus Blome – stellvertretender Chef-Redakteur der Bild-„Zeitung“ – nach dem Interview Stellung nahm.
Ich zitiere:

O-Ton Christian Wulff: „Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen, wenn man im Ausland ist, in vier Ländern in fünf Tagen, zehn Termine am Tag hat und erfährt, dass Dinge während dieser Zeit in Deutschland veröffentlicht werden sollen, wo man mit Unwahrheit in Verbindung gebracht wird, wo man also Vertrauensverlust erleidet. Und ich habe dann gebeten, um einen Tag zu verschieben die Veröffentlichung, damit man darüber reden kann, damit sie sachgemäß ausgefallen kann.[…]“

O-Ton Nikolaus Blome: „Den Satz von Herrn Bundespräsident Wulff, ich wollte die Berichterstattung nicht verhindern, das haben wir damals deutlich anders wahrgenommen. Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden. Und wenn Sie das jetzt als Drohung bezeichnen, das ist vielleicht eine Geschmacksfrage. Aber klar war das Ziel dieses Anrufes, die Absicht und das Motiv, diesen ersten Braking-Bericht[sic!] über die Finanzierung seines privaten Hauses zu unterbinden.“

Was irritiert mich jetzt daran. Nicht das hier Aussage gegen Aussage steht. Wenn die BILD im Besitz von Tonmaterial ist, dann hätte sie einen klaren Vorteil und könnte es mit einer Veröffentlichung belegen. Das sollte, allem Realitätsverlust zum Trotz, auch Christian Wulff wissen.

Vielmehr irritiert mich die Aussage von Wulff, wo er „mit Unwahrheit in Verbindung gebracht wird“. Und Herr Blome lediglich auf das Ziel des Anrufes eingeht, nicht aber auf die Aussage, das Wulff mit Unwahrheiten in Verbindung gebracht wird. Denn wer die Machenschaften von BILD kennt, weiß, dass sie Wahrheit, nun ja, großzügig definiert. Wieso regt sich Blome also darüber auf, dass das Ziel des Anrufes ein anderes war, als Wulff vorgibt, nicht aber darüber, dass Wulff behauptet, mit der Berichterstattung werden Unwahrheiten verbreitet? Die sich im Übrigen nicht als Unwahrheiten, sondern als Wahrheit rausstellten.

Oder leidet Christian Wulff doch unter Realitätsverlust? Wundern tut mich an der ganzen Posse eh nichts mehr…

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In-Parteien

Als ich Ulfs Beitrag las, viel mir ein, wie ich damals beinahe eine Partei gegründet hätte.

Damals, ich wiederholte gerade das elfte Schuljahr auf dem Wirtschaftsgymnasium und war nicht wirklich bestrebt, dieses Mal den Jahrgang erfolgreich zu absolvieren, hatte ich zwei Grundlagen für eine erfolgreiche Karriere in der Politik: Zeit (die ich mir nahm) und Kontakte (die aufgrund von Zeit vorhanden waren).

Einige meiner Mitschüler gefielen meine wirtschaftlichen und sozialen Ansichten und legten mir nahe, eine Partei zu gründen. Der Name: Die PRASS-Partei.

Für die Buchstaben in Prass hatten wir auch bereits tolle Schlagworte. Eines der S war garantiert Sozialismus, aber genau weiß ich sie nicht mehr.

Bevor es aber richtig ernst werden sollte, lernte ich meine ersten Gehversuche in der Politik bei der AG Junge GenossInnen, wo ich dann länger war, als auf dem Wirtschaftsgymnasium. Und da die Kontakte langsam aber sinnig abbrachen, zerfiel auch der Traum einer eigenen Partei.

Worüber ich ehrlich gesagt nicht traurig bin. Klar wäre dann jetzt alles besser, keine Frage. 😉

Aber ich bin auch nicht der Typ, der ständig im Rampenlicht stehen will. Wobei es schon toll gewesen wäre, den Friedensnobelpreis zu bekommen. Und zwar auch verdient! Naja, was nicht ist, kann ja noch werden…

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