Postfiliale des Grauens (außerhalb Berlins)

Nicht nur in Berlin gibt es schreckliche Postfilialen. Auch Delmenhorst hat so eine. Und dank Privatisierung zur AG auch wirklich nur noch diese eine, zumindest wenn man gezwungen ist, die nicht ausgelieferten Päckchen und Pakete an dieser Sammelstelle abzuholen. Was für berufstätige Menschen leider häufiger vorkommt.
Ich habe das Glück, mit einer in Elternzeit befindlichen Frau quasi eine Päckchenannahmestelle im Hause zu haben und war so schon lange nicht mehr genötigt worden, die Postfiliale des Grauens aufzusuchen. Wenn es hoch kommt, in den letzten 12 Monaten vielleicht ein einziges Mal. Letzte Woche war es gleich dreimal! Es war der Horror. Ein typischer Besuch in der PfdG sieht in etwa so aus:

Ankunft bei der PfdG. Die vorderen viereinhalb Parkplätze sind besetzt. Der Behindertenparkplatz auch. Durch ein Paketwagen der DHL. Ich fahre weiter auf den großen Parkplatz hinter der Post, auf dem geschätzte dreiundachtzig Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Parken ist hier für Kunden verboten. Nur Beamte Angestellte und Postfahrzeuge. Der Punk kommt durch. Jedes verfickte Mal. Denn jedes verfickte Mal gibt es nur hier Parkplätze. Also ignoriere ich gekonnt die Verbotsschilder und parke hier. Und nur hier.
Ich betrete die PdfG. Soll heißen, ich versuche es. Und es bleibt erstmal beim Versuch. Die Warteschlange schlängelt sich an den Kartenständern, Adressaufklebertischen und den Reklameschildern (WiderlICH! Im Schritt zahl ICH!) vorbei bis zum Geldautomaten, wo die Neuankömmlinge die Orientierung des Warteschlangenendes verlieren. Alles hat ein Ende, nur die Wurst und die Warteschlangen bei der Post haben zwei…ich lache laut auf, mehr aus der Verzweiflung heraus und füge mich wie die anderen dem nichtexistenten Gott gegebenen Schicksal. So grausam könnte kein Gott sein…
Eine ganz normale Warteschlange in freier Postwildbahn
Vor mir steht eine Frau mit einem Paket, dass in etwa ihre Größe hat. Und von ihrer Gesichtsfarbe zu urteilen auch ihre Gewicht. Mitleid flammt auf, aber aus Mitleid von Personen hinter ihr wird die Schlange nicht kürzer. Dahinter ein Frauenpärchen, Mutter und Tochter, offensichtlich. Noch offensichtlicher will Mutter lieber die Schwester sein. Ich will nicht mal in der Nähe dieser beiden sein. Aber hier werde ich dazu gezwungen, mir die pinklackierten Pornoplastikschaufeln (danke für die Inspiration Underdog!) anzuschauen, während die vermeintliche Spitze der Evolution auf ihrem Smartphone umständlich herumtippelt und geistigen Dünnschiss in Richtung der einzigen Zuhörerin absondert. Ein Beispiel für bedingungslose Mutterliebe, das hier zu sehen ist. Live und in Farbe.
Hinter mir sind wenigstens keine Nazis (runterscrollen, da kommt noch Text). Dafür mit der Gesamtsituation unzufriedene. Was in Deutschland lautes Meckern ohne weitere Konsequenzen bedeutet. Also nicht wie in Frankreich, Griechenland oder anderen zivilisierten Ländern zu Protesten, Straßenbarrikaden und brennenden Regierungsämtern, sondern zum lauten Meckern bei der Post. Aber am Wahltag doch wieder das Kreuz bei der Mutti machen, weil die so einen tollen Job machen bei der CDU. Und stehen im Ergebnis dieses tollen Jobs bei der privaten Post die Beine in den Bauch, in dem schon das Gehirn sich seinen Platz gesucht (und gefunden) hat.

Kurz bevor der Akku schlapp macht, ruft Tim an. Ich bitte ihn, ein Survivalpaket abzuschicken, dass ich gleich mit abholen kann. Er nimmt meine letzten Worte entgegen und verspricht mir, sich um Steffi und Nicolas zu kümmern.
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Ein Kieselstein, den ich unter dem Kartenständer gefunden habe, rettet mich vorerst vorm Verdursten, als ich das andere Ende der Warteschlange zu sehen glaube. Mein Gehirn mag mich täuschen, weil das Gesabbel des Camouflage-Leggings-tragenden Evolutionsopfers das Ausdörren meiner geistigen Schaltzentrale beschleunigt hat. Doch an diesem Tag habe ich Glück. Ein kurzer Blick zurück auf die Schlange hinter mir beweist, dass die Postangestellten ein untrügliches Talent dafür besitzen, die Schlange nicht zu verkürzen.

Ich bin endlich an der Reihe. Ich schiebe das Kärtchen und den Ausweis über den Tresen. Der Postler bemerkt, dass ich noch das alte System habe und ob ich nicht das neue System benutzen möchte. Noch ganz in Abwesenheit eines funktionierenden Gehirns frage ich vorsichtig nach:

I: Häh?!
P: Sie benutzen noch das alte System, wenn sie das neue System nutzen, bekommen sie Benachrichtigungen per SMS.
I: Was ist das denn für ein System?
P: Wenn ein Päckchen für sie kommt, bekommen sie eine SMS und können dann ihr Päckchen abholen, statt mit der Karte.
I: Und, äh, was genau habe ich davon (denn ihr habt dann ja meine Handynummer, auf die ihr mir ganz unverbindlICH „interessante“ Infos schicken könnt)?
P: Sie können dann ihr Päckchen noch am selben Tag abholen.
I: Ja, wow! Ich kann mich dann einen Tag früher in die Schlange stellen. Das ist ja echt ein toller Fortschritt! Nein, ich denke nicht, dass sie meine Handynummer brauchen ich das neue System brauche.

Einen Hinweis auf das tolle Postbankkonto klemmt sich die Wurst ausnahmsweise mal und entlässt mich in die frische Luft.
Freiheit! Naja, fast. Noch nicht ganz.
Draußen auf dem Parkplatz üben sich die neueren Neuankömmlinge in der Wiederlegung von Darwins „Survival of the fittest“. „Survival of the Dummdreistesten“ trifft es hier schon eher. Auf dem Behindertenparkplatz steht jetzt kein DHL-Paketwagen mehr. Der steht jetzt direkt davor, um die Fußgänger die von oder schlimmer, zur Post wollen, um sein Wagen herum zu zwingen. Außerdem kann hier auch kein Auto mehr den Parkplatz verlassen, weshalb sich der Zugangs- und Abgangsverkehr bei der letzten verbliebenen Auf- und nun ja, auch Abfahrt wiederfindet. Da ist es dann egal, ob man nach links auf den kleinen Parkplatz nicht kommt, weil einer versucht auszuparken und noch darauf wartet, dass der hinter ihm vom Hof fährt, was er aber nicht kann, weil der, der nach links will, dem wiederum den Weg versperrt. Und Recht hat hier immer der Dümmste, bzw. er fordert es am lautesten ein. Was die etwas schlaueren, darunter auch meine Wenigkeit, der jetzt geradeaus auch nicht mehr durchkommt, weil der am lautesten Hupende sich immer noch im Recht sieht, auch zum Hupen zwingt, um die Aufmerksamkeit des Dümmsten zu bekommen, und ihn auf eben seine ganz spezielle Dummheit hinzuweisen. Aber spiele nicht mit Schweinen. Es werden alle dreckig und nur das Schwein genießt es…Ein Trauerspiel. Aber auch das geht vorbei und man wünscht sich beim schnellstmöglichen Verlassen des Areals nur noch, so schnell nicht wieder herkommen zu müssen.

Danke, liebe Post AG…

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Was ich loswerden will (61)

Im Netz der Islamfeinde

Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau berichten über die islamophobe Seite Politically Incorrect (PI). Ein sehr lesenswerter und gut recherchierter Bericht. Was die paranoiden Inkompetenten (PI) selbstverständlich anders sehen…

„Der innerste Führungszirkel lässt es zu, dass in dem Blog Muslime als Gesindel, Abschaum und Türkendreck beschimpft und zum bewaffneten Kampf gegen den Islam aufgerufen werden kann. Und das mitnichten nur in den Kommentarspalten.“

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Vegetarismus – Wozu?

Namron erläutert einen trifftigen Grund, warum man Vegetarier sein sollte: Die Fleischproduktion.

„Durch diese anerzogene Akzeptanz und die nicht gestellte Frage der Notwendigkeit, kann sich eine Fleischindustrie etablieren die von den meisten nicht beobachtet wird. Wenigstens sorgen alle Produzenten von Fleisch dafür, dass die Tiere vor ihrem sanften Ableben entspannt und glücklich leben. Nun, nicht ganz.“

(Achtung! Der Beitrag enthält schockierende Videos, die den Konsum von Fleisch beeinflussen kann.)

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Eine verheerende Entwicklung: Warum „Das Supetalent“ prägend für unsere Fernsehkultur ist

Peer Schader erklärt im Fernsehblog der FAZ, wieso das Fernsehen nicht inspirierend unterhalten kann:

„“Das Supertalent“, die selbsternannte „größte Show Deutschlands“, ist einzig und allein darauf ausgelegt, die einfachsten Reflexe in uns abzurufen: Ein Kind singt – oh, süß! Jemand erzählt eine traurige Geschichte – der Arme! Ein Akrobat führt einen Stunt vor – wow! Jemand spielt mit seinem Penis Klavier – wie peinlich, aber trotzdem mal gucken!“

Über dasselbe Thema hat sich auch Manuel Wolff ausgekotzt: Das Supertalent – großer Mist auf RTL

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Wie Sportjournalisten die Worte von Oliver Kahn verdrehen

Nick geht einer Meldung bei „Spox.com“ auf den Grund.

„Das Traurige an derart verzerrenden Agenturmeldungen: Sie werden bundesweit von Online-Redaktionen ungeprüft übernommen. So findet sich der Bericht selbstverständlich nicht nur bei „Spox.com“, sondern auch bei „Der Westen“, der „Zeit“, „goal.com“, den 11 Freunden und vielen anderen viel besuchten Webseiten.“

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Spiegel Online und der muslimische Kinderschänder

Feynsinn über einen exemplarischen Artikel des ehemaligen Nachrichtenmagazins:

„Der ekelhafte Boulevard der Spiegel-Redaktion läuft dem Springer-Verlag allmählich in allen Kategorien den Rang ab. Betroffenheit zwischen Blut, Sperma und fremdrassischen Verbrechern legen gar noch andere Vergleiche nahe. Die Strategie, dabei vermeintlich aus der Perspektive des Opfers zu erzählen, ist infam, zumal der Artikel zu dem Schluss kommt, dass es aussichtslos ist, Täter anzuzeigen.“

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„Glücksatlas“ auf allen Kanälen – ein weiterer Beleg für die weite Verbreitung des gesteuerten Kampagnenjournalismus

Die NachDenkSeiten über das Medienecho einer „Studie“:

„Die einschlägigen Unterstützer sind schnell gefunden. Raffelhüschen macht bei solchen Sachen immer mit, auch Allensbach und vermutlich auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. „

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Da läuft was schief – eine Kritik der aktuellen Politik

Moritz Clauß bemängelt beim binsenbrenner die mangelnde Kritikfähigkeit der Politiker und sieht auch deren Gründe:

„Es sind vermutlich die meisten Politiker des deutschen Bundestags, denen es noch schwerer als vielen von uns fällt, Fehler öffentlich einzugestehen. Einfach, weil das Eingestehen eines Fehlers in der Politik bedeutet, einer anderen Partei recht zu geben.“

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Das bayerische Stuttgart21

Thomas Stadler schreibt über den Ausbau der 3. Startbahn des Münchener Flughafens, trotz prekärer wirtschaftlichen Voraussetzungen der Betreibergesellschaft:

„Dabei wird täglich deutlicher, dass der Bedarf für eine weitere Start- und Landebahn nicht vorhanden ist und auch in absehbarer Zeit nicht sein wird und diese Fehlplanung außerdem einmal mehr auf Kosten des Steuerzahler durchgezogen wird.“

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Heute im Büro

Kurz nach 15 Uhr, ein Kollege aus einer anderen Abteilung kommt, um Geld zurückzubringen.

K: Schalom.

I: Aloha.

K: Ich sage jetzt Schalom wenn ich grüße, weil ja der Islamismus ins Grundrecht aufgenommen will.

I: Wie bitte?

K: Na, der Islamismus soll doch jetzt das Christentum ablösen.

I: Äh, ja klar.

K: Schlimm, oder?

I: Ich finde es schlimmer, dass wir fordern, dass der Christentum in laizistischen Staaten eingeführt werden soll.

K: Aber das jetzt die Islamisten glauben ins Gesetz zu kommen, ins Grundrecht, oder so…

I: Wenn dann ins Grundgesetz. Aber das haben die nicht gefordert. Unser Bundespräsident hat lediglich gesagt, dass der Islamismus Teil der deutschen Gesellschaft ist. So wie Alkoholiker auch Teil der deutschen Gesellschaft sind.

K: Na, aber wenn ich sehe, wer mehr Kosten verursacht, da wird mir schon schlecht. Ohne jetzt alle Islamisten über einen Kamm zu scheren. Aber die zahlen ja nicht mal Steuern.

I: Ne? Keine Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Ökosteuer? Nichts von alledem? Aber wählen dürfen sie, oder wie? So ein Quatsch!

K: Naja, ich muss jetzt auch. Tschüß.

I: Tschüß.

Am Kopierer, wo ich die Belege kopierte, fiel mir dann ein, dass Schalom ein typisch jüdischer Gruß ist. Aber ich glaube, bei dem Kollegen liegt noch mehr im Argen, als diese kleine Bildungslücke…

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O-Ton (14)

Bevor Steffi die Erlebnisse ihres vor über einer Woche begangenen Junggesellinnenabschied hier veröffentlicht, will ich schon mal eine kleine Anekdote zum Besten geben, die sich vorher ereignete.

Die Überraschung ist Dany gelungen, acht Mädels sitzen am Tisch, Steffi hat am Ende nichts geahnt.

Steffis Mutter und ich sitzen auch noch dabei. Es wird gelacht, „etwas“ getrunken und Fotos gemacht. Steffi und Jana fotografieren sich selbst, schauen das Bild auf dem Display an und Jana stellt fest, dass sie einen riesigen Kopf hat.

Riesiger Kopf, denkt Steffi, da war doch was und erzählt aus dem Urlaub:

S: In Ephesos im Museum ist auch ein riesiger Kopf ausgestellt, ein richtiger Breitkopf…

Dany guckt sie unvermittelt von der Seite an, der Blick funkelt leicht.

S: Oh…

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Wir sind wieder da…in Europa!

Mit diesem kleinen aber flotten Reim lässt sich das heutige Ergebnis der Dortmunder Borussia treffend beschreiben.

Damit endet eine sechsjährige Leidensphase, nämlich die europapokallose Zeit. Eine Zeit, in der ich nicht mal die Spiele von Stuttgart, Leverkusen, Hamburg oder Bremen anschaute. Denn das wäre alles nur schlechtes Methadon gewesen. Der BVB ist zurück in Europa.

Für diejenigen, die jetzt sagen, dass wir vor zwei Jahren doch schon knapp an Udinese gescheitert sind. Das war kein Wiedersehen im Europapokal, da es noch die Qualifikation war. Ja, genau wie heute. Aber wer glaubt noch ernsthaft daran, dass wir im Rückspiel scheitern könnten?

Übrigens, die schlechteste Figur im heutigen Spiel auf deutscher Seite machte das ZDF. Während Reporter Thomas Wark zweimal (jeweils zu Beginn einer Halbzeit) vom BFB sprach und sich zwei dicke Klopfer damit leistete, später zugab, er hätte den Namen des Torhüters vergessen, was ironisch gemeint war, weil der nichts zu tun hatte und dann zweimal hintereinander von Weidenfelder sprach, wirkte das nur noch unfreiwillig komisch. Und als nach dem Spiel seine Kollegin beim Interview mit Kagawa von selbigen wissen wollte, wie er die Atmosphäre im Borussia Park empfand, bewies das ZDF seine diesjährige Untauglichkeit in Sachen Fußball.

Aber das soll meine Laune über das tolle 4:0 meiner Borussia nicht trüben. Wir sind wieder da!

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Der Grund der Entscheidung (Türkei, 5. Tag)

Am Dienstag morgen wurden wir wieder wie gewohnt vom Imam geweckt. Alles in Butter also. Wenn da nicht der Bauch wäre. Durchfalltechnisch schien zumindest bis zum Abend alles in Ordnung zu sein. Leider schien es nur so und abends ging es wieder so heftig los, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben zu Kohletabletten griff…

Ebenfalls zum ersten Mal in unserem Urlaub und in unserem Leben gingen Steffi und ich vor dem Frühstück an den Strand um uns zwei Liegen mit Handtüchern zu reservieren. Total peinlich war uns das. Wahrscheinlich haben unsere roten Köpfe den Strand in ein unnormales Licht getaucht. Wer weiß das schon?

Nach dem Frühstück ließen wir, im Gegensatz zu anderen Liegenblockierern, unsere Liegen nicht verwaist und genossen die Vormittagssonne. Halb dösend lagen wir so da, als uns eine vertraute Sprache ans Ohr drang. Unsere eigene…

Und leider wahr auch der Tonfall und die Art des Redens uns gut aus der Heimat vertraut. Mein Kommentar zu Steffi:

Die Meckerdeutschen sind da!

Gerade angekommen, ließen sich diese bereits über das schlechte Essen, die knappen Liegen (obwohl sie welche hatten) und das unfreundliche Personal aus. Dazu muss ich sagen, dass es sich um eine dreiköpfige Familie handelte, deren Tochter mit ewigen Fragen nicht nur ihren Eltern den letzten Nerv raubte. Die Mutter hatte eine Liege, die mit einer Auflage bezogen war (einer wie auf dem Bild mit der Katze) und auf dieser Liege noch eine Auflage von einer anderen Liege drauf packte, so dass einige Liegen nun „nackig“ waren. Das Personal reagierte auf die Beschwerden anderer Gäste, die keine Liegen hatten oder nicht auf dem Plastik liegen wollten und verteilte Auflagen. Dabei sah es auch, dass diese Frau ihre Auflage eigentlich nicht brauchte und nahm sie ihr weg. Für sie total unverständlich. Selbst ihr schlauer Mann konnte ihr das nicht erklären, weil er diese Aktion nicht verstand.

Und solche Menschen regen sich auf!

Von einer anderen deutschen Familie kam der Sohn aus dem Wasser zurück und schrie:

Diese verfickten Fische beißen!

Ja, sind denn hier nur die Familien angekommen, deren Kinder zurückgeblieben sind? Beißende Fische, dass ich nicht lache. Der ist zwei Minuten im Wasser und wird von den Fischen gebissen, wovon wir in den fünf Tagen noch nichts mitbekommen hat? Vielleicht sollte der sich mal waschen…

Als Steffi und ich ins Wasser gingen und gerade so knietief im Wasser standen, erschrak ich. Da knibbelt doch was an meiner Wade. Und was seh ich? Einer von den kleinen Fischen beißt doch tatsächlich an meinem Bein. Ja gibt es das?

Steffi fing an zu kichern, bis der Fisch von meinem Bein genug hatte, vielleicht weil ich ein paar Schritte wegging um ihn loszuwerden. Und da nun Steffis Beine in der Nähe waren, knibbelte er also an ihren Beinen, was sie dann nicht mehr so lustig fand. Aber ich. 😉

Merkwürdigerweise waren die (oder der) beißende Fisch(e) nur an diesem einen Tag so aggressiv. An allen anderen Tagen war von beißenden Fischen keine Spur.

Außerdem nutzten wir den Faulenzertag ausgiebig, um auf der Luftmatratze auf dem Wasser zu treiben. Wir ließen uns von der äußeren Absperrung gemütlich zum Strand zurücktreiben. Meine Beine waren zur Abkühlung im Wasser, Steffi lag auf dem Bauch, um auch mal dem Rücken etwas Farbe zu gönnen. Ich döste vor mich hin, als Steffi im ruhigen Tonfall sagte:

S: Da schwimmt ein totes Insekt im Wasser.

I: Mmmhmm.

S: Sieht aus wie eine Wespe.

I: Wo?

S: An Deinem Bein.

Sofort war ich hellwach und im Begriff, meine Beine aus dem Wasser zu ziehen, da war es auch schon zu spät. Ein stechender Schmerz schoss durch mein rechtes Bein. Als ich meine Wade begutachtete, steckte sogar noch der Stachel drin. Das war keine Wespe, das war eine Biene. Diesen Fauxpas verzieh ich Steffi ja noch, aber das sie mich nicht gleich darüber informierte, dass an meinem Bein ein Insekt lang trieb, nicht. Jedenfalls nicht sofort.

Zum Glück bin ich weder allergisch, noch blieb am Ende des Tages irgendwelchen Spuren zurück. Nach einer Stunde auf meine Schmerzen angesprochen, kam ich nicht umhin zu sagen, dass ich keine Schmerzen habe.

Geplant war, dass wir nach dem Kuchen essen nach Marmaris fahren. Der Stadt, weshalb ich mich hauptsächlich für den Urlaub entschieden habe.

Beim Dönerladen Marmaris in Delmenhorst gibt es den besten Döner der Stadt, dann kann das als Urlaubsziel nicht schlecht sein.

Das war DER Grund unserer Entscheidung. Naja, meiner Entscheidung. 😉

Da um 18 Uhr keine Taxiboote nach Marmaris fahren, sind wir in ein Dolmus, die hiesigen Minibusse, gestiegen und für fünf Lira pro Person an unser Ziel gelangt. Zum Glück hatten wir eine Frau an Bord, die sich perfekt auskannte, denn wir wussten nicht, wo wir auszusteigen hatten. Zwischendurch stiegen nämlich immer mal wieder welche aus, obwohl da keine, für Deutsche so bekannte, Bushaltestelle gab.

Als dann alle ausstiegen, fragte ich die Frau sicherheitshalber auch noch mal, ob das die Endstation wäre und wo wir nachher wieder aufgenommen würden. Nur ein paar Meter weiter wäre die Dolmusstation. Na, denn ist ja gut.

Wir schlenderten also am Hafen entlang, zumal uns die Frau im Reisebüro den schnuckeligen Hafen empfohlen hat.

Auf der rechten Seite waren die Schiffe, die Tauchfahrten, das uns bekannte Five Bay und andere Ausflüge anboten. Auf der linken Seite standen in Reih und Glied die Restaurants, die mit Catchern versuchten, Kundschaft für ihr Geschäft zu gewinnen. Und es waren echt hübsch aufgemachte Restaurants, mit sehr gemütlichen Flair.

Da mein Verdauung immer noch nervös war und ich zu dem Zeitpunkt mich lieber in der Nähe einer Toilette aufhalten wollte und vor allem, weil ich mich den ganzen Tag nur von trocken Brot und Melone (und ein paar Stücken Kuchen…) ernährte, setzten wir uns draußen in ein Restaurant, wo uns der erste Catcher auf sehr charmante Weise dezent ansprach (wirklich!). Und gemütlich war es auch.

Während wir da so saßen, beobachteten wir die ganze Zeit den Geschäftsführer, der jetzt der Catcher war. Und verdammte Axt, er hatte echt ein besonderes Talent. Mal abgesehen von dem obligatorischen und im ganzen Hafen zu vernehmenden „Lovely Couple“ konnte er sofort und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Deine Nationalität erkennen. Spätestens beim zweiten Versuch lag er fast hundertprozentig richtig. So sprach er die vorbeigehenden Menschen gleich in ihrer Sprache an, was diese häufiger mal zum Anhalten bewegte.

Und da wir fast am Weg saßen, halfen wir dem Guten auch gelegentlich unter die Arme. So schwärmte er meist von der „Best terrace of Marmaris“, was ich mit den Worten quittierte:

And the lunch is good, too.

Mindestens drei Pärchen oder Gruppen gingen so auf unsere Kappe. Schade, dass er das bei der Rechnung nicht berücksichtigt hat. 😉

Als zusätzliches Highlight konnten wir beobachten, wie das große Kreuzfahrtschiff, das bei Steffis Bild im Hintergrund zu sehen ist, den Hafen verließ. Tolles Schauspiel und ein adäquater Ersatz für das missglückte Bild von Samstag, als die Aida auslief und unsere Kamera ihre Untauglichkeit für Nachtbilder unter Beweis stellte.

Anschließend, es war mittlerweile dunkel geworden, schlenderten wir weiter den Hafen entlang. Der Yachthafen, wo die ganz großen Pötte liegen, war durch Sicherheitspersonal abgesperrt. Aber schon die kleinen Schiffe waren sehenswert.

Zurück gingen wir mehr oder weniger durch den Basar. Mehr, weil sich Geschäft an Geschäft reihte und weniger, weil wir gerne auch mal die üblichen Pfade verließen und uns so auch mal typische Straßenbilder in der Türkei anschauen konnten.

Als wir dann so an der Minibusstation standen und die Minibusse im Minutentakt die Station wieder verließen, wurde uns bewusst, wie laut Marmaris eigentlich ist. Ständig hupten Autos oder Mopeds die vorbei fuhren während die Minibusse versuchten, auf die zweispurige Straße zurückzukommen.

Es gab da aber noch ein anderes Problem. Standen wir wirklich richtig? Von unserem Dolmusabfahrtsplan in Turunc wussten wir, dass um zehn Uhr ein Dolmus fahren müsste. Nur an der Station hielten in den zwanzig Minuten, die wir da standen, Dutzende Minibusse. Die wollten entweder nach Icmeler, Siteler oder vor allem Armutalan. Keiner nach Turunc…

Um kurz nach zehn stand auf einem der Schilder eines Dolmus dann endlich die erlösenden Worte: Marmaris->Turunc. Der Fahrer gab gleich mächtig Gas und sammelte unterwegs noch ein paar Leute ein, bis wir voll waren. Und obwohl er die Berge raufraste, als gäbe es kein Morgen, fühlte ich mich ungewohnt sicher. Vielleicht lag es an seiner Frau, die neben ihm saß. 😉

Als wir also so die Berge raufratterten, klingelte hinter mir ein Handy. Mit einem mehr als ungewöhnlichen Klingelton für diese Jahreszeit (Vorsicht! Ohrwurmgefahr!):

Um kurz nach halb elf waren wir dann wieder bei unserem Hotel, wo bereits die türkische Nacht, die einmal die Woche stattfindet, im vollen Gange war. Wir setzten uns an einen freien Platz und schauten der Bauchtänzerin zu, die gerade ihren Auftritt hatte. Und mir war sofort ein Problem bewusst. Wir hatten zwar ein paar türkische Lira, aber nur Münzen. Keine Scheine. Und sie tanzte die Männer an, die ihr mit Freuden die Scheine in den Ausschnitt schoben. Das war bei uns leider nicht drin.

Als sie dann bei uns war, war ich sogar froh, dass ich nichts hatte und eine ablehnende Bewegung machte, weil ihre Schellen neben meinem Ohr eine ungesunde Symbiose bildeten. Himmelherrgott, man stellt sich so ein Bauchtanz ja anders vor, als er in Wirklichkeit ist. Dieser hier war sicher hübsch anzusehen, aber er war auch brachial laut. Und ich weiß, was brachial laut ist. Ich war schon auf drei Konzerten der Einstürzenden Neubauten.

Danach zeigten eine Tänzergruppe noch traditionelle Tänze. Ein Derwischtanz war natürlich auch mit dabei. Aber vor allem schöne Paartänze, wenn man das Paartanz nennen kann.

Auch mitmachen war angesagt. Dafür sind die Tänzer und Tänzerinnen rumgegangen und haben wahllos Leute rausgegriffen, die sich allesamt geziert und gewehrt haben. Erst die Gelsenkirchenerin kam, wenn auch widerwillig, mit. Steffi sollte auch mitkommen, die ich, Schwein wie ich bin, ermuntert habe. Ich müsste aber sitzen bleiben, wegen der Fotos. Ist klar. 😉

Da aber sonst keiner mitwollte und mich schneller als ich „Piep“ sagen konnte, mein schlechtes Gewissen packte, vor allem aber eine türkische Schönheit packte, ging ich dann auch mit. So waren es die langweiligen Deutschen, die zu dritt vorne mit der Tänzergruppe eine komplizierte Schrittfolge tanzte. Diese Schrittfolge behielten wir dann bei, als wir alle gemeinsam durch die Menge tanzten und dabei noch mehr Gäste einsammelten.

So waren wir am Ende zwanzig Tänzer, die zu immer schneller werdender Musik immer schneller abgingen. Ein echter Spaß.

Zum Schluss ging die Gruppe noch einmal mit einem Korb rum. Zeit die türkischen Münzen loszuwerden. Steffi bekam irgendwas dunkles auf die Handinnenfläche gedrückt.Nur was war das? Steffi sah, wie jemand nachfragte und als die Show vorbei war, ging Steffi zu ihr hin und fragte nach. Kurze Zeit später kam sie wieder und wusste, dass es Henna war, womit sich Frauen bei Hochzeiten die Hände verzieren. Oder so.

Auf jeden Fall sagte Steffi, dass wir uns zu den beiden hinsetzen könnten, was wir auch prompt taten. Das Pärchen befand sich in den Flitterwochen im Hotel und war morgens erst angekommen. Er, Joost, Niederländer und sie, Beata, Polin, sprachen Englisch mehr als fließend, was uns Gelegenheit gab, unsere Englischkenntnisse zu verbessern. Leider war das Gespräch nur von kurzer Dauer, weil das Personal die Strandbar dicht machte und uns dann auch bat, zu gehen. Was wir dann auch taten, schließlich war der Tag lang genug.

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Kampf des Giganten (Türkei, 2. Tag)

Der erste richtige Tag begann früher als uns lieb war. Um halb sechs fing der Imam in der gegenüberliegenden Moschee über Lautsprecher sein Morgengebet an und wir standen senkrecht im Bett. Da wir aber nicht beten wollten, warteten wir die fünf Minuten ab und schlummerten wieder friedlich ein.

Um viertel nach acht klingelte dann der Wecker und wir gingen, nachdem wir uns frisch gemacht haben, zum Frühstück. Zu diesem Zeitpunkt, also kurz vor neun, waren bereits alle Liegen belegt. Tolle Wurst…

Also gingen wir in einen Laden in der Nähe und kauften uns zwei große und robuste Luftmatratzen (ohne zu Handeln^^).

Auf diesen plätscherten wir im Wasser und als wir zurückkamen, waren zwei Liegen für uns frei. So ein Glück!

Zwischendurch nutzten wir die Alsterflatrate ordentlich aus.

Und immer wieder schnappten wir uns die Luftmatratzen und plätscherten hinaus. Da das Gleichgewicht noch nicht ganz so in Form war, kämpfte ich mit mir und der Luftmatratze, was für Steffi sehr komisch ausgesehen hat. Einmal runtergeplumpst brauchte ich diverse Anläufe, um wieder raufzukommen, dann mehrere Anläufe, um mich hinzusetzen und zu guter Letzt mehrere Anläufe, mich auch wieder hinzulegen. Puh, das war vielleicht anstrengend…ich hätte kotzen können. Hab ich aber nicht.

Wirklich nicht. Ich sag nur: Speifrei seid 03!

Nach dem Abendessen, was auch Steffi dann geschmeckt hat und bei dem wir aus der Bucht von Marmaris den Auslauf der Aida beobachten konnten (wobei die Fotos dank der tollen Fähigkeit unserer Kamera, Nachtfotos zu versauen, nichts geworden sind) machten wir uns kurz frisch, so mit Zähneputzen ;-), und gingen noch mal auf die Straße, um schon mal Postkarten zu kaufen und anschließend noch ein Cocktail zu trinken.

Beim Postkartenverkäufer wurden wir dann von der Seite angesprochen. Ein Pärchen stand neben uns und sprach auf deutsch:

Pärchen: Hallo.

Wir: Hallo. (mit deutlichem Fragezeichen im Gesicht)

P: Erkennt Ihr uns nicht?

W (immer noch mit dem gekrümmten Satzzeichen deutlich sichtbar auf der Stirn): Ähm, nicht wirklich.

P: Wir sind gestern zusammen im Bus hergekommen.

W: Ach ja genau. (das Pärchen, mit der nicht schwindelfreien Frau)

Wie unangenehm. Aber sie nahmen es uns nicht übel und so unterhielten wir uns einen kleinen Moment über Hotel, Essen, Urlaub und so. Das sollte unsere letzte nette Begegnung mit freundlichen Deutschen sein. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten.

Als wir dann die Postkarten alle beisammen hatten (wir waren zweimal beim Postkartenverkäufer, weil wir zwei vergessen hatten), setzten wir uns in einen Pub, der sichtlich auf Bewohner einer europäischen Insel spezialisiert war (wie viele Pubs^^) und genossen zwei Cocktails und schrieben die beiden übrigen Postkarten noch, bevor es wieder relativ früh ins Bett ging.

Das die Bettruhe diesmal noch früher gestört werden sollte, konnte ich da noch nicht ahnen…

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Trauerspiel

Wir kommen gerade vom Public Viewing, wo wir beim letzten Spiel der deutschen Nationalmannschaft die Wirtschaft etwas angekurbelt haben und Geld unter die Leute gebracht haben, statt im stillen Kämmerlein das kleine Finale zu schauen.

Bei Schierenbecks war bei unserer Ankunft gelinde gesagt nichts los. Erwartet hatten wir eine Stunde vor Anpfiff bereits einen vollen Biergarten. Nein, dieser wurde sogar von der Fläche her halbiert.

Nach und nach füllte es sich zwar, aber man merkte dennoch an, dass das Spiel um Platz drei nicht mehr so ernst genommen wurde. Vielleicht haben sich die Leute Trainer Baade auch zu Herzen genommen.

Was nach dem Spiel aber auf den Straßen los war, glich einem Trauerspiel. Wurden nach glorreichen Siegen gegen Fußballentwicklungsländer wie England, Argentinien oder gar Australien auf den Straßen gefeiert, als wäre die Weltherrschaft gewonnen, so ist das heute ein Trauerspiel.

Hallo? Deutschland hat sich nach einer langen Qualifikation und einen tollen Turnier den dritten Platz erarbeitet, aber die Leute, die ihre vierwöchige Fußballeuphorie entdecken, haben ihre Fahnen schon eingepackt, oder wie? Oder ist der kleine Endsieg nicht so viel wert wie der große Endsieg? Ist es mit dem Nationalismus echt schon so weit, dass man selbst solche Siege nicht mehr feiert, weil das große Ziel knapp verpasst wurde? Und die ganze Euphorie der letzten Wochen verpufft wie Zigarettenqualm in einer frischen Nordseebrise? Also echt mal, dann hättet Ihr Euch das Getue mit Schland, Korsofahren und Rumgekreische die letzten Wochen auch sparen können.

Aber nicht nur das, typisch deutsch standen auch wieder einige Schaulustige an der Straße oder saßen am Fenster und warteten auf die Militärparade den feiernden Mob der ausblieb. Aber statt dann selbst ein bißchen Stimmung zu machen, blieb man nur regungslos stehen. Zwei Ausnahmen fielen dann wenigstens durch etwas Stimmungsmache auf. Der Rest war Schweigen.

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Jaja, die Berliner

Eine neue Arbeitswoche hat begonnen und das gibt mir Gelegenheit, mich vom anstrengenden Wochenende zu erholen. Denn wenn die Berliner da sind (oder wir bei den Berlinern zu Gast), dann ist der Zeitplan eng gestrickt, ein volles Programm angesagt und kaum Zeit zum Verschnaufen.

Freitag, 16:30 Uhr:

Die Berliner kommen an, mit einem Bus der Berliner Füchse.

17:30 Uhr:

Nach dem ersten Beschnuppern flitze ich nach Hause, mache aus dem Arsch ein Gesicht, dusche, schmeiße meinen Oberkörper in ein frisches Shirt und flitze wieder hinüber zum Hotel Goldenstedt.

19:00 Uhr:
Nach der Willkommensgeschenkübergabe wird das Buffet eröffnet. Danach wird bei einem gemütlichen Bierchen geplaudert.

22:30 Uhr:
Als letzter CON-er (Albert zählt nicht ;-)) verlasse ich das Hotel und lege mich keine Stunde später ins Bett.

Samstag, 8:00 Uhr:

Die wenigen Momente gemeinsamer Zeit will ich mit Steffi am Frühstückstisch verbringen. Also ab zum Bäcker, dort feststellen, dass ich das Portemonnaie vergessen habe, wieder zurück, wieder hin, beim Lebensmittelgeschäft um die Ecke Eier holen uuuuuund frühstücken.

9:15 Uhr:

Ankunft beim Hotel Goldenstedt zwecks Fototermins.

10:00 Uhr:

Beginn der ersten von drei Touren. Gunter Eckert legt eine für die Berliner nicht mehr zu überwindende Holzzahl vor.

10:45 Uhr:

Die „goldige“ Tour beginnt bei der auch ich teilnehme. Nach übermotivierten Start und entsprechendem Frustaufbau finde ich unter Volldampf und viel Druck auf dem Kessel in die Spur zurück, scheitere aber auch knapp an der Holzzahl von Gunter. Dafür bin ich der Tourbeste und erkegel mich damit zum zweiten Mal in meiner Karriere in die erste Mannschaft.

11:30 Uhr:

Die letzte Tour mit den Favoriten beginnt. Dabei verweisen mich alle drei Delmenhorster auf die Plätze und schlagen als Einzige auch die Holzahl von Gunter. Damit standen die Delmenhorster zum vierten Mal in Folge als Sieger fest. Und mein Vater sicherte sich als Tagesbester einen Platz auf dem Wanderpokal (gest. von Albert Goldenstedt).

12:45 Uhr:

Ein kurzer Happen wird im Hotel verspeist. Anschließend werden die Bierkisten aus dem Keller geholt und dann schnell nach Hause für eine kurze Dusche.

13:45 Uhr:

Treffen am Bus zwecks gemeinsamer Abfahrt nach Ritterhude. Stefan steht derweil noch bei Aldi an der Kasse, weil er noch dringend Batterien für die Kamera kaufen wollte. Die Kundin vor ihm hat Nudeln vergessen und jagt ihre Mutter los um noch welche zu holen. Die Kassierin ist bereits mit dem übersichtlichen Einlauf beschäftigt. Die Mutter weiß nicht, welche Nudeln und nimmt nach einer (ewigen) Diskussion „Fusili“ mit. Die Kassierin hat die Summentaste schon bestätigt und würde gerne per Schlüssel einen weiteren Artikel auf den Bon packen. Das ist den beiden zu viel Umstand und sie lassen die Nudeln raus… 👿

13:50 Uhr:
Stefan steigt auf das Fahrrad und flitzt zum Hotel.

13:54 Uhr:
Ankunft beim Hotel inklusive den dazugehörigen Nackenschlag aller im aufgeheizten Bus Wartenden…

14:45 Uhr:

Ankunft bei Tietjens Hütte. Noch ein schnelles Bier vor dem großen Abenteuer Torfkahnfahrt.

15:15 Uhr:

Die Torfkahnfahrt beginnt. Nobbie wird als Steuermann eingesetzt und der Kapitän (?) hisst das Segel. Leider ist es nicht gerade windig und so kommen wir als letztes Boot bei Melchers Hütte an. Naja, fast als letztes, denn eins von den drei Kähnen hat noch einen kleinen Abstecher flußaufwärts gemacht.

16:30 Uhr:

Von Melchers Hütte wird der Rückweg angegangen. Unser Alkoholpegel ist leicht gestiegen, aber alle zusammen erreichen nicht annähernd das Pensum der gerade eingetroffenen Jugendbande. 😉

17:30 Uhr:

Ankunft bei Tietjens Hütte. Nach der Zwischenentleerung der Blase ging es schnell an den Tisch um Essen zu fassen. Und jetzt kommt ein Kompliment an die Bedienung. Es wussten wohl nur die wenigsten, was sie zu Essen bestellt haben, aber jeder hat tatsächlich das Essen bekommen und verdammt noch mal, alle wurden satt! Okay, Nobbie hat noch die Teller der Nebenleute geleert, wobei ich ihm gerne behilflich war. 😉

20:00 Uhr:

Abmarsch nach Hause. Während des Heimwegs bot die Nationalmannschaft Unterhaltung und Stoff zur Diskussion.

20:45 Uhr:

Ankunft in Delmenhorst. Einige müde Gesellen begeben sich ins Bett, andere leeren noch ihre erworbenen Likörflaschen. Andere schalten die Multimedia-Anlage des Hotels an und bereiten sich auf den Eurovision Song Contest vor. Dieses Vorhaben wird allerdings von Fußballbegeisterten konterkariert.

22:00 Uhr: Diesmal verabschiede ich mich nicht als letzter. Aber die Aussicht, einen Boxkampf beizuwohnen, statt dabei zu sein, wenn ESC-Geschichte geschrieben wird (und noch einiger anderer Gründe) veranlassen mich, die Heimstatt aufzusuchen.

Sonntag, 8:00 Uhr:

Aufstehen und Brötchen holen. Diesmal vergesse ich nicht das Geld, dafür aber Steffi vernünftig zu wecken. 😉

9:25 Uhr:

Ich hole meinen Vater ab, der am Vortag mit dem Taxi nach Hause durfte musste. Treffen am Hotel plus anschließender Kolonnenfahrt hinter dem Berliner Bus. Im strömenden Regen geht es auf zum Teil haarsträubenden Wegen durch Bremen. Parkplatzsuche war für Bremer Verhältnisse schnell erfolgreich.

10:10 Uhr: Ankunft im Hofbräuhaus in Bremen. Schnell zeichnet sich ab: Die Bedienung wird nicht für Freundlichkeit bezahlt. Der Eindruck bleibt auch bis zum Schluss. Viel zu viele gehen leer aus mit Getränken…

11:05 Uhr:

Spaziergang an der Weser wird durchgeführt. Mein Vater und ich verabschieden sich herzlich vorm Hofbräuhaus und freuen uns riesig auf das nächste Jahr. Am 27.05.-29.05.2011 ist es soweit.

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Alle Jahre wieder

Während meiner Ausbildung waren alle Auszubildenden unseres Konzerns zu einer gemeinsamen kaufmännischen Schulung in der Konzernzentrale eingeladen. Dort lernte ich auch ein damals 16 jähriges Mädel kennen. Wir verstanden uns gut und tauschten per Mail auch die eine oder andere Neuigkeit aus. Als sie dann 17 wurde vergaß ich ihren Geburtstag. Peinlich. 😳

Aber für ihren 18. Geburtstag gelobte ich Besserung und vergaß ihn erneut. 😳

Letztes Jahr wurde sie dann 19 Jahre. Und im Umzugsstress vergaß ich wieder ihren Geburtstag. 😳

Ein viertes Mal sollte mir das nicht passieren. Ich hatte im Handy sogar einen Termin abgespeichert, damit ich auch ja an ihren Geburtstag erinnert werde. Leider war am Montag der Akku vom Handy leer. Und ich vergaß wieder den Geburtstag. 😦

😳

Jetzt ist es schon fast Tradition. Aber unangenehm ist es mir jedes Jahr aufs Neue.

Zum Ausgleich verspreche ich Dir, Sandra, hoch und heilig, sollte es Dich mit oder ohne Begleitung nach Delmenhorst verschlagen, dann lade ich Dich/Euch zum Essen ein. Und ich meine nicht Ligats Imbiss hier unten, sondern richtig Essen im Restaurant. Und damit meine ich auch nicht „das etwas andere Restaurant“. 😉

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