O-Ton (23)

Gestern im Deutschlandfunk. Es läuft eine Reportage über Halloween. Unter anderem geht es um Verkleidungen und eine Mutter erzählt, wie sehr ihre Kinder ihre Verkleidungen verinnerlichen. Daraufhin fragt der Reporter eines der Kinder:

R: Und was gefällt Dir am Verkleiden?

K: Das man nicht so ernst genommen wird.

Tja, da ist wohl was wahres dran. 🙂

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Neulich Samstagmorgen im Bett

So ein Wochenende ist schon was feines – für die meisten zumindest – es bedeutet den Tag nach belieben zu gestalten, ausgiebig zu frühstücken und vor allem auszuschlafen. Diesen Samstagmorgen sollte das nicht der Fall sein. Ein letztes Mal sollte ich meinen Dienst als Servicekraft in meinem Nebenjob aussüben und die erste Schicht sollte um 9 Uhr starten. Mit fertig machen und Hemd bügeln etc, stand der Wecker also auf 7.30 Uhr bereit zum klingeln. Doch wach wurde ich irgendwie auf andere Art und Weise…

 

Um 6.25 Uhr drang leise Radiomusik an mein Ohr. Kurz geblinzelt und erkannt, dass es noch viiiel zu früh zum aufstehen war.  Warum merk ich das denn nur und Stefan rührt sich nicht, um seinen Radiowecker endlich auszumachen?! Naja, kann ich ja schnell auch noch auf Klo gehen. Bevor ich also Schlaftrunken aus dem Bett taumelte, stubste ich Stefan noch schnell an und brummelte ihm zu, seinen Wecker auszumachen. Ein Brummeln kam zurück, der Berg drehte sich auf die andere Seite und knipste das Nachttischlicht an, während ich mich zur Schlafzimmertür rausschlich. Als ich wiederkam, war mein Herzl bis über den Kopf eingehüllt in seiner Decke. Das Licht brannte und das Radio dudelte immer noch vor sich hin. Mit vielen Fragezeichen in meinem Kopf, sprach ich den schlummernden Haufen vor mir an, doch bitte das Radio UND das Licht auszumachen. Was dann auch Kommentarlos, abgesehen von erneutem Brummen, vollzogen wurde.

Die restliche Zeit verlief dann auch ohne Zwischenfälle, so dass ich „munter“ nach einer Stunde aufstehen und meinen Dienst antreten konnte.

 

Als ich Abends wieder zu Hause war, fragte ich dann Stefan mal nach seinen Beweggründen, morgens das Licht anzumachen, anstatt den Radiowecker auszuschalten. Grinsend verreit er mir, dass er heute morgen, es überhaupt nicht verstanden hat, warum ICH, wenn ich auf Klo ginge denn das Licht anmachen musste und er sich sogar extra noch die Decke über den Kopf ziehen musste, damit es nicht so hell war.  Und das blöde Gedudel aus dem Off war ihm auch sehr suspekt. *grien* was musste ich da doch über meinen Schlafbären lachen!

 

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So schafft man Opfer

Heute morgen durfte ich von meinen Gebührengeldern ein Interview mit dem Landesgruppenchef der CSU im Bundestag und kommenden Innenminister Hans-Peter Friedrich lauschen. Es ging, natürlich, um den Rücktritt KTs. HaPe Friedrich war dann auch gleich bemüht, an der Opferrolle KTs munter weiterzustricken. Aus diesem Grund möchte ich mir mit Euch das Interview näher ansehen.

Frage von Barenberg: In der Sache nötig war der Rücktritt aus Ihrer Sicht also nicht?

Antwort von HaPe F.: Wissen Sie, was mich so bedrückt bei der ganzen Geschichte, ist die Art und Weise, wie man Jagd auf ihn gemacht hat. Das ist sehr unwürdig gewesen und das wirft auch ein schlechtes Licht auf die Politik insgesamt. Mit welchen Ausdrücken er überzogen wurde, wie man mit Hass ihm begegnet ist, das hat mich alles sehr, sehr tief bedrückt.

Typischer Fall von „Auf Frage nicht eingehen und persönliche Gefühle mit reinbringen“. KT hat mit dem Aussitzen seiner Plagiatsvorwürfe ein schlechtes Licht auf die Politik geworfen. Den Hass einiger Personen hatte er auch schon vorher, nur haben diesmal die Medien, die ihn göttergleich verehrten, nicht mehr geschützt.

Frage von Barenberg: […]Gibt Ihnen das nicht zu denken, dass auch in den eigenen Reihen in den letzten Tagen die Kritik spürbar gewachsen ist an Karl-Theodor zu Guttenberg?

Antwort von HaPe F.: Nein. Also grundsätzlich verstehe ich natürlich, dass man kritisiert, wobei: Er hat Fehler eingeräumt, das Ausmaß der Fehler wird man sicher noch feststellen. Ich glaube nicht alles, was im Netz von irgendwelchen Menschen irgendwo eingestellt wird, aber das wird die Uni Bayreuth ja alles im Einzelnen prüfen.[…]

Interessanter Seitenhieb auf das Netz. Das beweist schon mal, wohin der Weg gehen soll, wenn er erstmal Innenminister wird. Denn das beim Guttenplag-Wiki ordentlich gearbeitet wurde, steht ziemlich außer Zweifel. Im Gegensatz zum Ex-Verteidigungsministers…

Frage von Barenberg: Mit anderen Worten, Herr Friedrich, wer im Privatleben stiehlt, auch wenn es sich um geistiges Eigentum handelt, der kann aus Ihrer Sicht Minister bleiben?

Antwort von HaPe F.: Noch mal: Ich verstehe, dass man das kritisiert. Ich verstehe auch diejenigen in der Wissenschaft, die das kritisieren, auch heftig kritisieren. Ich verstehe auch die Enttäuschung vieler Menschen über die Fehler, die Karl-Theodor zu Guttenberg gemacht hat. Die Art und Weise finde ich abstoßend, wie man jetzt mit ihm umgegangen ist, und deswegen tut mir das alles sehr leid.

Und, was fällt auf? Wieder wird nicht auf die Frage geantwortet. Und wieder wird das persönliche Gefühl aufgebaut um Mitleid mit der behandelnden Person versucht zu erzeugen…

Jetzt wird es interessant:

Frage von Barenberg: Karl-Theodor zu Guttenberg hat gestern in seiner Erklärung kein Wort verloren zum Vorwurf des vorsätzlichen Betruges. Wäre das nicht geboten gewesen bei der Gelegenheit?

Antwort von HaPe F.: Nein. Wie gesagt, das ist alles jetzt Gegenstand der weiteren Überlegungen auch der Universität Bayreuth. Wissen Sie, ich glaube, dass auch viele, viel zu viele Menschen viel zu leichtgläubig an Dinge herangehen, im Internet irgendeine Seite aufrufen, dort wird irgendwas behauptet, sie können nicht kontrollieren, ist das wirklich wahr, ist der Wahrheitsgehalt dessen, was sie da lesen, wirklich nachvollziehbar, nachprüfbar. Auch da sollte jeder mal selbstkritisch damit umgehen, wie er sich Informationen besorgt und wie er damit umgeht.

Um Gottes Willen. Natürlich hätte KT nicht Klartext sprechen dürfen! Wo kämen wir denn hin? Stattdessen wird wieder auf das böse Internet geschimpft, auf das jeder reinfallen kann. Und der Betrugsversuch mit der Doktorarbeit nebenbei relativiert.

Aber jetzt wird es ungemütlich:

Frage von Barenberg: Wie hoch schätzen Sie jetzt den Schaden für die CSU?

Aber auch hier weiß HaPe das Schiff durch das unruhige Wasser hindurchzuführen. Seht selbst:

Antwort von HaPe F.: Na ja, gut, Karl-Theodor zu Guttenberg ist für die CSU, für die Union insgesamt, aber auch für die Politik natürlich, wie Sie gesagt haben, ein Hoffnungsträger gewesen, und ich glaube, er ist es für viele immer noch, und natürlich jemanden so in dieser Art und Weise zu verlieren, das ist immer sehr, sehr traurig, aber auch natürlich nicht gut für eine Partei. Andererseits: Das Leben muss auch irgendwie weitergehen.

Genial, oder? Mit keinem Wort, wieder mal, auf die Frage eingehen. Stattdessen die Partei als Opfer darstellen, die ja jetzt unter der Demontage von zu Guttenberg zu leiden hat.

Und zurück bleibt ein Gefühl der Leere. Allerdings nicht durch den Rücktritt von zu Guttenberg. Sondern einfach durch offene, nicht beantwortete Fragen.

Nachtrag (03.03.2011): Die Zeit scheint mir mit meiner Einschätzung zu HaPe Friedrich Recht zu geben:

Überhaupt, das Internet. Für Friedrich ist es vor allem ein Hort der Gewalt, an dem Kriminalität existiere, „die mit den bisherigen Möglichkeiten gar nicht mehr bekämpfbar ist“[…]

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Terrorgefahr – Weihnachtsmarkt

Am Samstag hatte Steffi Freunde und Familie zu einem gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch eingeladen. Im Vorfeld gab es „leichte Spannungen“ wegen des Termins, denn wie jeder weiß, spielte am Samstag Abend im Topspiel (!) die Borussia aus Dortmund gegen Werder Bremen.

Aber ich habe meine Prioritäten gesetzt. Freunde sind mir wichtiger als ein Fußballspiel und außerdem kann man mit dem Handy immer noch den Vater anrufen, der sich das Spiel ja anschaut. Schade nur, dass mein Handy-Akku im Zug beschloss, jetzt alle zu sein. So nervte ich Steffi auf dem Markt alle halbe Stunde (gefühlt; umgekehrt dürfte es alle halbe Minute gewesen sein^^), ob mein Vater angerufen hat.

Während der Zugfahrt – die auch ein Thema für sich war – klingelte Jana durch und sagte kurzfristig ab, da es Marco nicht gut ging. Von hier aus noch mal gute Besserung.

Ja, die Zugfahrt. Ich gebe zu, wir waren etwas spät dran. Aber als ehrlicher Mensch nahmen wir uns die Zeit und zogen noch vier Tickets und entwerteten sie wie es sich gehört. Leider hatte es der Zugführer sehr eilig und hielt die Abfahrtszeit auf die Sekunde ein…

Sechs Minuten später sollte ein IC wieder Richtung Bremen fahren. Wenn er nicht Verspätung gehabt hätte. Und als er dann endlich da war und wir Platz nahmen, dauerte es wegen Problemen mit dem Triebwagen auch noch mal etwas. Dabei saßen wir doch auf heißen Kohlen. Wir hatten zwar Tickets, aber keine mit IC-Zuschlag. Blöde Situation, wenn man sich Tickets kauft um sein Gewissen vom Druck des Schwarzfahrens zu befreien und dann doch ein schlechtes Gewissen hat, weil man keinen Zuschlag hat. 😦

Ging aber noch mal alles gut. Bis auf den Anruf von Jana.

Nach der Ankunft in Bremen nahmen wir die Beine in die Hand, weil Ina alleine bei den Schweinen wartete. Nichtsdestotrotz hielt ich die Augen auf, denn einen Tag zuvor hieß es im Radio, dass die Terrorgefahr noch nicht vorbei ist. Soll heißen, es kann irgendwo irgendwann irgendwas irgendwie passieren.

Also passt bloß auf. 😉

Ist ja nicht unser erster Weihnachtsmarktbesuch, also erstmal Grundlage schaffen für das süße Gesöff, dass bald unsere Kehlen befeuchten und unsere Münder verkleben soll. Also Fleisch mit Brötchen. Egal wie. Ob gebacken, als Steak oder im Darm. Hauptsache mit Fett, wobei die Wurst den Vogel abschoss. Trotz einer Warnung meiner Kollegin, die ihre Erfahrung mit der groben Bauernbrat bereits kundtat musste ich mich selber vom Fettgehalt der Bratwurst überzeugen…Erfahrungen anderer sind wie alte Kleider, die niemand mehr anziehen will…

Dafür zeigte der Glühwein keinerlei Wirkung, weil er durch den geschlossenen Fettmantel im Magen nicht durchkam. Nach dem dritten Glühwein wollte der Mund aber diesen komischen Zuckergeschmack raushaben und da war mein Mund nicht der einzige. Die Männer bestellten geschlossen eine Runde Bier.

Danach ging es dann aber mit Glühwein weiter und irgendwie schien es, als wenn er von Stand zu Stand besser schmeckte. Das sollte sich am letzten Stand jedoch umkehren, denn am Bahnhof wollten wir uns die Wartezeit noch etwas verkürzen und „genossen“ noch eine Runde Glühwein. Und das war der mit Abstand ekligste des ganzen Abends. An der Rentier-Bar wo das Rentier Weihnachtslieder ununterbrochen sang, schien es, als wenn es im Gegenzug seine Blase hintenraus in den Kessel entleerte…

Der Rückweg war übrigens wieder durch eine laxe Einstellung zur geplanten Abfahrtszeit seitens der Deutschen Bahn geprägt. Und von einem sehr aufschlussreichen Gespräch einer männlichen Vierergruppe, die die Menschheit nicht wirklich voran gebracht hat…

Dennoch ein sehr schöner Abend unter Freunden. Und fußballtechnisch war es ja auch ein gelungener Abend. 😉
WikiLeaks

Schrottartikel

Wo wir gerade bei Schrott sind. Da fällt mir gerade ein, wie ich vor ein paar Tagen im Deutschlandfunk folgendes hörte:

„So meldet der Schrottartikelhersteller…“

Was bitte ist ein Schrottartikelhersteller? So ein Quatsch.

„Adidas…“

Ach, SPORTartikelhersteller. 😳
WikiLeaks

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Sie sind überall…

Nun ist es raus. Es ist keine bloße Vermutung mehr sondern erschreckende Realität. Nicht glauben wollte ich an das Eintreten des „gläsernden Menschen“. Habe Ausreden in meinem Kopf geformt über die Bedeutung, nein, die Gewichtung der Deutschlandcard, das Sammeln von Payback Punkten oder anderen Formen der Vorteilvortäuschung für den Benutzer.

Aber letztens ist der Tag gekommen, da wurde es bestätigt: ICH werde beobachtet. Ich kann mir nichts mehr vormachen, auch wenn ich es schon geahnt hatte… (ist ja schon komisch, wenn man gestern nach Nackenkissen im www geforscht hat und am nächsten Tag mit eben diesen als Werbepopup bombadiert wird). Und es ist nicht die Regierung, nicht nur…es ist viel mächtiger – es sind die Medien.

Der Schrecken ereilte mich eines morgens im Badezimmer. Das Radio lief, wie jeden morgen. … Werbung…:

„Das ist Stefanie G.“

– meine Zahnbürste verharrte in meinem Mund. Ich hörte wie Stefanie G. im Radio schimpfte:

„Mist…ahhh verdammt. so ein Mist!“

Und der Sprecher sagte:

“ Stefanie G. hat ihren Flug nach Amerika zu teuer bezahlt. Besser Sie buchen über die Lufthansa. Unsere Amerikaflugangebote….. „

Ich war wie erstarrt. So stand ich da im Bademantel, mit Zahnbürste im Mund, schreckgeweiteten Augen und fühlte mich – beobachtet. In meinem Kopf die Gedanken: Woher wissen die das? Woher haben die im Radio die Info, dass Stefan und ich nach Amerika fliegen wollen? Haben Sie gestern unser Gespräch belauscht? Haben Sie meine Spuren im I-net verfolgt, als ich vor Tagen günstige Flüge gesucht habe? Sind Sie bereits im meinem KOPF?????

 

Seitdem ist mein Leben nicht mehr wie es war. Meine Unbeschwertheit ist vergangen und ich lebe seitdem in ständiger Verfolgungsangst. …. OBWOHL, ist schon cool seinen Namen im Radio zu hören 😉

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Die Straßen werden sich mit Hass füllen

Gut, dass viele Leserinnen der Beileid Twilight-Reihe keinen Deutschlandfunk hören (unterstelle ich jetzt mal so). Denn was gestern in der Sendung Büchermarkt von Denis Scheck gesagt wurde, könnte bei weiterer Verbreitung dazu beitragen, dass die Städte im Angesicht von wütenden Frauenhorden brennen, angesichts seiner Worte.

Erst machte sich Scheck warm, in dem er über Cecilia Aherns Buch „Ich schreib Dir morgen wieder“ sagte:

Scheck: Auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn:

Funck: „Liebes Tagebuch, ich hasse mein Leben. Kurz gesagt ist es Folgendes: Mein Dad hat sich umgebracht, wir haben unser Haus und überhaupt alles verloren, ich mein ganzes Leben, Mum ihren Verstand, und jetzt wohnen wir bei zwei Soziopathen im hinterletzten Kaff.“

Scheck: Wäre dies der Beginn des neuen Romans der irischen Autorin Cecilia Ahern, es wäre ihr erster guter. Leider aber steht diese Eintragung in einem magischen Tagebuch auf S. 128 von „Ich schreib dir morgen wieder“, und alles in diesen wenigen Sätzen Zusammengefasste wurde genau so haarklein und vorhersehbar auserzählt wie der Rest dieser Schmonzette um eine 16-jährige Waise, die auf dem platten Land von mildtätigen Nonnen in die wahren Werte ewiger Herzensbildung eingeführt wird.

Einmal so richtig in Fahrt sollte Stephenie Meyer ihr Fett abbekommen. Zu ihrem Buch „Bis zum Erbrechen Ende der Nacht“ sagt Scheck:

Gegen die aufgeblähten Schmachtfetzen der Mormonin aus Arizona helfen scheinbar weder Knoblauch noch Weihwasser oder Silberkugeln: die Gesamtauflage von Meyers bislang vier Romanen um die prüde Schöne Bella Swan und den höflichen Vampir Edward Cullen beträgt über hundert Millionen Exemplare. Doch erfahrene literaturkritische Exorzisten wissen: Lautes Vorlesen enttarnt den adjektivüberladenen Stammelstil Meyers, ihre totale Unfähigkeit zum Malen von Stimmungen ebenso wie ihr Unvermögen, abstrakte Gedanken darzustellen. Zurück bleibt nur ein von Lachtränen benetztes jämmerliches Häufchen Asche.

Was sagen eigentlich die Frauen dazu, die mir erzählt haben, dass Frau Meyer doch so schön die Gefühle beschreiben könnte? Ist Herr Scheck vielleicht nicht zu solchen Gefühlen fähig (schließlich ist er Literaturkritiker) oder sind Frauen nur einfach zu beeindrucken? Gegen ersteres spricht die Kritik des nächsten Buches, in der Scheck fragt:

Werde ich am Ende einfach zu weich?

Aber in der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste Belletristik ist ja noch eine weitere Meyer-Schmonzette platziert („Biss zum ersten Sonnenstrahl“), an der sich Scheck dann auch wieder auslässt:

In diesem mit 200 Seiten für Meyersche Verhältnisse Winzling von einem Buch greift die Autorin eine Nebenfigur auf, die einen kleinen Auftritt im dritten Band von Meyers Blut-und-Hoden-Story hatte: die 15-jährige Bree Tanner. Bree ist die klassische „damsel in distress“, eine Jungfrau in Bedrängnis, die im Hochzeitskleid Kohlenschippen könnte, ohne dass auch nur ein Stäubchen ihre Makellosigkeit beeinträchtigen würde. Offenbar plagte Stephenie Meyer das schlechte Gewissen, wie lieblos sie diese Figur über die Klinge springen ließ. Doch in dem Versuch, poetische Gerechtigkeit herzustellen, verschlimmbessert Meyer alles. Meyer hat wieder einen Roman triefend von Moral geschrieben, einer Moral, deren besondere Perfidie gerade darin besteht, dass sie einen Sinn unterstellen muss für einen sinnlosen Tod.

Ich gebe zu, damit hat sich Scheck in mein Gedächtnis katalputiert, obwohl ich ihn schon vorher immer gerne gehört habe. In der Sendung Büchermarkt, die ich nur nebenbei höre, ist er der Eye Ear-Catcher.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte

Nachdem ich neulich bei youtube wieder einen Flug durch meine Musikvergangenheit gemacht habe, kam mir die Idee, meine persönliche Entwicklungsgeschichte im Bereich der Musik niederzuschreiben. Da ich kaum Unterlagen darüber habe und eine zum Teil sehr bewegte Vergangenheit hinter mir habe, geschieht das allein aufgrund der Erinnerungen, die noch übrig sind. Außerdem werde ich versuchen, möglichst ehrlich zu sein, was aufgrund meiner manchmal unmöglichen Musikverirrungen wahrscheinlich das bemerkenswertere sein wird. So, here we go.

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr bestand, wie bei den meisten von uns, mein Musikrepertoire lediglich aus Kinderliedern, die die eigenen Eltern singen konnten und man im Kindergarten aufschnappte. Seit kurzem frage ich mich, ob auch dieses hier dabei war (Steffi wird mich dafür erschlagen, dass ich mit diesem Lied hier aufmache, denn in letzter Zeit pänetrier ich sie damit über Gebühr):

Dann mit sechs Jahren nahm mich mein Vater zum ersten Mal ins Kino. „Die unendliche Geschichte“ haute mich vom Hocker und fortan saugte ich alles auf, was damit zu tun hatte oder darüber berichtete. Das war vornehmlich die „Bravo“, wo ich dann mit anderen Künstlern in Kontakt kam. Erst sporadisch gekauft bzw. kaufen lassen, wurde es später zu einer Obsession. Dabei kam ich auch in Kontakt mit „Duran Duran“, die mit „Wild Boys“ die Charts dieser Welt stürmten und mir mit acht Jahren meinen Weg im persönlichen Musikgeschmack zeigen sollten. Es sollte nämlich hart werden.

Aber Musik soll auch Spaß machen. Da kam die „Neue Deutsche Welle“ gerade recht. Von meinen Eltern mit einer Musikkassette ruhiggestellt, lauschte ich den wohlfeilen Klängen deutscher Musikkultur. Der Versuch, mich mit Nena dann auf dem Mainstreamzug zu bringen, scheiterte jedoch kläglich. Die Kassette von Nena bekam bald einen manuellen Bandsalat. 😉

Nein liebe Kinder, dass ist nichts gesundes zu essen. Eigentlich ist es für einen magnetischen Tonträger sogar sehr ungesund. Aber ich schweife ab.

Die nächsten Jahre verbrachte ich wie alle Kinder unserer Zeit vor dem Radio. Dort wurde der Rec-Knopf zusammen mit dem Pausen-Knopf intensivst benutzt und wichtige Verkehrshinweise verflucht. Ich habe ja sowieso die Theorie, dass für das erhöhte Aufkommen der Geisterfahrer damals die Musikindustrie verantwortlich war. Die haben doch nur bei der Polizei Fake-Anrufe gemacht und nichtexistente Geisterfahrer gemeldet, um dem kindlichen Heer vorm Radio Einhalt zu gebieten. Doch wir hatten den stärkeren Finger! 😉

Damit verbrachte man dann seine Zeit, so richtig hängen blieb aber nichts. Bis man dann allmählich in die Pubertät kommt und sein Hirn auch mal für was anderes als Dummheiten und dem Erfinden neuer Spiele verwendete. Nein, nicht dem Haare spazieren tragen, dass kommt zum Ende der Pubertät. 😉 Ich meine zum Nachdenken. Wo man merkt, dass auch mal Kritik an der Gesellschaft geübt werden muss. In diese Phase knallten die „Simple Minds“ mit „Belfast Child“ wie ein Vorschlaghammer direkt in die Fresse rein.

Aber nicht weil der Song so brachial hart war, sondern im Gegensatz zu seiner Brisanz im Text sehr sanft daher kam. Von den „Simple Minds“ war dann auch folglich meine erste LP, die „Street Fighting Years“(Amazon-Partnerlink), welche bei mir erst Jahre später folgen sollten, doch dazu mehr in der nächsten Ausgabe.