Was ich loswerden will (46)

Lange ist es her und viel hat sich angesammelt. Zeit also, meine Liste mal auszuleeren.

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Analyse einer Pressemitteilung

Das ZDF zieht Bilanz in einer Pressemitteilung und Holger, der Fernsehkritiker und frisch gebackener Grimme Online Award-Gewinner liest sie genau.

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Das Schwenken der Fahnen – eine Einübung in Gleichschaltung für alles Mögliche

Albrecht Müller sieht im Wedeln der Fahnen eine Einstudierung der Kritiklosigkeit. Dazu passt der Gastartikel von Benjamin Fredrich beim Spiegelfechter (Furcht vom kollektiven Fahnenschwenken).

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Perspektiven zur Perspektivlosigkeit

Und wo wir gerade beim Spiegelfechter sind, Jens Berger zeigt unsere politische Zukunft nach der Bundespräsidentenwahl auf.

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Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und ihr Treiben

Peter erklärt hier noch mal die neoliberale demokratiefeindliche Lobbyistenvereinigung INSM. Warum wird die eigentlich nicht vom Verfassungsschutz beobachtet?

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Worunter wir gerade in den Chefetagen am meisten leiden, ist Charaktermangel

Telepolis interviewt Tom Schimmeck über Macht und Ohnmacht der Medien.

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Das Falsche – zur falschen Zeit am falschen Ort

Warum das Sparpaket der Bundesregierung das dümmste und egoistischste ist, was die schwarz-gelben ideologiegeführten Ahnungslosen machen konnten erklären die NachDenkSeiten.

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In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich

Das fragt sich Peter in einem meiner Lieblingsblogs Konsumpf in zwei Teilen (Teil 1, Teil 2).

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Gedanken zur WM

Ja, auch mich nervt DAS Geräusch der WM 2010. Aber die WM ist nun mal nicht in Deutschland, nicht mal in Europa. Die WM ist am anderen Ende der Welt. Zur Erinnerung, in Südafrika. Und dort denkt man halt anders darüber. Dort gibt es eine andere Kultur und die wirkt sich auch auf die Fankultur im Fußball aus. Und DAS sollten wir als Gäste (oder Zuschauer) auch respektieren.

Es ist halt nicht das Ding der Südafrikaner irgendwelche Pop- oder Rocksongs zu adaptieren. Und vor allem nicht möglichst simple,damit man sie noch mit ordentlich Druck auf dem Kessel auch noch nachgröhlen kann. Erinnert sich noch jemand an den Song der White Stripes? Den fand ich mal gut. Bis er in den europäischen Stadien mißbraucht wurde. Seitdem nervt der mehr als jede Vuvuzela es könnte.

Und mal unter uns. Nach ein paar Tagen der Dauerberieselung kann ich sehr wohl Unterschiede in dem Dauerton erkennen. Und auch die Stimmung und den Jubel der Fans erkennen. Wenn das irgendwelche intoleranten Fußballreporter (und die sich dafür halten) nicht können, ist das ihr Problem. Aber dann sollen sie auch das Gelabber sein lassen, dass es die Fangesänge der anderen Fans erdrückt. Denn Fangesänge sind nicht immer unterhaltsam, ja manchmal sogar sehr stupide.

Und wo ich gerade bei Reportern bin. Und Dauerton. Kann mal jemand von der ARD dem Tom Bartels sagen, dass sein ewiges Rumgenörgel mir voll auf den Sack geht? Wenn ich mir von ihm kommentierte Fußballspiele unter tatkräftiger Mithilfe von Mute (die Gute) anschaue, dann liegt das nicht an Vuvuzelas, sondern an ihm selber. Ja, das Spiel zwischen Japan und Kamerun war kein Gutes. Es war sogar erschreckend schlecht. Aber entweder hatte Tom Bartels eine nicht unerhebliche Menge Geld auf Kamerun gewettet oder er versteht seinen Job so, jede Situation mit einem negativen Superlativ zu besetzen. Und DAS nervt ja noch mehr, als zu nachtschlafender Zeit das Hupkonzert deutscher Fußballfans zu ertragen.

Apropos: Mein Gedanke gestern Abend war, dass die Energie, die gestern viele, viele deutsche Fans aufgewendet haben, um ihre Freude um ein belangloses Fußballspiel (das überraschend gut war, das muss ich ja zugeben) zum Ausdruck zu bringen, durchaus auch darin investiert hätte können, um seinen Unmut über das asoziale Sparpaket der Bundesregierung auszudrücken.

Aber die Bundesregierung, ich sagte es bereits, ist ja nicht doof. Sowas wird halt im Zuge einer WM durchgejagt, wo alle schön im schwarz-rot-geilen Delirium schweben. Und gar nicht merken (wollen), was ihnen da aufgehalst wird.

Was wiederum auch eine große Schuld der Medien ist. Nicht alle (wie die FR) haben zu Demonstrationen aufgerufen. Wenn doch die Medien so intensiv und detailverliebt nur über die politischen Machenschaften berichten würden, wie sie uns mit Wasserstandmeldungen der deutschen Nationalmannschaften vollreihern. Aber das würde wahrscheinlich auch nur darin enden, dass nicht die Politik zählt, sondern die Politiker. Wer hat mit wem eine Affäre, wieso ist diese Äußerung ein Nazi-Skandal usw. usf.

DAS nervt!

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Lenas ESC-Sieg und ihre Folgen für die deutsche Gesellschaft

Nach 28 Jahren schafften es Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab den Eurovision Song Contest wieder nach Deutschland zu holen. Viel hat sich getan in der Zeit. Deutschland wurde wiedervereinigt, der kalte Krieg beendet und neue Feindbilder geschaffen.

Leider ist auch mit dem letzten Sieg im damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannten Wettbewerb zeitlich etwas anderes verbunden. Der Politikwechsel im damaligen Westdeutschland, der uns 16 Jahre lang einen in wichtigen Fragen schweigsamen Bundeskanzler einbrockte und dessen Führungsstil die aktuelle Bundeskanzlerin auch gerne kopiert.

Nun ist es ja so, dass Lena Meyer-Landrut die deutsche Nation in zwei Lager spaltet. Die einen mögen das Geplärre des ESC gar nicht oder besitzen nicht mal einen Fernseher. Es soll sogar Leute geben, die hassen Lena (garantiert eine Gruppe bei IrgendwasVZ und Facebook wo ich nicht angemeldet bin).

Aber es gibt auch Leute, die haben den ESC genau verfolgt (Hallo Süße!^^) wegen Lena oder respektieren ihren Verdienst den sie für Deutschland geleistet hat. Es soll sogar Leute geben, die lieben Lena (garantiert eine Gruppe bei IrgendwiesowasanderesVZ und Facebook, wo ich was? Richtig, nicht angemeldet bin).

Aber Fakt ist: Deutschland bleibt gespalten. Deutschland steht am Abgrund und es bedarf tatkräftiger Unterstützung unserer regierenden Oberschicht.

Und die fackelte nicht lange. Am Montag gab unser Bundespräsident seinen sofortigen Rücktritt bekannt und schrieb seinerseits Geschichte, als erster Bundespräsident der während seiner Amtszeit mit sofortiger Wirkung zurücktrat (Lübke trat nicht wirklich zurück, sondern verzichtete auf sein Amt, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit jedoch fortführte).

Unsere Regierung, die ein feines Gespür für das Volk hat, reagierte ihrerseits mit einem genialen Schachzug. Statt jetzt einen Kandidaten vorzuschlagen, der zwar auf allgemeine Zustimmung stoßen würde, würde letzten Endes doch nur wieder zu Streitereien führen. Denn wen nehmen? Hans-Jürgen Papier, den ehemaligen Präsident des Bundesverfassungsgerichts? Jutta Limbach, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts? Oder vielleicht doch Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche?

Nein, dass würde eine Entscheidung schwer machen und den tiefen Riss in der deutschen Gesellschaft, den Lena zu verantworten hat nicht kitten, sondern im Gegenteil nur vertiefen.

Unsere Regierung erweist sich in diesen Tagen als viel weitsichtiger. Unter tatkräftiger Mithilfe der Medien, die mit einseitigen Umfragen ihre Leser manipulieren, wird eine Kandidatin in den Ring geworfen, die auf so große Ablehnung stößt, dass alle (und ich meine alle, wirklich alle) fassungslos mit dem Kopf schütteln und gemeinsam einen Satz rufen, der mit jeder Stimme lauter wird: Not my President!

Dazu kann ich nur sagen: Schön, dass wir eine so tolle Regierungskaste haben, die ihren politischen Klüngel derart unverhohlen ausleben, dass alle was davon haben. Die Politiker das Geld, die Lobbyisten die Macht, die Medien ein Thema, die Unternehmer noch viel mehr Geld und die Bürger die Unterhaltung.

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Es wird Zeit!

Zeit für einen politischen Neuanfang!

Das Wählervotum in Nordrhein-Westfalen war auch dieses mal wieder deutlich genug, doch die herrschende Klasse eiert immer noch herum.  Bei den letzten sieben Wahlen (Sachsen, Thüringen, Saarland, Schleswig-Holstein, Brandenburg, NRW und der Bundestagswahl) ist vier Mal der Wille des Volkes für eine rot-rot-grüne Mehrheit gewesen. Nach dem Saarland ist Nordrhein-Westfalen jetzt das zweite westliche Bundesland, dass so entschied. Es ist also längst kein ostdeutsches Phänomen mehr.

Das Trommelfeuer der Medien zeigte auch diesmal wieder keine Wirkung gegenüber der „linksextremen“ Partei. Es wird aber auch die nächsten Wochen bestimmt nicht nachlassen.

Währenddessen pfeifen die unterlegenden Parteien auf ihre Beschlüsse (FDP zur Ampelkoalition) und werfen dem Gegner fleißig Wortbruch vor. Dazu wird schön Gift ausgestreut, wie der erpresserische Versuch der FDP beweist. Solange die SPD sich nicht in einem Agreement verpflichtet, keine Gespräche mit der Linken zu führen, solange sind sie nicht zu Koalitionsgesprächen bereit.

Doch will das Volk überhaupt eine Ampelkoalition? Oder will es vielleicht doch die SPD wieder auf ihren sozialdemokratischen Weg zurückbringen? Indem diese sich politisch in einer Regierungsverantwortung mit der Linken auseinandersetzt. Wenn ich mir eine Umfrage bei tagesschau.de anschaue, dann ist das eigentlich recht deutlich. Da kann sich die Springer-Presse noch so die Finger wund schreiben.

Jetzt bleibt die spannende Frage, was macht die herrschende Klasse daraus? Beugt sie sich dem Wählerwillen oder schachert sie sich wieder die gut bezahlten Posten zu und scheißt pfeift auf Volkes Stimme?

Wie skrupellos die eigenen Machtbedürfnisse von den Politikern durchgesetzt werden, wissen wir ja schon längst. Sonst hätte es im Saarland schon zu einer rot-rot-grünen Regierung kommen können. Aber das Thema hatten wir hier ja schon (Was ich loswerden will (20), Wo Korruption anfängt und Jamaika versinkt im grünen Sumpf).

Also Frau Kraft, haben Sie bitte dieselbige und hören Sie auf den Wähler. Sie haben die Möglichkeit, die SPD wieder dorthin zu führen, wo sie vor Schröder, Clement und Konsorten mal stand. Auf der Seite der Arbeiter, fernab von Unternehmern und Lobbyisten. Wäre das so schlimm? Ich denke nicht.

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