Ein Jahr ist schnell vorüber…

und da kein Regen fällt*, werte ich das mal als Zeichen für ein gutes Jahr, dass Steffi und ich mit dem heutigen Tag verheiratet sind.

Ein schönes Jahr, dass mit einem wunderschönen Urlaub nach Amerika begann und mit dem Geschenk des Lebens zuende ging. Und ich habe fast keine Sekunde bereut, diese Frau geheiratet zu haben.
Da wir zwei Hochzeitstage haben, konnten wir es flexibel handhaben, wann wir Essen gehen. Wir haben uns für gestern entschieden, weil Steffi heute bei ihrer Schwester war. Gegessen haben wir im Innside, dass zufällig auch im Cityfortwo-Heft vorhanden war.
Reserviert hatten wir ein paar Tage vorher, aber das war nicht nötig, denn wir hatten freie Platzwahl. Worauf wir bei der Reservierung aufmerksam gemacht wurden, war die kleine Karte, die am Sonntag Abend zur Verfügung steht. Kein Problem, da werden wir schon was finden. Was wir dann schnell herausgefunden haben, war der Umstand, dass die Speisekarte, die online zu besichtigen ist, von der Karte, die man dann in den Händen hält, stark abweicht. Um es mal vorsichtig zu formulieren. Die kleine Karte war dann eine Seite aus der Speisekarte, was kein Problem ist, wenn da nicht Bratwurstschnecke, Labskaus und Knipp als erstes gestanden hätte. Das hatte sich Steffi etwas anders vorgestellt und wenn sie gesagt hätte, „wir gehen ins El Mundo“, dann hätte ich das verstanden.
Wir blieben aber sitzen und entschieden uns für den Holzhafen-Burger (ich) und dem Putenbaguette. Und bereuten es überhaupt nicht, dageblieben zu sein. Das Essen passte perfekt zum Hochzeitstag, bzw. den auf die Hochzeit folgenden Flitterwochen. 😉

In der Zwischenzeit kämpfte mein Vater mit den Tücken der modernen Technik, hier in Form des Cooltwister, der dafür sorgt, dass abgekochtes Wasser abgekühlt wird, damit Babys nicht so lange auf ihr Fläschchen warten müssen. Sein Enkel ist aber nicht verhungert und schlief bei unserer Rückkehr friedlich in seinem Arm. Und weil er sich so lieb verhalten hat, durfte er es sich noch im Bett seiner Erzeuger gemütlich machen und mit seinen Eltern den Tatort schauen. Der gestern pünktlich zum 31. Geburtstag der Einstürzenden Neubauten als musikalische Untermalung Arbeiten von Rudolf Moser enthielt. Und die war besonders stimmungsvoll, wie ich fand. Und besonders interessant für Sash: Die Handlung spielt im Berliner Taxi-Umfeld. Naja…der Ermordete war Taxi-Unternehmer…

* Wer das Lied von der Münchener Freiheit kennt, weiß was gemeint ist. Wer es nicht kennt:

Solange man Träume noch leben kann

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Gerüchteküche

Vor einigen Wochen schrieb ich bei den „Düsteren Fundstücken„, dass das Restaurant „Rosengarten“ in Roffhausen wegen Renovierung geschlossen wäre und ich Bescheid gebe, wenn es wieder geöffnet hat.

Nun brachen die Suchanfragen nicht ab, teilweise verbunden mit anderen Worten, wie „Rattenfleisch“ und so. Das veranlasste mich, am letzten Wochenende mal wieder bei meiner Schwägerin nachzuhaken.
(Zum Verständnis: Durch die Entfernung zwischen Delmenhorst und Friesland kriege ich nicht alles mit und frage dann bei der Familie meiner Frau nach den örtlichen Gegebenheiten. Das heißt nicht, dass in diesem Falle meine Schwägerin im betreffenden Restaurant angestellt ist, sondern auch nur das weiß, was in der örtlichen Presse steht oder sie durch „hörensagen“ rangetragen bekommt.)

Auf jeden Fall fragte ich halt nach, und sie erzählte mir, dass es wohl doch nicht nur eine Renovierung wäre, die das Restaurant veranlasst hat, die Türen dichtzumachen, sondern es wohl auch wegen unsauberer Zustände wäre. Mehr weiß sie nicht. Folglich weiß ich auch nicht mehr. An Gerüchten, dort wären Ratten im Keller gefunden worden und diese wären statt irgendwelchem Fleisch dort angeboten worden, möchte ich mich nicht beteiligen!

Was ich kann ist vergleichen. Und wenn ich das mongolische Restaurant „Rosengarten“ mit dem „Grill & Wok Paradies“ in Bookholzberg vergleiche, dann kann ich sagen,

– dass beide sehr lecker sind (oder waren)

– dass ich keine geschmacklichen Unterschiede beim Fleisch feststellen konnte (es sei denn, beide bieten Rattenfleisch an…)

– dass es Unterschiede beim Bedienungspersonal gibt, aber eben nicht beim Essen.

So viel dazu. Sollte es wieder aufmachen, versuche ich da mal vorbeizuschauen und werde dann berichten.

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Düstere Fundstücke (12)

Aufgrund einiger vermehrter Suchanfragen habe ich mich entschieden, mal wieder ein Best-of der Suchanfragen zu präsentieren. Vielleicht helfen sie dem Einen oder Anderen ja.

rosengarten roffhausen,warum wurde es geschlossen

Über solche Anfragen kamen in letzter Zeit hier häufiger Besucher vorbei und ich kann Euch beruhigen. Wie eine Anfrage bei meiner Schwägerin vor Ort erbrachte, ist das Restaurant Rosengarten wegen Renovierung zurzeit geschlossen. Kein Grund zur Panik also. Sollte es wieder aufmachen, dann sage ich gerne Bescheid.

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wer kennt sentosa in bremen findorff

Hier ich. Und wo ich den Beitrag gerade so lese…Wir waren bis heute nicht in Oslo. Mittlerweile ist was im Ofen…nur auf einen Namen konnten wir uns immer noch nicht einigen…

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will uns kabel1 verarsachen vonwegen currywurst polizei

Hmmm, ist nicht das ganze Programm von Kabel 1 eine Verarschung an den Zuschauer?

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wie wird man opfer

In dem man zu viele dumme Fragen stellt. Meinen Glückwunsch, Du bist auf einem guten Weg. 😉

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womit kann man jungs nerfen

Zum Beispiel mit falscher Rechtschreibung…

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blaue tonne geklaut bekomme ich eine neue von der stadt

Ja, bekommst Du. Es braucht also niemand meine Tonne zu klauen

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Urlaub (letzter Teil)

Nachdem wir durch die „national befreite Zone“ aka Sächsische Schweiz gefahren (auch im Sinne von Gefahr…) sind und den Schlenker über Rathen getan hatten, mussten wir erst ganz nach Dresden wieder zurück, um über die Autobahn Richtung Berlin fahren zu können. Steffi war vom Vortag noch reichlich erschöpft und schlief, während ich schöne touristische Highlights nicht anfahren konnte, weil sie schlief. Wie z.B. den Lausitzring.

Dafür kamen wir bereits gegen halb drei in Prieros an. Kurz vorm Ortsausgangsschild wurde rechts abgebogen, durch ein Wohngebiet gefahren und dann wieder rechts abgebogen. Über eine Brücke an einer kleinen Bootswerft vorbei und in den Wald hinein. Dort nach ein paar hundert Metern dann links auf einen Feldweg und noch tiefer in den Wald. Der Weg schlängelte sich durch den Wald und dieser wurde immer dichter. Plötzlich tauchte ein kleiner Schuppen auf und der Weg war mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Ab hier wurde der Tag zur Nacht und außer Bäumen war nichts mehr. Bis dann endlich das Haupthaus des Hotels auftauchte. Wenn jetzt mal keine Kettensägen-affine Familie rausgestürmt kommt…^^

Wir meldeten uns an und bekamen ein Zimmer im Haus „Star“. Wie der Vogel. Meine Befürchtung, kein Internet zu haben, bewahrheitete sich zunächst nicht. Das WLAN wäre frei nutzbar. Super, dachte ich. Bis wir in unserem Zimmer ankamen. Denn dort war kein WLAN-Station. Also surften wir fortan nur noch, wenn wir am Haupthaus waren. Also gleich nach der Ankunft. Denn dort gab es auch das Restaurant, und wir schnabbelten erstmal ein paar Reibekuchen. Und genossen die Aussicht, denn das Hotel war direkt am See gelegen. Super idyllisch. Genau so haben Steffi und ich uns das verdient.

Zurück auf dem Zimmer lag ein Brief an der Tür gelehnt. Wegen Bauarbeiten der Brücke ist die Zufahrt zum Hotel am nächsten Tag blockiert. Man solle doch sein Auto, so man es benötigt, davor parken. Also sind wir zwei ins Auto gestiegen, um es für den Fall der Fälle außerhalb zu parken. So konnten wir ein bisschen spazieren gehen und bogen vor dem Hotel auf einen Wanderweg ab. Der führte aber so gar nicht zum Hotel zurück. Nachdem wir eine gute halbe Stunde parallel zum Hotel gelatscht waren, kehrten wir um. Steffi war zu dem Zeitpunkt wieder total erschöpft. Jedoch lag es daran, dass eine Armada an Mücken über mich (und nur mich!) her fiel. Und Steffi pausenlos (!) damit beschäftigt war, meinen Rücken abzuklatschen um mich vor den Mücken zu schützen. Seltsamerweise hatte ich am nächsten Tag nicht einen Mückenstich. Steffi dagegen schon…^^

Naja, Abendessen nahmen wir wieder im Hotelrestaurant zu uns und genossen noch etwas die Stille und die Aussicht.

Am nächsten Morgen wurde kurz gefrühstückt, im Internet gesurft und dann die Schattenfelle Fahrräder bestiegen. Ohne großen Plan fuhren wir den ausgeschilderten Radweg entlang, lediglich bewaffnet mit meinem Navi-Smartphone und einer gehörigen Portion Lust am Fahrrad fahren. Nach ca. 5,5 km bogen wir nach links Richtung Hermsdorf (nicht Herm’s Dorf, der lebt bekanntlich auf (s)einer Farm!) ab. Eher aus Bequemlichkeit, weil der Weg rechts lang mit löchrigen Platten gepflastert war und nicht so toll zu fahren war. Wir kamen nach gut 2 km über eine Schleuse und dahinter änderte sich der Straßenbelag in löchrige Platten, was bis kurz vor Hermsdorf so ging.

Dort angekommen wussten wir nicht, ob nun rechts oder links. Ein Blick auf das Navi verriet uns: Weder links noch rechts wäre für einen Kreis geeignet gewesen. Ein Blick auf die Karte im einzigen Bushäuschen des Dorfes bestätigte das. Besser wäre es gewesen, wir wären vorher rechts lang gefahren. Also wieder zurück. Und ab unserer Gabelung ging es dann 2,5 km über die Buckelpiste, bis wir direkt auf der B179 ausgespuckt wurden. Wo es keinen Fahrradweg gab…da war uns durch den Wald auf nicht fachmännisch befestigten Wegen lieber…

Aber noch mal umdrehen gilt nicht, also sind wir die 1,2 km Richtung Neubrück und dann wieder in den Wald hinein. Für die Gabelungen im Wald nutzten wir wieder das Navi, und so legten wir ganz balante die übrigen 6 km zum Hotel zurück. Grob überschlagen legten wir damit 25 km auf dem Sattel zurück.
Jedoch, wenn man nach so langer Fahrt ankommt, dann kann es passieren, dass man in ein Loch der Tatenlosigkeit fällt. Um das zu umgehen, bogen wir nicht zum Hotel ab, sondern fuhren ins Dorf hinein, um uns dort etwas umzuschauen. Mal abgesehen davon, dass die touristischen Highlights ruhig besser ausgeschildert werden könnten (Biogarten durch Zufall, Botanischer Garten gar nicht gefunden), „glänzte“ Prieros durch geschlossenes Auftreten. Im Sinne von Geschlossen! Von drei Restaurants war nur eins zu gebrauchen (einmal Ruhetag und das andere wollte warme Speisen nur am Wochenende ausgeben), die Touristeninfo ist Montags auch dicht und auch das Heimathaus ist Montags geschlossen. Also eigentlich der beste Ort zum Arbeiten. In Prieros gibt es keinen scheiß Montag. 😉

Egal, mit dem „Alten Fritz“ hatten wir ein Restaurant gefunden, wo wir dann zu Abend essen gehen konnten. Im Hotel wollten wir nicht noch mal. Nicht das es nicht gut gewesen wäre, aber man will ja auch Sachen ausprobieren.

Wir relaxten den Rest des Nachmittags in den Liegestühlen vom Hotel, direkt am See und erst, als die Mückenplage wieder aufzog, zogen wir uns zum Abendessen zurück. Das Essen beim „Alten Fritz“ war gar nicht schlecht. Bürgerliche Küche mit saisonalen Tupfern, in diesem Falle Pfifferlinge. Und das zu einem wirklich guten Preis. Kann man durchaus empfehlen.

Alt wurden wir nach dem Tag nicht mehr und da wir am nächsten Tag wieder aufbrachen, ging es auch früh ins Bett.

Der Weg nach Hause begann dann mit dem ersten Regen, seit wir zwischendurch in Friesland waren. Nur Sonne bis dahin, was bei dem diesjährigen Sommer schon ein unverschämtes Glück ist. Und auf der Autobahn bekamen wir kurz vor der Magdeburger Börde durch ein Gewitter, was eine willkommene Abwechslung war. Einfach nur aus Jux und Dollerei 100 km/h fahren, weil es das automatische Verkehrsleitsystem so befiehlt, sondern 100 km/h fahren, weil es so einfach sicherer ist. Und das begleitet von vielen Blitzen, das hat schon was. 🙂

Flittern in sweet home Alabama (11) – Geht doch

Kleiner Einwurf: Bis zu diesem Tage haben wir in Amerika ca. 1850 Meilen zurückgelegt. Alleine unsere viertägige Tour schlägt mit ca. 1150 Meilen zu Buche. Was wiederum 1850 km sind. Oder, für meinen Schwager, genau 1000 Seemeilen! 🙂

Weiter im Text.

So ein Pool ist ja schön und gut. Aber wir hatten immer noch keine richtige Gelegenheit gehabt, im Golf zu baden. Also schnappten wir uns wieder unsere Badeklamotten und fuhren Richtung Pensacola. Und bei unserem vierten Versuch Besuch an der Golfküste schien endlich mal die Sonne. Sogar die Fahnen waren grün. 🙂

Na, das ist doch mal ein anderer Schnack. Wolken und Wind kennen wir ja aus der Heimat zu Genüge. Und Unterschiede haben wir bei beidem nicht entdecken können. Sonne kann man nie genug bekommen solange Wasser in der Nähe ist. Auch wenn es hier ebenfalls keinen Unterschied zu unserer Sonne im hohen Norden gibt. 😉

Jedenfalls trauten wir uns ins Wasser. Obwohl es noch nicht wirklich sehr warm war. Sobald man aber drin war und ein paar Minuten schwamm, ließ es sich gut aushalten. Besser noch als im Pool.

Zwischendurch lagen wir schön auf unserem Strandhandtuch und wärmten unsere Körper auf, nur um sie danach wieder im Wasser abzukühlen. Wunderschön! Wie das Wasser, wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann.

Wir dösten irgendwann auf den Handtüchern ein und als wir wieder aufwachten, zog ein kühler Wind über unsere Rücken hinweg. Wäre auch zu schön gewesen, wenn die Sonne mal den ganzen Tag für uns am Strand geschienen hätte. Wenigstens hatten wir drei Stunden Sonne tanken können.

Wir packten unsere Klamotten wieder ein und fuhren zurück nach Mobile.

Auf dem Weg bekam ich die Gelegenheit, bei etwas besseren Wetter als bei unserem ersten Besuch in Pensacola, eine Brücke zu fotografieren.

Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich die berühmte Kunstflugstaffel Blue Angels darauf verewigt. Nicht ohne Grund. Ich wollte das auch schon längst mal angesprochen haben. Denn in Amerika kann man Patenschaften für so ziemlich alles mögliche übernehmen. Größere Gruppierungen oder Unternehmen leisten sich schon mal eine Brücke, für deren Instandhaltung sie zuständig sind. Bürgersteige oder Parkbänke kann sich eine Familie schon eher leisten und fortan wird ihr Name mit Füßen getreten oder ist schlichtweg fürn Arsch weiß man, welcher edle Spender für die Sitzgelegenheit an der Bay zuständig ist. Auch begegneten uns anonyme Spenden, wo dann an verstorbene Persönlichkeiten hingewiesen wird.

Wie erklärte Jörg so schön? Da wird ein Steg ins Meer gebaut, Bretter drauf, Geländer ran und gut. Reicht. Für Sitzgelegenheiten wird kein Geld ausgegeben. Das übernehmen dann die Amis selber.

Woran sich die Unternehmen mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung austoben können. Und das tun sie!

Ich wollte auch schon längst mal über die Begeisterung zu Reisen bei den Amerikanern geschrieben haben. Und über deren „Keep it simple“-Einstellung.

An den Interstate- und Highway-Ausfahrten gibt es drei verschiedene Schilder: Das Lodging-, das Food- und das Gas-Exit (in der Reihenfolge). So weiß man, welche Motels, welche Fastfoodrestaurantsläden und welche Tankstellen sich bei der kommenden Ausfahrt befinden. Schließlich ist in Amerika die Fahrt Teil der Reise. Nicht wie in Deutschland, wo mehr Wert auf das Ankommen gelegt wird.

Hat man sich für eine Ausfahrt entschieden, weil dort neben dem Super8-Motel sich auch ein Wendy’s befindet, dann fährt man die Ausfahrt ab. Hier befinden sich wieder die drei Schilder, die anzeigen, in welche Richtung man dafür fahren muss. Simpel. Und genial.

Wenn Amerikaner also unterwegs sind, dann sind die Strecken nicht unerheblich. Daher ist man versucht, seinen Hausstand gleich mitzuführen. Mal ist dieser kleiner,

mal größer,

oder auch riesig.

Da wir nun etwas früher als geplant nach Mobile fuhren und das Wetter wieder besser wurde – kein Wunder, wir waren ja nicht mehr am Strand – machten wir einen kleinen Schlenker am Gator Alley. Dort hatten wir vor einigen Tagen schon erfolglos nach Alligatoren geschaut. Diesmal sollten wir dafür Glück haben. Was wieder ein glücklicher Zufall war, schließlich sind wir wegen des kalten Windes eher vom Strand abgehauen.

Wir gingen also zur Brücke, wo wir von der Ferne einen riesigen Alligator (ca. 3-4 Meter lang) sehen konnten. Ein kleiner huschte auch noch rum und da der kleine begann, dem großen die Show zu stehlen, bequemte der sich ins Wasser und zog direkt unter uns seine Kreise.

Nach einer Viertelstunde schwamm er ganz entspannt wieder zu seinem Platz zurück. Wir gingen in die andere Richtung und begegneten drei kleinen Alligatoren. Zwei davon lagen am Ufer und einer zeigte uns seine ausgefeilte Kurventechnik im Wasser.

Okay, er könnte noch etwas daran arbeiten. 😉

Übrigens sah die Autobahnbrücke von unten so komisch gelb gefleckt aus.

Susanne erklärte uns, dass es Wespennester sind. Als wir näher ran gingen, konnte man das auch als solche erkennen. Scary.

Nun zog von den drei „kleinen“ Alligatoren einer unter uns munter seine Kreise. Somit erhielt ich die Möglichkeit, die Anatomie eines Alligators näher im Bild festzuhalten.

Richtig los ging es dann, als ein Vater mit seinem Töchterchen die Bühne betrat. Waren vorher bei der Brücke und dem großen Alligator einige Kinder damit beschäftigt, durch das „in den Fluss schmeißen von Blättern und kleinen Stöckchen“ die Alligatoren anzulocken – ohne Erfolg -, zeigte das Vater-Tochter-Paar, wie man es richtig macht. Mit Marshmallows!

Natürlich waren überall Schilder aufgestellt, dass man die Alligatoren NICHT füttern soll. Aber Amerikaner lassen sich ungern etwas verbieten. Zumindest diesen Vater…

Komischerweise reagierten alle drei Alligatoren sofort und kamen selbst aus 20 Meter Entfernung sofort angeschwommen. Stellt sich die Frage, woran sie erkannt haben, dass nun was essbares im Wasser schwamm und kein Stöckchen?

Für uns war dieser Fall von Rücksichtslosigkeit eine schöne Gelegenheit, zwei Alligatoren auf ein Bild zu bekommen, ohne ein Weitwinkelobjektiv aufzusetzen.

Kommen wir nun zu etwas traurigem. Im Herbst des vergangenen Jahres ist es in Mobile zu einem schlimmen Zwischenfall im Gator Alley gekommen. Da ein Bild mehr als tausend Worte sagt, lasse ich das für sich sprechen.

Ja, ihr seht richtig. Im Herbst letzten Jahres hat ein junges Mädchen ihren Schnuller verloren. Tragisch, oder?

Als wir dann so richtig nach Hause fuhren, konnten wir noch ein relativ gutes Bild von einem kleinen Boot schießen, auf dem Susanne ein paar Wochen vorher noch ne kleine Kreuzfahrt machte.

Die Carnival Elation lag vor Anker und shipperte kurz darauf wieder los. Obtw: Ich hatte Matthias, meinen Lieblingsschwager neulich nach dem Unterschied zwischen einem Schiff und einem Boot gefragt. Die Antwort war, nicht ganz überraschend, militärisch geprägt. Der Unterschied besteht im ersten Offizier. Ein Schiff hat einen, ein Boot nicht.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir Erdbeershake-trinkenderweise am Pool, wo man sich bekanntlich auch abkühlen kann. Zu viel wollten wir gar nicht essen, denn am Abend stand ein Essen mit Jörg und zwei seiner Arbeitskollegen an. Die waren noch nicht lange in Amerika und wurden von Jörg etwas eingeführt. Dazu gehörte dann auch ein Essen in einem der besten Restaurants in Mobile. Dem Felix.

Von außen ein rostiger übergroßer Schuppen, der nur aufgrund der Neon-Beleuchtung halbwegs ansprechend aussieht und direkt an der Mobile Bay liegt. Von innen ein liebevoll eingerichtetes Restaurant, dass durch gute Bedienung und frischem (und entsprechend teurem) Essen auffällt. Auch die Speisekarte weist witzige Details auf. So wird bei einem Dessert z.B. darauf hingewiesen, dass sich eventuell der Schlüssel von Jack’s Auto darin befindet und falls ihn wer findet, sich doch bitte nach Jack in der Küche erkundigen soll. Er sucht den Schlüssel anscheinend schon sehr lange, denn das ist Jack’s Auto:

Vorab gab es einen leckeren Salat und als Hauptspeise habe ich mir Barbeque Shrimps bestellt. Als vor der Hauptspeise der Kellner – dem übrigens mein T-Shirt gefiel und wir unisono zitierten „It’s gonna be legen…wait for it…DARY – mit einem Lätzchen für mich ankam, dachte ich schon, ich wäre beim Salat essen negativ aufgefallen.

Weil aber einer von Jörgs Kollegen auch ein Lätzchen bekam und er dasselbe bestellt hatte wie ich, ahnte ich schon, dass unser Hauptgericht etwas klehen wird. Die Hauptgerichte wurden, wie auch schon die Salate, gleichzeitig serviert. Coole Sache, wenn sechs Kellner um einen herum stehen und die Teller gleichzeitig auf den Tisch kommen.

Und dann hatte ich meine Portion vor mir.

Es steht wohl außer Frage, dass ich beim Essen sehr konzentriert zu Werke war und am längsten brauchte. Auch deshalb, weil ich nicht wie Jörg’s Kollege das Finger ablecken nach jedem pulen unterbewertete. Dabei ist das Finger ablecken Teil des Essens. 😉

Aufmerksame Leser der Reihe „FishA“ können sich den Rest des Abends sicher denken. 😉

Was danach geschah

Nun hatten wir ja das Glück, dass unser Bett nicht sooo weit entfernt war. Das Hotel spendierte uns aus gegebenen Anlass ein Hotelzimmer, was den unschätzbaren Vorteil hatte, dass wir keine böse Überraschung erlebten. Denn der eine oder andere glaubt, dass es Brauch ist, dem Hochzeitspaar die erste Nacht so schwer wie möglich zu machen. Und dabei sind Erbsen im Bett noch das harmloseste…

Lange schlafen ging dann aber trotzdem nicht, da um 11 Uhr die Zimmer bereits verlassen sein mussten. Also sind wir um halb neun (so der Plan) vom Wecker geweckt worden. Wach waren wir aber schon um acht! Geduscht und ab zum Frühstück. Und dort, und das war besonders schön, trafen wir noch einige Gäste von der Hochzeitsfeier. Kollegen und Freunde, von denen man sich dann noch mal richtig (und nüchtern^^) verabschieden konnte, bevor es auf die große Reise ging.

Noch schnell die Geschenke ins Auto geladen und ab nach Sillenstede zu den Schwiegereltern. Dort wieder die Geschenke ausgeräumt und dieselben dann im Eilverfahren nach Dollarscheinen abgesucht. Denn es waren so einige Dollars in den Geschenken versteckt und es wäre ja doof, wenn die in Deutschland blieben.

Ehe wir uns dann versahen, saßen wir bereits im Auto mit meiner Cousine und ihrer Tochter, also meiner Nichte zweiten Grades auf den Weg nach Bochum. Bis zur A1 ging auch alles glatt, aber kurz vor Lotte kam im Radio die Info…acht Kilometer Stau vor Lotte. Zu spät zum Abfahren, rechtzeitig zum reinfahren. 😦

Und dort standen wir dann geschlagene zwei Stunden, eher noch eine halbe Stunde mehr, so rum. Jedoch hatten wir das Glück, übrigens zum zweiten Mal in unserem Leben, das direkt vor uns die Autobahn wieder freigegeben wurde. Grund waren Aufräumarbeiten nach einem LKW-Unfall. An einem Sonntag! Ein LKW-Unfall! 👿

So kamen wir dann doch sehr spät in Bochum an. Zu spät für Susanne, sich noch bei ihren Freunden zu verabschieden. Sie ging wenigstens noch zu ihrer besten Freundin rüber, um sich von der zu verabschieden. Die Zeit nutzten wir, um unsere müden Glieder mit Beinwell einzureiben. Vorher waren wir nicht im Bermuda3eck verschollen, um Alisa und Susanne für ihre Fahrdienste und die Übernachtungsmöglichkeit und überhaupt für alles zu danken und entsprechend zum Essen einzuladen. Fragt mich aber nicht, wie das Restaurant hieß, in dem wir waren. Vielleicht waren wir doch ein wenig verschollen. 😉

Naja, nachdem wir satt, die Beine gepflegt und die Freunde verabschiedet waren, ging es dann ins Bett. Schließlich sollte der nächste Tag noch länger werden.

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Nanu, wer bist Du denn?

Darf ich vorstellen? Qypeautomat.

Ich konnte den weltbekannten, wenn auch in Delmenhorst noch sehr vernachlässigbaren, Qypeautomat dazu bewegen, als Autor für dieses Blog zu schreiben. Das tut er dann und wann auch mal, z.B. wenn er gerade Langeweile hat nichts Besseres zu tun hat dafür bezahlt wird.

Qype ist eine Plattform, wo sich Menschen über Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Ausflugsziele austauschen und informieren können. Und das weltweit. Ähnlich wie bei Foursquare kann man in Geschäfte einchecken, damit Freunde immer wissen, wo man sich gerade aufhält. Ob ich das will?

Ich will auf jeden Fall meine Erfahrungen mit Geschäften, Restaurants oder Ärzten in Delmenhorst (und „everywhere i lay my hat“) mit Euch teilen. Und das nach Möglichkeit so realistisch wie möglich. Ich bin niemand, der nur ein Sternchen verteilt, weil mir die Krawatte des Kellners nicht passte. Ich vergebe aber auch nicht gleich fünf Sternchen, weil die Suppe nicht kalt war.

Also nicht wundern, wenn hier in nächster Zeit häufiger mal Qypeautomat was schreibt. Vielleicht sogar mal den Bericht direkt bei Qype aufrufen und wenn er Euch gefallen hat, ein nettes Kompliment machen.

Danke.

Und nun zurück zu den angeschlossen Funkhäusern.

O-Ton (18)

Ja, wir leben noch. Nur was soll man schreiben? Meiner einer sitzt krank zu Hause und erlebt nichts berichtenswertes und Steffi sitzt bis spät in der Arbeit.

Nichts interessantes also. Aber kaum ist man in Friesland, überschlagen sich wieder die Ereignisse.

Wenn man überhaupt da hinkommt, nach Friesland. Als wir nämlich von der Autobahn abfuhren, standen wir Richtung Heidmühle im Stau. Das ist uns auch zu blöd, also drehten wir um und fuhren über Roffhausen nach Sillenstede. Am China-Restaurant „Rosengarten“ vorbei. Mit knurrendem Magen.

I: Lass uns doch hier anhalten, Deine Elten anrufen und Bescheid sagen, dass sie herkommen sollen.

S: Nein, vielleicht hat Mama ja was zu Essen zu Hause.

Hatte sie nicht. Aber sie fand es gut, spontan im „Rosengarten“ zu essen. Also sind wir wieder hin.

Nachdem wir uns vollgefressen haben und wieder zurück waren, setzten die Männer sich vor den großen Fernseher…Fußball gucken. Die Mädels verpieselten sich in das kleine Fernsehzimmer. Erika kam sogar extra noch mal rüber um in der Fernsehzeitung zu schauen, was so läuft.

Nach dem Fußballspiel schaute ich bei der holden Weiblichkeit nach dem Rechten. Sie saßen da, jeder eine Flasche Wein und unterhielten sich. In der Glotze lief ein Tatort mit der unglaublich scharfen verdammt gutaussehenden nicht so gut schauspielernden Sawatzki.

I: Oh, ihr schaut Tatort?

S+E: Ja.

I: Worum gehts?

S: Keine Ahnung…

Man sieht eine Fahrstuhlszene. Eine Frau, mit dunkler Sonnenbrille, kein Makeup unterhält sich mit der Kommissarin. Sie scheint in tiefer Trauer zu sein, aber das wäre zu naheliegend, also frage ich:

I: Ist die Frau blind?

S+E: Wieso?

I: Weil sie eine Sonnenbrille trägt. Oder macht sie das, weil sie kein Makeup trägt?

S+E (durcheinander): Die ist in Trauer, deshalb trägt sie eine Sonnenbrille.

I: Was ist das denn für ein Quatsch, deshalb trägt man doch keine Sonnenbrille.

E: Doch, dann sind die Augen so aufgequollen. Und damit man das nicht sieht, trägt sie eine Sonnenbrille.

S: Außerdem hätten wir das mitbekommen, wenn sie blind wäre.

Nächste Szene, die Kamera hält auf den Bürgersteig. Von links kommt ein langer weißer Stab ins Bild, der hin und her geschwungen wird. Die Kamera fährt hoch und man sieht die Frau mit der Sonnenbrille ihren Blindenstock hin und her schwingen…

😀

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Der 37. Hochzeitstag – Oder: Am 30. Mai ist Weltuntergang…

Gestern war der 37. Hochzeitstag meiner Eltern und meiner Vater und ich haben abgemacht, nach der Verabschiedung der Berliner gemeinsam mit Steffi und meiner Mutter nach Tossens zum Fischessen zu fahren.

Was niemand wusste: Ich habe ein paar Tage vorher Markus Bescheid gesagt, damit er die Möglichkeit hat mitzukommen. Ich sage nur Reputation. 😉
Auf jeden Fall hätte ich die Idee nochmal überdenken sollen oder das nächste Mal den Vorschlag meines Bruders berücksichtigen. Denn während die Herrschaften mit den längsten Beinen vorne saßen, quetschten sich die Fülligsten und Steffi auf die Rückbank. Noch Abends klagte Steffi folgerichtig über Beklemmungen. Aber beim nächsten Mal wird sicher Sophie auch noch mitkommen und dann wird ein zweites Auto Pflicht. Dann wird die Tour auch nicht so weit gehen, mir schwebt da nämlich schon was vor.

Wie dem auch sei, nach einer guten Stunde waren wir in Tossens angekommen, nachdem mein Vater Gelegenheit bekam, seine alte Heimat meiner zukünftigen Frau zu zeigen. Inklusive einiger heiteren Anekdoten.

Regnete es auf den Weg nach Tossens schon zwischendurch das eine oder andere Mal, so zog es sich in Tossens bedenklich zu. Schnell ein wirklich günstiges Parkticket gezogen (Liebe Bremer: 4 Stunden für 2 Euro!) und dann über den Deich Richtung Restaurant am Jadebusen (von dem meine Großeltern erzählten). Dort steht das Strandlust, heißt aber wohl Luzifer und ist noch brandneu. Das Restaurant hat einen schönen Panoramablick, ist gemütlich eingerichtet und eine interessante Karte. Außerdem besitzt es wohl Zugang zu einer eigenen Rösterei und Brauerei.

Das Essen war wirklich lecker und der Kaffee schmeckte auch recht gut. Es war auf jeden Fall kein so ein aufgeschäumter Mchtegern-Kaffee. Preislich ging das ganze auch in Ordnung. Selbst die Kuchen waren in ordentlicher Auswahl vorhanden und die Stücke hatten eine reelle Größe.

Leider, leider ist am 30. Mai tatsächlich Weltuntergang. Denn wir schafften es so gerade trockenen Fußes ins Restaurant und danach regnete es sich so richtig ein. Und das sollte auch den ganzen Nachhauseweg so bleiben. Aber zum Glück war das Wetter nicht das beste an dem Tag gewesen, sondern das mit Abstand schlechteste.

Wie gesagt ging es auf der Rückbank eng zu, auch auf dem Heimweg. Von daher wird Steffi sicher meinen im letzten Absatz getätigten Satz nicht ganz so unterstreichen. 😉

Aber davon und dem Wetter mal abgesehen war es ein schöner Ausflug.

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Alle Jahre wieder

Während meiner Ausbildung waren alle Auszubildenden unseres Konzerns zu einer gemeinsamen kaufmännischen Schulung in der Konzernzentrale eingeladen. Dort lernte ich auch ein damals 16 jähriges Mädel kennen. Wir verstanden uns gut und tauschten per Mail auch die eine oder andere Neuigkeit aus. Als sie dann 17 wurde vergaß ich ihren Geburtstag. Peinlich. 😳

Aber für ihren 18. Geburtstag gelobte ich Besserung und vergaß ihn erneut. 😳

Letztes Jahr wurde sie dann 19 Jahre. Und im Umzugsstress vergaß ich wieder ihren Geburtstag. 😳

Ein viertes Mal sollte mir das nicht passieren. Ich hatte im Handy sogar einen Termin abgespeichert, damit ich auch ja an ihren Geburtstag erinnert werde. Leider war am Montag der Akku vom Handy leer. Und ich vergaß wieder den Geburtstag. 😦

😳

Jetzt ist es schon fast Tradition. Aber unangenehm ist es mir jedes Jahr aufs Neue.

Zum Ausgleich verspreche ich Dir, Sandra, hoch und heilig, sollte es Dich mit oder ohne Begleitung nach Delmenhorst verschlagen, dann lade ich Dich/Euch zum Essen ein. Und ich meine nicht Ligats Imbiss hier unten, sondern richtig Essen im Restaurant. Und damit meine ich auch nicht „das etwas andere Restaurant“. 😉

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