Müh(l)e (2)

Von der Bequemlichkeit aller Hotelbetten auf diesem Planeten mal abgesehen zeigte sich bei unserem Zimmer am ersten Morgen ein weiteres Manko. Die schöne große Fensterfront wurde nur durch eine Verdunkelungsgardine zur Hälfte gefüllt. Somit war es um 7.00 Uhr morgens annähernd taghell, was mich nicht besonders stört, aber meine Bettnachbarin zur Verzweifelung brachte. Nach dem Frühstück war das aber wieder „gegessen“. 😉

Klar, ich hatte schon größere Auswahl bei einem Frühstücksbuffet gesehen, aber die konnte ich auch nicht schaffen, von daher war das mehr als ausreichend. Sogar weiche Eier gab es. 🙂

Um kurz nach zehn machten wir uns auf den Weg Richung Müritz, um dort die schöne Seenlandschaft zu bestaunen. Das es aber anderthalb Stunden Fahrt über Landstraßen waren hatten wir so auch nicht einkalkuliert. Nicht immer ging es zügig voran, besonders hinter LKWs war es reichlich frustrierend, aber wir konnten sie fast alle mehr oder weniger schnell überholen. Und waren dabei ständig auf der Hut vor den Starrenkästen. Denn als meine Eltern vor einigen Jahren Urlaub an der Müritzer Seenplatte gemacht haben, wurden sie von einem Starrenkasten geblitzt. Das sollte mir nicht passieren. Sollte. 😐

Als wir nach Alt-Schwerin reinfuhren, nahm ich den Fuß vom Gas und bemerkte noch die abschüssige Straße. Irgendwie waren Steffi und ich in einem Gespräch vertieft oder ich hörte was im Radio. Ich war auf jeden Fall abgelenkt und Steffi warnte mich nicht, als ein orangener Blitz meine Augen blendete. Wie der Vater, so der Sohn…

Und ich habe etwas getan, worauf ich nicht stolz bin. Ich habe Steffi geschlagen geboxt geknufft. Also eigentlich sollte es knuffen werden, aber das war eindeutig zu doll, weshalb es eher boxen war. Und sie hat es wie schlagen aufgefasst…

Tempo 70 war noch im vertretbaren Rahmen. Wenn ich die Tachoungenauigkeit abziehe komme ich auf unter 65 km/h. Das sind 25 Euro zusätzlicher Belastung auf unserem Urlaubskonto.

Damit heißt es auch bei mir demnächst:

Kurz nach zwölf Uhr erreichten wir dann den Müritzer Nationalpark und gingen vom Eingang Teufelsbruch dann den Tulpen Nelken Narzissen Märzenbecher-Wanderweg entlang. 9,5 km erschien uns als ein guter Turn und wir rechneten mit ca. 2 Stunden Wandern..

Nach drei Stunden rief ich meinen Vater an, um ihm im Angesicht meines nahenden Endes zu sagen, dass ich ihn liebe. Zum Glück waren wir da bereits auf dem Rückweg. Vorher hätte mir dafür der Humor gefehlt. Ich war selten so froh, den Kriegsdienst verweigert zu haben. Einen 30 km langen Fußmarsch mit Gepäck? Nein, danke…

Aber ein paar Eindrücke haben wir sammeln können.

Danach ging es stantepede zum nächsten McDonalds, wo unsere müden Lebensgeister wieder aufgefrischt wurden. Eigentlich wollten wir im Anschluss noch für ein paar Stunden nach Güstrow – wo wir eigentlich den Kurzurlaub verbringen wollten – aber durch die Verzögerung beim Wandern und dem langen Weg zurück zum Hotel, den Verlockungen des Schwimmbades und weil wir groggy waren, sind wir nach dem „Essen“ wieder zum Hotel zurück.

Dort fackelten wir nicht lange und gingen gleich runter ins Solebad. Nichts gegen das Solebad, es war super temperiert, ziemlich leer und von der Größe durchaus ausreichend. Aber ich mag beim Schwimmen kein Salzgeschmack im Mund…

Dafür gab es aber eine Relaxzone, wo ich mich breit machte. Wunderbar. 🙂

Steffi dagegen kreiste unentwegt im Becken rum. Wo die bloß immer die Kraft für sowas her hat?

Abends gab es dann wieder lecker 3-Gänge-Menü. Dabei war der Nachtisch so lecker (Limetten-Mousse), dass wir rumscherzten, ob die Kellnerin uns wohl noch mehr bringen könnte. Als sie dann kam und uns nach weiteren Wünschen fragte, sagte ich:

I: „Ja, den Nachtisch könnten sie uns nochmal bringen.“

K: „Oh, hatten sie den noch nicht? Kleinen Augenblick, ich hole den schnell.“

Und war im Begriff abzuhauen, als ich das richtig stellte. Das man auch immer so eine ehrliche Haut sein muss…

Zum Einschlafen schaute ich noch fern (Gran Torino, sehr geil!), Steffi hat ihre vierbändige Trilogie auch endlich hinter sich gebracht (und nur ganz bißchen geweint)  und dann konnten wir erschöpft aber glücklich einschlafen.

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Projekt 42: Salz

Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, einen Beitrag zum Projekt 42 zu verfassen. Aber entweder fiel mir so gar nichts zu dem Thema ein oder ich habe es typischerweise verbaselt.

Das Thema in diesem Monat kommt mir aber sehr gelegen, weil ich damit aus meinem Beitrag, indem ich über die Verlobung schreibe, meine Frage aufgreifen kann und wieso ich auf diese Frage kam.

„Willst Du das Salz auf meinem Ei sein?“

Wieso das? Und wieso nicht Eier oder gibt es bei mir anatomische Besonderheiten?

Steffi und ich lieben unsere Frühstückseier. Wir lieben sie wirklich. Wir köpfen die Eier um uns gegenseitig die Kappe zu geben. Manchmal hat einer von uns auch Glück und die Kappe enthält sogar etwas Eigelb. Dann ist der Liebesbeweis besonders groß, tut es einem doch weh so eine Kappe zu teilen. Aber es ist ein gutes Gefühl so eine Kappe der Person zu geben die man liebt und so eine Kappe zu schätzen weiß.

Aber das Thema heißt Salz und nicht Kappe. 😉

Wir legen auch sehr viel Wert darauf, dass die Eier perfekt zubereitet sind. Fünfeinhalb Minuten. Das Eiweiß sollte rundherum bereits fest sein, das Eigelb aber flüssig. Und was zu einem Ei nicht fehlen darf ist natürlich Salz. Wir streuen uns beide kein Pfeffer auf die Eier, warum auch? Die Eier schmecken mit etwas Salz einfach am besten. So wird auch darauf geachtet, dass der Partner die Kappe nicht versalzen bekommt. Denn zuviel Salz schmeckt einfach nicht. Auch wenn man bei versalzenem Essen gerne von einem verliebten Koch spricht.

Naja, so lag es für mich nahe, dass ich in der großen Frage das formuliere, was Steffi im Leben viel bedeutet. Und es ja auch gut angekommen. 🙂

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