Postfiliale des Grauens (außerhalb Berlins)

Nicht nur in Berlin gibt es schreckliche Postfilialen. Auch Delmenhorst hat so eine. Und dank Privatisierung zur AG auch wirklich nur noch diese eine, zumindest wenn man gezwungen ist, die nicht ausgelieferten Päckchen und Pakete an dieser Sammelstelle abzuholen. Was für berufstätige Menschen leider häufiger vorkommt.
Ich habe das Glück, mit einer in Elternzeit befindlichen Frau quasi eine Päckchenannahmestelle im Hause zu haben und war so schon lange nicht mehr genötigt worden, die Postfiliale des Grauens aufzusuchen. Wenn es hoch kommt, in den letzten 12 Monaten vielleicht ein einziges Mal. Letzte Woche war es gleich dreimal! Es war der Horror. Ein typischer Besuch in der PfdG sieht in etwa so aus:

Ankunft bei der PfdG. Die vorderen viereinhalb Parkplätze sind besetzt. Der Behindertenparkplatz auch. Durch ein Paketwagen der DHL. Ich fahre weiter auf den großen Parkplatz hinter der Post, auf dem geschätzte dreiundachtzig Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Parken ist hier für Kunden verboten. Nur Beamte Angestellte und Postfahrzeuge. Der Punk kommt durch. Jedes verfickte Mal. Denn jedes verfickte Mal gibt es nur hier Parkplätze. Also ignoriere ich gekonnt die Verbotsschilder und parke hier. Und nur hier.
Ich betrete die PdfG. Soll heißen, ich versuche es. Und es bleibt erstmal beim Versuch. Die Warteschlange schlängelt sich an den Kartenständern, Adressaufklebertischen und den Reklameschildern (WiderlICH! Im Schritt zahl ICH!) vorbei bis zum Geldautomaten, wo die Neuankömmlinge die Orientierung des Warteschlangenendes verlieren. Alles hat ein Ende, nur die Wurst und die Warteschlangen bei der Post haben zwei…ich lache laut auf, mehr aus der Verzweiflung heraus und füge mich wie die anderen dem nichtexistenten Gott gegebenen Schicksal. So grausam könnte kein Gott sein…
Eine ganz normale Warteschlange in freier Postwildbahn
Vor mir steht eine Frau mit einem Paket, dass in etwa ihre Größe hat. Und von ihrer Gesichtsfarbe zu urteilen auch ihre Gewicht. Mitleid flammt auf, aber aus Mitleid von Personen hinter ihr wird die Schlange nicht kürzer. Dahinter ein Frauenpärchen, Mutter und Tochter, offensichtlich. Noch offensichtlicher will Mutter lieber die Schwester sein. Ich will nicht mal in der Nähe dieser beiden sein. Aber hier werde ich dazu gezwungen, mir die pinklackierten Pornoplastikschaufeln (danke für die Inspiration Underdog!) anzuschauen, während die vermeintliche Spitze der Evolution auf ihrem Smartphone umständlich herumtippelt und geistigen Dünnschiss in Richtung der einzigen Zuhörerin absondert. Ein Beispiel für bedingungslose Mutterliebe, das hier zu sehen ist. Live und in Farbe.
Hinter mir sind wenigstens keine Nazis (runterscrollen, da kommt noch Text). Dafür mit der Gesamtsituation unzufriedene. Was in Deutschland lautes Meckern ohne weitere Konsequenzen bedeutet. Also nicht wie in Frankreich, Griechenland oder anderen zivilisierten Ländern zu Protesten, Straßenbarrikaden und brennenden Regierungsämtern, sondern zum lauten Meckern bei der Post. Aber am Wahltag doch wieder das Kreuz bei der Mutti machen, weil die so einen tollen Job machen bei der CDU. Und stehen im Ergebnis dieses tollen Jobs bei der privaten Post die Beine in den Bauch, in dem schon das Gehirn sich seinen Platz gesucht (und gefunden) hat.

Kurz bevor der Akku schlapp macht, ruft Tim an. Ich bitte ihn, ein Survivalpaket abzuschicken, dass ich gleich mit abholen kann. Er nimmt meine letzten Worte entgegen und verspricht mir, sich um Steffi und Nicolas zu kümmern.
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Ein Kieselstein, den ich unter dem Kartenständer gefunden habe, rettet mich vorerst vorm Verdursten, als ich das andere Ende der Warteschlange zu sehen glaube. Mein Gehirn mag mich täuschen, weil das Gesabbel des Camouflage-Leggings-tragenden Evolutionsopfers das Ausdörren meiner geistigen Schaltzentrale beschleunigt hat. Doch an diesem Tag habe ich Glück. Ein kurzer Blick zurück auf die Schlange hinter mir beweist, dass die Postangestellten ein untrügliches Talent dafür besitzen, die Schlange nicht zu verkürzen.

Ich bin endlich an der Reihe. Ich schiebe das Kärtchen und den Ausweis über den Tresen. Der Postler bemerkt, dass ich noch das alte System habe und ob ich nicht das neue System benutzen möchte. Noch ganz in Abwesenheit eines funktionierenden Gehirns frage ich vorsichtig nach:

I: Häh?!
P: Sie benutzen noch das alte System, wenn sie das neue System nutzen, bekommen sie Benachrichtigungen per SMS.
I: Was ist das denn für ein System?
P: Wenn ein Päckchen für sie kommt, bekommen sie eine SMS und können dann ihr Päckchen abholen, statt mit der Karte.
I: Und, äh, was genau habe ich davon (denn ihr habt dann ja meine Handynummer, auf die ihr mir ganz unverbindlICH „interessante“ Infos schicken könnt)?
P: Sie können dann ihr Päckchen noch am selben Tag abholen.
I: Ja, wow! Ich kann mich dann einen Tag früher in die Schlange stellen. Das ist ja echt ein toller Fortschritt! Nein, ich denke nicht, dass sie meine Handynummer brauchen ich das neue System brauche.

Einen Hinweis auf das tolle Postbankkonto klemmt sich die Wurst ausnahmsweise mal und entlässt mich in die frische Luft.
Freiheit! Naja, fast. Noch nicht ganz.
Draußen auf dem Parkplatz üben sich die neueren Neuankömmlinge in der Wiederlegung von Darwins „Survival of the fittest“. „Survival of the Dummdreistesten“ trifft es hier schon eher. Auf dem Behindertenparkplatz steht jetzt kein DHL-Paketwagen mehr. Der steht jetzt direkt davor, um die Fußgänger die von oder schlimmer, zur Post wollen, um sein Wagen herum zu zwingen. Außerdem kann hier auch kein Auto mehr den Parkplatz verlassen, weshalb sich der Zugangs- und Abgangsverkehr bei der letzten verbliebenen Auf- und nun ja, auch Abfahrt wiederfindet. Da ist es dann egal, ob man nach links auf den kleinen Parkplatz nicht kommt, weil einer versucht auszuparken und noch darauf wartet, dass der hinter ihm vom Hof fährt, was er aber nicht kann, weil der, der nach links will, dem wiederum den Weg versperrt. Und Recht hat hier immer der Dümmste, bzw. er fordert es am lautesten ein. Was die etwas schlaueren, darunter auch meine Wenigkeit, der jetzt geradeaus auch nicht mehr durchkommt, weil der am lautesten Hupende sich immer noch im Recht sieht, auch zum Hupen zwingt, um die Aufmerksamkeit des Dümmsten zu bekommen, und ihn auf eben seine ganz spezielle Dummheit hinzuweisen. Aber spiele nicht mit Schweinen. Es werden alle dreckig und nur das Schwein genießt es…Ein Trauerspiel. Aber auch das geht vorbei und man wünscht sich beim schnellstmöglichen Verlassen des Areals nur noch, so schnell nicht wieder herkommen zu müssen.

Danke, liebe Post AG…

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Flittern in sweet home Alabama (6) – Live and let die

So, noch mal der Aufruf an die Leser, die Augen ordentlich zu reiben. Während ich die letzten Tage mehr Lesestoff statt Bilder präsentierte, wird es heute andersrum sein. Für den Samstag war der Besuch in New Orleans eingeplant. New Orleans, wo sich laut Aussage von Steffi auch Brangelina aufhalten sollten (sie war vor der Hochzeit beim Friseur ;-)) und Schauplatz vieler berühmter Filme, wie Susanne uns sagte. Komischerweise fiel mir auf Anhieb nur ein James Bond Film ein. Darum auch die Überschrift.

Wir waren alle recht fit, selbst ich ignorierte heute das Kratzen im Hals. Wir frühstückten früh und flott, wollten wir doch früh in New Orleans ankommen um auch ja nichts zu verpassen. Das Auto wurde mit den wichtigsten Dingen beladen (Wasser, Mützen, Sonnencreme) und dann konnte es auch losgehen. Noch schnell „Lulu“ machen und auf gehts. Während wir also alle Toiletten des Hauses besetzten, lud Jörg noch die eine oder andere Tasche ins Auto…und knickte auf der Terrasse mit seinem linken Fuß um…sowas kenne ich ja

Mann der er ist, jammerte er fast gar nicht rum und glaubte, das würde schon gehen. Er hatte noch zwei Stunden Gelegenheit, im Auto den Fuß zu entlasten. Was aber nicht viel brachte, da ihm wohl eine Ader geplatzt ist. Sah Abends auch gar nicht gut aus.

Jedenfalls kam Jörg mit und humpelte entweder hinter uns her oder wartete in Cafés auf uns.

Vor der Ankunft hat der liebe Gott jedoch die Fahrt gesetzt. Und die führte uns durch unseren dritten Bundesstaat, Mississippi.

Der Bundesstaat Mississippi sollte uns jedoch nur als Durchgangsstation dienen, so wie Tage später auf unserer Reise auf eigene Faust.

Wie auch immer, nach kurzer Fahrt kamen wir dann in unserem vierten Bundesstaat an.

Auf der Interstate 10 w bekamen wir, noch sechs Jahre nach dem Hurrikan Katrina die Schäden zu sehen. Damals wurde die Zwillingsbrücke der I-10, die über den Lake Pontchartrain führt, zerstört. Nebenbei bemerkt ist diese Brücke die zweitlängste Brücke der Welt.

Wie Amerikaner nun mal so sind, wird daneben eine neue Zwillingsbrücke gebaut und die alte einfach stehen gelassen. Kostet auch nur unnötig Geld, die alte abzuwracken.

Nach knapp zwei Stunden kamen wir in New Orleans an und wir bewunderten unsere erste richtige amerikanische Großstadt-Skyline und die letzte beeindruckende Skyline in unserem Urlaub.

Netterweise verpasste Susanne die richtige Ausfahrt, was uns nicht nur zu einer Extra-Schleife veranlasste, sondern uns auch die Möglichkeit gab, noch ein halbwegs vernünftiges Foto von De Dome (Hallo Jana!^^) zu machen. Und wo wir gerade bei Superlativen sind. Laut Wikipedia besitzt der Superdome in New Orleans die größte Kuppel der Welt.

Als wir dann die richtige Ausfahrt gefunden haben, ging es auf den Cemetry No. 1, einem für New Orleans typischen Friedhof. Aufgrund des hohen Grundwassers werden dort seit jeher die Menschen überirdisch begraben.

Danach ging es dann Richtung French Quarter. Da Jörg ja etwas langsamer zu Fuß war, hatte ich genug Zeit, jeden Scheiß zu fotografieren, der mir vor die Linse kam. Irgendwann kamen wir beim French Market an, wo wir uns mit lauter Mitbringseln für die Daheimgebliebenen eindeckten. Unter anderem eine Schürze für meinen Vater, Gewürzen für Steffis Mutter und einem T-Shirt für unseren Neffen. So stand uns die Freude über den Erfolg für das nächste Foto ins Gesicht geschrieben.

Danach ging es wieder mal in einen Weihnachtsladen. Aber außer das er größer ist als der in Fairhope und um längen kitschiger, war der nicht besonders. Er fiel immerhin durch seine Außenfassade auf.

Wir gingen weiter Richtung Jackson Square und ließen uns vor der Saint Louis Kathedrale ablichten. Hier trennten wir uns von Jörg, der im Café du Monde auf uns warten wollte (gut das er was zu lesen dabei hatte…).

Wir bogen nach links ab, wo wir uns jemandem vorstellen wollten. Die gute alte Miss Issippi, die durch die Stadt fließt. 😉

Nachdem wir uns ausgiebig mit der alten Dame unterhalten hatten und die Leute um uns herum schon merkwürdig guckten, gingen wir kurz zurück, um uns im Café du Monde zu stärken. Natürlich mit Beignets und einem Kaffee (mit und ohne Lait). Die Sitzgelegenheit nutzten wir auch, um uns noch mal einzucremen.

Frisch gestärkt zogen wir weiter. Jörg trennte sich und humpelte schon mal ins French Quarter, wir schlugen einen Haken, um das einzige noch mit Dampf betriebende Schiff in New Orleans zu bewundern: Die Natchez.

Jetzt, wo wir das abgehakt haben, konnten wir Jörg ins French Quarter folgen. Über Toulouse ging es nach Chartres (jeweils die Street, nicht den Ort ;-))  ostwärts und wir staunten über die viele Live-Musik und den ganzen Menschen auf der Straße. Das war besser als wir uns je vorgestellt haben. Susanne wunderte sich ebenfalls, hatte sie New Orleans so noch nicht erlebt. Die Erklärung war einfach: Es war das Wochenende des French Quarter Festivals.

Da wir die ganze Zeit schlenderten wurden wir von anderen Leuten überholt. So weit, so unspektakulär. Bei einem Pärchen, das uns auf der St. Ann’s Richtung Bourbon Street musste ich jedoch ganz schnell mal den Auslöser drücken. Hatte die da Bierdosen in den Haaren, wie Steffi bemerkte? Und war das überhaupt eine Frau, wie ich bemerkte?

Wir bogen von der St. Ann Street ostwärts auf die Royal Street – ja, wir sind zickzack durchs French Quarter gegangen – wo weitere Bühnen aufgebaut waren und sich Bands am Straßenrand aufgestellt hatten. Auch Schauspieler liefen verkleidet rum oder standen, wie in diesem Fall, reglos da.

Übrigens habe ich diese Figur aus dem James Bond Film noch am intensivsten im Gedächtnis, daher auch meine nicht respektlos gemeinte Mimik im Vordergrund.

Kurz vor der St. Philip Street fingen wir Jörg ein. Die St. Philip gingen wir in nördlicher Richtung und ließen Jörg wieder alleine, der von dort aus schon mal Richtung Auto humpeln wollte. In der St. Philip wurden wir von einer Frau mit Ketten von einem Balkon aus beschmissen. Skandalös sowas. Ich reagierte sofort und fing die Ketten einfach auf. 🙂

Kurz dahinter war ebenfalls eine merkwürdige Frau, die zwar (in meinen Ohren) nicht gut auf ihrem Keyboard spielte, ihr mangelndes Talent aber mit Enthusiasmus locker wettmachte. Mit Erfolg, wie der „Klingelbeutel“ vor ihr beweist.

Dann waren wir endlich in der berühmtesten Straße New Orleans‘, der Bourbon Street. Jetzt, nach unserem Urlaub, wo ich mich hier und da schlau gelesen habe, macht das Foto von der Frau (?) mit dem Bierhaarschmuck auch Sinn. Denn die Ecke Bourbon Street/St. Ann, die sogenannte Velvet Line, ist die Grenze, ab der die Schwulenszene in östliche Richtung ihre Pubs (unter anderem Bourbon Pub) hat. Den Teil ab St. Philip bis St. Ann durchquerten wir todesmutig ahnungslos in westliche Richtung. Ich möchte an dieser Stelle noch mal eben auf meine unbegründete Homophobie hinweisen.

Endlich lag sie vor uns. Der sündige, heterosexuelle Teil der Bourbon Street. Die einzige Straße in Amerika, auf der der öffentliche Konsum von Alkohol (in Bechern, nicht Dosen oder Flaschen) erlaubt ist. Hatte fast schon was von Amsterdam. 😉

Wenn man glaubt, die Amerikaner wären prüde, dann stimmt das wahrscheinlich. Was aber in der Bourbon Street abgeht, passt so gar nicht zu diesem Bild. Und wir waren am frühen Nachmittag dort und nicht, als es dunkel war.

Ab der Conti Street haben wir die Bourbon Street verlassen und sind dann im zickzack-Kurs Richtung Nord-Ost aus dem French Quarter wieder raus und zu unserem Auto zurück. Nicht ohne noch das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen.

Zum Ende hin gaben wir etwas Gas, weil in der vorderen Körpermitte Druck auf eine ganz bestimmte Region ausgeübt wurde. Kurz vorm Auto holten wir sogar noch Jörg ein, der froh war, endlich wieder sitzen zu können. Als erstes wurde der nächstbeste Laden angesteuert, der eine Toilette aufweisen konnte. Es war ein McDonalds. Das einzige Mal während wir in den Staaten waren, dass wir ein McDonalds betreten haben. Da man was kaufen muss, um das stille Örtchen aufzusuchen, sorgten wir gleich mal für Nachschub für die Blase. 😉

Auf dem Weg nach Hause war eine ganz besondere Route geplant. 25 Meilen entlang der Golfküste entlang fahren. Dafür sind wir (Susanne, berichtige mich, wenn ich falsch liege!) die US 43 nach Süden und mit der 90 ostwärts über die Bay St. Louis gefahren. Ab da führt die Straße direkt am Golf bis nach Biloxi. Eine wunderschöne Tour. Zwischen Pass Christian und Long Beach hielten wir kurz an, um unsere Füße ins Meer zu halten. Nein, das hat nichts mit Reviermarkierung zu tun. 😉

Ob auf unseren Füssen ein Fluch liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sich, kaum das wir wieder im Auto saßen, die Wolken ankamen und die Sonne bedeckten. Scheint vielleicht wirklich ne unheilvolle Kombination zu sein. Sobald unsere Füße Wasser des Golfs von Mexiko berühren, ziehen Wolken auf. Haben wir noch niemandem verraten, weil wir bis dato selber nichts davon wussten…

Auf jeden Fall eine schöne Strecke, die man auch gut im Cabrio genießen kann. Oder seinen Kindern auf der Ladefläche des Pickups gönnen sollte.

Kaum das wir durch Long Beach durch waren, hier ist Name noch Programm, standen wir in einem ordentlichen Stau. Erst dachten wir noch, es hätte einen Unfall gegeben, weil wir bei der nächsten Kreuzung von weitem Blaulichter sehen konnten. Die Polizei war aber nicht mit einem Unfall beschäftigt, sondern damit, die Abbiegemöglichkeit zu sperren, so dass wir (und alle anderen) dem Stau nicht entkommen konnten.

Dafür hatten wir Gelegenheit, einige heftigst aufgemotzte Karren zu fotografieren. Die tauchten auf einmal in einer Frequenz auf, dass das kein Zufall mehr sein konnte.

Aber auch Motorräder gab es das eine oder andere Mal zu bestaunen. Wie eine Harley Davidson „Blues Brothers“ Fan Edition.

Oder drei (3!) Hayabusa-Maschinen.

Vor allem fiel uns jedoch der gestiegene Anteil der afroamerikanischen Menschen auf, die am Straßenrand flanierten. Überhaupt stieg die Zahl der Fußgänger, bis es geradezu Horden waren, die am Straßenrand lang liefen.

Okay, der Anteil der Schwarzen in den Südstaaten liegt bei ca. 50%. Der Anteil der Schwarzen am Straßenrand betrug nach unseren Schätzungen ca. 98%. Was ist hier los?

Wie sich später, um genau zu sein, in Beloxi, rausstellte, war eine Kirmes oder sowas in der Art. Ob die nur für die Afroamerikaner war, hat sich für uns nicht erschlossen. Wir waren sowieso damit beschäftigt, deren gepimpten Autos zu fotografieren. Oder sie um ihre selbstbewussten Frauen zu beneiden.

Angeblich liefen die ganz schrecklich herum. So würde eine Frau nicht rumlaufen…Schade eigentlich. 😉

Hab ich halt irgendwie nicht verstanden. Ob das am mittlerweile nasskalten Wetter lag? Kurz vor Beloxi hatte es ganz leicht zu nieseln angefangen und die Temperatur sank von ca. 30 auf 22 Grad. Nicht unbedingt das Wetter, um im Bikini rumzulaufen.

Jedenfalls hatten wir mal wieder länger gebraucht als eigentlich geplant und kamen am frühen Abend, es war schon 18 Uhr durch, in Mobile an. Dort stand neben uns an der Kreuzung ein ganz besonderer Hot Rod. Das beste Beispiel, dass die inneren Werte zählen und nicht das Äußere.

Kaum angekommen, ging es nach kurzem Umziehen gleich wieder weiter (Armer Jörg). Denn die beiden wollten uns, anlässlich Steffis Geburtstag ins Texas Roadhouse einladen. Und wie in Amerika üblich, reserviert man sich keinen Tisch, sondern bekommt eine Nummer und wird dann, sobald ein Tisch frei wird, zum Tisch geführt. Und zwar von der Bedienung, die einen den ganzen Abend bedient.

Beim Italiener gibt es als kleinen Gruß aus der Küche Bruschetta oder Knoblauchbrot mit Pesto. Bei den Amerikanern gibt es kleine Brötchen mit – Achtung Katrin, das ist nichts für Dich – Zimtaufstrich. Kein Scherz. Mit Zimt sollten wir ein paar Tage später noch ein weiteres Zusammentreffen haben. Anscheinend haben die Amerikaner ein Faible für Zimt. Oder für Weihnachten und erinnern sich darüber an die Weihnachtszeit. Mal bei Gelegenheit im Blog „USA erklärt“ nachfragen.

Ich gönnte mir einen Burger und verpasste damit DIE Gelegenheit, ein echtes amerikanisches Steak zu essen. Aber die waren verdammt teuer und wenn ich eingeladen bin, dann achte ich einfach auf den Preis und esse schon aus Prinzip nichts Teures. Vielleicht beim nächsten Besuch in den USA. 😉

Als wir wieder zu Hause waren, kühlte Jörg erstmal seinen Fuß. Doch der war schon ordentlich angeschwollen. Kein Zweifel, die nächsten Tag würde er davon noch was haben…

Ende des „Kegelmarathons“

Heute also das siebte Mal Kegeln in den letzten elf Tagen. Und wie auch schon am Donnerstag gab es heute ein versöhnliches Ende.

Die als Spaßveranstaltung angegangene Bezirksmeisterschaft Dreibahnen wurde ein richtiger Erfolg für mich. Wenn das grüne Wundermittel (Mandy, ich habe noch keinen Namen von der Salbe^^) nicht so gut gewirkt hätte und mein linkes Knie geschmerzt hätte, wer weiß, ob ich dann überhaupt teilgenommen hätte. Nur so zum Spaß muss ich mir meine Gelenke ja nicht schädigen.

Aber aus Spaß wurde Ernst, wie wohl das Motto des Tages war. Als ich um halb zwei eintraf, konnte ich meinem Vater schon zum Bezirksmeistertitel gratulieren. Leider musste er dann weg (Nachtschicht) und konnte nicht miterleben, wie ich sein Ergebnis…nun ja…pulverisierte. 🙂

Leider kegel ich nicht in seiner Gruppe, sondern bin bei den knackig-jungen Herren. So reichte mein Ergebnis zu einer Interimsführung – was mir einerseits gefiel, andererseits Unbehagen verlieh, da ich zur Landesmeisterschaft nicht anwesend bin…die Flitterwochen. Ich bin schon als Vereinsmeister nicht bei der Kreismeisterschaft angetreten. Als Dreibahn-Bezirksmeister nicht zur Landesmeisterschaft hätte nicht gerade für meine Terminplanung gesprochen. 😉

Am Ende gingen jedoch noch zwei Kegler rüber und verdrängten mich auf den dritten Platz. Ein Ergebnis, auf das ich als Dreibahn-Neuling sehr stolz bin. 😀

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Zweiter

Wie erwartet hat gestern mein linkes Knie nicht sonderlich freundlich auf die weitere Beanspruchung durch Kegeln reagiert. Mit zusammengebissenen Zähnen habe ich aber die 120 Wurf durchgehalten.

Ob es das wert ist, habe ich mich vorher noch gefragt. Nach dem ich jetzt der erste Verfolger von Rolf-Dieter bin, möchte ich behaupten, dass war es. Vor allem aber tut es heute nicht so weh, dank dieser komisch grünen Wundersalbe, die ich mir gleich nach dem Durchgang aufs Knie geschmiert habe. Vielen Dank an meinen Vater für das Zeug. Was immer das auch war. Es hat super geholfen.

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Nette und weniger nette Geschenke

Drei Tage ist nun mein 35. Geburtstag her…

Viele Wünsche wurden mir erfüllt, ob bewusst oder unbewusst.

Bewusst gewünscht habe ich mir z.B. einen Ninja Regenschirm (Amazon-Partnerlink), auf den ich vor ein paar Monaten dank Malcolm aufmerksam wurde. Und den mir meine Liebste geschenkt hat. Das geschmeidige Ziehen des Schirms muss ich zwar noch üben und meine Schultern müssen auch noch etwas breiter werden, weil der Griff um einiges links herausragt. Aber das wird schon. 😉

Unbewusst war die andere Überraschung von Steffi. Das Spiel Risiko im Buchformat (Ebenfalls Amazon-Partnerlink). Das Spiel mochte ich schon immer, auch oder gerade weil ich es nicht konnte. Besessen habe ich es noch nie. Aber das gehört dank meiner Liebsten jetzt auch zur Vergangenheit. 🙂

Unerwünscht war dagegen ein anderes Geschenk, welches ich mir selber machte. An meinem Geburtstag musste ich ja unbedingt zum angesetzten Sondertraining für die Dreibahn-Bezirksmeisterschaft. Das war der vierte Kegeltermin innerhalb von sechs Tagen. Nach dem ich fünf Wochen überhaupt nicht gekegelt habe…

Das Geschenk ist eine seitdem im Knie sehr schmerzhafte Reizung, welches durch den Betriebssporttermin gestern (Termin fünf in acht Tagen) nicht besser wurde. Und gleich ist der erste Durchgang unserer Klubmeisterschaft (Termin sechs in neun Tagen)…

Ich weiß nicht, wie ich das überstehen soll. Aber dann sind ja zwei ruhige Tage bis Sonntag, wo ich dann meinen siebten Termin in dann elf Tagen überstehen muss. Die Dreibahn-Bezirksmeisterschaft. Wie gesagt, nach fünf Wochen absolutem Bewegungsmangel…

Mir habe ich aber auch noch gute Geschenke gemacht. Ein neues Handy, nebst einigem Zubehör.Das HTC Desire Z und dazu ein Ersatzakku, eine KFZ-Halterung, ein KFZ-Ladekabel und was Steffi auch freuen dürfte, eine Halterung fürs Fahrrad.

Und weil ich mit 35 Jahren auch mal wieder etwas mehr Sport in Form von Laufen machen will und mich das Handy mit seinen Äbs dabei unterstützen soll, habe ich noch ein Sportarmband und vernünftige Kopfhörer zum Laufen bestellt (alle vorangegangenen Links sind Amazon-Partnerlinks).

Aber das war ja noch nicht alles. Wie man sieht, gebe ich für allen möglichen Scheiß Geld aus. Deshalb, und weil man das mit 35 Jahren ruhig mal machen kann, habe ich mir eine umfassende Gesundheitsuntersuchung geschenkt, bei der ein großes Blutbild gemacht wird und mein Blut und Urin auf alle möglichen Sachen untersucht wird. Sollte man einfach mal machen. Und ab jetzt auch regelmäßig.

Vollpfosten an die Macht

Gestern Abend schlug sich der BVB gegen den vermeintlichen Favoriten aus Sevilla im Europaliga-Spiel nicht nur wacker, er dominierte das spanische „Spitzenteam“ nach Belieben. Einzig mit der Chancenverwertung und dem englischen Schiedsrichter haderten die Schwarz-Gelben, weshalb es am Ende 1:0 für die Gäste ausging und damit den Spielverlauf ad absurdum führten.

Heute jedoch schlägt sich der BVB selber, in dem er folgende Mitteilung auf seiner Homepage verkündet:

Peer Steinbrück kandidiert für BVB-Aufsichtsrat

Nicht nur, dass wir diesen unsäglichen Friedrich Merz seit Jahren im Beirat als sogenannten Finanzexperten sitzen haben, jetzt soll der unfähige, aber von den Medien als Finanzexperte hochstilisierte Steinbrück auch noch in die Führung von Borussia Dortmund reingedrückt werden?

Reicht es nicht, dass wir mit Merz bereits einen der Gründungsmitglieder der INSM, der Vereinigung, die sich für die Aufspaltung der deutschen Gesellschaft zum Wohle der wohlhabenden Bürger verantwortlich zeichnet, unser Geld in den Rachen werfen?

Muss es jetzt auch noch der ehemalige Finanzminister sein, der den Hedgefonds in Deutschland Tür und Tor öffnete und sich, als das Kind in den Brunnen fiel und Deutschland vor zwei Jahren in die Finanzkrise schlidderte, in der den Banken zig Milliarden unserer Steuergelder in den Hintern geblasen wurde, als Prophet feiern ließ, weil er das ja hat kommen sehen. Und dennoch nichts getan hat, außer mitverantwortlich zu sein, dass die Banken sich jetzt Millionen-Bezüge auszahlen und mit ihren Spekulationen weiter machen können wie bisher.

Ich zitiere mal eben Herrn Watzke:

„Ich freue mich sehr über die Bereitschaft von Peer Steinbrück und Friedrich Merz, für den Aufsichtsrat zu kandidieren“, sagte Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der BVBGeschäftsführung, „weil sie zu den profiliertesten Finanzexperten Deutschlands gehören und für den BVB einen großen Zugewinn an Kompetenz bedeuten.“

Da fasse ich mir an den Kopf! Liest Herr Watzke etwa nur Spiegel-Online und die Welt oder wie kommt er zu dieser Erkenntnis?!?

Lieber Herr Watzke, darf ich ihnen, wenn es Ihre Zeit erlaubt, mal die NachDenkSeiten zur Lektüre vorschlagen? Sie finden den Link dazu hier rechts in meinem Blogroll. Das ist diese Liste mit den komischen Titeln. Da stehen nicht nur die NachDenkSeiten, sondern auch andere kritische Webseiten, die nicht alles der Springer-Presse oder den Bertelsmännern nachplappern, nur weil bei ihnen irgendwelche INSM-Experten eingeschleust werden. Und die NachDenkSeiten werden nicht von irgendwelchen Mittzwanzigern mit einer Verachtung gegenüber dem deutschen Staat oder dem Turbo-Kapitalismus betrieben, sondern mit Albrecht Müller und Wolfgang Lieb einen promovierten Juristen (Lieb) bzw. einen Nationalökonomen (Müller).

Sollten aber tatsächlich die Herren Merz und Steinbrück zu den von Herrn Watzke für richtig gehaltenen Personen gehören, dann schlage ich auch noch den Professor Hans-Werner Sinn vor. Dann hätten wir gleich drei Kumpels zusammen. Dann vielleicht noch Raffelhüschen und Konsorten, dann hätten wir die geballte neoliberale Wirtschaftskompetenz im Aufsichtsrat vereint.

Merke: Nicht alles, was als Experte vorgestellt wird, ist auch einer. Viel zu oft steht nur eine Marionette von Adels Gnaden dahinter.

Zum Abschluss möchte ich noch eben Steinbrück im oben verlinkten Artikel von Borussia Dortmund zitieren:

„Der Verein stand am Abgrund, das Überleben hing am seidenen Faden. In nur wenigen Jahren ist es gelungen, den Verein neu aufzustellen, wirtschaftlich zu sanieren und Schulden abzubauen“

Etwas, was Herr Steinbrück im umgekehrten Sinne mit Deutschland geschafft hat…

Nachtrag: Wie 11-Freunde zu berichten wissen, spaltet die Kandidatur Steinbrücks die Fans. Weil er sich mit einem Schalke-Schal hat ablichten lassen. Und da wird der Chef der Fan- und Förderabteilung der Borussia, Marco Blumberg mit den Worten zitiert:

„Ich hätte sicher lieber jemanden, der durch und durch Borusse ist. Aber im Aufsichtsrat des BVB ist wirtschaftlicher Sachverstand gefragt. Und den bringt Herr Steinbrück zweifelsohne mit“

Hallo?! Aufwachen! Der wirtschaftliche Sachverstand Steinbrücks beschränkt sich meiner Meinung nach darauf, zu wissen, bei welchen Aufsichtsratpöstchen sich noch etwas Geld für die eigene Tasche erwirtschaften lässt.

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Der Grund der Entscheidung (Türkei, 5. Tag)

Am Dienstag morgen wurden wir wieder wie gewohnt vom Imam geweckt. Alles in Butter also. Wenn da nicht der Bauch wäre. Durchfalltechnisch schien zumindest bis zum Abend alles in Ordnung zu sein. Leider schien es nur so und abends ging es wieder so heftig los, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben zu Kohletabletten griff…

Ebenfalls zum ersten Mal in unserem Urlaub und in unserem Leben gingen Steffi und ich vor dem Frühstück an den Strand um uns zwei Liegen mit Handtüchern zu reservieren. Total peinlich war uns das. Wahrscheinlich haben unsere roten Köpfe den Strand in ein unnormales Licht getaucht. Wer weiß das schon?

Nach dem Frühstück ließen wir, im Gegensatz zu anderen Liegenblockierern, unsere Liegen nicht verwaist und genossen die Vormittagssonne. Halb dösend lagen wir so da, als uns eine vertraute Sprache ans Ohr drang. Unsere eigene…

Und leider wahr auch der Tonfall und die Art des Redens uns gut aus der Heimat vertraut. Mein Kommentar zu Steffi:

Die Meckerdeutschen sind da!

Gerade angekommen, ließen sich diese bereits über das schlechte Essen, die knappen Liegen (obwohl sie welche hatten) und das unfreundliche Personal aus. Dazu muss ich sagen, dass es sich um eine dreiköpfige Familie handelte, deren Tochter mit ewigen Fragen nicht nur ihren Eltern den letzten Nerv raubte. Die Mutter hatte eine Liege, die mit einer Auflage bezogen war (einer wie auf dem Bild mit der Katze) und auf dieser Liege noch eine Auflage von einer anderen Liege drauf packte, so dass einige Liegen nun „nackig“ waren. Das Personal reagierte auf die Beschwerden anderer Gäste, die keine Liegen hatten oder nicht auf dem Plastik liegen wollten und verteilte Auflagen. Dabei sah es auch, dass diese Frau ihre Auflage eigentlich nicht brauchte und nahm sie ihr weg. Für sie total unverständlich. Selbst ihr schlauer Mann konnte ihr das nicht erklären, weil er diese Aktion nicht verstand.

Und solche Menschen regen sich auf!

Von einer anderen deutschen Familie kam der Sohn aus dem Wasser zurück und schrie:

Diese verfickten Fische beißen!

Ja, sind denn hier nur die Familien angekommen, deren Kinder zurückgeblieben sind? Beißende Fische, dass ich nicht lache. Der ist zwei Minuten im Wasser und wird von den Fischen gebissen, wovon wir in den fünf Tagen noch nichts mitbekommen hat? Vielleicht sollte der sich mal waschen…

Als Steffi und ich ins Wasser gingen und gerade so knietief im Wasser standen, erschrak ich. Da knibbelt doch was an meiner Wade. Und was seh ich? Einer von den kleinen Fischen beißt doch tatsächlich an meinem Bein. Ja gibt es das?

Steffi fing an zu kichern, bis der Fisch von meinem Bein genug hatte, vielleicht weil ich ein paar Schritte wegging um ihn loszuwerden. Und da nun Steffis Beine in der Nähe waren, knibbelte er also an ihren Beinen, was sie dann nicht mehr so lustig fand. Aber ich. 😉

Merkwürdigerweise waren die (oder der) beißende Fisch(e) nur an diesem einen Tag so aggressiv. An allen anderen Tagen war von beißenden Fischen keine Spur.

Außerdem nutzten wir den Faulenzertag ausgiebig, um auf der Luftmatratze auf dem Wasser zu treiben. Wir ließen uns von der äußeren Absperrung gemütlich zum Strand zurücktreiben. Meine Beine waren zur Abkühlung im Wasser, Steffi lag auf dem Bauch, um auch mal dem Rücken etwas Farbe zu gönnen. Ich döste vor mich hin, als Steffi im ruhigen Tonfall sagte:

S: Da schwimmt ein totes Insekt im Wasser.

I: Mmmhmm.

S: Sieht aus wie eine Wespe.

I: Wo?

S: An Deinem Bein.

Sofort war ich hellwach und im Begriff, meine Beine aus dem Wasser zu ziehen, da war es auch schon zu spät. Ein stechender Schmerz schoss durch mein rechtes Bein. Als ich meine Wade begutachtete, steckte sogar noch der Stachel drin. Das war keine Wespe, das war eine Biene. Diesen Fauxpas verzieh ich Steffi ja noch, aber das sie mich nicht gleich darüber informierte, dass an meinem Bein ein Insekt lang trieb, nicht. Jedenfalls nicht sofort.

Zum Glück bin ich weder allergisch, noch blieb am Ende des Tages irgendwelchen Spuren zurück. Nach einer Stunde auf meine Schmerzen angesprochen, kam ich nicht umhin zu sagen, dass ich keine Schmerzen habe.

Geplant war, dass wir nach dem Kuchen essen nach Marmaris fahren. Der Stadt, weshalb ich mich hauptsächlich für den Urlaub entschieden habe.

Beim Dönerladen Marmaris in Delmenhorst gibt es den besten Döner der Stadt, dann kann das als Urlaubsziel nicht schlecht sein.

Das war DER Grund unserer Entscheidung. Naja, meiner Entscheidung. 😉

Da um 18 Uhr keine Taxiboote nach Marmaris fahren, sind wir in ein Dolmus, die hiesigen Minibusse, gestiegen und für fünf Lira pro Person an unser Ziel gelangt. Zum Glück hatten wir eine Frau an Bord, die sich perfekt auskannte, denn wir wussten nicht, wo wir auszusteigen hatten. Zwischendurch stiegen nämlich immer mal wieder welche aus, obwohl da keine, für Deutsche so bekannte, Bushaltestelle gab.

Als dann alle ausstiegen, fragte ich die Frau sicherheitshalber auch noch mal, ob das die Endstation wäre und wo wir nachher wieder aufgenommen würden. Nur ein paar Meter weiter wäre die Dolmusstation. Na, denn ist ja gut.

Wir schlenderten also am Hafen entlang, zumal uns die Frau im Reisebüro den schnuckeligen Hafen empfohlen hat.

Auf der rechten Seite waren die Schiffe, die Tauchfahrten, das uns bekannte Five Bay und andere Ausflüge anboten. Auf der linken Seite standen in Reih und Glied die Restaurants, die mit Catchern versuchten, Kundschaft für ihr Geschäft zu gewinnen. Und es waren echt hübsch aufgemachte Restaurants, mit sehr gemütlichen Flair.

Da mein Verdauung immer noch nervös war und ich zu dem Zeitpunkt mich lieber in der Nähe einer Toilette aufhalten wollte und vor allem, weil ich mich den ganzen Tag nur von trocken Brot und Melone (und ein paar Stücken Kuchen…) ernährte, setzten wir uns draußen in ein Restaurant, wo uns der erste Catcher auf sehr charmante Weise dezent ansprach (wirklich!). Und gemütlich war es auch.

Während wir da so saßen, beobachteten wir die ganze Zeit den Geschäftsführer, der jetzt der Catcher war. Und verdammte Axt, er hatte echt ein besonderes Talent. Mal abgesehen von dem obligatorischen und im ganzen Hafen zu vernehmenden „Lovely Couple“ konnte er sofort und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Deine Nationalität erkennen. Spätestens beim zweiten Versuch lag er fast hundertprozentig richtig. So sprach er die vorbeigehenden Menschen gleich in ihrer Sprache an, was diese häufiger mal zum Anhalten bewegte.

Und da wir fast am Weg saßen, halfen wir dem Guten auch gelegentlich unter die Arme. So schwärmte er meist von der „Best terrace of Marmaris“, was ich mit den Worten quittierte:

And the lunch is good, too.

Mindestens drei Pärchen oder Gruppen gingen so auf unsere Kappe. Schade, dass er das bei der Rechnung nicht berücksichtigt hat. 😉

Als zusätzliches Highlight konnten wir beobachten, wie das große Kreuzfahrtschiff, das bei Steffis Bild im Hintergrund zu sehen ist, den Hafen verließ. Tolles Schauspiel und ein adäquater Ersatz für das missglückte Bild von Samstag, als die Aida auslief und unsere Kamera ihre Untauglichkeit für Nachtbilder unter Beweis stellte.

Anschließend, es war mittlerweile dunkel geworden, schlenderten wir weiter den Hafen entlang. Der Yachthafen, wo die ganz großen Pötte liegen, war durch Sicherheitspersonal abgesperrt. Aber schon die kleinen Schiffe waren sehenswert.

Zurück gingen wir mehr oder weniger durch den Basar. Mehr, weil sich Geschäft an Geschäft reihte und weniger, weil wir gerne auch mal die üblichen Pfade verließen und uns so auch mal typische Straßenbilder in der Türkei anschauen konnten.

Als wir dann so an der Minibusstation standen und die Minibusse im Minutentakt die Station wieder verließen, wurde uns bewusst, wie laut Marmaris eigentlich ist. Ständig hupten Autos oder Mopeds die vorbei fuhren während die Minibusse versuchten, auf die zweispurige Straße zurückzukommen.

Es gab da aber noch ein anderes Problem. Standen wir wirklich richtig? Von unserem Dolmusabfahrtsplan in Turunc wussten wir, dass um zehn Uhr ein Dolmus fahren müsste. Nur an der Station hielten in den zwanzig Minuten, die wir da standen, Dutzende Minibusse. Die wollten entweder nach Icmeler, Siteler oder vor allem Armutalan. Keiner nach Turunc…

Um kurz nach zehn stand auf einem der Schilder eines Dolmus dann endlich die erlösenden Worte: Marmaris->Turunc. Der Fahrer gab gleich mächtig Gas und sammelte unterwegs noch ein paar Leute ein, bis wir voll waren. Und obwohl er die Berge raufraste, als gäbe es kein Morgen, fühlte ich mich ungewohnt sicher. Vielleicht lag es an seiner Frau, die neben ihm saß. 😉

Als wir also so die Berge raufratterten, klingelte hinter mir ein Handy. Mit einem mehr als ungewöhnlichen Klingelton für diese Jahreszeit (Vorsicht! Ohrwurmgefahr!):

Um kurz nach halb elf waren wir dann wieder bei unserem Hotel, wo bereits die türkische Nacht, die einmal die Woche stattfindet, im vollen Gange war. Wir setzten uns an einen freien Platz und schauten der Bauchtänzerin zu, die gerade ihren Auftritt hatte. Und mir war sofort ein Problem bewusst. Wir hatten zwar ein paar türkische Lira, aber nur Münzen. Keine Scheine. Und sie tanzte die Männer an, die ihr mit Freuden die Scheine in den Ausschnitt schoben. Das war bei uns leider nicht drin.

Als sie dann bei uns war, war ich sogar froh, dass ich nichts hatte und eine ablehnende Bewegung machte, weil ihre Schellen neben meinem Ohr eine ungesunde Symbiose bildeten. Himmelherrgott, man stellt sich so ein Bauchtanz ja anders vor, als er in Wirklichkeit ist. Dieser hier war sicher hübsch anzusehen, aber er war auch brachial laut. Und ich weiß, was brachial laut ist. Ich war schon auf drei Konzerten der Einstürzenden Neubauten.

Danach zeigten eine Tänzergruppe noch traditionelle Tänze. Ein Derwischtanz war natürlich auch mit dabei. Aber vor allem schöne Paartänze, wenn man das Paartanz nennen kann.

Auch mitmachen war angesagt. Dafür sind die Tänzer und Tänzerinnen rumgegangen und haben wahllos Leute rausgegriffen, die sich allesamt geziert und gewehrt haben. Erst die Gelsenkirchenerin kam, wenn auch widerwillig, mit. Steffi sollte auch mitkommen, die ich, Schwein wie ich bin, ermuntert habe. Ich müsste aber sitzen bleiben, wegen der Fotos. Ist klar. 😉

Da aber sonst keiner mitwollte und mich schneller als ich „Piep“ sagen konnte, mein schlechtes Gewissen packte, vor allem aber eine türkische Schönheit packte, ging ich dann auch mit. So waren es die langweiligen Deutschen, die zu dritt vorne mit der Tänzergruppe eine komplizierte Schrittfolge tanzte. Diese Schrittfolge behielten wir dann bei, als wir alle gemeinsam durch die Menge tanzten und dabei noch mehr Gäste einsammelten.

So waren wir am Ende zwanzig Tänzer, die zu immer schneller werdender Musik immer schneller abgingen. Ein echter Spaß.

Zum Schluss ging die Gruppe noch einmal mit einem Korb rum. Zeit die türkischen Münzen loszuwerden. Steffi bekam irgendwas dunkles auf die Handinnenfläche gedrückt.Nur was war das? Steffi sah, wie jemand nachfragte und als die Show vorbei war, ging Steffi zu ihr hin und fragte nach. Kurze Zeit später kam sie wieder und wusste, dass es Henna war, womit sich Frauen bei Hochzeiten die Hände verzieren. Oder so.

Auf jeden Fall sagte Steffi, dass wir uns zu den beiden hinsetzen könnten, was wir auch prompt taten. Das Pärchen befand sich in den Flitterwochen im Hotel und war morgens erst angekommen. Er, Joost, Niederländer und sie, Beata, Polin, sprachen Englisch mehr als fließend, was uns Gelegenheit gab, unsere Englischkenntnisse zu verbessern. Leider war das Gespräch nur von kurzer Dauer, weil das Personal die Strandbar dicht machte und uns dann auch bat, zu gehen. Was wir dann auch taten, schließlich war der Tag lang genug.

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Düstere Fundstücke (KW 32)

Hier wieder einige Begriffe, mit denen jemand auf diesem Blog gelandet ist:

manchmal erregt nur ein bild unsere aufmerksamkeit

Davon habe ich auch schon gehört. Welches war es denn hier bei uns? Doch nicht etwa das hier?

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tödlicher ausgang junggesellenabschied

Sind meist urbane Legenden. Neulich erst erzählte eine Arbeitskollegin die Story, dass jemand irgendwo in Deutschland bei einem Junggesellenabschied die Stiefel mit Bauschaum gefüllt bekam. Seine Füße mussten danach amputiert werden und sein Trauzeuge, der auf die Idee kam, brachte sich um. Schlimm sowas. Ein kurzer Blick bei Google brachte dann aber ans Licht: Nichts weiter als eine erfundene Geschichte…

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rückenschmerzen vom kegeln

Ist nicht gut. Wirklich nicht. Ich habe keine, eher mal in den Knien oder in den Waden. Aber dann habe ich mich nicht richtig aufgewärmt. Such mal lieber einen Arzt auf.

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„jessica sanders“ delmenhorst

Kenne ich nicht. Sollte ich?

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friesenhof f buffet

Klemmt bei Dir die „f“-Taste? Oder was meinst Du? Hat jemand ne Ahnung, wofür das „f“ stehen soll?

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Der 37. Hochzeitstag – Oder: Am 30. Mai ist Weltuntergang…

Gestern war der 37. Hochzeitstag meiner Eltern und meiner Vater und ich haben abgemacht, nach der Verabschiedung der Berliner gemeinsam mit Steffi und meiner Mutter nach Tossens zum Fischessen zu fahren.

Was niemand wusste: Ich habe ein paar Tage vorher Markus Bescheid gesagt, damit er die Möglichkeit hat mitzukommen. Ich sage nur Reputation. 😉
Auf jeden Fall hätte ich die Idee nochmal überdenken sollen oder das nächste Mal den Vorschlag meines Bruders berücksichtigen. Denn während die Herrschaften mit den längsten Beinen vorne saßen, quetschten sich die Fülligsten und Steffi auf die Rückbank. Noch Abends klagte Steffi folgerichtig über Beklemmungen. Aber beim nächsten Mal wird sicher Sophie auch noch mitkommen und dann wird ein zweites Auto Pflicht. Dann wird die Tour auch nicht so weit gehen, mir schwebt da nämlich schon was vor.

Wie dem auch sei, nach einer guten Stunde waren wir in Tossens angekommen, nachdem mein Vater Gelegenheit bekam, seine alte Heimat meiner zukünftigen Frau zu zeigen. Inklusive einiger heiteren Anekdoten.

Regnete es auf den Weg nach Tossens schon zwischendurch das eine oder andere Mal, so zog es sich in Tossens bedenklich zu. Schnell ein wirklich günstiges Parkticket gezogen (Liebe Bremer: 4 Stunden für 2 Euro!) und dann über den Deich Richtung Restaurant am Jadebusen (von dem meine Großeltern erzählten). Dort steht das Strandlust, heißt aber wohl Luzifer und ist noch brandneu. Das Restaurant hat einen schönen Panoramablick, ist gemütlich eingerichtet und eine interessante Karte. Außerdem besitzt es wohl Zugang zu einer eigenen Rösterei und Brauerei.

Das Essen war wirklich lecker und der Kaffee schmeckte auch recht gut. Es war auf jeden Fall kein so ein aufgeschäumter Mchtegern-Kaffee. Preislich ging das ganze auch in Ordnung. Selbst die Kuchen waren in ordentlicher Auswahl vorhanden und die Stücke hatten eine reelle Größe.

Leider, leider ist am 30. Mai tatsächlich Weltuntergang. Denn wir schafften es so gerade trockenen Fußes ins Restaurant und danach regnete es sich so richtig ein. Und das sollte auch den ganzen Nachhauseweg so bleiben. Aber zum Glück war das Wetter nicht das beste an dem Tag gewesen, sondern das mit Abstand schlechteste.

Wie gesagt ging es auf der Rückbank eng zu, auch auf dem Heimweg. Von daher wird Steffi sicher meinen im letzten Absatz getätigten Satz nicht ganz so unterstreichen. 😉

Aber davon und dem Wetter mal abgesehen war es ein schöner Ausflug.

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Danke, geht wieder

Vor circa zwei Wochen fing mein linkes Ohr zu Schmerzen an. Der Schmerz war mir nicht ganz unbekannt. Er fühlte sich nicht nach einer Mittelohrentzündung an, sondern kam eher so vom Kiefer her. Nein, nicht Sutherland. Ich meine meine Kauleiste…(hihi, zweimal meine ;-))

Damals sagte ich schon zu Steffi, dass ich wohl nicht umhin komme, mein Anfang des Jahres aufgestecktes Provisorium entfernen und eine Wurzelbehandlung über mich ergehen zu lassen. Aber wie das mit Wurzelbehandlungen nun mal so ist, man schiebt sie gerne auf.

Die letzten zwei Wochen gingen auch eigentlich ganz gut. Manchmal wachte ich nachts auf, weil ich auf der linken Gesichtshälfte lag und diese halt sehr empfindlich ist. Aber im Großen und Ganze hielten sich die Schmerzen im Rahmen des Erträglichen. Bis letzten Donnerstag…

Ausgerechnet an einem Feiertag mit anschließendem Brückentag schlug der Zahn dann zu. Wann auch sonst? Die Nächte wurden stets durch schmerzhaftes Aufwachen begleitet und am Wochenende war ein Durchschlafen nur noch in wenigen Stundenrhythmen möglich. Genau wie der Undertaker schlief ich in der Nacht zu Montag so gut wie gar nicht. Zwei Stunden am Stück waren das Höchste und das auch nur, weil ich mir um 3 Uhr ein paar Schmerztabletten reinpfiff. Was mir nicht gerade zu einem schwungvollen Aufstehen verhalf. Der Kreislauf war im Keller, die Schmerzen dank Aspirin etwas betäubt, aber die Gewissheit war vorhanden, dass diese wiederkommen…

Und so wählte ich mir ab 8 Uhr die Finger wund, um bei Zahnarzt einen Termin zu bekommen. Leider war dort eine Stunde dauerbesetzt, aber als ich um kurz vor 9 Uhr endlich durchkam und ich sofort vorbei kommen konnte, durchströhmte mich ein Schwall der Erleichterung.

Und es war auch klug, sofort vorbeizukommen. Kurz nach meiner Ankunft begann in der Zahnarztpraxis der große „langes Wochenende“-Ansturm. Davon bekam ich auch alles mit, weil ich nach der ersten Betäubung im Flur platziert wurde. Normalerweise bleibe ich IMMER im Behandlungsraum. Mir machte das nichts aus, bis die Betäubung wirkt, warte ich lieber eine Viertelstunde, als nur fünf Minuten. Sicher ist sicher. 😉

Nach zehn Minuten ging es für mich weiter. Zuerst wurde das Provisorium durch den Bohrer entfernt. Dabei kam meine Zahnärztin auch gelegentlich an die Wurzel (?), was ich durch schmerzhaftes Aufzucken meines Körpers signalisierte…

Also nochmal den Rest einer Monatsration an Betäubungsmittel in den Körper gepumpt und wieder in den Flur geschickt. Dort bekam ich dann die manchmal sehr anstrengende Arbeit in einer Praxis mit viel Kundendurchlauf mit. Für mich reine Unterhaltung, was ich mit einem breiten Grinsen kund tat. Die Zahnarzthelferin verbot mir aber den Mund („Sagen Sie nichts!“ ;-)), allerdings verbot sie mir auch das Schlafen.

Die eigentliche Wurzelbehandlung war dann dank der BTMs auch gar nicht mehr so schlimm, ja geradezu entspannend.

Nach insgesamt zwei Stunden war ich dann schon wieder raus. Ein wenig ängstlich sah ich noch der Zeit entgegen, wo die Betäubung nach ließ. Aber auch das ging überraschend gut. Als Steffi später anrief um zu wissen, wie es mir geht, konnte ich sogar schon wieder jammern. Ein untrügliches Zeichen, dass es mir gut geht. 😉

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