Flittern in sweet home Alabama (8) – Alarm

Raus aus den Federn. An unserem achten Tag in Alabama, wo wir in Georgia aufwachten, stand der Besuch im größten Aquarium der Welt an. Also schnell gefrühstückt und ab ins Auto.

Circa eine Stunde hatte ich für die Fahrt eingeplant, nach einer dreiviertel Stunde waren wir bereits im Parkhaus. Dabei sind wir in die Rush Hour geraten, wo auf einer sechsspurigen Straße (!) Stop & Go (!) war.

Der Rest war kein Problem. Das muss man den Amerikanern ja lassen. Beschildern können sie. Das Navi führt einem zum Ziel und ab da stehen dann Schilder, wo man parken kann.

Nun waren wir zu früh da, das Aquarium machte erst um 10 Uhr auf. Doch hatten wir Glück, denn so standen wir am Anfang der Schlange. Die wurde erst mal ganz langsam abgebaut, nur zwei von sechs Kassen hatten auf. Kurz bevor wir ran kamen, öffnete die dritte und vierte Kasse und dann ging es ruckzuck. Die Kreditkarte gezückt und die 25,50 US-$ (plus Tax) bezahlt. Noch die obilgatorische Taschenkontrolle und Leibesvisitation und ein Erinnerungsfoto vor der grünen Wand, dann ging es endlich rein.

Wie gesagt, Amerikaner haben es drauf, was das führen durch unbekanntes Terrain angeht. Kaum drin, bekommt man eine Übersichtskarte in die Hand gedrückt. Erst dann kann man den riesigen Saal überhaupt genießen. Aber wir sind ja nicht gekommen, um uns einen großen Raum anzugucken. Jedenfalls keinen ohne Wasser drin. 😉

Im Uhrzeigersinn gingen wir die einzelnen Themenbereiche ab. Zuerst den Georgia Explorer, wo mehrere Touchpools waren. Dort konnte man Schnecken, Seesterne, Rochen, Haie und einiges mehr betatschen. Ich könnte ein ganzes Album mit Fotos erstellen, wo Steffi irgendwas am Anfassen ist. Ich belasse es bei einer kleinen Auswahl.

Beim Rochen meinte sie noch, der wäre irgendwie pelzig. Als ich den berührte, einigten wir uns mehr auf glitschig. Den Hai musste ich irgendwie auch mal berühren und der fühlte sich richtig rau an. War auf jeden Fall mal eine Erfahrung.

Wie sich die nächste Kreatur anfühlt, kann man sich vielleicht denken.

Der Bereich Georgia Explorer soll wohl die Küstengebiete um Georgia repräsentieren. Auf jeden Fall war ein Spielbereich integriert und eher für Kinder ausgelegt. Auch der nächste Bereich zog eher die Kinder und Patrioten an: River Scout.

Hier konnte man heimische Lebewesen aus allen Blickwinkeln betrachten. Sowohl von unten, als auch mittendrin.

Die Gelegenheit, hinter oder unter das Becken zu krabbeln, gibt es im Georgia Aquarium häufiger. Ist nicht unbedingt angenehm, für Menschen mit ähnlicher Körpergröße wie es bei mir der Fall ist. Nett ist es allemal und erlaubt ungewohnte Perspektiven. Leider machte unsere Kamera manches Spielchen nicht mit. Wie zum Beispiel beim Piranhabecken, wo man auch seitlich ans Becken krabbeln und sich in ein Bullauge setzen konnte. Entweder hatte ich Steffi auf dem Bild, und die Fische im Dunkeln. Oder die Fische erstrahlten im Glanze des Blitzlichtes, während von Steffi nur ihre Silhouette zu sehen war.

Doch die Zähne des Piranhas, die habe ich erwischt!

Anschließend ging es ins Coldwater Quest, wo wir die ersten richtigen Highlights des Aquariums zu Gesicht bekamen (ohne vorher davon gewusst zu haben). Die Rede ist von einem richtigen Filmstar. Ihr kennt das Tier sicher alle aus einer berühmten vierteiligen Filmreihe.

ALIEN!

Scary, oder? Ich musste gleich an das Viech aus dem ersten Alien-Teil denken, dass sich auf das Gesicht setzte um ein Alien im Körper einzusetzen.

What ever. Es gab ja noch interessantere Dinge zu sehen. Zum Beispiel Amenone Anom Anemno Anemonen. Und die sind ganz schön anhänglich, wie Steffi schnell erkannte.

Von ferne hörten wir schon orchestrale Musik und fragten uns, was das zu bedeuten hatte. Und dann sahen wir sie. Die Beluga-Wale. Wunderschön, vielleicht durch die Musik im Hintergrund schon übertrieben schön in Szene gesetzt, aber verdammt eindrucksvoll. Ein Bild kann das eh nicht angemessen genug wiedergeben, außerdem kribbelte es in meinen Füßen. Ich hatte nämlich meine Lieblingstiere entdeckt und zu denen wollte ich hin. Den Pinguinen!

Dort verloren wir ich etwas die Zeit. Als wir uns endlich von den kleinen Rackern trennen konnten, hatten wir noch mal die Gelegenheit, die Beluga-Wale aus einer höheren Warte aus zu beobachten. Schon klasse gemacht. Mittlerweile wurden die Wale gefüttert, was man mit einem „Behind the Scenes“-Zugang noch besser hätte sehen können. Das hätte 13 $ mehr gekostet und das war es uns dann doch nicht wert. Zumal nirgends genau beschrieben stand, was sich dahinter verbirgt.

Jedenfalls gingen wir weiter zum nächsten Bereich, welcher der größte in Aquarium ist. Der Ocean Voyager Bereich. Und der ist gespickt mit großen Scheiben. Erst wir an einer recht schmalen Scheibe fest und konnten uns gar nicht mehr abwenden, so atemberaubend war es. Und vielfältig. Mehrere Haiarten, Mantarochen und unglaublich große Fische gab es zu sehen. Irgendwann schnallten wir, dass der Bereich noch weiter geht und wir kamen durch den Tunnel.

Und der hatte es in sich. Nein, umgekehrt. 🙂

Darüber Worte zu verlieren, wird unserem Eindruck nicht gerecht. Nur so viel: Es gab genug Gelegenheit für tolle Fotos.

Oben sieht man die Silhouette des größten (bekannten) Fisches in den sieben Weltmeeren, dem Walhai. Und davon schwimmen einige im Becken. Jedes Mal, wenn der vorüberschwimmt, stockt einem fast der Atem, so gewaltig sind die.

Im Anschluss ging man seitlich am Becken lang und gelangte dann an das riesige Fenster des Beckens. Und dort gingen wir dann endgültig verloren. Was aber okay ist. Dort sind einige Stufen, auf denen man sich hinsetzen kann und sollte…

Oder man stellt sich vor das Becken und fotografiert sich mit einigen Fischen im Hintergrund. Zum Beispiel zum Vergleich der Größen.

Und ich meine jetzt nicht, dass Steffi klein ist, sondern der Fisch unglaublich groß.

Manche Fische waren auch zu scherzen aufgelegt. Insbesondere die Haie schienen einen Clown gefrühstückt zu haben. 😀

Und der hier auch!

Wer genau im Bild mit dem Größenvergleich hinschaut, erkennt mittig unten einen Fisch, den wir lange für Dori gehalten haben. War sie aber nicht. Die haben wir dann im nächsten Bereich gefunden, im Tropical Diver. Gefunden haben wir auch jemand anders.

Das war dann auch die letzte Station und Ihr könnte es Euch sicher denken…Wir haben dieselbe Runde noch mal gedreht. Die erste Runde haben wir so in zwei, zweieinhalb Stunden gemacht. Die zweite so in einer guten Stunde.

Am Ende fanden wir einen Stand, wo man sich seine Fotos vom Eingang anschauen und kaufen konnte. Hier traf uns fast der Schlag. Also anschauen konnten wir sie, d.h. sie waren schon ausgedruckt und alles. Zwei verschiedene Fotos mit unterschiedlichen Hintergründen plus ein paar Bildern vom Dolphin Tales Bereich – in dem wir nicht waren, weil der satte 16 $ zusätzlich gekostet hätte. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu dem, was die Bilder kosten sollten. 40 (Vierzig!) US-$! Für Fotos, die sie sowieso schon ausgedruckt hatten und mit unserem entsetzten „Nein“ in den Shredder steckten…

Vierzig Dollar hätten wir nicht mal ausgegeben, wenn wir das Komplett-Programm (Eintritt, Dolphin Tales, 4D-Kino und Behind the Scenes) im Aquarium bezahlt hätten. Öhm, da waren uns die eigenen Fotos Erinnerung genug an diesem schönen Besuch des Aquariums.

Das Parkhaus war übrigens auch nicht so teuer. Ich weiß nur nicht mehr, was ich dafür gelöhnt habe.

Aus Atlanta raus führte uns Lucy wieder ganz hervorragend, wenn auch nicht direkt auf eine Interstate, sondern erstmal die Simpsons Road genau zwischen Bankhead und Hunter Hills lang. Dort bekamen wir das zweite Mal nach New Orleans das arme Amerika zu sehen. Wobei auch hier Apartments und Trailer Parks, wie man es sonst aus Filmen kennt, nicht vorhanden waren. Auch arme Amerikaner leben in Einzelhäusern, die wiederum ziemlich heruntergekommen sind.

Irgendwann kamen wir dann auf die I-20, die wir Richtung Westen fuhren. Am nächsten Tag wollten wir schließlich in Memphis sein. Und das nach Möglichkeit ohne Umwege.

Ich habe doch gesagt, ohne Umwege! 😉

Der Trip von Mobile nach Atlanta und weiter nach Memphis war schon länger geplant. Man schaut sich schon mal die Strecke an, plant eventuelle Übernachtungen und geht dabei die Route etwas ab. Und was entdeckten meine Augen auf der Karte? Bremen. Klarer Fall, wenn wir da sind, dann müssen wir uns vor so einem Schild ablichten. Das war übrigens das erste Mal, dass wir in Amiland so ein gemauertes Ortsschild entdeckten. Tourifalle? Uns egal. Die restliche Tour sollten uns solche gemauerten Ortsschilder noch häufiger begegnen.

Wenn wir schon mal in Bremen sind, dann können wir auch gleich essen. Im Wendy’s aßen wir endlich mal wieder einen Burger. War der geil. Und die Pommes! Die besten Pommes in Amerika findet man definitiv bei Wendy.

Der Laden machte nicht so viel her. Milchige Scheiben, recht heruntergekommen – Bremen halt – und die Bedienung…bei der Bestellung fragte sie mich irgendwas. Keine Ahnung was. Ich verstand…NICHTS. What? Sie wiederholt es…Wort für Wort…im selben unverständlichen Dialekt. WHAT? Und wieder wiederholte sie sich. Schön, das hast Du gerade schon gesagt und ich habe NULL verstanden. Nach dem dritten Mal benutzte sie ihr kaum vorhandenen Intellekt um mit den Händen zu zeigen, was sie wollte. Ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur, dass sie schon tierisch angepisst war, weil ich sie ja nicht verstanden habe. Sorry that. Ich sprech nun mal kein Southern.

Naja, wir kamen ja zu unserem Essen. Refill war auch, so dass wir uns noch einen halben Liter Diet Coke für den Weg mitnahmen und dann ging es auch schon weiter. Über Birmingham, wo wir wieder eine süße Skyline zu sehen bekamen am Barber Motorsportpark vorbei, wo Tags zuvor noch ein Indy Car Rennen statt fand. Leider die Gelegenheit verpasst…

Kurz hinter Birmingham kam dann endlich das Lied, worauf man am meisten hofft, wenn man in den USA ist. Auch wenn es nicht auf Besucher zutrifft, so nimmt das Lied einen mit, wenn man den American way of life so hautnah spüren kann, wie wir es konnten.

Circa 50 Meilen vor unserer nächsten geplanten Übernachtungsmöglichkeit machten wir einen Zwischenstop in Jasper, wo wir in einen Walmart reinflitzten um Bier zu kaufen. Vorher erleichterten wir uns. Auf der Toilette sprach mich beim Händewaschen ein Amerikaner an. Das es in der Nähe von Walmart ja immer ein McDonalds gäbe und ob ich wüsste, wo hier einer wäre. Das ich ihm nicht helfen konnte, machte ich ihm schnell klar. 😉

Und dann kam die amerikanische Freundlichkeit wieder zum Vorschein mit einem kleinen Überraschungseffekt. Wo wir denn herkämen (Standardfrage!). Ja aus Deutschland. Er hätte auch einen deutschen Nachnamen. Schkouls. Wie bitte? Schkouls. Großes Fragezeichen bei mir im Gesicht. Es SSI Ätsch O Äl Set. Ach Scholz! Ja, das ist in der Tat ein typisch deutscher Nachname. 🙂

Und was wir denn hier täten und ob es uns gefiele. Das wir hier unsere Flitterwochen verbringen und es uns sehr gefällt. Da freute er sich und wünschte uns, sehr glaubwürdig, herzlichst alles Gute. Und reichte mir die Hand zum Abschied.

Nanu. Susanne sagte mir doch, dass in Amerika sehr selten die Hand gegeben wird. Eigentlich nur guten Freunden und lange Bekannten. Und das wusste ich auch durch Scot und seinem Blog. Ich habe mir seinen Artikel gerade noch mal durchgelesen und da steht:

„Amerikaner, die sich nur beim ersten Kennenlernen und bei sehr formellen Anlässen die Hand geben,[…]“

Ich war jedenfalls total verdattert und kann nur hoffen, dass ich wirklich gerade gestanden habe. 😉

Wir holten nach einigem hin und her unser Bier und Chips, nahmen noch eine Dose Spam für meinen Bruder mit und gingen an die Kasse. Dort wurden wir mit nur zwei Buchstaben wieder mit dem Southern Accent konfrontiert.

Äide, verlangte die Kassierin (die nicht nur die Sachen in Tüten einpacken – zwei Sachen pro Tüte maximal – sondern auch die ganze Zeit stehen müssen. Schönen Gruß an die freundlichen deutschen KassiererInnen!).

Bitte was wollen Sie?

Äide!

Warum zum Henker wiederholen sie dasselbe mit demselben Akzent? Geht das nicht deutlicher?

Ei.Dih.

Ach so, eine Identity wegen des Biers. Warum bin ich darauf nicht selbst gekommen? Ach ja, wegen der nicht sooo deutlichen Aussprache.

Wir wieder zurück zum Auto, wo ich eben noch aus dem Kofferraum mein Jäckchen holen wollte, weil es sich schon etwas zugezogen hatte am Himmel. Ich vernehme noch ein wie ein Alarm klingendes Geräusch und denke:

„Cool. Sogar wenn der Kofferraum offen ist, während der Motor läuft, schlägt das Auto akustisch Alarm.“

Tat es aber nicht. Als ich wieder in den Wagen stieg, saß Steffi kreidebleich dort und sagte, das gerade eben eine Tornadowarnung durchgegeben wurde. Für den Bereich Jasper. Und wo waren wir?

Man solle Schutz suchen und sich von der Straße entfernen. Wir waren rund eine halbe Stunde (laut Lucy) von unserem Motel entfernt. Das sollte genug Schutz sein. Nichts wie hin da.

Auf den Bildern kann man nicht wirklich was erkennen. Fakt ist aber, dass binnen zwei Minuten die Welt bereits unterging. Susanne sagte uns, wenn es regnet, dann wie aus Eimern. Wenn dann noch Wind, wie in unserem Falle sehr starker Wind dazukommt, dann ist das mit der Sicht nicht mehr sooo gut. Das Auto vor uns war schon gar nicht mehr zu erkennen. Ich sah nur an seinen Lichtern, dass er rechts ran fuhr und Schutz unter einer Brücke suchte. Und was die Amerikaner machen, die sich mit solchen Situationen auskennen, das mache ich dann auch.

20 Minuten schauten wir uns den Weltuntergang an, machten brav ein Video – welches ich nicht von der Videokamera auf den PC kriege 😈 – und warteten, dass es besser wurde. Es wurde zum Glück besser und als die vor uns stehenden Autos weiter fuhren, fuhren wir auch weiter. In Hamilton kamen wir tatsächlich eine gute halbe Stunde später an. Regnen tat es kaum noch und wir luden unsere Sachen im Zimmer an.

Wie man vielleicht an meinem Blick erkennt, varieren die Zimmer in Motels nicht sehr stark. Außer in der Sauberkeit. Da machte das Days Inn, in dem wir jetzt waren, einen deutlich besseren Eindruck. Das liegt jedoch nicht immer an der Kette an sich, sondern an dem jeweiligen Besitzer.

Wir nutzten die frühe Ankunftszeit, es war kurz nach sechs, um endlich die Karten zu schreiben, die wir schlauerweise mitgenommen haben. Danach war uns noch nach etwas Stärkung, also stiegen wir noch mal ins Auto und fuhren zum Taco Bell, wo wir irgend so ein Menü bestellten. Fehler!

Die Wraps waren gar nicht schlecht, kein Vergleich zum Speedy Taco, den ich aus dem Foodcourt in der Waterfront kenne. Das Enchilada kam auch sehr gut daher. Was gar nicht ging, waren die Pommes oder was immer das auch sein sollte. Pommes irgendwie nicht. Jedenfalls waren die mit Zimt (ja Katrin, mit Zimt!). Ich aß sie trotzdem auf, waren ja bezahlt. 😉

Der Kassierer sprach relativ deutlich und fragte uns auch, wo wir her kämen und wo wir hin gingen. Morgen geht es nach Memphis. Dann schönen Gruß an die Grizzlies, wenn wir die Gelegenheit hätten, sollten wir uns ein Spiel von denen angucken.

„Football?“, fragte ich sogleich und hatte kaum das Wort ausgesprochen, da antwortete er schon. Basketball. Fettnäpfchen. 😳

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Was danach geschah

Nun hatten wir ja das Glück, dass unser Bett nicht sooo weit entfernt war. Das Hotel spendierte uns aus gegebenen Anlass ein Hotelzimmer, was den unschätzbaren Vorteil hatte, dass wir keine böse Überraschung erlebten. Denn der eine oder andere glaubt, dass es Brauch ist, dem Hochzeitspaar die erste Nacht so schwer wie möglich zu machen. Und dabei sind Erbsen im Bett noch das harmloseste…

Lange schlafen ging dann aber trotzdem nicht, da um 11 Uhr die Zimmer bereits verlassen sein mussten. Also sind wir um halb neun (so der Plan) vom Wecker geweckt worden. Wach waren wir aber schon um acht! Geduscht und ab zum Frühstück. Und dort, und das war besonders schön, trafen wir noch einige Gäste von der Hochzeitsfeier. Kollegen und Freunde, von denen man sich dann noch mal richtig (und nüchtern^^) verabschieden konnte, bevor es auf die große Reise ging.

Noch schnell die Geschenke ins Auto geladen und ab nach Sillenstede zu den Schwiegereltern. Dort wieder die Geschenke ausgeräumt und dieselben dann im Eilverfahren nach Dollarscheinen abgesucht. Denn es waren so einige Dollars in den Geschenken versteckt und es wäre ja doof, wenn die in Deutschland blieben.

Ehe wir uns dann versahen, saßen wir bereits im Auto mit meiner Cousine und ihrer Tochter, also meiner Nichte zweiten Grades auf den Weg nach Bochum. Bis zur A1 ging auch alles glatt, aber kurz vor Lotte kam im Radio die Info…acht Kilometer Stau vor Lotte. Zu spät zum Abfahren, rechtzeitig zum reinfahren. 😦

Und dort standen wir dann geschlagene zwei Stunden, eher noch eine halbe Stunde mehr, so rum. Jedoch hatten wir das Glück, übrigens zum zweiten Mal in unserem Leben, das direkt vor uns die Autobahn wieder freigegeben wurde. Grund waren Aufräumarbeiten nach einem LKW-Unfall. An einem Sonntag! Ein LKW-Unfall! 👿

So kamen wir dann doch sehr spät in Bochum an. Zu spät für Susanne, sich noch bei ihren Freunden zu verabschieden. Sie ging wenigstens noch zu ihrer besten Freundin rüber, um sich von der zu verabschieden. Die Zeit nutzten wir, um unsere müden Glieder mit Beinwell einzureiben. Vorher waren wir nicht im Bermuda3eck verschollen, um Alisa und Susanne für ihre Fahrdienste und die Übernachtungsmöglichkeit und überhaupt für alles zu danken und entsprechend zum Essen einzuladen. Fragt mich aber nicht, wie das Restaurant hieß, in dem wir waren. Vielleicht waren wir doch ein wenig verschollen. 😉

Naja, nachdem wir satt, die Beine gepflegt und die Freunde verabschiedet waren, ging es dann ins Bett. Schließlich sollte der nächste Tag noch länger werden.

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O-Ton (18)

Ja, wir leben noch. Nur was soll man schreiben? Meiner einer sitzt krank zu Hause und erlebt nichts berichtenswertes und Steffi sitzt bis spät in der Arbeit.

Nichts interessantes also. Aber kaum ist man in Friesland, überschlagen sich wieder die Ereignisse.

Wenn man überhaupt da hinkommt, nach Friesland. Als wir nämlich von der Autobahn abfuhren, standen wir Richtung Heidmühle im Stau. Das ist uns auch zu blöd, also drehten wir um und fuhren über Roffhausen nach Sillenstede. Am China-Restaurant „Rosengarten“ vorbei. Mit knurrendem Magen.

I: Lass uns doch hier anhalten, Deine Elten anrufen und Bescheid sagen, dass sie herkommen sollen.

S: Nein, vielleicht hat Mama ja was zu Essen zu Hause.

Hatte sie nicht. Aber sie fand es gut, spontan im „Rosengarten“ zu essen. Also sind wir wieder hin.

Nachdem wir uns vollgefressen haben und wieder zurück waren, setzten die Männer sich vor den großen Fernseher…Fußball gucken. Die Mädels verpieselten sich in das kleine Fernsehzimmer. Erika kam sogar extra noch mal rüber um in der Fernsehzeitung zu schauen, was so läuft.

Nach dem Fußballspiel schaute ich bei der holden Weiblichkeit nach dem Rechten. Sie saßen da, jeder eine Flasche Wein und unterhielten sich. In der Glotze lief ein Tatort mit der unglaublich scharfen verdammt gutaussehenden nicht so gut schauspielernden Sawatzki.

I: Oh, ihr schaut Tatort?

S+E: Ja.

I: Worum gehts?

S: Keine Ahnung…

Man sieht eine Fahrstuhlszene. Eine Frau, mit dunkler Sonnenbrille, kein Makeup unterhält sich mit der Kommissarin. Sie scheint in tiefer Trauer zu sein, aber das wäre zu naheliegend, also frage ich:

I: Ist die Frau blind?

S+E: Wieso?

I: Weil sie eine Sonnenbrille trägt. Oder macht sie das, weil sie kein Makeup trägt?

S+E (durcheinander): Die ist in Trauer, deshalb trägt sie eine Sonnenbrille.

I: Was ist das denn für ein Quatsch, deshalb trägt man doch keine Sonnenbrille.

E: Doch, dann sind die Augen so aufgequollen. Und damit man das nicht sieht, trägt sie eine Sonnenbrille.

S: Außerdem hätten wir das mitbekommen, wenn sie blind wäre.

Nächste Szene, die Kamera hält auf den Bürgersteig. Von links kommt ein langer weißer Stab ins Bild, der hin und her geschwungen wird. Die Kamera fährt hoch und man sieht die Frau mit der Sonnenbrille ihren Blindenstock hin und her schwingen…

😀

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