Strahlender Wahlkampf

Verbietet es sich wirklich, jetzt Wahlkampf zu machen angesichts des unvorstellbaren Leids in Japan?

Natürlich nicht. Sonst wird doch auch Wahlkampf gemacht, obwohl weltweit Armut und Hunger herrscht.

Mache ich Wahlkampf?

Natürlich nicht, ich gehöre ja nicht mal zu einer Partei.

Worauf ich hinaus will. Einerseits soll man mit dem Thema Atompolitik keinen Wahlkampf betreiben, andererseits tut unsere aktuelle Regierung genau das. Oder wie sonst ist ihr Schlingerkurs im Moment zu erklären?

Erst hieß es, unsere Atomkraftwerke seien sicher. Kein Grund zur Aufregung, hier muss nichts abgestellt werden.

Dann wollte man eine dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung erwägen.

Jetzt heißt es plötzlich, dass sieben AKWs sofort abgestellt werden sollen. Was natürlich bedeutend werbewirksamer ist, als mal drei Monate darüber nachdenken, ob unsere AKWs wirklich sicher sind und dann Business as usual zu machen, wenn die Wahlen vorüber sind.

Was natürlich nicht erwähnt wird, dass wenn jetzt die AKWs abgestellt werden, die übrigen AKWs aufgrund der beschlossenen Laufzeitverlängerung die Zeit der abgeschalteten AKWs anrechnen dürfen. Und damit laufen die dann länger. Gar nicht mal so doof, oder?

Man erkennt schon, welche Maßnahme ich bevorzuge, oder? Abschalten! Alle. Sofort. Wir beziehen unseren Strom (erst) seit Jahresbeginn von Naturstrom. Es ist niemandem geholfen, wenn ich bei Facebook mir ein Button ins Profilbild stecke, aber aus meiner Steckdose weiterhin billiger Atomstrom fließt. Das der Wechsel nicht schwer ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und die Stromanbieter werben ja schon mit ihrem Namen damit, dass der Wechsel e wie einfach ist. Nur sollte man dabei nicht übersehen, dass gerade die günstigen Anbieter eben die sind, die einen besonders hohen Anteil an Atomstrom haben.

Mein Anbieter hat übrigens genau 0% Atomstromanteil und kostet mich nicht mehr wie der örtliche Betreiber. Das Märchen von der teuren erneuerbaren Energie wurde übrigens auch schon widerlegt. Jetzt muss den Menschen nur noch klar werden, dass Atomstrom nur deshalb noch günstig ist, weil es von unseren Steuern subventioniert wird bis zum geht nicht mehr. Ganz zu schweigen von der noch immer ungeklärten Endlagerfrage. Und das nach über 60 Jahren Einsatz der Atomenergie.

Bei diesem Spiel mache ich nicht mit. Weder lasse ich mich von der Regierung verarschen, die ihre eigene Atompolitik instrumentalisiert um in den Umfragen nicht ganz böse abzurutschen. Noch beim Atomstrom selber. Und das solltet ihr auch.

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Arme Stromkonzerne

Heute morgen durfte der Präsident des deutschen Atomforums und Manager bei E.ON seine Meinung zur Laufzeitverlängerung im Deutschlandfunk kundtun (das ganze Interview hier: Klick).

Das bei einem Vertreter der Atombranche natürlich Phrasen ausgesondert werden, die in der Atomenergie die Zukunft sehen, dürfte nicht überraschen. Mehr überrascht hat mich das Gejammer über die hohen Abgaben, die durch die Brennelementesteuer noch steigen.

Da macht man sich als kleiner Bürger ja keine Gedanken darüber, dass die großen Konzerne von ihren Milliardenumsätzen noch Abgaben zahlen müssen, statt gleich alles einzusacken. Von derzeit 60% Abgaben wird da gesprochen, was bei E.ON im Jahr 2009 noch für knapp 9 Milliarden Euro Gewinn gereicht hat.

Laut lachen musste ich dann bei der Aussage

„[…] wir sind der Meinung, dass wir die Belastungsschraube so weit angezogen haben, dass wir die Grenze dessen, was hier möglich ist, erreicht haben. Letztendlich müssen die Unternehmen auch von ihren Aktivitäten profitieren, das heißt auch Geld verdienen, das ja zum Teil auch wieder in Investitionen fließt und damit den Umbau unserer Energieversorgung, der dringend notwendig ist, unterstützt. Das gilt nicht nur für die Erzeugung, das gilt auch für die Netze. Hier ist sehr, sehr viel zu tun, […]“

Natürlich ist hier sehr, sehr viel zu tun, weil die Konzerne jahrelang verpennt haben, in die Infrastruktur zu investieren und ihre Milliardengewinne an die Aktionäre auszuschütten, bis die Masten im Winter wie Kartenhäuser zusammenfielen. Die Wahrheit ist: Es wird nur ein Teil investiert, alles andere wird als Gewinn abgeschöpft.

In einem hatte Herr Güldner, so der Name des Managers aber recht. Im Wahlkampf letztes Jahr machten die konservativen Parteien kein Geheimnis daraus, dass die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert werden. Gut, dass die versprochenen Steuersenkungen nicht kamen…geschenkt…wäre sowieso bei der Haushaltsverschuldung glatter Selbstmord. Aber das die Laufzeitverlängerung mitgewählt werden würde, dass wusste man auch schon, als man sein Kreuzchen letzten Herbst machte.

Aber das werden wohl kaum diejenigen sein, die jetzt auf der Straße stehen. 😉

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Freude statt Frust

Gestern las ich im „Jeverschen Wochenblatt“ einen Bericht darüber, dass eine Firma namens „arvato“ in der Gemeinde Schortens verbleiben will und die Freude darüber groß ist.

Aha, ist ja interessant. Aber woher kenne ich den Namen „arvato“?

Im Artikel war dann auch von der Bertelsmanntochter in Verbindung mit „arvato“ die Rede. Und da fiel es mir wie Schuppen vor die Augen Schuppen von den Augen. Na klar, die Firma „arvato“ gehört zu den Meinungsmachern von der Bertelsmann-„Stiftung“. Und über so einen Schmarotzer der Gesellschaft freut man sich, dass er seinen Platz in der Region behält? Statt ihn mit brennenden Fackeln davon zu jagen?

Im Artikel war dann noch die Rede davon, dass die Firma 10 Millionen Euro in die Errichtung neuer Büroräume stecken will. Ja was ein Knüller! Damit sich die meinungsmachende Elite auch ja schön wohl fühlt an der Nordseeküste. Nur das die Bertelsmann-„Stiftung“ den deutschen Steuerzahler 2 Milliarden Euro verwehrt hat und das Geld in Unternehmen wie „arvato“ fließt, steht leider nicht im Hurra-Artikel.

Sicher ist es für eine strukturschwache Region wie das Friesenland wichtig, Arbeitsplätze zu haben. Aber müssen es gerade diese undemokratischen Arbeitsplatzvernichter von Bertelsmann sein?

Für weitere Informationen bezüglich Bertelsmann empfehle ich das Buch „Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen“ und das gerade erschienene Buch „Bertelsmannrepublik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik“ (Amazon-Partnerlinks). Nicht das noch jemand denkt, ich bin auf die Seite der Verschwörungstheoretiker gegangen…

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Was ich loswerden will (38)

Filme: Legal vs. illegal

Spreeblick hat eine Grafik des reddit-Nutzers „Question Everything“ ins deutsche übersetzt:

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Der Unbelehrbare

Oeffinger Freidenker hat die Bild gelesen und vernichtet die Argumentation des Prof. Dr. Raffelhüschen, der die „Sieben bittere Wahrheiten über Hartz-IV“. Nein, er enttarnt die „Wahrheiten“ als das, was sie sind: Lügen!

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Am besten gehirnamputiert

In diesem Artikel der B.Z. wird über eine Castinagentur berichtet, die über den Trend der Produktionsfirmen ausplaudert.

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TV-Kritik: Teenager außer Kontrolle

Alexander Kissler von der süddeutschen Zeitung ist es gelungen, was mir nicht gelang. Er hat Teenager außer Kontrolle komplett geschaut. Und darüber geschrieben.

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Steuer gegen Armut

Dank spitblog bin ich auf folgendes Video gestoßen, dass es auch in anderen Ländern gibt und sich für eine Finanztransaktionssteuer stark macht.

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Gifte Dir Deine Meinung

Und nochmal die süddeutsche, die über die Äußerungen Westerwelles kritisch berichten. Ja, was ist da bei der süddeutschen los? Ist es das einzige kritische Blatt unter den deutschen Medien. Mitnichten, wie die NachDenkSeiten berichten…

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Die Leser der „Zeit“ u. a. angesehener Medien werden genauso manipuliert wie die Leser der „BILD“

Die NachDenkSeiten zeigen am aktuellen Beispiel der Hartz-IV-Debatte auf, wie auch in vermeintlich seriösen Medien Meinungsmache betrieben wird. Dabei zeigt es auch auf, wie man das Geld sinnvoller verwenden könnte. 😉

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Gehirnwäsche

Und wo wir gerade bei Meinungsmache sind. Die als Thinktanks getarnten Propaganda-Agenturen neoliberaler Verächter des Sozialstaates kommen auch in den Medien viel zu oft zu Wort. Auch darüber berichten die NachDenkSeiten. Sehr lesenswert sind auch die Unterstützer dieser PR-Agenturen (Link im Artikel) sowie die Nebeneinkünfte Guido Westerwelles. 😯

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Was ich loswerden will (33)

Pocahontavatar

Behalten wir es erstmal bei, dass Ausmisten der Links mit etwas komischen zu beginnen. Diesmal präsentiert David bei Captain Obvious ein Skript von James Cameron. Glaubt man den Medienberichten, soll er an der Verwirklichung des Films „Avatar“ über 15 Jahre gesessen haben. Am Skript jedoch nur ein Bruchteil dessen. 😉

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Taube Nuss Steuerfluchtbekämpfung

Attac berichtet über die Wirkungslosigkeit des Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz durch Mitwirkung der neuen scharz-gelben Regierung.

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Wir könnten auch anders

Die Zeit mit einem Dossier aus dem letzten Jahr, in dem das Wachstumsstreben des Kapitalismus ad adsurdum geführt wird.

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Die unendliche Leistungsträgerlüge

Die NachDenkSeiten veröffentlichen einen Beitrag von Heiner Flassbeck, dem die Äußerungen von Peter Sloterdijk sauer aufgestoßen sind.

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