Gewitzt der Junge

Mann oh Mann war das ein heißes Wochenende. Hier in Delmenhorst sind wir dahingeschmolzen. Leider konnte ich das gute Wetter aufgrund von kleinen bis mittleren Wehwechen nicht so recht ausnutzen und verbrachte die meiste Zeit innerhalb unserer 4 Wände. Ich glaube, Nicolas war nicht bös drum, denn wo ihm bereits in seinem Spieledschungel der Schweiß von der Stirn lief, waren es in seinem Kinderwagen gefühlte 40°Grad – gestaute Luft – kein Wind. Trotzdem, irgendwie fehlte was… daher kam der abendliche Anruf meiner Mama genau richtig. Nach dem üblichen Wortwechsel „Wie gehts?“ / „Was machen deine Jungs?“/ „Gibt’s was Neues?“ eröffnete sie mir, dass sie morgen (also Montag nach dem Wochenende) mit meiner Schwester und ihren Kidis zum Strand fahren würden. „Och wie schön“, dacht ich noch so bei mir, „da weht bestimmt ein laues Lüftchen, da lässt es sich gut aushalten.“ Meine Mama machte auch gleich den Vorschlag, ob ich denn nicht mitkommen wolle – naja, eigentlich hatte ich schon andere Pläne. Nachdem wir das Telefonat beendet hatte, dachte ich noch mal gründlich über die Alternative (in der Sonne brutzeln und Meerluft schnuppern :  Nicolas die letzte Schluckimpfung verabreichen) nach. Ich entschied mich meine Mama davon in Kenntnis zu setzen, dass sie auf mich zählen können, ich werd mich gleich morgen früh, nach Nicolas Morgenflasche, auf den Weg nach Hooksiel machen. Die 1 Stunde Autofahrt wird sich lohnen. 

Gleich „morgen früh“ wurde dann zu 8.40 Uhr, weil Kind fertig machen, mich fertig machen, alle nötigen Klamotten zusammenpacken doch länger dauert, als man das so im Kopf annimmt. Trotzdem freute ich mich riesig, da ich morgens schon gleich nach dem Duschen wieder zerfloss und auch Nicolas beim Trinken seiner Flasche Schweißperlen auf der Stirn hatte. Mein Weg führte mich von der Autobahn direkt zum Strand – naja, fast – ich musste noch bei der Tanke halten, weil mir Stefans Wagen auf halber Strecke mit dem Leuchtsignal „Sprit wird knapp“ drohte, was wiederrum zusätzliche Schweißperlen auf meiner Stirn verursachte. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin nach 1 Stunde 15 Minuten an meinem Ziel angekommen. Und mich empfing: Wind! Achja, und Wolken! Kurzum, es war kalt!   ….   

Hmm, so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber trotzdem habe ich Sack und Pack aus dem Auto geräumt und mich als Packesel auf den Weg zum Strand und somit zu meiner Schwester gemacht. Neo, mein Neffe, empfing mich schon kurz vor dem Lageplatz. Naja, ein herzlicher Empfang war das eigentlich nicht. Er rannte mir entgegen, sah mich, drehte sich um, um dann seiner Mama zuzurufen, dass „Sie“ da sei. 🙂 Nachdem ich alles abgeladen hatte, bin ich auch sogleich mit dem Kleinen ins Watt. Nicht ganz sofort, weil Neo musste erst noch ein paar Kekse futtern. Meine Schwester hatte für ihn leckere Leibnitz Kekse in Tierform mitgenommen. Und mit jeden Griff in die Tüte wurde sogleich gefragt: „Was ist das denn?“ oder festgestellt „Guck mal, ein Schaf, Löwe, Hase…“ was er halt so in der Hand hielt. Leider fiel ihm bei der Aktion auch einmal ein Pinguin in den Sand. Den er aufhob, betrachtet und für sich beschloss, dass er zu dreckig ist, ihn zu essen und ihn wieder zurück in die Tüte beförderte. Neo ist mittlerweile 2 3/4 Jahre alt, aber echt auf zack. Somit war unsere kleine Wattwanderung, nach der Keksstärkung auch mit lauter Fragen und Belehrungen seinerseits geschmückt. Er zeigte mir Krebse, die man aber nicht anfassen dürfe, sonst machen die „Knips – Knips“ und Wattwurmhäufchen, Steine und Muscheln. Algen, die er noch nicht kannte, wollte er allerdings dann doch noch nicht anfassen 😉

Nun komm ich zum eigentlichen Teil meiner Story. Muss schon sagen, die Einleitung ist ausschweifender geworden, als beabsichtigt :oops:. Zurück am Strand war es mittlerweile angenehm warm und Nicolas machte sich so langsam auch mal bemerkbar. Ich machte also eine Flasche für unseren Sohnemann fertig, während meine Schwester dem heranrollenden Wasser entgegen lief. Neo war derweil wieder mit seiner Hauptaufgabe beschäftigt: Kekse betiteln und essen! Als ich Nicolas so auf dem Arm hatte und ihm die Flasche gab, gelüstete es mich auch mal nach einem Keks. Neo teilt nämlich immer sehr gerne. Also fragte ich ihn, ob er mir denn auch einen Keks geben würde. Neo wühlte in der Tüte und zog einen Keks heraus und hielt ihn hoch.

„Willst du eine Eule?“

„Ja, gerne“.

Doch während meiner Antwort war der halbe Keks schon in seinem Mund verschwunden, den er dann aber schnell wieder rauszog.

„Ja?, die Eule?“, fragte er mit schräggestelltem Kopf

„Ähmmm… nee, jetzt nicht mehr, die hattest du ja schon im Mund. Gib mir doch einfach einen Keks aus der Tüte. Musst ihn mir aber direkt in den Mund legen, ich hab ja keine Hand frei.“ 

„Einen Löwen?“

„Neo, ist mir egal welches Tier. Bitte, einfach einen Keks in meinen Mund.“

„Einen Pinguin?“

„Ja, gerne auch einen Pinguin“ *seufz*“

Neo griff nochmals gezielt in die Tüte, machte ein paar Schritte um die Decke herum, um mir mit ausgestrecktem Arm den Pinguinkeks direkt in den Mund zu legen.

„Mmmm, danke Neo“, nuschelte ich mit vollem Mund

„Der ist aber dreckig!“, erwiderte Neo völlig trocken

„WAS? Wieso das denn?“, fragte ich und merkte schon die Sandkörner zwischen den Kekskrümeln.

„Der ist mir vorhin da runtergefallen.“, und zeigte auf die Stelle wo vorhin der Pinguin lag.

„Aha, und dann gibst du ihn also mir.“, sagte ich kopfschüttelt und grinsend

„Mhmm“, antwortete Neo und nickte eifrig mit dem Kopf.

Ich finde ein Foto von dem Jungen untermalt seine Schlitzohrigkeit. Also, das ist der kleine Mann:

Wenn die Einleitung schon so lang war, dann darf die Erzählung ja hier jetzt nicht einfach so abbrechen. Es gibt zusätzlich den wohlverdienten Schlußteil. 

Leider mussten sich Dany (meine Schwester), Pia (meine Nichte, 5 Monate), Neo (zu genüge bekannt), Nicolas (mein Sohn 5,5 Monate) und ich mittags schon wieder auf dem Heimweg machen, damit der Junge noch was zu Essen bekommt und eine kleine Mittagspause machen konnte. Am Nachmittag wollte wir wieder herkommen. Die Sonne war mittlerweile auch öfter vor den Wolken als dahinter und so war es muckelig warm als wir den Strand verließen. Voller Vorfreude auf den Nachmittag. Nach der kleinen Pause haben wir also wieder unsere 7 Sachen zusammengepackt und auch noch unsere Mama eingesackt und wieder auf zum Strand. Der Parkplatz war voll, der Strand war voll, das Meer war nun auch da, nur eins das fehlte: Die Sonne. Die Wolkendecke war nun so dicht, dass wenig Hoffnung bestand, dass wir die Sonne heut nochmal zu Gesicht bekommen würden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns an der Nordsee befanden, wehte dazu noch ein recht frisches Lüftchen, um es mal milde auszudrücken. Im Bikini in der Sonne brutzeln war nicht. Aber immerhin konnte man es in kurzen Klamotten und nem Kaffee ganz gut aushalten. Die Babys wurden halt in Handtücher gewickelt und Neo durfte das Oberteil seine Mami als Ganzkörperoutfit (siehe oben) anziehen, da Badehose und Shirt bereits nass geworden sind. Am Abend gabs bei unserer Mama noch ein lecker Matjesbrötchen und dann hab ich auch schon wieder die Heimreise angetreten. Fazit des Ausflugs war: Für einen Strandausflug, wie man sich ihn vorstellt war der Tag ein Flop. Aber für die Zeit, die ich mit meiner Familie verbracht habe, hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt! Jederzeit wieder.

In Delmenhorst von der Autobahn abgefahren musste ich dann auch gleich zu meiner Rechten einen gestürzten Motorradfahrer sehen, der aber schon wieder auf den Beinen das Gespräch mit einem Autofahrer suchte. Da der Wagen vor mir an der „Unfallstelle“ oder um was es sich handelte, stehen blieb, bin ich weitergefahren. Einmal abgebogen und um eine etwas langgezogenere Kurve gefahren, traute ich dann wirklich meinen Augen nicht. Da lagen mitten auf der Straße 3 Gören, die, als sie mich heranfahren sahen, sich zur anderen Straßenseite rollten. Die ganz rechts stand noch auf und winkte mir. Zu sehen bekam sie nur einen mehr als verdutzten Gesichtausdruck und ein fragendes WTF-Kopfschütteln. Gerade dran vorbeigefahren, fragte ich mich, ob es nicht meine bürgerliche Pflicht sei, anzuhalten und eine spießige Moralpredigt abzulassen. da war ich aber auch schon zu weit vorbei. Als mir allerdings ein kleiner Corsa entgegen kam, gab ich ihm eine warnende Lichthupe. Somit hatte ich meinem Gewissen eine kleine Genugtuung verschafft…In der Wohnung angekommen, mit Stefans Hilfe wieder Sack und Pack (man, was hatte ich an diesem Tag viel geschleppt) nach oben getragen, mich vor den PC gesetzt und??? Genau, geölt wie am morgen. Denn hier war es den ganzen tag bullig warm gewesen und das spürte man immer noch am Abend.

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Flittern in sweet home Alabama (15) – Sag zum Abschied leise Servus

Der letzte Tag in Amerika. 😦

Und der begann gleich mit etwas Aufregung. Ich habe bis hierhin gar nicht erwähnt, dass wir den Garten häufiger mal nach Schildkröten abgesucht haben.

Heute morgen hat Susanne uns dann gleich mit der Botschaft begrüßt, dass eine Schildkröte da ist. Als ob sie uns „Auf Wiedersehen“ sagen wollte…

Insgesamt bevölkern drei Schildkröten den Garten meiner Cousine. Eine davon hat nur drei Beine und genau die hat uns die Möglichkeit gegeben, Fotos zu machen.

Und ein Video konnten wir auch noch drehen…

Danach ging es wieder nach Dauphin Island. Schließlich mussten wir noch unseren blinden Passagier zurück in heimische Gefilde bringen. Vor der Brücke stoppten wir kurz, um noch mal Pelikane zu fotografieren.

Was gar nicht nötig gewesen wäre. Nach dem wir den laaaangen Steg zum Strand gelatscht waren…

…und uns am Strand nahe des Golfs platzierten saßen wir da und beobachteten die Pelikane, wie sie zu Dutzenden immer und immer wieder ins Meer flogen und Beute fingen.

Teilweise konnten wir auf wenige Meter ran schwimmen.

Bevor es für uns ins Meer zum Schwimmen ging, setzten wir erstmal Johnny wieder der verdienten Freiheit aus.

Kaum waren wir zurück, da kam ein amerikanischer Familienvater auf unser kleines Grüppchen zu und stellte uns die typischen Fragen (Where you’re from? Why you’re here? Do you like it?). Dabei stellte sich heraus, dass er wohl im Sicherheits(oder Qualitäts?)bereich gearbeitet hat und einen neuen Job sucht. Und Susanne wusste von Jörg, dass die bei TK noch Leute suchen. Da fällt mir ein: Ich wollte Susanne noch fragen, ob es mit dem American Dad geklappt hat.

Naja, er wollte sich positiv ins Gedächtnis bringen und versorgte uns mit übrig gebliebenen Chips und kaltem Wasser. Vielleicht wollte er das auch nur nicht alles zurückschleppen.

Man muss nämlich sagen, woran die Amerikaner blitzschnell merken, dass man kein Amerikaner ist. Wir kamen ohne Kühlbox. Kein Witz, die Amis kommen mit vollgepackter Kühlbox an den Strand. Da müssen wir ja gerade zu wie Fremdkörper wirken. Ist jedenfalls unsere Vermutung. 😉

Wie gesagt, danach ging es ins Wasser. Und nach ein paar schönen letzten Stunden am schönen weißen Strand hieß es Abschied nehmen. Noch einmal bei Wal-Mart für den letzten Abend eindecken, lecker Pizza kaufen und in die heimische Burg zurückkehren. Schließlich sollte das Duell der Gigantinnen in die Revanche gehen.

Da war ich als Sparingspartner für die Mädels gerade gut genug. Sorry Jungs, aber unser Geschlecht habe ich beim Tischtennis nicht wirklich würdig vertreten, auch wenn beide unisono mein gutes Spiel lobten. Aber ich glaube, das war nur aus Mitleid…

Das Duell der Damen ging dafür wieder über drei Sätze und diesmal war es Steffi, die meine Cousine am Ende knapp niederringen konnte. Ein wirklich tolles Match, dem ich beiwohnen konnte. 🙂

Abends machten wir uns dann die Pizza. Und weil die Amerikaner es groß mögen, war die Pizza auch entsprechend gr0ß. Der Backofen war aber größer!

Dank des großen Hungers holten Steffi und ich uns gleich eine gepflegte Brandblase am Gaumen ab…

Wir unterhielten uns noch bis in den späten Abend, tranken die letzten Lagerbiere weg und ließen den wunderschönen Urlaub so ausklingen, wie er es verdient hat.

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Flittern in sweet home Alabama (13) – Sonnenuntergang

Heute hatten wir uns zwei Sachen fest vorgenommen.

Erstens: Den Sonnenuntergang auf Dauphin Island bewundern (wenn nicht irgendwelche Wolken uns einen Strich durch die Rechnung machen…)

Zweitens: Janas Auto vom Parkplatz der Bel Air Mall wegholen.

Zuerst wurde aber die Liveübertragung der Bundesliga verfolgt. Hat schon was witziges, wenn man um 8:30 Uhr der Übertragung lauschen kann. Muss man wenigstens nicht lange warten. 🙂

Das Ganze schön entspannt am Pool. 🙂

Steffi entdeckte dann eine SMS auf ihrem Handy. Ihre Schwester:

Gehts Euch gut? Wirbelstürme in Alabama – 7 Tote. Bitte meldet Euch!

Öhm, wie bitte? Hier scheint die Sonne, wir liegen am Pool und bestenfalls ein laues Lüftchen streichelt unsere AstralKörper. Von Wirbelstürmen keine Spur. Ein Blick ins Internet offenbart die Tragödie. Am Vortag gab es mehrere Tornados. Im  Südosten der USA wurden 240 gemeldet, davon über 160 in Alabama. Der nächste wütete 50 km nördlich von Mobile. In Mobile wurde am Vortag in Downtown eine Tornadowarnung ausgegeben und über die öffentlichen Sirenen gewarnt. Susanne und Jörg, die am Vortag in Downtown wegen der Prom-Night von Linus waren, haben davon nichts mitbekommen. Auch Linus, der die Nacht am Strand verbracht hatte, ist nichts aufgefallen.

Also erstmal Entwarnung nach Deutschland schicken. Alles okay hier.

Danach machten sich Jörg und ich auf. An der Fensterscheibe von Janas Wagen prangte schon ein Zettel der Bel Air Security, dass der Wagen abgeschleppt werden würde, wenn er weiterhin über Nacht dort rumstehen würde. Hmm, dann müssten wir das nicht machen… 😉

Vorher versuchten wir aber das Auto doch noch zum Starten zu überreden. Leider ohne Erfolg. Der Anlasser, dass erkannten wir mit unseren geringen autonmechanischen Kenntnissen, war Schuld. Den Trick mit dem Hammer* kannten wir auch, nur leider verhielt sich der Anlasser störrisch. Wir suchten eine Werkstatt in der Nähe auf, die aber hauptsächlich auf Reifen spezialisiert ist. Dort gab man uns den bereits bekannten Tipp mit dem Hammer, was uns auch nicht weiter geholfen hat. Wir fuhren noch mal zum Auto zurück, klopften nochmals mit dem Hammer darauf rum und selbst ein hilfsbereiter Amerikaner der neben uns parkte, gelang nicht der glückliche Hammerschlag.

Also sind wir zu den Pep Boys, damit wir uns wenigstens mit einem Abschleppseil ausrüsten. Dann wieder zurück, das Seil an den Autos anbringen und wieder zurück zu den Boys. Nicht so einfach, in einem dunklen Auto vier Meter hinter dem abschleppenden Vordermann in einem fremden Land cool zu bleiben. Die nicht vorhandene Servolenkung und Bremskraftverstärkung trug unwesentlich zum erhöhten Schweißausstoß dazu.

Erschwert wurde das Ganze zusätzlich zur nicht vollständig durchdachten Bauweise des Abschleppseils, genauer: Deren Haken an den Seilenden. Die Haken waren nämlich offen und sobald die Spannung zwischen den Autos nachließ, bestand die Gefahr, dass sich die Haken lösten. So einmal auf einer Kreuzung geschehen…

Wir kamen dennoch gesund an und parkten das gute Stück vor der Werkstatt. Und ein Dankeschön von Jana gab es auch.^^ (<-ist ein Insider…)

Nach so viel Arbeit wartete der Pool schon auf mich. Den konnte, wollte und durfte ich nicht enttäuschen. 🙂

Am Nachmittag fuhren wir endlich auf die viel gepriesene Dauphin Island. Der gut eine Stunde dauernde Weg lockte abermals mit einigen Attraktionen. Typisch für die Bay: Pelikane

Aber auch die Brücke war uns ein paar Fotos wert (die wir Euch bis auf zwei ersparen…). Von weiten macht sie nicht viel her, abgesehen von ihrer Erhebung. Darunter findet der internationale Schiffsverkehr statt.

Fährt man aber unmittelbar auf die Erhebung zu, dann erkennt man auch die Dimension. Ich mit meiner Höhenangst musste jedenfalls kräftig schlucken. Das rhythmische Wippen des Autos dank der Betonplatten trug nicht sonderlich zur Beruhigung meiner Nerven bei.

Auf Dauphin Island angekommen fielen uns vier Häuser auf, die wie eine Filmkulisse wirkten. Sie sind jedoch Teil des Bootsanlegers, wo man Ausrüstung deponieren kann. Hochkant. 😉

Während des Oilspills im letzten Jahr litt Dauphin Islands massiv an den ausbleibenden Touristen und tut es wohl auch noch. Wir konnten, wieder mal, nicht einen einzigen Ölklumpen entdecken. Was aber nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, wie ich schon andernorts bemerkte.

Jedenfalls ist am westlichsten Ende der Insel ein Parkplatz, wo man nur noch ein paar Meter laufen muss um am Strand zu sein. Der ist auch von der Lifeguard bewacht und kostet Geld. Also eigentlich kostet der Parkplatz Geld. Zu Susannes Überraschung. Denn letztes Jahr konnte sie noch umsonst am Strand parken. Da war aber auch alles anders…Oilspill.

Weil der Strand jedoch um 18 Uhr geschlossen wird und es schon nach 17 Uhr war, ließ uns der freundliche Lebensbewacher kostenlos parken. Ins Wasser sind wir sowieso nicht, weil es schon wieder arg windig war. Wir freuten uns trotzdem da zu sein.

Um kurz vor 18 Uhr machten wir wieder die Biege und fotografierten noch ein paar typische Häuser, während wir nach einer Parkmöglichkeit suchten.

Die Häuser auf Dauphin Island sind nicht ohne Grund auf Stelzen gebaut. Während der Hurrikansaison wird die Insel regelmäßig überflutet. Von daher ist es durchaus sinnvoll, seinen Einkauf ein paar Treppenstufen hinaufzuschleppen.

Bis zum Sonnenuntergang sollten noch anderthalb Stunden vergehen, also Gelegenheit genug, noch nach Souvenirs Ausschau zu halten. Muscheln lagen ja genug herum und wie ich inbrünstig behauptete:

Wir haben noch kein Andenken für uns von diesem Urlaub!

Abgesehen von meinen Pinguinsalzundpfefferstreuern, Quartern, Dollarschein… Steffi fand die Idee erst voll doof, später musste ich ihr beim Tragen helfen. Ist klar, oder?

Nachdem wir gesammelt, spazieren und gelesen hatten, waren wir in freudiger Erregung auf den Untergang unserer Sonne. Und dem bekam wir auch geboten. Im Vordergrund ist einer der vielen Ölplattformen zu sehen, die rings um die Insel versammelt sind. So wundert uns Europäer auch nicht der Oilspill. ABER: In der Nordsee sind ebenfalls viele viele Ölplattformen. Und Deepwater Horizon lag im Tiefwassergebiet, wo die Tiefe eben das Riskante am ganzen Unterfangen war.

Außerdem war für mich Industrieromantiker so eine Plattform im Vordergrund das i-Tüpfelchen.

Kaum war die Sonne untergegangen, ging es zurück nach Mobile. Bevor wir an die heimische Burg ran fuhren, holten wir uns heimische Burger bei den Five Guys. Diesmal mit allen Beilagen. Ein geiles Geschmackserlebnis! Und in mir keimte der Gedanke auf, einen Five Guys Laden in Deutschland zu eröffnen. Geldgeber und Interessenten bitte an die Adresse im Impressum wenden 😉

* Beim Anlassen schlägt jemand mit dem Hammer auf den Anlasser, um ein eventuelles Festsitzen der Magnete oder dem Ritzel – wat weiß ich? – zu lösen.

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Flittern in sweet home Alabama (11) – Geht doch

Kleiner Einwurf: Bis zu diesem Tage haben wir in Amerika ca. 1850 Meilen zurückgelegt. Alleine unsere viertägige Tour schlägt mit ca. 1150 Meilen zu Buche. Was wiederum 1850 km sind. Oder, für meinen Schwager, genau 1000 Seemeilen! 🙂

Weiter im Text.

So ein Pool ist ja schön und gut. Aber wir hatten immer noch keine richtige Gelegenheit gehabt, im Golf zu baden. Also schnappten wir uns wieder unsere Badeklamotten und fuhren Richtung Pensacola. Und bei unserem vierten Versuch Besuch an der Golfküste schien endlich mal die Sonne. Sogar die Fahnen waren grün. 🙂

Na, das ist doch mal ein anderer Schnack. Wolken und Wind kennen wir ja aus der Heimat zu Genüge. Und Unterschiede haben wir bei beidem nicht entdecken können. Sonne kann man nie genug bekommen solange Wasser in der Nähe ist. Auch wenn es hier ebenfalls keinen Unterschied zu unserer Sonne im hohen Norden gibt. 😉

Jedenfalls trauten wir uns ins Wasser. Obwohl es noch nicht wirklich sehr warm war. Sobald man aber drin war und ein paar Minuten schwamm, ließ es sich gut aushalten. Besser noch als im Pool.

Zwischendurch lagen wir schön auf unserem Strandhandtuch und wärmten unsere Körper auf, nur um sie danach wieder im Wasser abzukühlen. Wunderschön! Wie das Wasser, wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann.

Wir dösten irgendwann auf den Handtüchern ein und als wir wieder aufwachten, zog ein kühler Wind über unsere Rücken hinweg. Wäre auch zu schön gewesen, wenn die Sonne mal den ganzen Tag für uns am Strand geschienen hätte. Wenigstens hatten wir drei Stunden Sonne tanken können.

Wir packten unsere Klamotten wieder ein und fuhren zurück nach Mobile.

Auf dem Weg bekam ich die Gelegenheit, bei etwas besseren Wetter als bei unserem ersten Besuch in Pensacola, eine Brücke zu fotografieren.

Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich die berühmte Kunstflugstaffel Blue Angels darauf verewigt. Nicht ohne Grund. Ich wollte das auch schon längst mal angesprochen haben. Denn in Amerika kann man Patenschaften für so ziemlich alles mögliche übernehmen. Größere Gruppierungen oder Unternehmen leisten sich schon mal eine Brücke, für deren Instandhaltung sie zuständig sind. Bürgersteige oder Parkbänke kann sich eine Familie schon eher leisten und fortan wird ihr Name mit Füßen getreten oder ist schlichtweg fürn Arsch weiß man, welcher edle Spender für die Sitzgelegenheit an der Bay zuständig ist. Auch begegneten uns anonyme Spenden, wo dann an verstorbene Persönlichkeiten hingewiesen wird.

Wie erklärte Jörg so schön? Da wird ein Steg ins Meer gebaut, Bretter drauf, Geländer ran und gut. Reicht. Für Sitzgelegenheiten wird kein Geld ausgegeben. Das übernehmen dann die Amis selber.

Woran sich die Unternehmen mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung austoben können. Und das tun sie!

Ich wollte auch schon längst mal über die Begeisterung zu Reisen bei den Amerikanern geschrieben haben. Und über deren „Keep it simple“-Einstellung.

An den Interstate- und Highway-Ausfahrten gibt es drei verschiedene Schilder: Das Lodging-, das Food- und das Gas-Exit (in der Reihenfolge). So weiß man, welche Motels, welche Fastfoodrestaurantsläden und welche Tankstellen sich bei der kommenden Ausfahrt befinden. Schließlich ist in Amerika die Fahrt Teil der Reise. Nicht wie in Deutschland, wo mehr Wert auf das Ankommen gelegt wird.

Hat man sich für eine Ausfahrt entschieden, weil dort neben dem Super8-Motel sich auch ein Wendy’s befindet, dann fährt man die Ausfahrt ab. Hier befinden sich wieder die drei Schilder, die anzeigen, in welche Richtung man dafür fahren muss. Simpel. Und genial.

Wenn Amerikaner also unterwegs sind, dann sind die Strecken nicht unerheblich. Daher ist man versucht, seinen Hausstand gleich mitzuführen. Mal ist dieser kleiner,

mal größer,

oder auch riesig.

Da wir nun etwas früher als geplant nach Mobile fuhren und das Wetter wieder besser wurde – kein Wunder, wir waren ja nicht mehr am Strand – machten wir einen kleinen Schlenker am Gator Alley. Dort hatten wir vor einigen Tagen schon erfolglos nach Alligatoren geschaut. Diesmal sollten wir dafür Glück haben. Was wieder ein glücklicher Zufall war, schließlich sind wir wegen des kalten Windes eher vom Strand abgehauen.

Wir gingen also zur Brücke, wo wir von der Ferne einen riesigen Alligator (ca. 3-4 Meter lang) sehen konnten. Ein kleiner huschte auch noch rum und da der kleine begann, dem großen die Show zu stehlen, bequemte der sich ins Wasser und zog direkt unter uns seine Kreise.

Nach einer Viertelstunde schwamm er ganz entspannt wieder zu seinem Platz zurück. Wir gingen in die andere Richtung und begegneten drei kleinen Alligatoren. Zwei davon lagen am Ufer und einer zeigte uns seine ausgefeilte Kurventechnik im Wasser.

Okay, er könnte noch etwas daran arbeiten. 😉

Übrigens sah die Autobahnbrücke von unten so komisch gelb gefleckt aus.

Susanne erklärte uns, dass es Wespennester sind. Als wir näher ran gingen, konnte man das auch als solche erkennen. Scary.

Nun zog von den drei „kleinen“ Alligatoren einer unter uns munter seine Kreise. Somit erhielt ich die Möglichkeit, die Anatomie eines Alligators näher im Bild festzuhalten.

Richtig los ging es dann, als ein Vater mit seinem Töchterchen die Bühne betrat. Waren vorher bei der Brücke und dem großen Alligator einige Kinder damit beschäftigt, durch das „in den Fluss schmeißen von Blättern und kleinen Stöckchen“ die Alligatoren anzulocken – ohne Erfolg -, zeigte das Vater-Tochter-Paar, wie man es richtig macht. Mit Marshmallows!

Natürlich waren überall Schilder aufgestellt, dass man die Alligatoren NICHT füttern soll. Aber Amerikaner lassen sich ungern etwas verbieten. Zumindest diesen Vater…

Komischerweise reagierten alle drei Alligatoren sofort und kamen selbst aus 20 Meter Entfernung sofort angeschwommen. Stellt sich die Frage, woran sie erkannt haben, dass nun was essbares im Wasser schwamm und kein Stöckchen?

Für uns war dieser Fall von Rücksichtslosigkeit eine schöne Gelegenheit, zwei Alligatoren auf ein Bild zu bekommen, ohne ein Weitwinkelobjektiv aufzusetzen.

Kommen wir nun zu etwas traurigem. Im Herbst des vergangenen Jahres ist es in Mobile zu einem schlimmen Zwischenfall im Gator Alley gekommen. Da ein Bild mehr als tausend Worte sagt, lasse ich das für sich sprechen.

Ja, ihr seht richtig. Im Herbst letzten Jahres hat ein junges Mädchen ihren Schnuller verloren. Tragisch, oder?

Als wir dann so richtig nach Hause fuhren, konnten wir noch ein relativ gutes Bild von einem kleinen Boot schießen, auf dem Susanne ein paar Wochen vorher noch ne kleine Kreuzfahrt machte.

Die Carnival Elation lag vor Anker und shipperte kurz darauf wieder los. Obtw: Ich hatte Matthias, meinen Lieblingsschwager neulich nach dem Unterschied zwischen einem Schiff und einem Boot gefragt. Die Antwort war, nicht ganz überraschend, militärisch geprägt. Der Unterschied besteht im ersten Offizier. Ein Schiff hat einen, ein Boot nicht.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir Erdbeershake-trinkenderweise am Pool, wo man sich bekanntlich auch abkühlen kann. Zu viel wollten wir gar nicht essen, denn am Abend stand ein Essen mit Jörg und zwei seiner Arbeitskollegen an. Die waren noch nicht lange in Amerika und wurden von Jörg etwas eingeführt. Dazu gehörte dann auch ein Essen in einem der besten Restaurants in Mobile. Dem Felix.

Von außen ein rostiger übergroßer Schuppen, der nur aufgrund der Neon-Beleuchtung halbwegs ansprechend aussieht und direkt an der Mobile Bay liegt. Von innen ein liebevoll eingerichtetes Restaurant, dass durch gute Bedienung und frischem (und entsprechend teurem) Essen auffällt. Auch die Speisekarte weist witzige Details auf. So wird bei einem Dessert z.B. darauf hingewiesen, dass sich eventuell der Schlüssel von Jack’s Auto darin befindet und falls ihn wer findet, sich doch bitte nach Jack in der Küche erkundigen soll. Er sucht den Schlüssel anscheinend schon sehr lange, denn das ist Jack’s Auto:

Vorab gab es einen leckeren Salat und als Hauptspeise habe ich mir Barbeque Shrimps bestellt. Als vor der Hauptspeise der Kellner – dem übrigens mein T-Shirt gefiel und wir unisono zitierten „It’s gonna be legen…wait for it…DARY – mit einem Lätzchen für mich ankam, dachte ich schon, ich wäre beim Salat essen negativ aufgefallen.

Weil aber einer von Jörgs Kollegen auch ein Lätzchen bekam und er dasselbe bestellt hatte wie ich, ahnte ich schon, dass unser Hauptgericht etwas klehen wird. Die Hauptgerichte wurden, wie auch schon die Salate, gleichzeitig serviert. Coole Sache, wenn sechs Kellner um einen herum stehen und die Teller gleichzeitig auf den Tisch kommen.

Und dann hatte ich meine Portion vor mir.

Es steht wohl außer Frage, dass ich beim Essen sehr konzentriert zu Werke war und am längsten brauchte. Auch deshalb, weil ich nicht wie Jörg’s Kollege das Finger ablecken nach jedem pulen unterbewertete. Dabei ist das Finger ablecken Teil des Essens. 😉

Aufmerksame Leser der Reihe „FishA“ können sich den Rest des Abends sicher denken. 😉

Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Für diesen Tag war außer dem Strandbesuch in Pensacola, Florida so gar nichts geplant. Aber wir waren vorbereitet. Die Wettervorhersage versprach strahlenden Sonnenschein bei 27 Grad Celsius (86 Fahrenheit). Ich in meiner neuen Badehose durfte uns dann nach Florida kutschieren. Schließlich musste ich ja vor unserer geplanten Fahrt wenigstens mal selbst gefahren sein. Knapp 80 Meilen, davon fast 60 Meilen auf der Interstate 10. Kein Problem, wir hatten die ersten Tage ja die Infos meiner Cousine wie ein Schwamm aufgesaugt. Und Automatik kenne ich als Taxifahrer ja auch.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir da, doch was begüßte uns, als wir die Pensacola Bay überquerten? Nebel, vom allerfeinsten. Die Sicht bescheiden und von der Sonne war gar nichts mehr zu sehen.

Wenigstens war es warm, wenn auch der Wellengang wie am Vortag nicht ohne war. Wieder waren gelbe Flaggen gehisst. Ein elektronisches Schild informierte darüber, dass der Gang ins Wasser mit der erforderlichen Vorsicht zu erfolgen hat. Wir schlugen unsere Zelte Stühle vor dem Lifeguardhäuschen auf und bestaunten erstmal die Wellen.

Wie gesagt, warm war es ja und irgendwann hatte sich der Körper auch so weit aufgeheizt, dass man sich auch mal abkühlen konnte. Wind war diesmal nämlich kaum da, Sonne aber auch nicht. Was den Vorteil hatte, dass wir auf das eincremen mit Sonnenschutz verzichtet haben. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.

Naja, wir dann mal mutig in die Wellen, die es echt in sich hatten. Vorher hatten wir schon gesehen, dass die Lifeguards Schwierigkeiten hatten, bei der schlechten Sicht alles im Blick zu haben. Deshalb hatten sie auch intensiven Gebrauch ihrer Trillerpfeife gemacht, falls jemand der Meinung war, aus dem Blickfeld der Lifeguards zu schwimmen. Das haben wir uns erst gar nicht getraut, weil die Wellen ordentlich Dampf hatten. Zwar stieg die Wassertiefe nicht stark an und ich konnte nach gut zwanzig Metern noch stehen. Aber die Wellen zogen einen dann schon kräftig aufs Meer wieder hinaus, was nicht zur Sicherheit beitrug.

Aber es hat richtig Spaß gemacht, im Wasser zu planschen. Vom Salzgeschmack mal abgesehen. Der war dann doch irgendwie uncool. Das Spiel mit den Wellen, keine Schönheit ohne Gefahr, war jedoch richtig spaßig. Ich mein, sonst hätten wir auch in den Pool gehen können. 😉

Wie gesagt, ganz ungefährlich war es nicht. Die Lifeguards mussten dann noch vor unseren Augen raus, weil eine Gruppe von kleinen Kindern drohte abzutreiben. Die Mutter stand am Rand, während der Lifeguard in Aktion von Steffi auf Polaroid Bild festgehalten wurde. Ob es wegen der Aktion war oder einfach nur, weil der Lifeguard so knackig war, überlasse ich der Urteilskraft der weiblichen Mitleser.

Er hatte auf jeden Fall seine liebe Mühe, alle Kinder wieder einzufangen, was Steffi Gelegenheit gab, mehrere Bilder zu machen. Letztendlich hat er den Flohzirkus wieder eingefangen und die Kinder eine lehrreiche Lektion auf den Weg bekommen. Und die Mutter bekam auch noch grundlegende Dinge für den Strandbesuch erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde es schon wieder recht frisch, weil dann doch der Wind sich entschied, vom Meer kalt rüberzublasen. Zeit für uns, unsere sieben Sachen zu packen und den Heimweg anzutreten. Auf den Weg nach Hause fiel uns dann unsere gerötete Haut auf. Besonders mich hatte es erwischt, wohl deshalb, weil ich verächtlich die Sonnenschutzcreme beiseite schob.

„Die brauch bei dem Nebel eh keiner.“

Merke: Auch bei Nebel kann man einen Sonnenbrand bekommen.

Nach unserer Ankunft in Mobile wenigstens fleißig mit After-Sun-Gedöns eingerieben und damit die Auswirkungen des Sonnenbrands etwas in Zaum gehalten. Der Rest des Abends ging dann mit Kochen – jaha, nicht nur Fastfood als Grundlage der Ernährung! – Lesen, Chillen und Schnacken drauf. Jetzt waren wir auch langsam im Rhythmus drin und Jörg hatte auch Wochenende. Genug Gelegenheit also, auch mal länger zu schnacken.

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Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Der erste Tag, an dem wir halbwegs uns an den neuen Sonnenstand gewöhnt hatten. Dafür war mein Hals dicker geworden. Wie gesagt, unter dem Ventilator zu pennen ist nicht sooo empfehlenswert, wenn man es nicht ab kann. Und ich bin auch nicht aus so hartem Holz wie Janek geschnitzt. 😉

Heute sollte dann der für mich langweiligste Tag im Urlaub werden. Die Frauen hatten eine Tour zum Tanger-Outlet in Axel Foley geplant. In den USA soll man ja so günstig Klamotten bekommen und das wollte sich Steffi nicht entgehen lassen. Und meine Cousine hatte noch reichlich Coupons gesammelt („Amerikaner lieben Coupons“).

So machten wir uns vormittags auf den Weg und hatten Gelegenheit, die beeindruckende überwältigende für amerikanische Verhältnisse mickrige Skyline von Mobile zu fotografieren.

By the way. Mobile wird nicht wie das amerikanische Wort für Handy, als Mobeil ausgesprochen. Es wird auch nicht, wie ich fälschlicherweise verbreitet habe, Mobl ausgesprochen. Es wird schlicht und ergreifend Mobil ausgesprochen. Das nur mal zur Info.

Auch an unserem vierten Tag in Mobile lernten wir einiges über den Verkehr auf Amerikas Straßen. In Alabama ist es z.B. erlaubt, rechts zu überholen. Es wird zwar für langsam fahrende Fahrzeuge empfohlen, rechts zu fahren. Aber es wird auf deutschen Straßen auch empfohlen, 130 km/h zu fahren. Die Wirkung ist hüben wie drüben gleich Null. Und deshalb wird der schwarze Pickup in wenigen Sekunden den weißen Pickup überholen. Und das ist vollkommen in Ordnung dort.

Auf dem Weg nach Foley bekam ich noch folgendes Bild vor die Linse:

Ich sag ja immer: Was den Amerikanern seine Waffengesetze, sind dem Deutschen sein Recht auf freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Beides tötet Menschen und beides wird mit den irrsinnigsten Argumenten verteidigt.

Und ja, bei Walmart kann man immer noch Munition für seine Waffen kaufen…

Aber wir die Mädels wollten ja Klamotten kaufen. Kaum angekommen, ging es auch schon ins erste Geschäft. Ich entdeckte beim gelangweilten Herumschlendern eine Cargo-Hose für 15 $. Plus 10% Tax und minus den 20% Coupons…hmmm. Macht einen verdammt guten Preis. Nehme ich doch einfach mal mit. Steffi erstand ein Oberteil mit Rolling Stones Zunge drauf und eine kurze schwarze Hose.

Im Anschluss ging es ins Pac Sun, wo ich mir, wie vom Tag erwartet, die Beine in den Bauch stand. Leider ohne, dass Steffi Erfolg hatte. Die Hosen dort passten irgendwie nicht.

Danach drehten wir im Inner Circle so unsere Runde und wurden nicht wirklich weiter fündig. Außer in einem Laden, wo ich zwei coole T-Shirts ausmachte. Eines mit dem Aufdruck „black and yellow“, passenderweise in gelb auf schwarzem Grund und dann noch, wir kennen es alle, dem Aufdruck „Legendary„. Steffi konnte immerhin noch einen Schal abstauben und ein Oberteil für ihre Schwester war auch gefunden.

Im Outlet von Calvin Klein wurde mir das erste Mal klar, wie günstig die Klamotten eigentlich sind. Schade, dass es bei Calvin Klein so gar nichts schönes gab. Als wir dann aber den Shop von Tommy Hilfiger betraten, muss es bei mir irgendwie *klick* gemacht haben. Auf jeden Fall staubte ich dort eine Jeans und ein cooles Shirt ab und bezahlte einen Witz dafür.

Kleine Rechnung: Die Jeans war runtergesetzt auf 35 $. Darauf kamen noch 40% Rabatt. Minus 20% vom Coupon.  Macht nach meiner Rechung keine 17 Dollar. Dann noch 10% Tax wieder raus, sagen wir 18,50 $. Jetzt ziehen wir 25% ab, dann hat man den Preis in Euro, also ca. 14 Euro. Für ne Hilfiger-Jeans made in China. Komischerweise kassierte der Angestellte noch mal weniger, als den von uns ausgerechneten Endpreis. Mir war es recht, sollte aber keine Ausnahme bleiben. Fast immer zahlt man weniger als selbst ausgerechnet. Das nenne ich Service. 🙂

Jetzt war ich heiß. Erstmal ein Blick auf die Infotafel…

Ich brauchte noch unbedingt neue Schuhe. Fündig wurde ich bei Skechers, wo man, auch typisch für Amerika, das zweite Paar Schuhe für die Hälfte bekam. Und die waren schnell gefunden. 😉

Steffi, nun ja, ging leer aus. Aber darauf konnte ich, einmal dem Kaufwahn verfallen, keine Rücksicht mehr nehmen. Susanne erzählte uns von irgendwelchen In-Marken. Ich bin ja schon froh, dass mir der Name Tommy Hilfiger was sagt. Sie erklärte uns, dass American Eagle in Europa wohl total angesagt wären. Also rein in den Laden. Die Sachen waren zwar ganz nett, aber T-Shirts, Hosen und Schuhe hatte ich nun und brauchte ich nicht mehr. Egal wie „in“ gerade irgendeine Marke ist.

Doch dann sah ich die Umhängetasche, die mir sofort gefiel. DIE musste ich einfach haben. Und *zack* gekauft. Steffi schoss dann noch ein wirklich schönes Oberteil dort, dass ihr verdammt gut steht.

Kaum raus, ging es in den nächsten Laden, wo einer DER In-Marken verkauft wurde – Aeropostal. Kannte ich auch nicht, aber um mich ging es nicht mehr. Jetzt sollte Steffi noch ne schöne Hose finden. Doch ich war es, der noch eine Hose fand. Eine Badehose. Die musste ich einfach haben…okay, musste ich nicht, aber hallo…Kaufwahn!

Nun war ich wirklich komplett neu ausgestattet. Steffi dagegen war angesichts meiner Erfolge etwas traurig. Klar, sie freute sich für mich, weil der Tag nicht wie befürchtet, total langweilig für mich war. Aber ne neue Hose hätte sie schon noch gerne gehabt. Und die sollte sie bei Pac Sun dann doch noch finden. Im ersten Laden, wo sie bereits Hosen anprobiert hatte, fand sie dann doch noch ein edles Teil, dass ihr auch gut stand.

Und so konnten wir unseren gemeinsamen Erfolg gebührend im Waffle House feiern. Im Waffle House sitzt man so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, auf Bänken am Fenster und wird, wie man es aus den Filmen auch kennt, bedient. Dort aß ich meinen ersten Burger in Amerika. Und sollte Lust auf mehr bekommen. 🙂
Frisch gestärkt ging es weiter südlich nach Gulf Shore. Der Name war Programm, erstmals waren wir direkt an der Küste zum Golf von Mexiko. Und konnten das warme Wasser genießen, was erst in ein paar Monaten an der Nordsee ankommt. 😉

Und nein, dass Wasser war nicht deshalb warm, weil wir da reingep….wie auch immer. Ganz ehrlich waren wir auch nur kurz mit den Füßen im Wasser, denn der Himmel war wie an der Nordsee  bedeckt. Und für mehr als sitzen hat es einfach nicht gereicht. Die Freude, an der Golfküste zu sein, war aber groß. Wie unschwer zu erkennen ist.

Wie gesagt, lange blieben wir nicht, weil der Wind recht frisch war und ich sowieso schon angeschlagen. Und meine freudige Erregung über die erfolgreiche Einkaustour wollte ich mir nicht vom Wind wegblasen lassen. Im nächsten Bild kann man dann auch erkennen, dass es nicht ratsam war, ins Wasser zu gehen.

Die gelbe Fahne ganz links deutet schon unruhiges Meer an. Das keiner im Wasser war, haben wir dann fälschlicherweise auf die gelbe Fahne bezogen, was natürlich quatsch ist. Klar kann man ins Wasser, man sollte jedoch die entsprechende Vorsicht walten lassen.

Nicht lange und wir gingen wieder den Heimweg an, nicht jedoch ohne uns mit Postkarten einzudecken. Der eine oder andere wollte ja noch ne Karte haben.

Auf dem Rückweg bestaunten wir noch einen nicht ganz so üblichen Eingang.

Ein kleiner Umweg über eine amerikanische Apotheke wurde noch gemacht und während Susanne irgendwelche Medikamente abholte, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos. Pharmama hat auch schon ne Mail bekommen. 😉

Kaum zu Hause angekommen, wurden unsere Trophäen ausgebreitet und abgelichtet.

Ach ja, die Kopfschmerztabletten haben wir ja auch noch bei der Apotheke geschossen.

Der Abend verlief jedenfalls wie üblich. Lagerbier, Küchentisch, kennen lernen über nette Unterhaltung. 🙂

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Urlaubsvorfreude

Heute um viertel nach sechs war es so weit. Steffi und ich haben unseren ersten gemeinsamen Urlaub gebucht, der uns mal so richtig weit weg bringt. Nach vielem Hin und Her ist es nun doch die Türkei, eine Woche lang. 🙂

Und seit dem ist Vorfreude angesagt. So hat die verschobene Hochzeit auch was gutes.

Nur eins beunruhigt mich noch etwas. Nein, nicht die Bewertungen im Internet. Die sind mir schnuppe. Es wird sich doch eh immer lieber beschwert, als positiv geäußert. Und wenn das Essen scheiße ist, dann gehen wir halt woanders essen. Hauptsache Strand, Sonne, Meer und andere Luft.

Nein, was mir Sorgen macht ist der Flug. Ich bin erst einmal geflogen als ich elf Jahre war und seitdem ist meine Höhenangst nicht besser geworden. Wobei, wenn man erstmal oben ist, dann sieht es aus wie bei Google Earth. Das Hochkommen bereitet mir Sorge…

Aber ich habe ja Steffi dabei. 😉

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