Kleine Amerika-Nachlese (5)

Und wenn wir gerade sowieso in New Orleans waren und den Tod zum Thema haben. Hier habe ich mich mutigerweise vor Baron Samedi fotografieren lassen.

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Eine ganz persönliche Musikgeschichte (3. Fortsetzung)

Mit Beginn des 16. Lebensjahres ging es in musikalischer Hinsicht sehr schnell. Dadurch trug auch ein neuer Freund, nennen wir ihn der Einfachheit halber mal Thomas seinen Teil dazu bei. Thomas war sehr musikbegeistert, spielte E-Gitarre und liebte harte Musik. Über ihn kam ich zu „Sepultura“, die ich lange Zeit nicht live sehen sollte. Und als ich sie dann endlich sah, war mir eine Frau dann wichtiger. Bis dahin sollten aber noch über zwei Jahre vergehen.

Während alle Welt zu den brasilianischen Klängen von Lambada tanzte, bangte ich zu den brasilianischen Klängen von „Sepultura“.

Aber auch heimische Musik war mir nicht fremd. „Sodom“ und vor allem „Kreator“ brachten mein Haar so richtig in Bewegung, welches ich mir immer noch nicht lang wachsen lassen durfte.

Doch das Thema Tod in Texten wurde mir immer wichtiger, weshalb ich zwangsläufig zum Death Metal tendierte. Dabei war es mir egal, ob es die schwedische Fraktion wie „Entombed“ oder „Tiamat“ war oder die amerikanische Fraktion, allen voran „Death“, „Obituary“, „Morgoth“ und die unvergessenen und von mir favorisierten „Morbid Angel“, von denen ich mir dann auch eine Platte („Altars of Madness“) kaufte.

Aber obwohl ich jetzt einer von den ganz harten Jungs war (und immer noch Jungfrau), konnte ich meine emotionale Seite nicht verbergen. Wahre Sturzbäche an Tränen habe ich am 16. Mai 1992 geweint, als den Dortmunder vier Minuten vor Saisonende die Meisterschaft in einem Herzschlagfinale von Stuttgart weggenommen wurde. Das erklärt auch, warum ich bis heute den Stuttgartern und Leverkusernern nichts Gutes wünsche.

Dagegen ließen mich die Tode von z. B. Francis Bacon oder der Dietrich kalt. Dafür ließ mich ein anderes Thema nicht kalt, der aufkeimende Rassismus und Fremdenhass auf unserer Welt, besonders in unserem Land. Unter den Eindrücken der Unruhen in Los Angeles, den Ausschreitungen von Neonazis in Rostock Lichtenhagen, dem Mord an Silvio Meier und vor allem dem Brandanschlag in Mölln stieg in mir der Hass auf alles rechts der Mitte auf, was sich alsbald wieder auf meinen Musikgeschmack auswirken sollte.

Übrigens, einen Trend habe ich vollkommen verpasst, weil ich es für Mädchenmusik hielt. „Nirvana“ ging mir erst am Arsch vorbei, schließlich wurde ja nicht mal gegrowlt. Und es wurde auf MTV gespielt. Aber auch die sollte ich bald mögen.

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R.I.P. Dieter Arschinow

Wie ich heute erfahren habe, ist gestern mein Onkel Dieter im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Nachdem er in diesem Jahr einen Tag nach seinem 68. Geburtstag den Verlust seiner zweiten Ehefrau hinnehmen musste, die er während ihrer tödlich verlaufenden Krebserkrankung pflegte, kam kurz danach die Diagnose für ihn. Ebenfalls Krebs. Durch die Pflege seiner Frau ignorierte er seinen eigenen schlechten Gesundheitszustand, so dass für ihn eine Therapie schon fast zu spät war. Er entschied sich bewusst dagegen und folgt seiner Frau nun nach 9 Monaten.

Unvergessen bleibt für mich sein gemütliches und ruhiges Wesen. Und seine Vorliebe für scharfes Essen. Ich weiß noch, wie er beim Geburtstagsessen seines Vaters, der im Juli geboren ist, beim Chinesen drei Teelöffel Sambal Oelek in das Essen unterrührte und ohne mit der Wimper zu zucken aufgegessen hat. Und das bei drei Portionen.

„Das hilft am besten gegen die Hitze.“

Und es stimmt, während alle bei 32 Grad im Schatten schwitzten, waren bei ihm keine Schweißtropfen zu sehen.

Selbst die Besitzerin des Restaurants hatte sowas noch nicht gesehen und deshalb meinem Onkel ein Topf mit Sambal Oelek mitgegeben.

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