Scheiß Wochenende

Eigentlich sollte das Wochenende ja ganz schön werden. Wurde es aufgrund der aktuellen Ereignisse aber nicht. Nicht wirklich.

Lange habe ich nachgedacht, ob und was ich dazu schreiben könnte. Angesichts des Leids in Norwegen glaube ich aber, keine passenden Worte dafür zu finden. Das unterscheidet mich von Journalisten, die zu allem ihre Meinung (!) abgeben müssen. Oder Politikern, die solche Tragödien wieder für ihre Zwecke missbrauchen.

Ich bin in Gedanken bei den Familien der Opfer. Und summe leise ein Lied von Amy Winehouse dabei.

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Home, sweet home (Türkei, 8. Tag)

Fühlten wir uns am Vortag schon wie Zombies, die planlos durch das Zimmer strichen, so war an diesem Tag die Gewissheit dabei. Lediglich der Hunger nach Hirn fehlte…dafür waren die Krämpfe im Bauch zu stark, als das bei uns ein Gefühl von Hunger entstehen konnte.

Ohne Frühstück ging es also los. Diesmal waren wir sogar vor dem Bus auf der Straße. Vorher gaben wir noch den Schlüssel beim Nachtportier ab und wechselten unsere letzten türkischen Lira in Euro zurück. Das war der erste Gefallen, den er uns tun sollte. Beim zweiten Gefallen drückte ich ihm schon sein Trinkgeld in die Hand, denn der war etwas komplizierter. Angesichts seiner schlechten Englischkenntnisse noch komplizierter als ich mir ausmalte.

Denn es wahr so: Joost und Beata, unsere Urlaubsbekanntschaft der letzten Tage erzählten uns von ihrem Leid. Beim Reisebüro hatten sie ihre Hochzeitsreise bestellt, mit Honeymoonsuite und allem drum und dran, wie Sektempfang und Blumen auf dem Bett. Jedenfalls haben sich sich letztgenanntes so vorgestellt. Bekommen haben sie ein Zimmer im Erdgeschoss mit Blick auf die Müllcontainer. Da waren die getrennten Betten noch nicht mal das schlimmste. Von Sekt und Blumen, man ahnt es schon, keine Spur. Nach einer kurzen Beschwerde bekamen sie dann Zimmer im zweiten Stock, aber auch hier getrennte Betten, kein Sekt, keine Blumen. Aber wenigstens der Blick war etwas freundlicher…

Wir dagegen hatten bei unserem Zimmer den Eindruck, dass er wie eine Honeymoonsuite wirkt. Wir hatten das Zimmer ja auch unter merkwürdigen Gegebenheiten bekommen…eigentlich waren wir uns sicher: Wir haben deren Zimmer. Jetzt sind wir weg, also warum sollten die beiden nicht noch mal umziehen. Dann hätten sie wenigstens ein großes Bett und eine durchgängig funktionierende Klimaanlage. Denn deren Anlage schaltete sich nach vier Stunden ab. Unsere auch, aber auch sofort wieder an. Wenn wir aufwachten, dann in angenehm kühler Umgebung. Wenn die beiden frisch verheirateten aufwachten, waren sie klatschnass geschwitzt. Und von Sekt und Blumen haben die Zwei sich sicher schon längst verabschiedet.

Also dem Portier mit Händen und Füßen erklärt, dass die netten Leute unser Zimmer bekommen sollten. Leider verstand er nicht mal married. Aber als Nachtportier bekommt er viel vom Nachtleben mit. So beobachtete er uns in der Nacht schon beim gegenüberliegenden Pub und konnte sich an die Zwei erinnern. The guy who walked like this und machte dabei wankende Bewegungen. Ja, das dürfte hinkommen. Wir zeigten auf das vermutete Zimmer, von außen bestätigten wir das noch mal und sind bester Hoffnung, dass sie unser Zimmer bekommen haben. Ich frage aber auch noch per Mail bei Joost und Beata nach.

Nach dieser guten Tat standen wir also auf der Straße und machten noch ein paar Abschiedsfotos.

So zum Beispiel vom Pub, in dem wir uns ein paar Stunden zuvor von Joost und Beata verabschiedeten, die uns binnen kürzester Zeit ans Herz gewachsen sind.

Es überwiegte bei uns beiden ein großes Gefühl der Trauer, dass dieser schöne Urlaub schon zu Ende sein sollte.

Während der zweistündigen Fahrt zum Flughafen versuchte Steffi noch ein besonderes Straßenschild zu fotografieren. Dieses hier:

Bei unserer Ankunft war mir die Bedeutung noch nicht so ganz bewusst. Ich dachte doch allen ernstes, dass man sich gegen Schleudern und Absturz in die Schlucht besonders absichern muss. Erst nach langem Nachdenken war mir klar, dass damit die Rutschgefahr bei Nässe gemeint sein sollte…

Nach dem Foto schlief Steffi den Schlaf der Gerechten, während ich die letzten Anblicke der Türkei genoss. Während des Fluges war bei mir an Schlaf auch nicht zu denken. Gedöst habe ich zwar etwas, aber schlafen? Bei dem Gerüttel? No way…

Beim Start und bei der Landung versuchte ich meine Nervosität zu überspielen, weil neben mir zwei Kinder saßen. Um diese kümmerte ich mich während des Fluges etwas, z.B. wenn die Stewardess kam und Essen und Trinken verteilte.

Die Landung war dann etwas sanfter als in der Türkei, jedenfalls was den Bremsvorgang anging. Aber bei der Passkontrolle können die deutschen Kollegen vom Zoll noch von den türkischen Kollegen lernen. In einem dazwischengequetschten Schalter saßen zwei Zollbeamte und kontrollierten die Pässe. In Dalaman waren etablierte Schalter, wo sechs Zollbeamte die Pässe kontrollierten. Und als in Hannover dann auch noch das Personal des Fliegers an der Schlange vorbei durfte und der Pilot noch in seiner Tasche rumkramen musste, um seinen Ausweis zu finden, war ich auch launetechnisch zurück in Deutschland.

Von unserem Klopfer mit dem Parkhaus will ich gar nicht erst erzählen. Geparkt hatten wir in Touristik 1, der allerdings zum Parkhaus 3 gehört. Wir wetzten also zum Parkhaus 1 in dem Glauben, dass dort unser Auto steht. Wir bezahlten dort fleissig unsere Parkgebühren, schauten noch mal auf die Karte, wo wir unseren Stellplatz notiert hatten und stellten fest, dass wir unsere Beine in die Hand nehmen mussten und zum Parkhaus 3 zurück mussten. Das erklärte wenigstens unsere Verwunderung darüber, dass bei der Ankunft wir nicht so weit zum Flughafengebäude laufen mussten.

Ging aber noch mal alles gut, rauf auf die Straße und gleich auf die Autobahn. Nach zwei Kilometern war dann Schluss mit Bleifuss, denn rund um Hannover waren alle Autobahnen dicht und so standen wir die nächsten unzähligen Kilometer im Stau. Jetzt waren wir wirklich zurück in Deutschland…

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R.I.P. Dieter Arschinow

Wie ich heute erfahren habe, ist gestern mein Onkel Dieter im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Nachdem er in diesem Jahr einen Tag nach seinem 68. Geburtstag den Verlust seiner zweiten Ehefrau hinnehmen musste, die er während ihrer tödlich verlaufenden Krebserkrankung pflegte, kam kurz danach die Diagnose für ihn. Ebenfalls Krebs. Durch die Pflege seiner Frau ignorierte er seinen eigenen schlechten Gesundheitszustand, so dass für ihn eine Therapie schon fast zu spät war. Er entschied sich bewusst dagegen und folgt seiner Frau nun nach 9 Monaten.

Unvergessen bleibt für mich sein gemütliches und ruhiges Wesen. Und seine Vorliebe für scharfes Essen. Ich weiß noch, wie er beim Geburtstagsessen seines Vaters, der im Juli geboren ist, beim Chinesen drei Teelöffel Sambal Oelek in das Essen unterrührte und ohne mit der Wimper zu zucken aufgegessen hat. Und das bei drei Portionen.

„Das hilft am besten gegen die Hitze.“

Und es stimmt, während alle bei 32 Grad im Schatten schwitzten, waren bei ihm keine Schweißtropfen zu sehen.

Selbst die Besitzerin des Restaurants hatte sowas noch nicht gesehen und deshalb meinem Onkel ein Topf mit Sambal Oelek mitgegeben.

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R.I.P. Robert Enke

Mit Bestürzung habe ich gestern Abend die Nachricht über den Tod von Robert Enke gelesen. Über die Gründe, die ihn zum Freitod trieben, möchte ich nicht spekulieren. Ich möchte aber in dem Zusammenhang auf einen Bericht von 11-Freunde verweisen.

Da mir die Worte noch immer fehlen, verweise ich außerdem auf den Bericht von schwatz-gelb. Auch mein Mitgefühl gilt der Familie Enkes, denen ich in diesen schweren Stunden viel Kraft wünsche.

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