Düstere Fundstücke (10)

Neues aus der Rubrik „Lernen mit Spaß“ in unserem Blog. Halten wir uns nicht lange auf und beginnen mit

hat kondensmich lactose

Gute Frage, musste ich auch erst googeln. Wobei es natürlich richtig Laktose heißt. Und die Antwort lautet: 42 Ja!

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analfistel am steißbein 2011

Und ich bin dabei! *hellyeah*

Gibt es da eigentlich eine Facebook-Gruppe für?

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feuer in der hand

Unangenehm. Sehr sehr unangenehm. Und ungesund. Auf Dauer. Aber macht optisch ne Menge her.

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toiletten serengetipark

Es gibt definitiv bessere, so viel ist klar. Fragt mal Steffi, die war gar nicht begeistert…

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ich habe eine tracht prügel verdient

Da fällt mir gerade nichts mehr zu ein… 😕

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sketch geburtstag mülltüte

Ich weiß ja nicht, was ihr vorhabt. Aber ich fürchte, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

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marken von saturn petfood

Das sind ne Menge, so viel kann ich schon mal sagen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich das so rausposaunen darf. Nur so viel: Die gängigen Discounter beliefern wir allesamt.

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haben dicke menschen schwerere knochen

Das wird meist behauptet. Wobei auffällt, dass es dicke Menschen sind, die das behaupten. Aber dann wären die nach der Logik ja auch nur Haut und Knochen. Und danach sieht das meist nicht aus. 😉

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19 jahre düster

Du Ärmste(r)…

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typisch ostdeutsch

Und dazu passend:

typisch westdeutschland

In meinen Augen ist gar nichts typisch irgendwas. Reine Erziehungssache. Genauso wie in allem irgendwas typisches zu sehen und das durch eine Google-Suche bestätigt zu bekommen.

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Zum Abschluss noch folgendes:

knigge benimmregeln taxi fahren

Da wäre in erster Linie freundlich grüßen zu nennen. Und nicht ins Auto zu reihern. Wie das enden kann, hat Sash letzte Woche ausführlich beschrieben. Und weil er einen richtig tollen Chef hat, wird das sogar noch doppelt teuer. Ein bisschen Trinkgeld wäre natürlich auch nicht schlecht…

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Und als Zugabe den hier noch:

wie sieht man ob der arsch entjungfert ist

Oh Leute…Jetzt mal im Ernst! Wie soll man das sehen? Gehe ich mal vom nackten Zustand aus, dann wird die Rosette wohl auf links gedreht sein…

Wer will sowas überhaupt wissen?! Ist eine Anal-Jungfrau vergleichbar mit einer „richtigen“ Jungfrau?

Wenn überhaupt, dann kann man das nur hören. Dazu fällt mir folgender Witz ein. Taxifahrerwitz im übrigen.^^

Ins Taxi steigen zwei Schwule. Schöne lange Fahrt, wie es den Taxifahrer freut. Da ist die sexuelle Ausrichtung seiner Kundschaft völlig egal.

Nach einiger Zeit meint einer der homosexuellen Fahrgäste:
„Herr Taxifahrer, ich muss mal pupsen.“

„Kein Problem“, sagt der. „Hau ruhig raus, aber mach das Fenster auf!“

Und der Schwule so „Pffft“.

Nach kurzer Zeit sagt der andere:
„Herr Taxifahrer, ist das in Ordnung, wenn ich auch mal pupse?“

„Gleiches Recht für alle!“

Und der andere so „Pffft“.

Kurz danach fragt der Taxifahrer:
„Ey Jungs, ist das in Ordnung wenn ich auch mal einen fahren lasse?“

„Aber  klar doch, Herr Taxifahrer.“

Und der Taxifahrer so „FAAAARZ“.

Darauf der eine Schwule zum anderen:
„Och wie süß. Der ist noch Jungfrau.“

So, und jetzt ist auch gut mit dem Thema!

 

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Exzellent

Heute (oder mittlerweile gestern :oops:) haben Steffi und ich meine Eltern zum Essen eingeladen. Mal so als „Danke schön“ für ihre aufgewendete Zeit, die sie für unsere Katze opfern, wenn wir in Friesland oder mal im Urlaub sind.

Da vom Weihnachtsgeschenk unserer Firma noch lauter ungenutzte Gutscheine vorhanden sind, suchten wir uns was hübsches aus. Diesmal sollte es ins Esszellent gehen. Daniel, mein Arbeitskollege beglückwünschte uns schon zu dieser hervorragenden Wahl. Das klang schon mal gut. 🙂

Normalerweise soll man ja erst loben, bevor man kritisiert. Hier ist es aber umgekehrt, denn mit der (letztlich erfolgreichen) Parkplatzsuche war das negativste des Abend schnell überstanden.

Der Empfang sehr freundlich, der Kellner immer souverän, das Ambiente stimmig und die Musik dezent, aber sehr schön.

Beim Bier wurde mein Vater eine Empfehlung gegeben, die ihm sehr schmeckte. Die Mädels nahmen Rhabarbar- bzw. Maracujaschorle. Der Fahrer (hier präsentiert von niemand geringerem als mir^^) bestellte eine Flasche Wasser.

Das Häppchen vorweg machte schon mal Lust auf mehr. Hier erklärte uns der Kellner, was es ist und aus was es zum größten Teil besteht, ohne die Geheimzutaten zu verraten.

Zu Essen bestellte Steffi Fisch in Curry-Kokos-Sauce mit Lauch und Zucchini, meine Mutter ähnliches mit Huhn und Vatern und ich Wildschweintortellini mit Shitake(?)-Pilzen. Vorab gab es noch Blattsalat und für meinen Vater ein Überraschungsvorspeisenteller. Da mein Vater kein Fisch mag, bzw. sich nicht drum reißt, fragte er vorsichtig nach, was für Überraschungen er erwarten dürfte. Die Antwort, wenig überraschend, wird nicht verraten, sonst wäre es ja keine Überraschung. 😉

Um mich herum wurde bei der Vorspeise schon laut gelobt ob des guten Essens. Jetzt versuchte ich mein Glück, dem Kellner ein Geheimnis zu entlocken. Wer die Sängerin im Hintergrund wäre, wollte ich wissen. Und er verriet es mir. So macht man das. 😉

Für die Interessierten hier: Angus & Julia Stone aus Australien.

Das Essen war geil. Richtig geil. Daniel kündigte schon eine gewisse Überschaubarkeit des Tellers an. Klar, vier Tortellini sind überschaubar. Aber riesig waren sie. Mein Hunger auch. Und satt war ich danach. Ein Häppchen probierte ich auch bei Steffi. Auch verdammt lecker.

Aber sollte es das schon gewesen sein? Nein, mein Vater und ich wollten nicht schon aufhören und bestellten noch Desserts. Er ein Apfelstrudel mit selbstgemachten Rum-Rosinen-Eis und ich frittierte Mangofrühlingsrollen und weißer Schokoladencreme. Darauf mussten wir etwas länger warten, aber…es wurde schließlich frisch zubereitet und Papas Dessert glich schon einem architektonischem Kunstwerk. 😉

Ein sehr schöner Abend, der dank einer guten Restaurantwahl zu einem perfekten Abend wurde. 🙂

Fazit: Fünf von vier Sternen für das Esszellent.

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Home, sweet home (Türkei, 8. Tag)

Fühlten wir uns am Vortag schon wie Zombies, die planlos durch das Zimmer strichen, so war an diesem Tag die Gewissheit dabei. Lediglich der Hunger nach Hirn fehlte…dafür waren die Krämpfe im Bauch zu stark, als das bei uns ein Gefühl von Hunger entstehen konnte.

Ohne Frühstück ging es also los. Diesmal waren wir sogar vor dem Bus auf der Straße. Vorher gaben wir noch den Schlüssel beim Nachtportier ab und wechselten unsere letzten türkischen Lira in Euro zurück. Das war der erste Gefallen, den er uns tun sollte. Beim zweiten Gefallen drückte ich ihm schon sein Trinkgeld in die Hand, denn der war etwas komplizierter. Angesichts seiner schlechten Englischkenntnisse noch komplizierter als ich mir ausmalte.

Denn es wahr so: Joost und Beata, unsere Urlaubsbekanntschaft der letzten Tage erzählten uns von ihrem Leid. Beim Reisebüro hatten sie ihre Hochzeitsreise bestellt, mit Honeymoonsuite und allem drum und dran, wie Sektempfang und Blumen auf dem Bett. Jedenfalls haben sich sich letztgenanntes so vorgestellt. Bekommen haben sie ein Zimmer im Erdgeschoss mit Blick auf die Müllcontainer. Da waren die getrennten Betten noch nicht mal das schlimmste. Von Sekt und Blumen, man ahnt es schon, keine Spur. Nach einer kurzen Beschwerde bekamen sie dann Zimmer im zweiten Stock, aber auch hier getrennte Betten, kein Sekt, keine Blumen. Aber wenigstens der Blick war etwas freundlicher…

Wir dagegen hatten bei unserem Zimmer den Eindruck, dass er wie eine Honeymoonsuite wirkt. Wir hatten das Zimmer ja auch unter merkwürdigen Gegebenheiten bekommen…eigentlich waren wir uns sicher: Wir haben deren Zimmer. Jetzt sind wir weg, also warum sollten die beiden nicht noch mal umziehen. Dann hätten sie wenigstens ein großes Bett und eine durchgängig funktionierende Klimaanlage. Denn deren Anlage schaltete sich nach vier Stunden ab. Unsere auch, aber auch sofort wieder an. Wenn wir aufwachten, dann in angenehm kühler Umgebung. Wenn die beiden frisch verheirateten aufwachten, waren sie klatschnass geschwitzt. Und von Sekt und Blumen haben die Zwei sich sicher schon längst verabschiedet.

Also dem Portier mit Händen und Füßen erklärt, dass die netten Leute unser Zimmer bekommen sollten. Leider verstand er nicht mal married. Aber als Nachtportier bekommt er viel vom Nachtleben mit. So beobachtete er uns in der Nacht schon beim gegenüberliegenden Pub und konnte sich an die Zwei erinnern. The guy who walked like this und machte dabei wankende Bewegungen. Ja, das dürfte hinkommen. Wir zeigten auf das vermutete Zimmer, von außen bestätigten wir das noch mal und sind bester Hoffnung, dass sie unser Zimmer bekommen haben. Ich frage aber auch noch per Mail bei Joost und Beata nach.

Nach dieser guten Tat standen wir also auf der Straße und machten noch ein paar Abschiedsfotos.

So zum Beispiel vom Pub, in dem wir uns ein paar Stunden zuvor von Joost und Beata verabschiedeten, die uns binnen kürzester Zeit ans Herz gewachsen sind.

Es überwiegte bei uns beiden ein großes Gefühl der Trauer, dass dieser schöne Urlaub schon zu Ende sein sollte.

Während der zweistündigen Fahrt zum Flughafen versuchte Steffi noch ein besonderes Straßenschild zu fotografieren. Dieses hier:

Bei unserer Ankunft war mir die Bedeutung noch nicht so ganz bewusst. Ich dachte doch allen ernstes, dass man sich gegen Schleudern und Absturz in die Schlucht besonders absichern muss. Erst nach langem Nachdenken war mir klar, dass damit die Rutschgefahr bei Nässe gemeint sein sollte…

Nach dem Foto schlief Steffi den Schlaf der Gerechten, während ich die letzten Anblicke der Türkei genoss. Während des Fluges war bei mir an Schlaf auch nicht zu denken. Gedöst habe ich zwar etwas, aber schlafen? Bei dem Gerüttel? No way…

Beim Start und bei der Landung versuchte ich meine Nervosität zu überspielen, weil neben mir zwei Kinder saßen. Um diese kümmerte ich mich während des Fluges etwas, z.B. wenn die Stewardess kam und Essen und Trinken verteilte.

Die Landung war dann etwas sanfter als in der Türkei, jedenfalls was den Bremsvorgang anging. Aber bei der Passkontrolle können die deutschen Kollegen vom Zoll noch von den türkischen Kollegen lernen. In einem dazwischengequetschten Schalter saßen zwei Zollbeamte und kontrollierten die Pässe. In Dalaman waren etablierte Schalter, wo sechs Zollbeamte die Pässe kontrollierten. Und als in Hannover dann auch noch das Personal des Fliegers an der Schlange vorbei durfte und der Pilot noch in seiner Tasche rumkramen musste, um seinen Ausweis zu finden, war ich auch launetechnisch zurück in Deutschland.

Von unserem Klopfer mit dem Parkhaus will ich gar nicht erst erzählen. Geparkt hatten wir in Touristik 1, der allerdings zum Parkhaus 3 gehört. Wir wetzten also zum Parkhaus 1 in dem Glauben, dass dort unser Auto steht. Wir bezahlten dort fleissig unsere Parkgebühren, schauten noch mal auf die Karte, wo wir unseren Stellplatz notiert hatten und stellten fest, dass wir unsere Beine in die Hand nehmen mussten und zum Parkhaus 3 zurück mussten. Das erklärte wenigstens unsere Verwunderung darüber, dass bei der Ankunft wir nicht so weit zum Flughafengebäude laufen mussten.

Ging aber noch mal alles gut, rauf auf die Straße und gleich auf die Autobahn. Nach zwei Kilometern war dann Schluss mit Bleifuss, denn rund um Hannover waren alle Autobahnen dicht und so standen wir die nächsten unzähligen Kilometer im Stau. Jetzt waren wir wirklich zurück in Deutschland…

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Lernen kann Spaß machen (Türkei, 7. Tag)

Um viertel vor fünf klingelte unser Wecker. Wie zwei Leichen wankten wir durch das Zimmer. Ob sich der Imam morgens auch so fühlt? Bei dem brannte jedenfalls schon Licht.

Damit hier niemand dumm stirbt. Am Tag vorher begann Ramadan und während dieser Zeit zeigen die Moscheen die Zeit des Iftars an, indem die Minarette leuchten. Jedenfalls bei der hier.

Um halb sechs waren wir soweit fertig, zehn Minuten später sollten wir eigentlich abgeholt werden. Noch mal die letzte Gelegenheit nutzen, um auf Toilette zu gehen. Plötzlich klingelte das Telefon, von dem wir zwei auf dem Zimmer hatten. Eins direkt neben der Schüssel und eines im Fernsehzimmer. Steffi und ich waren gleichzeitig dran, so dass wir beide gleichzeitig wussten, dass unser Bus unten auf uns wartet. Na die sind aber früh dran.

Zwischendurch sammelten wir noch andere auf und in Marmaris wurde dann in einen größeren Bus umgestiegen. Dort lernten wir auch unseren Reiseleiter kennen. Der sprach verhältnismäßig gut deutsch. Verhältnismäßig deshalb, weil er den einen oder anderen Klopfer raushaute, wie z.B. Kreuzschiffe (gemeint war Kreuzfahrtschiffe), aber im Vergleich zu den anderen Reiseleitern, die wir in Ephesos hörten, wenigstens ganze Sätze sprechen konnte. Und sein gutes Deutsch präsentierte er auch während der Fahrt, als er uns von der Geschichte und den Mythen der Stadt Ephesos und der Umgebung erzählte. Auch über die Flora, Fauna und den Menschen konnte er während der Fahrt immer wieder was erzählen.

Nach zwei biologischen Pausen, so nannte unser Reiseführer die Zwischenstopps, kamen wir um kurz vor elf Uhr in Ephesos an. Bei geschätzten 44 Grad und gefühlten 56 Grad ging es durch die Ruinen der über 3000 Jahre alten Stadt.

Und so präsentierte sich die Stadt dann für uns.

Zuerst ging es durch das Verwaltungsgelände, wo im Odeon vermutlich Kammerkonzerte gespielt und politische Reden gehalten wurden. Direkt dahinter lag das Rathaus. Im folgenden Bild links zu erkennen. Das Odeon umfasste „nur“ 1800 Personen.

Natürlich nutzte ich auch die Möglichkeit, die umliegende Landschaft zu fotografieren, die mich wirklich fasziniert hat.

Weiter ging es zum Platz vor dem Domitiantempel, wo ein antiker Kreisverkehr zu erkennen war. Kein Wunder, trafen hier drei Hauptstraßen aufeinander.

Weiter ging es die Kuretenstraße hinab Richtung Bibliothek. Mittlerweile waren wir eine gute halbe Stunde unterwegs und das folgende Bild beschreibt diese halbe Stunde ganz gut.

Am Ende der Kuretenstraße befinden sich links die Hanghäuser, die Säulen als „Hausnummern“ vor der Tür hatten. Gar nicht so abwegig, denn wenn ich beschreibe, wo ich wohne, dann sage ich auch:

Zwischen dem Imbiss und dem Friseur ist unsere Haustür.

So ist es nur logisch, dass früher gesagt wurde:

Hinter der längs gerillten Säule ist mein Haus.

Wie jeder sicherlich weiß, ist Ephesos die Stadt eines der sieben Weltwunder und zwar des Artemistempels. Deshalb ist auch die Statue der Artemis allgegenwärtig. Im folgenden Bild ist also kein Phallussymbol abgebildet, sondern die griechische Göttin der Jagd und des Waldes.

Leider gab es auch nicht so schöne Bilder zu sehen. In der öffentlich Latrine, wo Geschäfte gemacht wurden, fotografierte ich das:

Ich krieg die Tür nicht zu. Da läuft man durch die Ruinen einer der größten Städte in der Antike, bewundert die imposanten Bauten der Menschheit, die über 3000 Jahre auf dem Buckel haben. Und dann schmeißt man seinen Müll einfach in das nächstgelegene Loch? Wie dumm und ignorant können Menschen eigentlich noch sein?

Zurück zum Thema Latrine. Diese öffentlichen Einrichtungen, die man gegen einen kleinen Obolus aufsuchen konnte, waren bestens ausgestattet. Marmorsitz, gepolsterte Rückenlehne, Rinnsal zum sauber machen und Fußbodenheizung. Kein Wunder also, dass Geschäftsleute sich hier länger aufhielten und neben dem einen Geschäft auch das andere gemacht haben. Daher auch die Redewendung.

Die nächsten Bilder zeigen unsere hauptsächliche Tätigkeit bei dem Besuch in Ephesos. Zur Erinnerung: Es war gefühlt über 50 Grad heiß.

Wie ich zu Steffi sagte:

Ich habe noch nie so viele Menschen so heftig Schwitzen sehen wie in diesen zwei Stunden…

Wir begegneten auch hier netten Leuten, die von sich aus uns anboten, Fotos von uns zu machen.

Natürlich sahen wir zum Abschluss noch das Theater von Ephesos, welches um die 25.000 Menschen aufnehmen konnte und in dem mutmaßlich der Apostel Paulus seine Anklage an die Silberverkäufer richtete, die mit dem Verkauf kleiner Silberfigürchen der Göttin Artemis ihren Lebensunterhalt bestritten. Diese waren verständlicherweise aufgebracht. Ihnen war es unter anderem zu verdanken, dass Paulus in Ephesos (wieder mal) im Knast landete.

Wie unser Reiseleiter mit einem zwinkernden Auge hinzufügte: Wer hat gewonnen? Paulus wurde kurze Zeit später in Rom hingerichtet, die Verkäufer dagegen sind knapp 2000 Jahre später immer noch da. 😉

Damit waren wir nach zwei Stunden in sengender Hitze auch schon am Ende angekommen. Vorm Ausgang kaufte ich mir eins von diesen eisgekühlten Fruchtdrinks und bekam sofort Gehirnfrost. Außerdem waren wir die letzten aus unserem Bus, die alle in Vorfreude auf das Mittagessen waren. Wir dagegen konnten uns nicht vorstellen, nach der Gluthitze was zu essen. Und das sage ich nicht nur, weil wir mit unseren Bauchschmerzen zu kämpfen hatten.

Das Mittagessen fand dann in einem 4-Sternerestaurant statt und die Buffetauswahl war verglichen zu unserem Hotel riesig. So schlugen wir denn auch kräftig zu und waren danach pappsatt. Beim obligatorischen Gang auf die Toilette bekam ich erstmal einen Schreck. Das erste, was mir ins Auge fiel, war eins der französischen Stehklos. Nachdem ich aber die nächste Tür öffnete, war ich erleichtert. Selbiges war ich wenige Minuten später dann doppelt. 😉

Unser Ausflug wurde dann komplettiert durch einen Besuch im Museum. Dort liefen Steffi und ich dann zur Höchstform auf. Nach der anstrengenden Tour durch die Stadt war der Gang durch das klimatisierte Museum eine Erholung, was wir mit bestechend guter Laune quittierten.

Und wie auch schon auf dem Ausflugsschiff und in der Stadt Ephesos, so bot sich auch hier wieder jemand an, der uns gemeinsam fotografiert hat.

Natürlich alberten wir nicht nur rum, sondern nahmen die Geschichte auch sehr ernst. So zeigten wir uns interessiert,

bewiesen Demut

und veranschaulichten.

Das ist Kaiser Domitian, der dank des erfolgreichen Feldzuges gegen das germanische Volk und der Errichtung des bekannten Limes den Beinamen „der Germane“ trug. In Ephesos, wie auch in ganz Kleinasien war er dafür bekannt, dass er die christliche Glaubensrichtung brutal unterdrückte. Als er in Rom dann vom Verwalter seiner Nichte unter tatkräftiger Mithilfe von Soldaten und Gladiatoren umgebracht wurde, rächten sich die Christen auf ihre Art. Sie schlugen den Statuen die Nasen ab. Dieser Verwalter hieß Stephanus und hat nichts mit dem Stephanos auf dem nächsten Bild gemeinsam.

Aber wie gesagt, sonst blödelten wir auch gerne herum und hatten unseren Spaß.

Danach ging es wieder nach Hause. Da schlafen für mich in einem Bus nicht möglich ist und meine Laune eh gerade gut war, machte ich weiter meine Späßchen. Hier als Graf Dracula.

Und dann war da noch der Zwischenstop an der fast fertigen Talsperre Akköprü, die zu den höchsten in Europa gehört.

Steffi hatte nach meinem über hundert Fotos von der Landschaft genug und schnappte sich die Kamera.

Hast Du einmal diese Verkaufsstände an der Straße fotografiert?

Diese Frage musste ich leider verneinen…

Das tat dann Steffi.

Und noch etwas lernten wir auf der Tour. Wie ich schon am ersten Tag anmerkte, wunderten wir uns über die scheinbare Wasserverschwendung. Diese hat einen bestimmten Grund. In Gegenden mit hohem Grundwasser, wo es außerdem keinen Mangel an Wasser gibt, werden diese Leitungen zur Abkühlung der Autos genutzt. DAS ist der Grund, weshalb aus Rohren ständig Wasser läuft.

Für all diese Wissensvermittlung und die wirklich unterhaltsame Tour sollte Ali, so hieß unser Reiseleiter, dann auch ein gutes Trinkgeld bekommen, obwohl er genau das nicht wollte…

Wo Steffi schon mal die Kamera hatte, zeigte sie ihr Können und fotografierte noch mal zwei grandiose Bilder vom letzten Teil unserer Heimfahrt. Einmal Marmaris vom Berg aus gesehen.

Und dann noch Turunc. Wohlgemerkt, aus dem fahrenden Bus hinaus fotografiert.

Um kurz vor acht waren wir dann wieder am Hotel. Erschöpft, aber glücklich. Jetzt sollte das letzte Mal gegessen werden, denn am nächsten Morgen sollten wir vor dem Frühstück abgeholt werden. Wir setzten uns zu unseren neuen Freunden Joost und Beata, die uns jedoch erstmal alleine ließen. Beata brauchte noch was zum Anziehen für den Strand. Wir aßen also und merkten langsam unsere Müdigkeit uns übermannen. Gerade noch rechtzeitig kamen Joost und Beata wieder und so plauderten, tranken und lachten wir bis das Personal der Strandbar wieder auf freundliche Art und Weise mitteilte:

Get the fuck out of here!

Das taten wir auch. Es war kurz nach elf, aber so richtig verabschieden wollten wir uns auch nicht. Also setzten wir uns mit den beiden noch in den Pub daneben und plauderten, tranken und lachten weiter. Bis es dann halb drei war und mein Kopf sich mit der Tischplatte vereinen wollte. Jetzt verabschiedeten wir uns wirklich und hoffentlich nicht zum letzten Mal. Unsere Einladung war sicher genauso ernst gemeint wie ihre Einladung nach Breslau.

Wir duschten noch schnell und hauten uns um viertel nach drei aufs Ohr. In nicht mal vier Stunden sollte der Wecker klingeln…

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Die Letzte macht das Licht aus

Am Samstag war die Neuauflage unseres Betriebsfestes im Weserstadion. Schon im Jahre 2002 wurde dort heftigst gefeiert und für den Betreiber blieben wir wohl lange in Erinnerung. So war es für viele eine faustdicke Überraschung, dass wir dort wieder ein Betriebsfest feiern durften.

„Wir feiern wie die Weltmeister“ war das Motto dieses Jahr. Und wie es so Weltmeisterschaften an sich haben, kann nicht jeder mitmachen. Vorab wurde nämlich angekündigt, dass die Betriebsfeier am 10.04. stattfinden sollte, also pünktlich zu Steffis Geburtstag. Vor vier, fünf oder sechs Wochen bei der Bekanntgabe hieß es dann plötzlich 17.04., was in sofern unglücklich war, weil sich viele Kollegen den 10. freigehalten haben, aber den 17. nicht. In unserem Büro z.B. betraf es gleich zwei Kollegen. Bei Steffi war keine Kollegin da. 😦

Das Programm versprach vorab eine Stadionführung (ich würde ja eher Sportplatz mit Tribüne statt Stadion sagen), an der wir zwei nicht teilnahmen. Mein Vater war dann so frei und hat uns mitgenommen. Zur Begrüßung gab es irgendwas eklig süßes, wo ich noch Stunden später damit beschäftigt war, es mit Bier wegzuspülen. Überhaupt das Bier…

Ich kann ja nicht wirklich viel Alkohol ab, aber was ich an Bier getrunken habe, reicht bei mir für mindestens zwei Vollräusche. Was einigen Kollegen auch auffiel und uns zu der Annahme hinreißen ließ, dass es Light-Bier gewesen sein muss. 😉

Das Essen war nicht schlecht, aber auch nichts besonderes…

Um 20 Uhr war ein Tischkicker-Turnier angesetzt und wie es der „Zufall“ wollte, waren Steffi und ich in einer Mannschaft die aus sechs Teilnehmern bestand. Nach jeweils drei Minuten wurden dann die Spieler ausgetauscht. Wir fingen stark an um genauso stark auch wieder nachzulassen. Am Ende sollte es nicht mal für das Halbfinale gereicht haben, was da schon egal war, da ich mich zu dem Zeitpunkt mit meinem ehemaligen Chef unterhielt.

Im Anschluss unterhielt ich mich nochmal so lange mit meinem aktuellen Chef um dann zu meinem ehemaligen Kollegen aus der Warenannahme dazuzustoßen. Auch hier waren nur wenige gekommen, was in der Hinsicht traurig war, aber der Geselligkeit keinen Abbruch tat.

Zusammen nutzten wir die Torwand für einige Zielübungen (vergeblich^^) und suchten das Handy von Stavros. Leider auch vergeblich. Um kurz vor eins fuhr auch die letzte mögliche Fahrgelegenheit ohne uns ab, und so kratzte ich schon mal das Geld für die Taxifahrt zusammen. Bis drei Uhr muss die Band wohl gespielt haben, danach wurden die Lichter angemacht. Bis dahin hatte ich mich noch mit diversen Kollegen unterhalten können – können deshalb, weil mein niedriger Alkoholpegel mir entgegen kam.

Leider musste ich dann noch den einen oder anderen Ausfall des einen oder anderen Kollegen beobachten, weshalb ich mich auch bei der einen oder anderen dazwischen warf, um ihr eine sonntägliche „Oh nein, was habe ich getan?“-Situation zu ersparen.

Um halb vier (?) wurden wir dann sanft zum Ausgang geschubst und meine flapsige Bemerkung, dass wir dank Steffi bestimmt die letzten sein werden, sollte sich bewahrheiten. Während der eine oder andere die Treppe runterstolperte, wartete ich noch oben auf Steffi, die damit tatsächlich die letzte war. 😀

Dank meiner Mutter klappte es mit dem Taxi hervorragend, mal abgesehen davon, dass wir bis zur Einfahrt laufen mussten, aber ich will nicht nachtragend sein.

Gefahren hat uns eine ehemalige Kollegin, bei der ich mich dann mehrfach für unser Verhalten entschuldigen musste. Beispiel?

Der erste Zwischenstopp wurde in Huchting gemacht und es soll wundern, wie lange man brauchen kann, um zwei kleine Scheinchen aus dem Portemonnaie zu zücken. Und dann noch zu erzählen, wie und wo man jetzt lang laufen muss um nach Hause zu kommen, statt einfach auszusteigen und zu gehen. 🙂

Oder, und das war meine Schuld, die Leute auf der Rückbank zu fragen, wo man langfahren würde um am kürzesten nach Hause zu kommen. Warum mache ich sowas? 😳

Und zum Schluss dann noch Steffi, die nicht an der (roten) Ampel aussteigen wollte, sondern vor der Tür. Warum? Weil sie bei einer Kollegin, die ich so gut kenne, dass unhöflich findet.

Unser Trinkgeld sollte sie allerdings nicht so unhöflich gefunden haben. 😉

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Amazon.de-Partner

Wie bei diesem Artikel ja schon angemerkt, habe ich mich/wir uns bei Amazon.de-Partner angemeldet. Nicht weil ich/wir mit dem Blog reich werden wollen, was ich/wir nie werde(n). Auch nicht, weil es der Beginn eines mit Werbung zugepflasterten Blogs werden soll, im Gegenteil.

Aber ab und an kommt es vor, dass hier über ein Buch geschrieben wird oder darüber berichtet wird, welche DVD aktuell geschaut wird. In diesem Fall wurde hin und wieder ein Link zu Amazon.de gesetzt. Daher die Überlegung, warum ich/wir diesen Gefallen für Amzon.de umsonst machen soll(en). Und deswegen die Teilnahme bei Amazon.de-Partner.

Also wenn in Zukunft hier etwas über Filme oder Bücher steht, jemand dann auf den Link geht und das Produkt auch noch kauft (macht das wirklich jemand?), dann ist es gut möglich, dass wir am Kauf daran mitverdienen. Das nur als Hinweis.

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Anstrengende Bauern

Okay, ich gebe es zu: Im Titel übertreibe ich schon. Denn wie ich hier schon angekündigt habe, sind Huder anstrengend. Die Kundschaft, die ich in die Bauernschaft Hurrel rausgebracht habe, waren durchweg freundlich und nett. Eigentlich wollte ich als Titel „Taxifahrer küssen besser“ nehmen. Aber auch das wäre wohl übertrieben. 😉

Nur leider war in der Nacht so gar nichts los. Nada. Niente. Nothing. Nüx. Um 22 Uhr ging es los für mich. Um fünf nach zwölf hatte ich den ersten Einsteiger vom MC. Danach ging es dann langsam los…

Sehr langsam. Meine vierte Tour war eine leicht konfuse Frau, die nach Hude wollte. Wahrscheinlich. Sie stieg ein und bevor sie das Fahrtziel nannte, bat sie mich, einen Moment zu warten. Was hätte ich auch machen sollen? Auf Verdacht losfahren? Nachdem sie ein paar Minuten (!) auf ihrem Handy rumhackte, hieß es dann Hude (Zum Glück, vielleicht ist da ja mehr los..). Allerdings wusste sie nicht wo in Hude und rief denjenigen an, den sie dort treffen wollte. Er sei bei „Burgdorfs“. Meine Alarmglocken schrillten. „Burgdorfs“ kann einerseits das Hotel/Restaurant bedeuten, andererseits kann damit auch die Party am Huder Bach gemeint sein, da Peter Burgdorf DER Partyveranstalter hier ist. Und neben „Halle“ hat sich auch der Begriff „Burgdorf“ etabliert.

Nene, er sei bei Burgdorfs. Sie war schon happy, dass ich überhaupt wusste, wo das ist. Aber sicher war sie sich nicht und übertrug ihre Unsicherheit auf mich. Ich machte ihr ein Angebot (dass sie nicht ablehnen konnte). Wenn wir beim Hotel sind, bleibe ich solange da stehen, bis ihr „Partner“ (?) sie draußen abholt. Dies nahm sie auch dankend an und wiederholte sich ab da, wie nett ich doch wäre usw…

Bei Burgdorfs angekommen, sah man durch das Fenster Leute tanzen, was schon mal Beweis ist, dass eine Festlichkeit im Gange ist. Sie bezahlte, weil sie aber nicht genug Geld hatte, zu wenig. Ich verrate nicht wieviel. Nur soviel: Mein Trinkgeld aus der vorigen Tour war futsch. 😦

Und jetzt begann das Warten. Also bitte, liebe Herren. Wenn ein Frau keine Kosten und Mühen scheut um Euch zu sehen, dann seid doch bitte so freundlich und wartet wenigstens draußen. Bei Wind und Wetter. Das ist echt das Mindeste. Dreimal musste die hilflose Frau anrufen, bis er endlich hinauskam.

Für meine Mühen (und den Rabatt) bekam ich als erster den Kuss von ihr. Auf die Wange! 😉

Nun, wo ich in Hude war, konnte ich zur „Halle“ fahren. Und wurde gleich mit einem Musterbeispiel Huder Gäste bestraft.

Bevor ich ins Detail gehe: Ich habe selber acht Jahre in Hude gewohnt. Die Menschen sind entweder Ureinwohner oder Zugezogene aus dem Oldenburger, bzw. Bremer Umland. Also entweder bereits sehr alte Eingesessene oder junge Mittelschichtler mit Familie. Es gibt sicher Problemstraßen in Hude, aber hauptsächlich ist Hude ein beschaulicher Ort. Wie sehr Erziehung daneben gehen kann, bewiesen aber meine ersten Huder Fahrgäste.

Zwei Jungs, ein Mädel stiegen also bei mir ein. Es sollte im Ort bleiben (zum Glück). Und was mir dann zu Ohren kam, ist nicht für Kinder bestimmt, scheint aber deren normaler Umgangston zu sein. Okay, die Party soll nicht so pralle gewesen sein. Aber trotzdem kann man ein Mindestmaß an gepflegtem Umgangston auch bei schlechter Laune erwarten. Da wurde das Mädel zur dummen Schlampe, der Kumpel vorne aufgefordert den Schwanz zu lutschen, worauf der erwiderte, dass er nicht so auf Pelz im Mund steht, usw… Also unterste Schublade. Gerade gut genug, um bei RTL demnächst in einem Realityformat aufzutauchen…

Jetzt war mir klar, warum ich eigentlich nicht so gerne nach Hude wollte. Aber die nächste Tour entschädigte für einiges. Es stieg bei der Halle ein Mädel ein, dass ich schon mal aus Hurrel zur Halle brachte. Vor vielen Monaten. Diesmal ging es also nach Hause und sie erzählte gleich, wie blöd die Party war und überhaupt viel zu teuer.

Dazu sollte man wissen, dass bei Feten von Burgdorf häufig Prominenz dabei ist, die richtig für Stimmung sorgt. Also Prominenz im Stile von Mickie Krause, Antonia, Willi Herren, Collien Fernandes oder „Die Autohändler“. Diesmal war niemand geringeres als Schäfer Heinrich zu Gast. Bekannt aus „Bauer sucht Frau“. Das Mädel plapperte also los, sie hätte ein Autogramm bekommen. Ich, der keine Ahnung hatte, wer der „Top-Act“ war, fragte auch gleich, von wem.

M: Na vom Schäfer Heinrich.

I: Wer?

M: Schäfer Heinrich.

I: Kenne ich nicht.

M: Aus „Bauer sucht Frau“.

I: Kenne ich auch nicht.

M: Aber das Schäferlied kennst Du.

I(zögerlich): Nnnnnein.

M: Ey, Du bist der erste, den ich treffe, der Schäfer Heinrich nicht kennt.

I (denkt: Spricht nicht für Dein Umfeld…): Kann man wohl nichts machen…

Dieser Dialog, den ich zu Schichtende auch meinen Kollegen erzählte, was ich wiederum Steffi erzählte, brachte übrigens diesen Stein ins rollen.

Nachdem sie mir eine Autogrammkarte zeigte, meinte ich mich auch dunkel an den Herrn erinnern zu können, hätte aber keinen Zusammenhang zu irgendwelchen Schäfern bilden können. Und noch was stand auf der Karte: „In Liebe…“ Ob ich wüßte, was das heißt? Gott sei Dank nicht.Sie auch nicht, aber ein Securitytyp erzählte ihr, dass diejenigen in den Backstagebereich dürften, die „In Liebe…“ auf der Autogrammkarte stehen hätten.

Das wollte sie dann doch nicht und landete stattdessen in meinem Taxi. Ich lud sie nicht in meinen Backstagebereich ein, sondern bei ihr zu Hause ab.

Der kümmerliche Rest der Nacht dümpelte dann auch ruhig vor sich hin. Ich fuhr noch einmal nach Hurrel, diesmal in männlicher Begleitung. Auch dieser Typ war sehr freundlich, was meinen Titel ad absurdum führt. Da sollten sich die Huder vielleicht mal an die Nase fassen, bevor sie über die Bauern aus dem Umland motzen. Aber es gibt solche und solche Tage. Thorsten kennt das ja auch mit Bauern und bei Lippern muss ich ihm Recht geben. Einmal verschlug es mich in diese Gegend und die war so prägend, dass ich danach nie wieder in diese Region hinabstieg.

Und in der Nacht durfte ich sogar noch nach Lemwerder, der Heimat von Micky M., wie mich der Fahrgast aufklärte. Der hat nämlich nur 500 Meter entfernt vom Messerstecher gewohnt. Super.

Der war ganz nett, seine Freundin umso ruhiger. Irgendwann stellte ich auch die Frage:

Sind wir nicht zu dritt im Taxi?

So gesprächig war er, so ruhig war sie.

Alles in allem also eine abwechslungsreiche Nacht, die symptomatisch für den Taxijob ist. Auf Trotteln folgen Liebe. Auf Trinkgeld folgt Rabatt. Auf Ruhe folgt der Sturm.

Gut, letzteres in der Nacht nicht. Aber man hat Hoffnung für das nächste Wochenende. 😉

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Bist Du vergeben?

Als Taxifahrer lernt man mit der Zeit die Unterschiede zwischen Männern und Frauen kennen. Das ist auch der Grund, warum ich mit meinem Soziologiestudium warte, bis Taxifahren als Praktikumszeit anerkannt wird. 😉

Während Männer häufig das „Wie“ interessiert, sind Frauen mehr am „Was“ interessiert.

Wie kommt es eigentlich, das Du Taxi fährst, bist Du Student?

…wäre z.B. eine typische Frage für einen Mann.

Was macht ein so hübscher Mann eigentlich außer Taxi fahren?

…wäre wiederum eine typische Frauenfrage.

So auch am Samstag, als ich die Aufmerksamkeit von mehreren Damen auf mich zog, nachdem sie bei mir im Fahrzeug Platz genommen haben.
Das erste Mädelspärchen knuffte sich gegenseitig beim Anflirten (was den Preis aber nicht drückte^^) und rief kurze Zeit danach nochmal an, damit auch ja ich sie wieder abholen und nach Hause bringen würde. Ob ich vergeben wäre (ja glücklich), was ich von ihnen halten würde usw. waren die brennenden Fragen und die Fahrt(en) gestalten sich höchst amüsant (auf beiden Seiten). Und kamen auch zur richtigen Zeit, hatte ich vorher einen Volltrottel höchster Güte befördert…

Die andere Gruppe war nicht minder unterhaltsam. Erst wollten sie für zehn Euro eine Rundfahrt durch Delmenhorst. Da stellte ich jegliche Gesprächsbereitschaft ein, mit dem Hinweis, unter 20 Euro läuft hier gar nichts.

G: Aber für zwanzig machst Du das?

I: Naja, wenn es am Stadtrand bleibt.

G: Hm, die eine müsste schon noch in die Innenstadt.

I: Dann zahle ich ja doch drauf, warum sitze ich wohl zwölf Stunden am Steuer? Um nach elf Stunden meine Trinkgeldeinnahmen an Euch zu verschenken?

G: Okay, 25 Euro und kein Cent mehr. Mädels, das sind 6,25 Euro für alle!

I (denkt): Wow, schnell rechnen kann die auch noch…

Es ging los, und nach einem Kilometer macht das erste Mädel schlapp…

M: Halt mal an, mir ist gar nicht gut.

I: Wenn Du ko**en musst, dann sag Bescheid.

M: Bescheid, BESCHEID!!!

Ich solle die mal nicht beachten, die trinkt gerne viel zu viel. Ja ne, ist klar. Kenne ich irgendwoher. 😉

Nach rekordverdächtigen 27 Sekunden sitzt die Kleine auch schon wieder im Auto.

M: Weiter gehts!

I: Gerne.

Danach begann die Konversation. Die Gruppenführerin fühlte mir ein wenig auf den Zahn.

G: Was macht ein so hübscher Mann eigentlich so?

I: Außer arbeiten?

G: Bist Du vergeben?

I: Kommt darauf an, wie Du vergeben definierst?

B(eifahrerin): Bist Du verheiratet? Hast Du Kinder?

I: Nein, mittlerweile geschieden. Keine Kinder.

G: Cool, dann bist Du noch zu haben?

I: Das ist ja eine sehr interessante Definition von „vergeben“.

Bei meiner alten Realschule wurde das erste Mädel, die Beifahrerin herauskomplimentiert. Die Unterhaltung ging aber weiter, denn die Gruppenführerin war mit mir noch nicht fertig.

G: Wie alt bist Du denn?

I: 33 Jahre.

G: Dann hast Du aber früh geheiratet. Wie lange warst Du denn verheiratet?

I: Fünfeinhalb Jahre.

G: Ich bin auch schon zwei Jahre verheiratet.

I (stutzig): Ich dachte, Du wärst solo?

G: Nö, aber meine Freundinnen hier.

I: Ja ne, ist klar.

Danach stiegen sie und die Unterbrecherin (wow, geile Wortkreation! :lol:) aus, und eine blieb noch übrig. Auf der Uhr standen gerade mal 14 Euro und 20 hatte ich von den anderen Dreien schon kassiert. Das lag aber auch daran, dass es wider Erwarten nicht der Umweg über die Innenstadt genommen wurde.

Man kennt mich als fairen und liebenswerten Menschen und so sagte ich zu der Übriggebliebenen:

I: Viel wirst Du wohl nicht mehr zahlen. So wie ich das sehe, wirst Du Deinen Anteil an Deine Freundinnen auszahlen.

Ü: Wieso?

I: Naja, weil wir nicht mehr auf 25 Euro kommen und 20 habe ich schon kassiert.

Ü: Ach, die Fahrt war so lustig mit Dir, da gebe ich die fünf Euro mit Vergnügen Dir.

I: 😀

18 Euro standen am Ende drauf. Damit hatte ich nicht nur eine tolle (letzte) Fahrt, sondern auch viel Spaß, reichlich Komplimente (kann „Mann“ ja auch mal brauchen) und sieben Euro Trinkgeld. 🙂

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Leibniztheater

Protagonisten:

Ein Kutscher, der den Weg kennt. (=I)

Ein Zentralist. (=Z)

Ein Klugscheißer. (Zur Ausnahme mal nicht ich…) (=K)

Z: Einmal Backenköhler, bitte reingehen und an der Rezeption melden.
I: Danke.

Ich stiefel rein, melde mich an der Rezeption und warte am Taxi. Nach geraumer Zeit kommen zwei ältere Ehepaare, Anfang sechzig. Der K setzt sich auf den Beifahrersitz.

K: Einmal Leibnizstraße in Delmenhorst. Kennen sie die?

I: Ja, geht von der Kantstraße ab.

K: Richtig, Leibnizstraße. Leibniz, der Philosoph.

I: Und Mathematiker.

K: Hier rechts.

I: Ja. Wie komme ich denn am besten in die Kantstraße? Die Dwoberger ist doch gesperrt, oder nicht?

K *macht eine Linksbewegung mit der rechten Hand bei ausgestrecktem Zeigefinger und dazu ein Comic-Heftartiges swusch-Geräusch*: Hier links.

I: Ja. Wie komme ich denn am besten in die Kantstraße, oder ist die Dwoberger wieder frei?

K: Ach, das ändert sich doch alle drei Tage.

I: Okay.

Nach knapp anderthalb Kilometer passieren wir einen Kreisverkehr. Erste Richtung Ganderkesee, zweite Richtung Delmenhorst, dritte Richtung Schierbrok. Bevor ich in den Kreisverkehr einfahre, fällt es dem K wie Schuppen vor die Augen.

K: Ach, die Dwoberger ist ja gesperrt, wie fahren wir da denn am besten?

I: Ich könnte hinterm Tiergarten längs fahren.

Allgemeine Zustimmung auf den hinteren Rängen, der K ist verunsichert. Eine neue Strecke!

K: Hier jetzt die zweite raus.

I: Ja.

Kurz vor der Einmündung Denkmalsweg, die in die Straße ‚Hinter dem Tiergarten‘ übergeht, kommt von rechts nichts mehr. Endlich Ruhe. Auch am Ende des Tiergartens keine Richtungsanweisung. Sollte ich etwa auf mich gestellt sein?

K *am Ende der Oldenburger Landstraße*: Hier jetzt links.

I *genervt*: Ja.

K *wieder mit seinem hippen swusch*: Hier jetzt in die Kantstraße rein.

I: Ja.

K: Hier rechts rum.

I *fahre die abknickende Vorfahrt, geradeaus ginge es zu den Schützen vom Tiergarten. Ich habe da gerade eine vortreffliche Zielscheibe neben mir sitzen*: Ja.

K: Und hier links in die Leibnizstraße.

I: Ja.

Es gab sogar 2,40 Cent Trinkgeld, und das obwohl der Beifahrer die ganze Arbeit hatte. 😉

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Drei Nächte im Schnitt

Am 28. Juni berichtete ich bereits über mein Glücksgefühl des Topfahrers. Zwei Wochen später durfte mein Bruder dieses Gefühl geniessen, während ich der schlechteste war. Glück und Pech können eng beinander liegen. Wobei die Trinkgelder im Schnitt noch ganz gut waren. Selten mal die 40 Centgeber, sondern immer so 1,10 Euro.

Gestern war es das Mittelmaß was das verdienen anging, aber dafür unteres Maß was Trinkgelder angeht.

Tunc meinte es diesmal gut mit mir und ich durfte die neue E-Klasse fahren. Die haben wir seit drei Wochen und einer davon geht reium. Gestern war ich dran. 😀

Und es war Schützenfest in Grüppenbühren. Zwar lief die Nacht nicht so schlimm wie bei Torsten, aber Dorfjugend kann auch ganz schön nervig sein. Das Publikum dort offenbarte sich nämlich als meist minderjährig. Wie sich das offenbart? Indem im Viertelstundentakt Jugendliche ans Fenster klopfen um sich einen Kugelschreiber zu leihen damit die Einverständniserklärung der Eltern ausgefüllt UND unterschrieben werden kann. Wohlgemerkt: DER Eltern. Nicht von DEN Eltern… 🙄

Bevor das Schützenfest losging hatte ich schon einen „Kollegen“ aus Osnabrück zum Haus Sandersfeld gefahren. Man plauschte über die örtlichen Gegebenheiten aus Taxifahrersicht und ich freute mich bereits über das gute Kollegentrinkgeld. Zu früh. 😐 Denn der „Kollege“ entpuppte sich als sehr unspendabel und zur oben genannten 40 Cent-Fraktion.

Ich sollte aber mehr unter den Kiddies „leiden“ bei denen man aber damit rechnet, kein und wenn dann nur sehr wenig Trinkgeld zu bekommen. Was auch in Ordnung ist, sieh haben ja nur Taschengeld, der eine Euro kann dann besser in einen zusätzlichen Charly investiert werden (wie Steffi mir vorhin verriet) und seinen Eltern dann später sagen, das Taxi war soooo teuer. 😉

Witzigerweise musste ich in der Nacht auch an Steffi denken, als ich zum X-ten Mal passend rausgab. Denn auch sie gab früher kein Trinkgeld, machte sogar Festpreise ab (bei mir keine Chance, niemals! Versucht es erst gar nicht! Ich mache dann auch gerne mal die Tür wieder von innen zu und suche mir die nächsten Glücklichen…). Mittlerweile aber hat Steffi einen Prima-Einblick ins Taxigeschäft und gibt gerne und reichlich Trinkgeld. Ohne Festpreisgequatsche. 🙂

Und noch witziger, aber für mich nicht sehr hilfreich, fuhr sie gestern mit Jana mit dem Taxi. Jana bezahlte und gab 2,50 Euro Trinkgeld. Noch einer, der Herz beweist und an mich denkt. 😉

Also insgesamt betrachtet war das schönste die Nacht über in der neuen E-Klasse durch die norddeutsche Tiefebene zu fliegen. Trinkgelder mau, zum Ende der Schicht noch Glück mit den Touren gehabt, und jetzt vier Wochen Ruhe.

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