Flittern in sweet home Alabama (5) – Neuer Bundesstaat, neues Glück?

Für diesen Tag war außer dem Strandbesuch in Pensacola, Florida so gar nichts geplant. Aber wir waren vorbereitet. Die Wettervorhersage versprach strahlenden Sonnenschein bei 27 Grad Celsius (86 Fahrenheit). Ich in meiner neuen Badehose durfte uns dann nach Florida kutschieren. Schließlich musste ich ja vor unserer geplanten Fahrt wenigstens mal selbst gefahren sein. Knapp 80 Meilen, davon fast 60 Meilen auf der Interstate 10. Kein Problem, wir hatten die ersten Tage ja die Infos meiner Cousine wie ein Schwamm aufgesaugt. Und Automatik kenne ich als Taxifahrer ja auch.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir da, doch was begüßte uns, als wir die Pensacola Bay überquerten? Nebel, vom allerfeinsten. Die Sicht bescheiden und von der Sonne war gar nichts mehr zu sehen.

Wenigstens war es warm, wenn auch der Wellengang wie am Vortag nicht ohne war. Wieder waren gelbe Flaggen gehisst. Ein elektronisches Schild informierte darüber, dass der Gang ins Wasser mit der erforderlichen Vorsicht zu erfolgen hat. Wir schlugen unsere Zelte Stühle vor dem Lifeguardhäuschen auf und bestaunten erstmal die Wellen.

Wie gesagt, warm war es ja und irgendwann hatte sich der Körper auch so weit aufgeheizt, dass man sich auch mal abkühlen konnte. Wind war diesmal nämlich kaum da, Sonne aber auch nicht. Was den Vorteil hatte, dass wir auf das eincremen mit Sonnenschutz verzichtet haben. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.

Naja, wir dann mal mutig in die Wellen, die es echt in sich hatten. Vorher hatten wir schon gesehen, dass die Lifeguards Schwierigkeiten hatten, bei der schlechten Sicht alles im Blick zu haben. Deshalb hatten sie auch intensiven Gebrauch ihrer Trillerpfeife gemacht, falls jemand der Meinung war, aus dem Blickfeld der Lifeguards zu schwimmen. Das haben wir uns erst gar nicht getraut, weil die Wellen ordentlich Dampf hatten. Zwar stieg die Wassertiefe nicht stark an und ich konnte nach gut zwanzig Metern noch stehen. Aber die Wellen zogen einen dann schon kräftig aufs Meer wieder hinaus, was nicht zur Sicherheit beitrug.

Aber es hat richtig Spaß gemacht, im Wasser zu planschen. Vom Salzgeschmack mal abgesehen. Der war dann doch irgendwie uncool. Das Spiel mit den Wellen, keine Schönheit ohne Gefahr, war jedoch richtig spaßig. Ich mein, sonst hätten wir auch in den Pool gehen können. 😉

Wie gesagt, ganz ungefährlich war es nicht. Die Lifeguards mussten dann noch vor unseren Augen raus, weil eine Gruppe von kleinen Kindern drohte abzutreiben. Die Mutter stand am Rand, während der Lifeguard in Aktion von Steffi auf Polaroid Bild festgehalten wurde. Ob es wegen der Aktion war oder einfach nur, weil der Lifeguard so knackig war, überlasse ich der Urteilskraft der weiblichen Mitleser.

Er hatte auf jeden Fall seine liebe Mühe, alle Kinder wieder einzufangen, was Steffi Gelegenheit gab, mehrere Bilder zu machen. Letztendlich hat er den Flohzirkus wieder eingefangen und die Kinder eine lehrreiche Lektion auf den Weg bekommen. Und die Mutter bekam auch noch grundlegende Dinge für den Strandbesuch erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde es schon wieder recht frisch, weil dann doch der Wind sich entschied, vom Meer kalt rüberzublasen. Zeit für uns, unsere sieben Sachen zu packen und den Heimweg anzutreten. Auf den Weg nach Hause fiel uns dann unsere gerötete Haut auf. Besonders mich hatte es erwischt, wohl deshalb, weil ich verächtlich die Sonnenschutzcreme beiseite schob.

„Die brauch bei dem Nebel eh keiner.“

Merke: Auch bei Nebel kann man einen Sonnenbrand bekommen.

Nach unserer Ankunft in Mobile wenigstens fleißig mit After-Sun-Gedöns eingerieben und damit die Auswirkungen des Sonnenbrands etwas in Zaum gehalten. Der Rest des Abends ging dann mit Kochen – jaha, nicht nur Fastfood als Grundlage der Ernährung! – Lesen, Chillen und Schnacken drauf. Jetzt waren wir auch langsam im Rhythmus drin und Jörg hatte auch Wochenende. Genug Gelegenheit also, auch mal länger zu schnacken.

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Flittern in sweet home Alabama (4) – Nordsee gegen Golf von Mexiko

Der erste Tag, an dem wir halbwegs uns an den neuen Sonnenstand gewöhnt hatten. Dafür war mein Hals dicker geworden. Wie gesagt, unter dem Ventilator zu pennen ist nicht sooo empfehlenswert, wenn man es nicht ab kann. Und ich bin auch nicht aus so hartem Holz wie Janek geschnitzt. 😉

Heute sollte dann der für mich langweiligste Tag im Urlaub werden. Die Frauen hatten eine Tour zum Tanger-Outlet in Axel Foley geplant. In den USA soll man ja so günstig Klamotten bekommen und das wollte sich Steffi nicht entgehen lassen. Und meine Cousine hatte noch reichlich Coupons gesammelt („Amerikaner lieben Coupons“).

So machten wir uns vormittags auf den Weg und hatten Gelegenheit, die beeindruckende überwältigende für amerikanische Verhältnisse mickrige Skyline von Mobile zu fotografieren.

By the way. Mobile wird nicht wie das amerikanische Wort für Handy, als Mobeil ausgesprochen. Es wird auch nicht, wie ich fälschlicherweise verbreitet habe, Mobl ausgesprochen. Es wird schlicht und ergreifend Mobil ausgesprochen. Das nur mal zur Info.

Auch an unserem vierten Tag in Mobile lernten wir einiges über den Verkehr auf Amerikas Straßen. In Alabama ist es z.B. erlaubt, rechts zu überholen. Es wird zwar für langsam fahrende Fahrzeuge empfohlen, rechts zu fahren. Aber es wird auf deutschen Straßen auch empfohlen, 130 km/h zu fahren. Die Wirkung ist hüben wie drüben gleich Null. Und deshalb wird der schwarze Pickup in wenigen Sekunden den weißen Pickup überholen. Und das ist vollkommen in Ordnung dort.

Auf dem Weg nach Foley bekam ich noch folgendes Bild vor die Linse:

Ich sag ja immer: Was den Amerikanern seine Waffengesetze, sind dem Deutschen sein Recht auf freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Beides tötet Menschen und beides wird mit den irrsinnigsten Argumenten verteidigt.

Und ja, bei Walmart kann man immer noch Munition für seine Waffen kaufen…

Aber wir die Mädels wollten ja Klamotten kaufen. Kaum angekommen, ging es auch schon ins erste Geschäft. Ich entdeckte beim gelangweilten Herumschlendern eine Cargo-Hose für 15 $. Plus 10% Tax und minus den 20% Coupons…hmmm. Macht einen verdammt guten Preis. Nehme ich doch einfach mal mit. Steffi erstand ein Oberteil mit Rolling Stones Zunge drauf und eine kurze schwarze Hose.

Im Anschluss ging es ins Pac Sun, wo ich mir, wie vom Tag erwartet, die Beine in den Bauch stand. Leider ohne, dass Steffi Erfolg hatte. Die Hosen dort passten irgendwie nicht.

Danach drehten wir im Inner Circle so unsere Runde und wurden nicht wirklich weiter fündig. Außer in einem Laden, wo ich zwei coole T-Shirts ausmachte. Eines mit dem Aufdruck „black and yellow“, passenderweise in gelb auf schwarzem Grund und dann noch, wir kennen es alle, dem Aufdruck „Legendary„. Steffi konnte immerhin noch einen Schal abstauben und ein Oberteil für ihre Schwester war auch gefunden.

Im Outlet von Calvin Klein wurde mir das erste Mal klar, wie günstig die Klamotten eigentlich sind. Schade, dass es bei Calvin Klein so gar nichts schönes gab. Als wir dann aber den Shop von Tommy Hilfiger betraten, muss es bei mir irgendwie *klick* gemacht haben. Auf jeden Fall staubte ich dort eine Jeans und ein cooles Shirt ab und bezahlte einen Witz dafür.

Kleine Rechnung: Die Jeans war runtergesetzt auf 35 $. Darauf kamen noch 40% Rabatt. Minus 20% vom Coupon.  Macht nach meiner Rechung keine 17 Dollar. Dann noch 10% Tax wieder raus, sagen wir 18,50 $. Jetzt ziehen wir 25% ab, dann hat man den Preis in Euro, also ca. 14 Euro. Für ne Hilfiger-Jeans made in China. Komischerweise kassierte der Angestellte noch mal weniger, als den von uns ausgerechneten Endpreis. Mir war es recht, sollte aber keine Ausnahme bleiben. Fast immer zahlt man weniger als selbst ausgerechnet. Das nenne ich Service. 🙂

Jetzt war ich heiß. Erstmal ein Blick auf die Infotafel…

Ich brauchte noch unbedingt neue Schuhe. Fündig wurde ich bei Skechers, wo man, auch typisch für Amerika, das zweite Paar Schuhe für die Hälfte bekam. Und die waren schnell gefunden. 😉

Steffi, nun ja, ging leer aus. Aber darauf konnte ich, einmal dem Kaufwahn verfallen, keine Rücksicht mehr nehmen. Susanne erzählte uns von irgendwelchen In-Marken. Ich bin ja schon froh, dass mir der Name Tommy Hilfiger was sagt. Sie erklärte uns, dass American Eagle in Europa wohl total angesagt wären. Also rein in den Laden. Die Sachen waren zwar ganz nett, aber T-Shirts, Hosen und Schuhe hatte ich nun und brauchte ich nicht mehr. Egal wie „in“ gerade irgendeine Marke ist.

Doch dann sah ich die Umhängetasche, die mir sofort gefiel. DIE musste ich einfach haben. Und *zack* gekauft. Steffi schoss dann noch ein wirklich schönes Oberteil dort, dass ihr verdammt gut steht.

Kaum raus, ging es in den nächsten Laden, wo einer DER In-Marken verkauft wurde – Aeropostal. Kannte ich auch nicht, aber um mich ging es nicht mehr. Jetzt sollte Steffi noch ne schöne Hose finden. Doch ich war es, der noch eine Hose fand. Eine Badehose. Die musste ich einfach haben…okay, musste ich nicht, aber hallo…Kaufwahn!

Nun war ich wirklich komplett neu ausgestattet. Steffi dagegen war angesichts meiner Erfolge etwas traurig. Klar, sie freute sich für mich, weil der Tag nicht wie befürchtet, total langweilig für mich war. Aber ne neue Hose hätte sie schon noch gerne gehabt. Und die sollte sie bei Pac Sun dann doch noch finden. Im ersten Laden, wo sie bereits Hosen anprobiert hatte, fand sie dann doch noch ein edles Teil, dass ihr auch gut stand.

Und so konnten wir unseren gemeinsamen Erfolg gebührend im Waffle House feiern. Im Waffle House sitzt man so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, auf Bänken am Fenster und wird, wie man es aus den Filmen auch kennt, bedient. Dort aß ich meinen ersten Burger in Amerika. Und sollte Lust auf mehr bekommen. 🙂
Frisch gestärkt ging es weiter südlich nach Gulf Shore. Der Name war Programm, erstmals waren wir direkt an der Küste zum Golf von Mexiko. Und konnten das warme Wasser genießen, was erst in ein paar Monaten an der Nordsee ankommt. 😉

Und nein, dass Wasser war nicht deshalb warm, weil wir da reingep….wie auch immer. Ganz ehrlich waren wir auch nur kurz mit den Füßen im Wasser, denn der Himmel war wie an der Nordsee  bedeckt. Und für mehr als sitzen hat es einfach nicht gereicht. Die Freude, an der Golfküste zu sein, war aber groß. Wie unschwer zu erkennen ist.

Wie gesagt, lange blieben wir nicht, weil der Wind recht frisch war und ich sowieso schon angeschlagen. Und meine freudige Erregung über die erfolgreiche Einkaustour wollte ich mir nicht vom Wind wegblasen lassen. Im nächsten Bild kann man dann auch erkennen, dass es nicht ratsam war, ins Wasser zu gehen.

Die gelbe Fahne ganz links deutet schon unruhiges Meer an. Das keiner im Wasser war, haben wir dann fälschlicherweise auf die gelbe Fahne bezogen, was natürlich quatsch ist. Klar kann man ins Wasser, man sollte jedoch die entsprechende Vorsicht walten lassen.

Nicht lange und wir gingen wieder den Heimweg an, nicht jedoch ohne uns mit Postkarten einzudecken. Der eine oder andere wollte ja noch ne Karte haben.

Auf dem Rückweg bestaunten wir noch einen nicht ganz so üblichen Eingang.

Ein kleiner Umweg über eine amerikanische Apotheke wurde noch gemacht und während Susanne irgendwelche Medikamente abholte, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos. Pharmama hat auch schon ne Mail bekommen. 😉

Kaum zu Hause angekommen, wurden unsere Trophäen ausgebreitet und abgelichtet.

Ach ja, die Kopfschmerztabletten haben wir ja auch noch bei der Apotheke geschossen.

Der Abend verlief jedenfalls wie üblich. Lagerbier, Küchentisch, kennen lernen über nette Unterhaltung. 🙂

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Verkehrsdurchsage (1. von unendlich vielen Teilen…fürchte ich)

Noch mal zum mitschreiben:

Wenn ich auf einer Hauptstraße links blinke, dann ist das keine Aufforderung, mich links zu überholen. Es bedeutet lediglich, dass ich links einen Parkplatz entdeckt habe und meine Fahrrichtung nach links zu ändern gedenke.

Hupen macht die Fehlinterpretation meines Linksblinkens nicht besser. Es beweist lediglich, dass man bei einer wichtigen Lektion in der Fahrschule nicht anwesend war.

Bremsen war aber schon gut. Hätte ich in der Situation auch gemacht. Ich überhole jedoch nur links, wenn der Vordermann rechts blinkt. Aber das kann man als Frau schon mal durcheinanderbringen. Behauptet jedenfalls ein Möchtegernkomiker, dessen Witze schon so einen Barth haben…

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