Wenn’s läuft, dann läuft’s

Lang ist’s her, dass hier im Blog mal wieder jemand zu Wort kommt. Aber der heutige Tag hat sich geradezu aufgedrängt, niedergeschrieben zu werden. Wie ich das halt so mache…meine kleine Anekdote aus dem Alltag.

Der heutige Tag war eigentlich recht simpel verplant. Der Vormittag war weitestgehend frei gehalten, um mal wieder Zeit zu haben, nur mit den Kindern zu spaßen (Nicolas 2Jahre 4 Monate, Isabel 5,5 Monate) und Mittag zu Essen – jammy lecker Pfannkuchen. Am Nachmittag hab ich Besuch erwartet von meinen befreundeten Mamis. Eigentlich muss man sagen, fing dieser heutige Tag schon gestern an. Denn Schlaufuchs wie ich manchmal bin, wollt ich es mir recht stressfrei machen und habe bereits am Mittwochabend den Boden von meinem sooo leckren Mandarinen-Sahne-Schmand-Blechkuchen gebacken. Das geht auch recht fix, ein paar Zutaten zusammenschütten, rühren und für 20 Min in den Ofen. Außerdem hatte Stefan die Idee, gestern ausnahmsweise mal früher ins Bett zu gehen. Das ist ja gar nicht so verkehrt, dann bin ich für den heutigen Tag wenigstens ausgeruht. Tja, denkste. Wenn man von 22.15 Uhr bis 0.30 Uhr wach im Bett liegt, trägt das nicht gerade zur Fitness am nächsten Tag bei. Bei der Gelegenheit hab ich gleich den gaaaanzen Donnerstag gedanklich mehrmals durchgeplant. Ich hätte mühelos ein nachmittagfüllendes Programm für die Kids zaubern können – ach was sage ich, mindestens 2 Varianten davon. Von Gemeinschaftsspielen bis Gruppensingen, Basteln und malen. Nur, unter uns, das brauchen wir gar nicht für unsere Treffen, denn unsere Kinder spielen einfach zusammen und wir trinken Tee, Kaffee und essen lecker Kuchen – wie Mamis das halt so machen. Naja, aber irgendwie musste ich die schlaflose Zeit ja nutzen. Um 3 Uhr bin ich dann noch kurz zu Isabel gegangen und hab ihr den Mitternachtssnack gegeben, um dann friedlich bis 7 Uhr weiterzuschlafen.

Stefan war bereits zur Arbeit als mich Nicolas durchs Babyphone weckte. Ich drückte die Gegensprechanlage und murmelte: “ Nur noch ein paar Minuten, okay?!“ Da ich keine Antwort bekam, ging ich von der allgemein gültigen Regel „Schweigen heißt Zustimmung“ aus und drehte mich nochmal zu Seite. Ca. 10 Minuten später meldete sich Nicolas erneut. „Nu gut“, dachte ich mir, „steh ich halt auf. Isabel sollte ja auch demnächst wieder hunger bekommen“ – dachte ich und blickte auf ihr Babyphone. Doch, oh Schreck, das war aus. Warum? Die Batterie war leer und anstatt vorher wie wild zu piepen, geht das Sch…ding einfach lautlos aus. Natürlich hab ich es gleich wieder angeschlossen und angemacht und prombt ertönte ein eindeutig hungriges Gebrüll von der anderen Seite der Leitung – UPS …. Sorry Süße!

Naja, die nächsten Stunden sind schnell erzählt. Fläschen geben, Frühstück für den Sohn und mich machen, Zähne putzen, anziehen, Windel wechsel…halt das Übliche. Um 10.30Uhr mal überlegen, ob ich den Kuchen jetzt schon fertigstellen soll, oder lieber nach dem Mittag. Ach was soll’s, in der Garage ist es ja noch ein bißchen kühler, so dass die Sahne-Schmand-Schicht schon nicht weglaufen wird und zur Not, ab damit (in kleine Stücke zerteilt) in den Kühlschrank. Also holte ich den locker flockigen Biskuitboden aus dem Ofen und …. rümpfte die Nase. Hmmm?? Muss der Boden so aussehen? Und vor allem fühlt der sich normalerweise doch viel fluffiger an und nicht hart wie ein Brett. Steffi, du hättest ihn doch besser abdecken sollen, denn so hat er nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem Boden meiner Vorstellung.

Aber bevor ich Panik schiebe, erstmal Mama anrufen, vielleicht weiß sie ja Rat. Doch meinen dünnen Strohhalm, dass vielleicht die Sahnemasse, die drauf kommt das ganze wieder weich macht, knickte meine Mama ganz schnell um und gab mir dafür wenig Hoffnung. „Ach“, frotzelte ich noch am Telefon, „dann mach ich den schnell nochmal, ist ja kein Hexenwerk.“ An sich hab ich damit auch recht, nuuur in diesem Fall hatte ich leider übersehen, dass mir eine Zutat gestern abend ausgegangen war, das Rapsöl. NATÜRLICH fiel der Groschen erst, NACHDEM ich den, nennen wir ihn „Riesenbiskuitkeks“, in kleine Stücke zerbrochen vom Blech gelöst hatte. OK, also doch nochmal einkaufen. Wenn ich mich beeile, schaff ich es noch vor Isabels nächster Flasche. Also, Baby geschnappt, ab in den MaxiCosi und die beliebte „Schuhdiskussion“ mit Nicolas geführt. Der liebt es nämlich barfuß zu gehen! Und da er ja wirklich nur raus aus dem Auto und rein in den Einkaufswagen muss, hatte ich da auch nix gegen. Schon fast die Haustür hinter mir zuziehend mit Isabel, dem Einkaufskorb und der Handtasche im Gepäck, fiel dem jungen Herrn aber noch ein, dass er unbedingt nochmal rein müsse. „Oh nein. Auto“, waren seine Worte. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er schon wieder an mir vorbei geflitzt ist. Na gut, dann halt das gelbe Tut-Tut-Auto mit ins Auto. Wenn ich das Radio etwas lauter mache, hör ich auch den lieblichen Singsang vom gelben Stadtflitzer nicht mehr:

„Ich geh gern auf große Fahrt, tut tut, piep piep. Fahre hin und fahre her, winke allen zu. Lachen, winken tuuuut-tuuuut“

Bei Edeka den Einkaufswagen mit Nicolas und MaxiCosi gefüllt und schnell durch die Gänge geflitzt. Gleich auch schon mal Dinge für das morgige Essen eingekauft und auch für heute den Speiseplan geändert. Denn noch einen zweiten Teig für Pfannkuchen anrühren…  neee, keinen Bock und vor allem auch keine Zeit mehr. (Der Kleine sollte gegen 12 Uhr Essen, damit er schnell zum Mittagsschlaf kommt, damit er dann wieder fit ist, wenn sein Besuch da ist). Es war ja mittlerweile schon 11.15Uhr. Also habe ich, eher untypisch für uns, in der Fertigtruhe geschnüstert und mal Paella rausgegriffen. Die hab ich wirklich schon ewig nicht mehr gegessen.

Es waren dann auch tatsächlich 4 Kassen offen doch bei allen als letzter Mann ein vollbeladender Einkaufswagen. Nach gutem Auge fürs Detail, sprich Anzahl der Einkäufer vor mir, habe ich dann eine Kasse ausgesucht und selbstverständlich auch gleich Murphys Gesetz zu spüren bekommen. So stand ich da hinter einem Mann, der wiederrum hinter einer laaangen Lebensmittelschlange am Band stand, an deren Ende, an der Kasse, eine junge Frau und ein etwas viel älterer Herr standen. Und es ging nicht weiter. Warum? Das konnte ich von meinem Platz aus nicht erkennen. Also die Zeit nutzen um ein bißchen mit dem Sohnemann zu singen und zu spielen. Das ging allerdings erst, nachdem ich ihn beruhigt hatte, weil er ausgerechnet jetzt, unbedingt und ohne Kompromisse aus dem Einkaufswagen aussteigen wollte. Und die erste Minute Null Verständnis dafür hatte, dass das jetzt so gar nicht ginge. Aber den Disput hatten wir glücklicherweise schnell geklärt und lagen uns danach in den Armen, wo seine Tränen schnell trockneten. Nun konnte ich auch meine Waren aufs Band legen und es ging weiter. Ach nein, doch nicht, wieder ein Stopp. Immer noch das ungleiche Paar am Anfang unserer Schlange. Währenddessen murmelte Nicolas irgendetwas Unverständliches und zeigte auf oder neben die Frau hinter uns. Wie das so ist bei Kindern, wenn man sie nicht versteht, werden sie zornig und energischer, sprich lauter. Es hat etwas gedauert, doch aus den Lauten „Huwa Arm“ oder so ähnlich. hatte ich dann richtig geschlussfolgert, dass Nicolas das Pferdetattoo auf dem Arm der Frau hinter uns meinte.

„Ja, sagte ich, “ da ist ein Pferd auf dem Arm“.

Und wir grinsten in Richtung Frau, die aber keinerlei Miene verzog, sonder sehr ernst und, nennen wir es, verbittert zu uns blickte. Ich haute noch schnell raus, dass auf der anderen Seite auch ein Löwe sei, und drehte mich dann schnell wieder in die Bewegungsrichtung nach vorne um. Normalerweise kennen wir fröhlich grinsende Menschen hinter uns in der Schlange sobald Nicolas mit seinem Charme spielt und die Kunden in ein knuffig-kindliches Gespräch verwickelt. Oder sie spielen mit ihm kleine Spielchen, wie „Kuck-kuck“ hinter meinem Rücken. Ich mag das, das ist ein freundliches Miteinander in der Warteschlange. Diese Frau hingegen verstreute schlechte Laune und böse Blicke.  Und nur ganz nebenbei die Tattoos waren ganz gruselig gestochen und erinnerten eher an die ersten Versuche eines Tätowierers in den 90igern.

Vorne bekam ich nun den Grund für das Stocken unserer Schlange mit. Vielleicht war die Frau hinter uns ja auch deshalb so eine Miesepeter, weil sie warten hasste, so wie ich in diesem Moment. Denn wir hatten es ja nun mal eilig. Ich bekam also mit, wie der vorhin erwähnte alte Mann von ihr, der jungen Frau, weggeschickt wurde. Er solle von irgendwas drei Säcke mitbringen.

Ernsthaft jetzt? Erweitern die hier an der Kasse jetzt ihren Einkauf? Was soll das denn? Und die Kassiererin wartet jetzt echt auf den laufschnellen Opa bis er die 3 irgendwas gebracht hat , um dann weiter abzukassieren? Ja geht’s noch?“

Der alte Mann kommt dann auch irgendwann wieder mit einem Sack Äpfel, woraufhin sie sich aufregt, denn sie hätte doch klar „drei“ gesagt, woraufhin der alte Sack Mann wieder losdackelt. Ich hingegen, konnte nur noch laut schnaubend meinen Kopf auf den Einkaufswagenschiebegriff fallen lassen, was Nicolas aber überhaupt nicht gut fand und mich vehement von diesem wieder runterdrückte. Ein Blick zur Kasse nebenan verriet mir, dass ich dort JETZT an der Reihe wäre. Hätte, wäre, wenn…so ist’s halt manchmal. Ich sag’s ja: Wenn’s läuft, dann läuft’s. 🙂 Nachdem die Äpfel eintrudelten ging dann auch alles sehr zügig und ich konnte mich wieder auf dem Weg zum Auto machen. Alles wieder reingehievt und bei schnuckelig warmen Temperaturen zurück nach Hause. Alles wieder aus dem Auto raus und rein ins Haus geschleppt. Da, muss ich sagen, war ich schon gut aufgewärmt, denn es war ja wie erwähnt ein wunderschöner, sonniger Tag. Genau so einer, an dem man mit seinen Kindern schön im Garten spielen kann und unter dem Apfelbaum, im Schatten, auf einer Decke ausruht. – So wie es eigentlich geplant war -. Naja, nun also auf: Kuchenboden backen. Alle Zutaten zusammenschütten und dann noch schnell das Mehl abwiegen.

„Hui, da ist ja gar nicht mehr soooo viel drin. Hoffentlich reicht’s noch.“

NEIN! selbstverständlich reichte es nicht. 100 g fehlten. Und 100 g beim backen ist eine nicht zu vernachlässigende Größe. Also, Isabel rein in den MaxiCosi (goßzügigerweise, hat sie noch nicht nach der Flasche verlangt), Autoschlüssel gepackt und rein ins Auto. Schnell noch mal Mehl kaufen. Achja, schnell ist immer so eine Sache. Wenn sich genau dann, wenn man es eilig hat, der Sohn dazu entscheidet genau jetzt NICHT auf seinen Sitz zu klettern, sondern sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz versucht nach vorne zu quetschen. Hab ich erwähnt, dass ich klein bin? Nicht gerader hilfreich, wenn man das Kind aus der Mitte des Wagens wieder herausfischen muss. Trotzdem hab ich es geschafft und wurde von Nicolas mit einem steifen Körper und ganz viel und lautem Gebrüll belohnt. Also nur unter Kraftanstrengung gelang es mir, den kleinen Quälgeist in den Sitz zu schnallen. Beleidigt war er trotzdem…mir egal, ich auch. Und geschwitzt hab ich nun endgültig. Nachdem ich ziemlich reibungslos das Mehl gekauft hatte und wieder zu hause angekommen war, war es mittlerweile 12.05 Uhr. Gut, dass ich die Paella gekauft habe. Also Teig anrühren und parallel die Paella in der Pfanne aufwärmen. Nicolas hatte sich seine Hüpfpferd geholt und Isabel wurde auch schon leicht unruhig. Was ihr nicht zu verdenken war. Also richtig schnell den Teig aufs Blech – und da ist sie auch schon, die Hungersirene von Isabel, und das Blech rein in den Ofen. Paella umrühren, Wasser aufkochen für das Fläschchen. Wecker stellen für den Kuchen, Bluse ausschütteln, weil heiß. Fläschchen fertig machen, Paella umrühren, Isabel aus dem MaxiCosi holen und auf dem Stuhl, etwas unbequem Position zum füttern einnehmen. RUHE 🙂 Wie schön.

Die Hälfte der Flasche war geschafft, da machte es einen Riesenknall. Und auf den „Bumms“ folgte ein „Wähhhhhh“ Nicolas hat sich rücklings vom Hüpfpferd abschmeißen lassen und ist mit dem Kopf auf die Fliesen gefallen. Natürlich tut das weh, natürlich weint man und natürlich hilft da nur Mamas Arm und pusten. Ich also mit der Kleinen auf dem Arm und der Flasche unters Kinn geklemmt nach unten auf den Boden. Direkt vor dem warmen Ofen, versteht sich. Linkes Bein Isabel, selig am trinken. Rechtes Bein Nicolas, bitterlich am weinen. Doch alles gut, kein Blut, keine Beule – pusten und streicheln hilft.

Dann war es Zeit für Nicolas Essen, 12.30Uhr. Und während er isst, könnte ich ja schon mal das Chaos vom backen beseitigen, da ich ja fast alle Utensilien eh wieder für den Belag brauche. Also Abwaschen. Aus den Augenwinkeln sah ich nur, wie Nicolas das gerade eingenommene Essen wieder auf den Teller ausspuckte.

„Heiß“, sagt er.

„Ja Schnubbi, dann müssen wir noch mal pusten.“

Kaum umgedreht um den Abwasch weiterzumachen, hörte ich nur ein

„Ihh bah“

und wieder kleckste das Essen aus seinem Mund auf den Teller.

„Was’n nu schon wieder?“

Der Blick auf den Teller verriet mir, dass er wohl keine Muscheln mag. Dann hab ich also alle Muscheln rausgepickt, damit er weiteressen konnte. Man muss dazu sagen, Nicolas ist eigentlich ein sehr guter Esser und er mag auch viel. Gut, Muscheln gehören nicht dazu und anscheinend auch keine Garnelen. Nach ein paar Löffeln Reis, musste ich diese nämlich auch raussuchen. Also auch das Abwaschen wurde mir irgendwie erschwert. Als ich dann fertig war, haute ich mir schnell noch ein Ei in die Pfanne, weil ich Paella gerne auch mit Spiegelei essen mag. Als ich mich mit meinem Essen dann zu Nicolas gesetzt habe, schiebt der nun seinen Teller zu mir und sagt sehr bestimmt:

„Ei, Ei. Dicolas auch Ei“.

Jaaaaa gut, fair muss man ja bleiben, bekommt Sohnemann also auch ein Spiegelei. Kaum auf dem Teller, fiel gleich der erste Bissen wieder aus dem Mund. Zu heiß? Ja, erst schon, aber nach dem pusten fiel es erneut aus seinem Mund. Nicolas schob mir wieder den Teller entgegen und sagte, er sei fertig. Stirnrunzelt guckte ich ihn an und fragte ihn, ob das jetzt sein ernst sei und ob er tatsächlich das Ei nicht essen mag. (Er liebt Ei. Jedenfalls zum Frühstück am Wochenende).

„Mama Ei“

waren seine Worte und so pickte ich nach Muscheln und Garnelen auch das Spiegelei aus seiner Paella, damit der Herr dann noch 2 Löffel Reis und ganz wichtig, das Stück Fleisch essen konnte. Dann war er nun wirklich fertig. Also ab ins Bett.: 13 Uhr.

Der Kuchenboden war inzwischen auch fertig und Isabel ist auch eingeschlafen. Herrlich, dann kann ich ja noch in Ruhe duschen, bevor ich den SahneSchmandkram mache. Also Kuchenboden aus dem Ofen und ….wundern.

„Der sieht ja wieder nicht so aus wie er soll. Der ist total platt und irgendwie auch am Rand sehr hart. Wirklich aufgegangen ist der auch nicht… ????“

Und dann war er da, der erkenntnisvolle Blick auf das Rezept. Noch völlig verdatter und ungläubig, hab ich meine Mama angerufen und ihr erzählt was sie doch für eine dumme Tochter hat. Ernsthaft, hab ich es doch zweimal fertig gebracht, das Mineralwasser im Teig zu vergessen.

Kein Mineralwasser, keine Fluffigkeit! (ob es das Wort gibt, ist mir egal, es trifft die Vorstellung, die ich von meinem gelungenen Kuchenboden hatte).

Ich habe ernsthaft mit mir gehadert, ob ich ein drittes Mal den Boden backen sollte, aber 1. hab ich kurz mal dran gedacht, was für eine Riesenverschwendung an Lebensmitteln das wär und 2. hatte ich absolut, überhaupt keinen Bock mehr drauf. Und geschmeckt hat er ja, war nur halt sehr dünn und etwas fester. Also hab ich, genau nach Anleitung, den Belag fertiggemixt und auf den Boden verteilt, in die Garage gestellt und mich selbst unter die Dusche. Es war 14Uhr und ich war fertig. Also, konnte ich nun gemütlich alles draußen vorbereiten. Ein paar Spielsachen rausstellen, Tisch decken etc.

Als ich dann so kurz vor Besuchererscheinen den Kuchen vom Blech auf den Servierteller heben wollte, verging mir echt die Lust am backen. Obwohl, nee eigentlich musste ich nur noch Lachen. es ging ja echt mal schief, was schief gehen konnte, bei dem kleinen Projekt:

Ich backe meinem Besuch einen ganz schnellen, aber sehr leckren Kuchen!

Der Kuchenboden krallte sich nämlich förmlich am Backpapier fest und war von diesem nur mit mehreren Schubbewegungen zu lösen. Das wiederrum fand der Sahne-Schmand-Belag überhaupt nicht witzig und fiel plump zu allen Seiten weg. So richtig fest ist er dank des Wetters nämlich nicht geworden. Als nun der Tortenheber unter das Stück Kuchen gebracht  und angehoben wurde, brach der Kuchen gleich an allen überlappenden Stellen durch! Fazit: Der Kuchen wurde umbenannt in

„einen Haufen von Biskuitkeks-Sahne-Schmand-Mandarinen-Potpourri mit Mandelsplittern“

Aber davon mal ganz abgesehen. Der Rest des Tages war sehr schön. Die Kinder haben schön zusammen oder auch alleine gespielt. Das Potpourri hat doch irgendwie schon geschmeckt und das Wetter war zum draußen sitzen und Kaffee trinken wunderbar. Es kam sogar ein wenig kühle Luft, so dass man beim Unterhalten nicht zusätzlich noch dahinschmolz. Das nächste Mal hör ich dann vielleicht doch lieber auf meine Mama, die da am Telefon sagte:

„Hättest du nicht besser einen Kuchen kaufen können?“

Ja, liebe Mama, hinterher ist man immer schlauer.

In diesem Sinne, wünsche ich weiterhin einen sonnigen Sommer und sende liebe Grüße und eine dicke Entschuldigung an die lieben Kollegen meines Mannes. Denen wurde nämlich schon ein lecker Kuchen am Freitag angekündigt, wenn die Mamas und Kinder denn was übrig lassen würden. Übrig geblieben ist schon was. Aber das ist, ganz ehrlich, weder transportabel noch vorzeigbar. :-/

 

 

Advertisements

Gewitzt der Junge

Mann oh Mann war das ein heißes Wochenende. Hier in Delmenhorst sind wir dahingeschmolzen. Leider konnte ich das gute Wetter aufgrund von kleinen bis mittleren Wehwechen nicht so recht ausnutzen und verbrachte die meiste Zeit innerhalb unserer 4 Wände. Ich glaube, Nicolas war nicht bös drum, denn wo ihm bereits in seinem Spieledschungel der Schweiß von der Stirn lief, waren es in seinem Kinderwagen gefühlte 40°Grad – gestaute Luft – kein Wind. Trotzdem, irgendwie fehlte was… daher kam der abendliche Anruf meiner Mama genau richtig. Nach dem üblichen Wortwechsel „Wie gehts?“ / „Was machen deine Jungs?“/ „Gibt’s was Neues?“ eröffnete sie mir, dass sie morgen (also Montag nach dem Wochenende) mit meiner Schwester und ihren Kidis zum Strand fahren würden. „Och wie schön“, dacht ich noch so bei mir, „da weht bestimmt ein laues Lüftchen, da lässt es sich gut aushalten.“ Meine Mama machte auch gleich den Vorschlag, ob ich denn nicht mitkommen wolle – naja, eigentlich hatte ich schon andere Pläne. Nachdem wir das Telefonat beendet hatte, dachte ich noch mal gründlich über die Alternative (in der Sonne brutzeln und Meerluft schnuppern :  Nicolas die letzte Schluckimpfung verabreichen) nach. Ich entschied mich meine Mama davon in Kenntnis zu setzen, dass sie auf mich zählen können, ich werd mich gleich morgen früh, nach Nicolas Morgenflasche, auf den Weg nach Hooksiel machen. Die 1 Stunde Autofahrt wird sich lohnen. 

Gleich „morgen früh“ wurde dann zu 8.40 Uhr, weil Kind fertig machen, mich fertig machen, alle nötigen Klamotten zusammenpacken doch länger dauert, als man das so im Kopf annimmt. Trotzdem freute ich mich riesig, da ich morgens schon gleich nach dem Duschen wieder zerfloss und auch Nicolas beim Trinken seiner Flasche Schweißperlen auf der Stirn hatte. Mein Weg führte mich von der Autobahn direkt zum Strand – naja, fast – ich musste noch bei der Tanke halten, weil mir Stefans Wagen auf halber Strecke mit dem Leuchtsignal „Sprit wird knapp“ drohte, was wiederrum zusätzliche Schweißperlen auf meiner Stirn verursachte. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin nach 1 Stunde 15 Minuten an meinem Ziel angekommen. Und mich empfing: Wind! Achja, und Wolken! Kurzum, es war kalt!   ….   

Hmm, so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber trotzdem habe ich Sack und Pack aus dem Auto geräumt und mich als Packesel auf den Weg zum Strand und somit zu meiner Schwester gemacht. Neo, mein Neffe, empfing mich schon kurz vor dem Lageplatz. Naja, ein herzlicher Empfang war das eigentlich nicht. Er rannte mir entgegen, sah mich, drehte sich um, um dann seiner Mama zuzurufen, dass „Sie“ da sei. 🙂 Nachdem ich alles abgeladen hatte, bin ich auch sogleich mit dem Kleinen ins Watt. Nicht ganz sofort, weil Neo musste erst noch ein paar Kekse futtern. Meine Schwester hatte für ihn leckere Leibnitz Kekse in Tierform mitgenommen. Und mit jeden Griff in die Tüte wurde sogleich gefragt: „Was ist das denn?“ oder festgestellt „Guck mal, ein Schaf, Löwe, Hase…“ was er halt so in der Hand hielt. Leider fiel ihm bei der Aktion auch einmal ein Pinguin in den Sand. Den er aufhob, betrachtet und für sich beschloss, dass er zu dreckig ist, ihn zu essen und ihn wieder zurück in die Tüte beförderte. Neo ist mittlerweile 2 3/4 Jahre alt, aber echt auf zack. Somit war unsere kleine Wattwanderung, nach der Keksstärkung auch mit lauter Fragen und Belehrungen seinerseits geschmückt. Er zeigte mir Krebse, die man aber nicht anfassen dürfe, sonst machen die „Knips – Knips“ und Wattwurmhäufchen, Steine und Muscheln. Algen, die er noch nicht kannte, wollte er allerdings dann doch noch nicht anfassen 😉

Nun komm ich zum eigentlichen Teil meiner Story. Muss schon sagen, die Einleitung ist ausschweifender geworden, als beabsichtigt :oops:. Zurück am Strand war es mittlerweile angenehm warm und Nicolas machte sich so langsam auch mal bemerkbar. Ich machte also eine Flasche für unseren Sohnemann fertig, während meine Schwester dem heranrollenden Wasser entgegen lief. Neo war derweil wieder mit seiner Hauptaufgabe beschäftigt: Kekse betiteln und essen! Als ich Nicolas so auf dem Arm hatte und ihm die Flasche gab, gelüstete es mich auch mal nach einem Keks. Neo teilt nämlich immer sehr gerne. Also fragte ich ihn, ob er mir denn auch einen Keks geben würde. Neo wühlte in der Tüte und zog einen Keks heraus und hielt ihn hoch.

„Willst du eine Eule?“

„Ja, gerne“.

Doch während meiner Antwort war der halbe Keks schon in seinem Mund verschwunden, den er dann aber schnell wieder rauszog.

„Ja?, die Eule?“, fragte er mit schräggestelltem Kopf

„Ähmmm… nee, jetzt nicht mehr, die hattest du ja schon im Mund. Gib mir doch einfach einen Keks aus der Tüte. Musst ihn mir aber direkt in den Mund legen, ich hab ja keine Hand frei.“ 

„Einen Löwen?“

„Neo, ist mir egal welches Tier. Bitte, einfach einen Keks in meinen Mund.“

„Einen Pinguin?“

„Ja, gerne auch einen Pinguin“ *seufz*“

Neo griff nochmals gezielt in die Tüte, machte ein paar Schritte um die Decke herum, um mir mit ausgestrecktem Arm den Pinguinkeks direkt in den Mund zu legen.

„Mmmm, danke Neo“, nuschelte ich mit vollem Mund

„Der ist aber dreckig!“, erwiderte Neo völlig trocken

„WAS? Wieso das denn?“, fragte ich und merkte schon die Sandkörner zwischen den Kekskrümeln.

„Der ist mir vorhin da runtergefallen.“, und zeigte auf die Stelle wo vorhin der Pinguin lag.

„Aha, und dann gibst du ihn also mir.“, sagte ich kopfschüttelt und grinsend

„Mhmm“, antwortete Neo und nickte eifrig mit dem Kopf.

Ich finde ein Foto von dem Jungen untermalt seine Schlitzohrigkeit. Also, das ist der kleine Mann:

Wenn die Einleitung schon so lang war, dann darf die Erzählung ja hier jetzt nicht einfach so abbrechen. Es gibt zusätzlich den wohlverdienten Schlußteil. 

Leider mussten sich Dany (meine Schwester), Pia (meine Nichte, 5 Monate), Neo (zu genüge bekannt), Nicolas (mein Sohn 5,5 Monate) und ich mittags schon wieder auf dem Heimweg machen, damit der Junge noch was zu Essen bekommt und eine kleine Mittagspause machen konnte. Am Nachmittag wollte wir wieder herkommen. Die Sonne war mittlerweile auch öfter vor den Wolken als dahinter und so war es muckelig warm als wir den Strand verließen. Voller Vorfreude auf den Nachmittag. Nach der kleinen Pause haben wir also wieder unsere 7 Sachen zusammengepackt und auch noch unsere Mama eingesackt und wieder auf zum Strand. Der Parkplatz war voll, der Strand war voll, das Meer war nun auch da, nur eins das fehlte: Die Sonne. Die Wolkendecke war nun so dicht, dass wenig Hoffnung bestand, dass wir die Sonne heut nochmal zu Gesicht bekommen würden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns an der Nordsee befanden, wehte dazu noch ein recht frisches Lüftchen, um es mal milde auszudrücken. Im Bikini in der Sonne brutzeln war nicht. Aber immerhin konnte man es in kurzen Klamotten und nem Kaffee ganz gut aushalten. Die Babys wurden halt in Handtücher gewickelt und Neo durfte das Oberteil seine Mami als Ganzkörperoutfit (siehe oben) anziehen, da Badehose und Shirt bereits nass geworden sind. Am Abend gabs bei unserer Mama noch ein lecker Matjesbrötchen und dann hab ich auch schon wieder die Heimreise angetreten. Fazit des Ausflugs war: Für einen Strandausflug, wie man sich ihn vorstellt war der Tag ein Flop. Aber für die Zeit, die ich mit meiner Familie verbracht habe, hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt! Jederzeit wieder.

In Delmenhorst von der Autobahn abgefahren musste ich dann auch gleich zu meiner Rechten einen gestürzten Motorradfahrer sehen, der aber schon wieder auf den Beinen das Gespräch mit einem Autofahrer suchte. Da der Wagen vor mir an der „Unfallstelle“ oder um was es sich handelte, stehen blieb, bin ich weitergefahren. Einmal abgebogen und um eine etwas langgezogenere Kurve gefahren, traute ich dann wirklich meinen Augen nicht. Da lagen mitten auf der Straße 3 Gören, die, als sie mich heranfahren sahen, sich zur anderen Straßenseite rollten. Die ganz rechts stand noch auf und winkte mir. Zu sehen bekam sie nur einen mehr als verdutzten Gesichtausdruck und ein fragendes WTF-Kopfschütteln. Gerade dran vorbeigefahren, fragte ich mich, ob es nicht meine bürgerliche Pflicht sei, anzuhalten und eine spießige Moralpredigt abzulassen. da war ich aber auch schon zu weit vorbei. Als mir allerdings ein kleiner Corsa entgegen kam, gab ich ihm eine warnende Lichthupe. Somit hatte ich meinem Gewissen eine kleine Genugtuung verschafft…In der Wohnung angekommen, mit Stefans Hilfe wieder Sack und Pack (man, was hatte ich an diesem Tag viel geschleppt) nach oben getragen, mich vor den PC gesetzt und??? Genau, geölt wie am morgen. Denn hier war es den ganzen tag bullig warm gewesen und das spürte man immer noch am Abend.

Veröffentlicht in Alltag, Ausflug, Spaß. Schlagwörter: , , , , , . Kommentare deaktiviert für Gewitzt der Junge

Ameisen teilen nicht…

Nachdem es heute Nacht, ich möchte mal sagen „wie aus Eimern gegossen hat“, war es heute Vormittag wieder um so schöner. Die Sonne strahlte vom Himmel, die Vögel zwitscherten und die Welt war gut gelaunt. Um das gute Wetter nicht zu verpassen, vertrödelte ich nur bummelige 4 Stunden nach dem aufstehen mit: Nicolas wecken, ausziehen – Windel wechseln –  anziehen, Fläschen geben, rumalbern, meine Mails checken, 9Gag schauen, selbst frühstücken, Nicolas ausziehen – Windel wechseln – anziehen, Fläschen geben, Karottenbrei geben, ausziehen – Windel wechseln – anziehen und mich duschen. Erschreckend wie die Zeit dahinfliegt. Egal, nun war ich auf jeden Fall bereit für den Einkauf, denn schließlich sollte heute noch gekocht werden. Nicolas in den MaxiCosi, Handtasche umgeschnallt und ab die Treppen runter zum Auto. Beim öffnen der Garage fiel mir jedoch ein kleiner Marienkäfer in den Blick. Erwähnte ich bereits, dass die Sonne ihren höchsten Stand hatte und es wieder einmal muckelig warm war? Nun denn bückte ich mich zum kleinen Marienkäfer, der da so einsam auf dem Unkraut saß. Sofort schlug meine soziale Ader an und ich drehte den Kopf nach links. Direkt neben der Haustür steht nämlich unsere prächtiger Löwenzahn, der sich seit Tagen mit Blattläusen rumärgert. Für die Ameisen, die es sich ebenfalls vor unserer Haustür, oder darunter, häuslich gemacht haben, ein Festmahl.  Also dacht ich so bei mir, es ist so warm, kein Grün in Sicht und Hunger hat unser kleiner Käfer sicher auch. Nicht lang gefackelt und den kleinen Kumpel auf den Finger krabbeln lassen und direkt zum gedeckten Tisch manövriert. Doch oh – ha, damit hab ich nicht gerechnet. Binnen Sekunden sind die Ameisen, die vorher fleißig den Stil hoch und runter krabbelten, auf den armen Marienkäfer los. Sie attackierten ihn förmlich und überrannten ihn. Mein Missgeschick sofort erkannt, nahm ich den Käfer schnell wieder auf meinen Finger in Sichherheit und setze ihn ein Stück weiter auf ein Löwenzahnblatt. Doch den Ameisen war das nicht Sieg genug. Sie trommelten zum Angriff und setzten dem Eindringlich nach. Wo vorher nur 5 Ameisen den Feind im Blick hatten, rannte nun eine ganze Scharr an mordlustigen 6-Beinern auf den hilflosen Marienkäfer zu. Zugegeben viele von ihnen irrten augenscheinlich orientierungslos um den Löwenzahn herum – oder bildeten sie gar eine Barriere? Doch die Vorhut attackierte so gleich wieder meinen kleinen Freund und stürmten über ihn hinweg. Keine Chance hat der kleine Kerl. Ich packte meinen ganzen Mut zusammen, denn schließlich hatte ich ihn erst in diese lebensbedrohliche Situation gebracht. Ich streckte meinen Finger aus um dem Kleinen einen Fluchtweg zu ermöglichen. Doch keine Chance, der war bereits zu Boden gedrückt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr in die Höhe begeben. Ich holte nochmal tief Luft und mit meinem letzten Fünkchen Mut durchbrach ich den Ameisenknäul und hob den Marienkäfer vorsichtig mit 2 Fingern in die Höhe. Dabei schüttelte ich noch eine letzte hartnäckige Kämpferin ab und dann – puh – war der kleine Freund erstmal in Sicherheit. Unter uns wimmelte und wuselte es nur von aufgeregten Ameisen. Oder war das vielleicht ein Freudentaumel, da sie den Angreifer, der von ihrem Tellerchen essen wollte, erfolgreich in die Flucht getrieben habe? Ich setzte den Marienkäfer in sicherer Entfernung auf einem anderen grünen Blatt ab und entschuldigte mich vielmals für seinen Beinahetod bei ihm.

„Vielleicht sollte ich noch ein Stückchen weiter vorfahren – sonst kommen Sie wohl schlecht aus der Garage raus.“

Ich drehte mich um und wurde sogleich aus meiner Faszination der Tierwelt gerissen und befand mich wieder in der bekannten Menschenwelt. Ich sah einen älteren Herrn, der gerade sein Auto direkt, aber wirklich direkt vor meiner geöffneten Garage geparkt hatte. Beim aussteigen hat er dann aber wohl messerscharf seinen Irrtum erkannt, wartete aber trotzdem noch auf meine Bestätigung seiner Erkenntnis. Nachdem ich ihm sie gegeben habe, fuhr er sein Auto ein Stück vor, ich nahm Nicolas und warf noch einen letzten Blick auf meinen kleinen, lebendigen Marienkäfer.

Während der Autofahrt dachte ich noch ein wenig über das Sozialverhalten der Ameisen nach, das wohl über ihren eigenen Bau hinaus keine Gültigkeit hat. Außerdem überkam mich die Neugier was passiert wäre, wenn ich nicht eingegriffen hätte (also nachdem ich eingegriffen habe, um den Marienkäfer Essen zu verschaffen). Hätte er sein gelbes Sekret abgesondert und die Ameisen dadurch aufgehalten? Wären die Ameisen hartnäckig geblieben und hätten ihn am Ende als Köstlichkeit in ihren Bau geschleppt? Nun, das werd ich wohl nie erfahren, aber eine neue Tiererfahrung hat mir der heutige Tag auf jeden Fall beschert 🙂
Veröffentlicht in Alltag, Spaß, Tiere. Schlagwörter: , , . 2 Comments »

Smalltalk oder was?!

An einem Montag, der, nach einem wunderschönen, sonnigen Wochenende, eher trübe trist und etwas regnerisch daherkam, machte ich mich auf den Weg zum einkaufen. An der Fleischtheke lies ich mir mein Gulasch von dem freundlichen Fachverkäufer in kleine Stückchen schneiden – das braucht etwas Zeit. Da fängt der Gute an vor sich hinzureden.

„Wo sind denn jetzt die 18° C, die heute morgen im Radio versprochen wurden?“

Nicht sicher, ob er mich meinte oder seine Kollegin, die hinter ihm rumwuselte, grinste ich nur nett. Seine Kollegin reagierte mit:

„Ach ja, 30° C, das wär was feines!“

Ich grinste derweil immer noch nett und nickte beiläufig. Woraufhin sich der schnibbelnde Fachverkäufer wieder zu Wort meldete:

„Ach, so 26° C, eine leichte Brise, das wär doch echt was feines. Und nicht so wie es draußen jetzt ist!“

Noch immer grinsend erwiderte ich:

„Ja, im Juni dann vielleicht wieder.“

Freundlicher Fachverkäufer (nicht mehr schnibbelnd, sondern mir mein Gulasch überreichend):

„Ja, wenn wir Glück haben, nech.“

Stirnrunzelnd verließ ich die Theke und fragte mich, was das gerade war. Der klägliche Versuch eines Smalltalks oder tatsächliches Bedauern des ach so schlechten Wetters.

Meine Gedanken bei diesem kurzen Wortwechsel waren jedenfalls folgende:

„Wo sind denn jetzt die 18° C, die heute morgen im Radio versprochen wurden?“

„Hmm… so kalt ist’s draußen doch gar nicht.“

„Ach ja, 30° C, das wär was feines!“

WTF? Es ist FEBRUAR! ES IST WINTER!“

„Ach, so 26° C, eine leichte Brise, das wär doch echt was feines. Und nicht so wie es draußen jetzt ist!“

„Hallo??? Bin ich im falschen Film, oder was? Es ist noch nicht mal Frühling und außerdem musst du doch heute eh arbeiten und könntest das Wetter gar nicht genießen.“

„Ja, wenn wir Glück haben, nech.“

„Mhmm, immer schön pessimistisch bleiben.“

Veröffentlicht in Alltag, Spaß. Schlagwörter: , , , , . 1 Comment »

Neulich Samstagmorgen im Bett

So ein Wochenende ist schon was feines – für die meisten zumindest – es bedeutet den Tag nach belieben zu gestalten, ausgiebig zu frühstücken und vor allem auszuschlafen. Diesen Samstagmorgen sollte das nicht der Fall sein. Ein letztes Mal sollte ich meinen Dienst als Servicekraft in meinem Nebenjob aussüben und die erste Schicht sollte um 9 Uhr starten. Mit fertig machen und Hemd bügeln etc, stand der Wecker also auf 7.30 Uhr bereit zum klingeln. Doch wach wurde ich irgendwie auf andere Art und Weise…

 

Um 6.25 Uhr drang leise Radiomusik an mein Ohr. Kurz geblinzelt und erkannt, dass es noch viiiel zu früh zum aufstehen war.  Warum merk ich das denn nur und Stefan rührt sich nicht, um seinen Radiowecker endlich auszumachen?! Naja, kann ich ja schnell auch noch auf Klo gehen. Bevor ich also Schlaftrunken aus dem Bett taumelte, stubste ich Stefan noch schnell an und brummelte ihm zu, seinen Wecker auszumachen. Ein Brummeln kam zurück, der Berg drehte sich auf die andere Seite und knipste das Nachttischlicht an, während ich mich zur Schlafzimmertür rausschlich. Als ich wiederkam, war mein Herzl bis über den Kopf eingehüllt in seiner Decke. Das Licht brannte und das Radio dudelte immer noch vor sich hin. Mit vielen Fragezeichen in meinem Kopf, sprach ich den schlummernden Haufen vor mir an, doch bitte das Radio UND das Licht auszumachen. Was dann auch Kommentarlos, abgesehen von erneutem Brummen, vollzogen wurde.

Die restliche Zeit verlief dann auch ohne Zwischenfälle, so dass ich „munter“ nach einer Stunde aufstehen und meinen Dienst antreten konnte.

 

Als ich Abends wieder zu Hause war, fragte ich dann Stefan mal nach seinen Beweggründen, morgens das Licht anzumachen, anstatt den Radiowecker auszuschalten. Grinsend verreit er mir, dass er heute morgen, es überhaupt nicht verstanden hat, warum ICH, wenn ich auf Klo ginge denn das Licht anmachen musste und er sich sogar extra noch die Decke über den Kopf ziehen musste, damit es nicht so hell war.  Und das blöde Gedudel aus dem Off war ihm auch sehr suspekt. *grien* was musste ich da doch über meinen Schlafbären lachen!

 

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , , . 1 Comment »

Brautalarm

Ich hab nu lang überlegt, ob ich wirklich diesen Artikel verfassen soll. Jetzt,  zwischen all den grausamen Nachrichten, die die letzten Tage auf uns niedergeprasselt sind. In einer Flut, dass ich das Gefühl habe, sie kaum verdauen zu können. Außerdem ist es schwierig, ihre Brisanz, Traurig- und Bitterkeit zu erkennen und zu würdigen, wenn gleich drauf die nächste Hiobsbotschaft lauert.

Trotzdem ist es genauso wichtig, dass man auch in dieser Zeit was zu lachen hat. Auch wenn das nun oberflächlich und egoistisch klingt. Da mir die Überleitung nun so gar nicht geglückt ist, schreib ich einfach brutal drauf los und kündige hiermit den Angriff auf eure Lachmuskeln an… ! Wenn ihr ins Kino geht. Natürlich geht dieser Aufruf in erster Linie an die Frauen, aber ich denke auch die Männer mit dem gewissen Sinn für Humor (naja, hauptsache Schadenfreude und schräge Komik) werden auf ihre Kosten kommen. Ernsthaft, Brautalarm ist seit langem mal wieder eine wunderbar gelungene Kinokomödie, bei der man herzhaft und aus vollem Leibe lachen kann. Ja, ich hatte sogar Tränen in den Augen. Mir ging das im Kino auch sicher nicht alleine so. Meine Freundin teilt den gleichen Humor wie ich, und dass dieser nicht so abgehoben ist, bewies, dass 95 % der anderen Kinobesucher sich auch kaum auf den Sitzen halten konnte.  Wenn ich jetzt noch weiter auf die Kacke haue, riskier ich, glaub ich, eure Erwartungen so hoch zu schrauben, dass ihr später noch enttäuscht seid 🙂

Also, nur noch so viel. Brautalarm ist kein billiger Abklatsch zu Hangover, sondern baut seine ganz eigene Story auf. In erster Linie geht es um 2 Freundinnen, die in völlig verschiedene Richtungen gehen. Die eine steht kurz vor der Hochzeit, dem Glück, dem Traum aller Mädchen und die andere bekommt ihr Leben in allen Lebenslagen irgendwie überhaupt nicht in den Griff. Neben diesen Personen warten noch weitere skurile, liebenswürdige, schräge und übertriebene Charaktere auf euch. Und der besondere Charme liegt in der Tatsache, dass „erwachsene“ Liebe dargestellt wird. Frauen über 30, die nicht makellos durchs Leben gehen, sondern optisch wie psychisch die gleichen Fehler haben wie du und ich. Wobei, so abgedreht wie Annie ??? … Ich kenn keine :-). Auf dem Weg werdet ihr wahrscheinlich alte Bekannte wiedertreffen… „Sookie St. James“, falls ihr Gilmore Girls geguckt habt, oder auch „Roy“ aus IT Crowd (original). Achja, und selbst der englische Humor von Little Britian ist in diesem Film vertreten.

Also, schnappt euch eure Freundin, Kollegin, Schwester oder auch den Freund und genießt 125 min abschalten und lachen!

Veröffentlicht in Spaß. Schlagwörter: , , , , , , , . 6 Comments »

Verschlimmbessert

Ich habe ein „täglich grüßt das Murmeltier“-Erlebnis. Und zwar immer dann wenn, „Robin Hood -König der Diebe“ im Fernsehen läuft. Sobald die Anfangsmelodie zu hören ist, die ich grundsätzlich zufällig erzappe, hört mein Göttergatte im Nebenzimmer einen lauten Jubelschrei mit anschließendem Seufzer. Leider wurde mir diese Freude jäh genommen. Vor 2 Jahren wurde ich zum ersten Mal bitter enttäuscht. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich, voller Vorfreude den Film, den ich doch schon soooo lange nicht mehr gesehen hatte, mal wieder in Ruhe genießen zu dürfen. Auch freute ich mich darauf die ein oder andere Textpassage mitplappern zu können. Doch schon nach der ersten Viertelstunde kam mir das Ganze seltsam vor. Als es dann endlich zu „meiner“ Flußszene kam, wo Will so schadenfroh singt und ich nicht synchron zu dem Singsang miträllern konnte, da war mir alles klar. Die Schweine haben tatsächlich den Originalfilm neu synchronisiert. Ich heulte mich bei Stefan aus und gemeinsam recherchierten wir erstmal, warum solch Frevel nötig ist. Der einzige und wirklich lächerliche Grund ist, dass dadurch geschnitte Szenen von Alan Rickman eingebaut wurden, die angeblich die Story weiter erläutern soll. Tuen sie vielleicht auch, ist aber für das Gesamtverständnis des Films vollkommen wuppe. Jedenfalls wenn man dafür aussagekräftige, charakterzugeschnitte Synchronstimmen durch eher emotions- und ausdrucksslose Stimmen ersetzt. Und gerade die Stimme vom Sheriff, also Alan Rickmans, wurde dermaßen verschlimmbessert, dass es mich schüttelt.

Und trotzdem saß ich heute wieder auf dem Sofa, zappte um 20.15 Uhr herum, und Stefan hörte im Nebenzimmer ein lautes Jubeln und einen Seufzer. Ich sprang ins Nebenzimmer und grinste ihn an: „Robin Hood, ist wieder drauf! :o) Vielleicht hab ich ja Glück und es ist das Original.“ (oder ich hab die letzten Male mit meiner Wahrnehmung übertrieben.) Ach Steffi, warum machst du dir nur immer solche Hoffnung? Natürlich ist es die Fassung von 2004. Natürlich wurden die Dialoge komplett anders betont. Natürlich fehlt der Pfiff, die Dynamik, der gewisse Charme! Deshalb sitze ich nun hier, denn ich konnt es nach 20 Min einfach nicht mehr aushalten und die Enttäuschung hat mich zur Tatstatur getrieben, wo ich es einfach hinausschreien schreiben wollte! Ein für mich sehr schönes Filmerlebnis wurde versaut, ich denke ich werde zukünftig nicht mehr in Jubelschreie ausbrechen, wenn mir der Film über den Weg läuft, sondern mit einem schweren Seufzer das Weite suchen. RIP Robin Hood! 😦

P.S: Noch schlimmer ist die Sache, wenn man dem Vorwurf von Wikipedia Glauben schenken darf, dass die Szenen damals rausgelassen wurden, weil Alan Rickman durch schauspielerisches Talent den Kevin Costern an die Wand spielte. Pfffff… ich sachs ja: Frevel!

Veröffentlicht in Alltag, Medien. 6 Comments »

Kehrtwende

Vielleicht war ja heute  auch jemand von euch einkaufen und hat die gleichen Bilder wie ich wahrgenommen:

Tja, ich würd sagen: Gestern gabs Entwarnung 😉

Veröffentlicht in Alltag. Schlagwörter: , , , , , . 6 Comments »

Öfter mal an den Partner denken…

Heut komm ich vom Reiten heim und hab richtig Bock auf ein leckres Brötchen.

Schau in den Kühlschrank und seh eine Gurke. Denke mir, na, die hast doch alle entsorgt??!! Kommt auch schwupps mein Schatzi ums Eck, den ich gleich verwundert anschau und sage:

„Komisch, wo kommt auf einmal die Gurke her?  Der Kühlschrank war doch Grünzeugsfrei.“

„Na, Spatz“, grinst mein Göttergatte, „die hab ich dir doch mitgebracht.

War auch wirklich richtig günstig…. nur 29 Cent.“

Ja nee, is klar!!! Vielen Dank auch Stefan!

Veröffentlicht in Alltag, Gesundheit, Spaß. Schlagwörter: , , , . 15 Comments »

Wer die Kirsche bemüht

Dieses Wochenende war es so weit, Stefan freute sich ja schon lange auf das Treffen mit DEM Maskierten, irgendwo im süßen Bad Drecksloch. Da sollte auf jeden Fall der Bär steppen, weil irgend so ein Bachblütenfest stattfinden sollte. Ich vergess grundsätzlich wo und warum solche Straßenplatzfeste stattfinden, hauptsache man kann essen, trinken und evtl. – mit viel Glück – das ein oder andere Fahrgeschäft mitnehmen.

Kurz nachdem wir auf die Autobahn fuhren, erfuhr ich auch noch, dass es sich um das jährliche Kirschblütenfest in Elmering – Sußen *zzzzzzzzzz* – da war ich auch schon eingenickt. Als mein Körper anfing unrhythmisch im Stop and Go Takt des Straßenverkehrs mitzuwippen, kehrte ich langsam in die Welt der Wachen zurück und erblickte Menschenmassen auf den Gehwegen und allerlei fröhliche Gesichter. Wir mussten an unserem Ziel angekommen sein, also fing ich an mich zu recken und strecken, ein wenig frischen Wind in unser Auto zu lassen und mich auf das Treffen mit dem Unbekannten einzustimmen. Zeit genug hatte ich dazu ja, denn die Parkplatzsuche sollte sich als echte Herausforderung herausstellen. Aber mein Schatz hat das wie immer voll im Griff und ergatterte noch auf irgendeiner abgelegen Wiese einen mehr oder weniger legalen Parkplatz. Nu mussten wir uns aber auch sputen und bei strahlendem Sonnenschein den Weg zum Marktplatz flotten Schrittes bewältigen. Nach ca. 20 Min. Fußmarsch erblickten wir in der Ferne schon den Brunnen unseres Treffpunktes. Ich blinzelte ein paar mal und täuschte mich nicht, im grellen Sonnenlicht hastete einen Gestalt auf uns zu – ich guckte genauer – hey, der Typ ist maskiert?!? Ich drehte mich hektisch nach links und nach rechts, um ein evtl. Ziel auszumachen. Doch als ich noch mit panischem Blick die Passanten um mich herum taxierte, blieb der maskierte Fremde schon direkt vor uns stehen und begrüßte Stefan mit einer herzlichen Umarmung. Puuuhhh! Da musste ich Lachen, natürlich „der Maskierte“, welch witzige Idee, seinem Namen solch Ehre zu machen, wenn nicht auch bei diesen Außentemperaturen eher wahnwitzig. Nach den üblichen Begrüßungsfloskeln wurde aber schnell klar, dass das ein netter Tag werden würde, da wir schnell in allerlei Gesprächen aufgingen.

Auf dem Festplatz angekommen suchten sich die Zwei auch gleich den typischsten Männerladen schlechthin aus. Hauptsache Schwenkgrill und Bier. Na gut, mir sollte es recht sein, hatte ich doch tierischen Brand auf ein leckres Alster und dazu ein kleines Stück mageres Rindersteak in selbstgebackenen Brotmantel mit einem Hauch von Knoblauchdip und feinem Salat vom Kraut… wir wissen alle dass die Realität dir auf solch einem Fest nur eine durchsiffte Serviette mit matschigem Brötchen, fettigen & sehnigem Steak mit nem Flatschen Tzatze und wässrigem Krautsalat gönnt.

Im Gegensatz zu den Männern hielt ich mich ein wenig länger an meinem Alster fest, wollte ich doch später noch meinen Geldbeutel im Cocktailzelt leeren. Doch diese Rechnung hab ich leider ohne die Kraft der Männerhundeblickfraktion gemacht. Prompt kam die Frage auf den Tisch, wer von uns Hübschen denn das kurze Streichholz gezogen hat und heute Abend den Chauffeur spielen darf. Diese Frage hatten wir bis dato offen gelassen. Meinen Gatten kenn ich zu gut, um zu wissen, dass sein Schweigen und seine Art mich nicht anzugucken, ein Flehen und Bitten im Inneren darstellt. Als mich dann auch noch der Maskierte mit seinem Blick, der sich hinter der Sonnenbrille nur erahnen ließ, charmant überreden wollte, konnte ich gar nicht anders, als mich in mein Schicksal zu ergeben. Adieu leckere Cocktails!

Einer wurde mir dann allerdings doch noch gegönnt, bevor der Startschuß zum Hopfen und Malzbudenmarathon fiel. Das war dann auch der Anfang vom Ende. Ehrlich, wer kennt es nicht? Jeder war bisher einmal der nüchterne Trottel unter einer Gemeinschaft feuchtfröhlicher Gesellen. Entweder man erkennt seinen ganz eigenen Humor bei der Sache und genießt den Abend mit Notizbuch (für spätere Nachfragen oder Schenkelklopfer), Fotoapparat (um „ach du spinnst ja, das hab ich nie gemacht“ Äußerungen  gegen die Wand laufen zu lassen) und natürlich dem Fremdschämen oder …man macht es nie wieder! Ich entschied mich für erste Variante und beobachtet und belächelte den langsam eintretenden Verfall von: 1. Sinnhaftigkeit der gewählten Gesprächsthemen

Wo ich bei den ersten drei Buden, die wir wirklich im Marathontempo hinter uns ließen, noch sinnig dem Gesprächsverlauf folgen konnte und auch selbst noch dran teilnehmen durfte und wollte, machte sich nach dem vierten Hindernis langsam die Einwirkung  der 28° warmen Außentemparatur in Zusammenarbeit den knallenden Sonnenstrahlen und der Trinkgeschwindigkeit von 1Schluck/10sec bemerkbar. Mittlerweile hatten sich die beiden Jungs die Spitznamen Pinky and the Brain verpasst weil sie seit geraumer Zeit über die Auswirkungen verschiedenster Gesellschaftsformen lamentiert haben. Deshalb sollte nun ein unumstrittener Plan zur Übernahme der Weltherrschaft ausgetüftelt werden, doch leider kamen sie über die Festlegung wer von ihnen „the Brain“ war nicht hinaus und kamen dort vom hundertstel ins tausendstel. Ich konnte irgendwann dem Gesprächsniveau nicht mehr folgen und zudem wurde es mir erschwert durch Verfall Nummer 2:

Steuerung der Artikulationswerkzeuge.

Dasssch zuhören wurde zuuuunneh-nehmend amüssssssanter. Die Sätze sprudelten nicht mehr aus den beiden heraus, sondern schlängelten sich vielmehr ihren Weg, wie ein Fluß durch den Wald, bei dem der ein oder andere Tropfen einfach versickert. Wir waren mittlerweile wieder beim Festzelt angekommen, wo ich meinen müden Beinen ihre wohlverdiente Sitzpause gönnte und mir sogleich einen klebrigen, superleckeren, vor Grenadine strotzenden Früchtecocktail bestellte. Die Jungs sind beim Long Island Ice Tea hängen geblieben, und erstaunlicherweise ist er ihnen sehr gut bekommen, ohne sie vollends aus den Schuhen zu holen. Sie witzelten auch gleich, frohen Mutes über meinen Zuckergesöff, was ich aber gepflegt zu ignorieren wusste, weil sich eine Diskussion hier sowieso nicht lohnen würde. Trotz meines offensichtlich überlegenden Geisteszustands, hätte ich jede weitere Unterhaltung über die Qualität meines Cocktails verloren. Plötzlich und unerwartet, kam es dann zu Verfall Nummer 3.

Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten und Ängsteverlust

Mein Stefan, dem sich sonst schon vom bloßen Zugucken jeglicher Spaßbuden der Magen dreht,  kam auf die glorreiche Idee, dem Autoscooter einen Besuch abzustatten. Memo an mich: Bevor oder während eines Kirmesbesuchs, Stefan abfüllen und dann die Fahrgeschäfte ansteuern. Der Maskierte nahm die Idee überschwänglich entgegen und beide liefen gutgelaunt zu besagtem Fahrgeschäft. Ich entschuldigte mich noch schnell bei meinen Füssen und schlurfte hinterher. Dort angekommen drückte mir der Maskierte auch gleich 20!! Chips in die Hand. Allerdings gab ich nach 10 Runden auf und verschenkte die restlichen Chips an eine Jugendgruppe, die nicht so protzig und überkandidelt daherkam und verbrachte die restliche Zeit dabei zwei Personen zu beobachten, die einen heiden Spaß dabei hatten ihre erwachsenen Körper in die doch eher enge Sitzfläche des Scooters zu quetschen und sich trotz Zielwassers öfter gegen die Bande setzten als sich gegenseitig aus der Bahn zu schießen.

Der Weg zurück zum Festzelt war ein Weg der Ruhe. Beide Körper mussten mit der dauerhaften Rotations- und Geschwindigkeitsaufnahme erstmal zurechtkommen und das Blut wieder zurück in den Kopf pumpen. Denn dort konnte gerade nicht viel sein, so bleich wie die beiden waren. Doch kaum am Zelt angekommen und das Glas in der Hand fanden die Zwei ihre ursprüngliche Verfassung wieder und quasselten, scherzten und diskutieren wieder um die Wette. Ich lehnte mich zurück und beobachtet das ganze Geschehen und lenkte durch die ein oder andere Bemerkung die Gespräche in andere Richtungen. Gerade dachte ich, dass der Abend doch sehr entspannt ist, da schlägt Stefans Hand vor mir nieder und betont dadurch die Aufforderung zum Tanzen. Er hats noch drauf mich zu überraschen…

Überraschungen müssen nicht immer positiv sein. Nach dem Lied hab ich unsere Einlage lieber abgebrochen, da seine Füsse wohl öfter die Meinen getroffen haben, als den Zeltboden. Aber süß fand ichs trotzdem… Da mir die Musik aber gerade sehr gut gefiel, blieb ich noch ein bißchen auf der Tanzfläche und überließ den Jungs ihrer eigenen Gedankenwelt. Müde war ich nicht, wie konnte ich auch nach der Masse an Coffein die ich durch Cola zu mir nahm, doch merkte ich, dass sich die Reihen im Zelt lichteten und die Gläserschubser Bediensteten anfingen die ungenutzten Stühle zu räumen. Es war nun auch schon 1:30Uhr und wir wissen, auch auf dem Dorf gibt es Ruhezeiten. Ich rechnete mir also aus, dass der ganze Spaß hier höchsten noch ne Stunde gehen würde und versuchte vorsichtig bei den Jungs meinen Wunsch zum Aufbruch durchschimmern zu lassen. Schließlich wollt ich nicht die Letzte sein, die 2 Schnapsleichen aus dem Zelt manövrieren muss. Merkwürdigerweise erntete ich von meinem Mann keinerlei Widerrede sondern, im Gegenteil, er leerte das Glas mit überhasteten letzten Zügen und trieb seinen neugewonnenen Trinkkamerad zur Eile.

Mir graute vor dem Rückweg, hatte ich doch meine Füsse auf der Tanzfläche nicht geschont und hatten wir noch gut 2km Fußmarsch vor uns. Der sollte auch nicht schnell zu bewältigen sein, hatte ich doch die zwei Marathonmänner im Schlepptau, die sich noch für ein „Feierabendbier“ für unterwegs entschieden haben. Meine spöttische Bemerkung, dass sie es sich heute aber mal richtig gegeben haben, wurden lallend aber mir unverständlich kommentiert, so dass ich auch weiterhin mein Grinsen nicht aus dem Gesicht bekam. Es waren schon zwei nette Gestalten, die hinter mir einen Slalom vom feinsten abwickelten. Schön, dass sie sich so gut verstanden, dass sie sich gegenseitig unter die Arme griffen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen wir endlich beim Auto an, wo der Maskierte nochmal für einen herzhaften Lacher meinerseits sorgte, als er maßgenau mit seiner Stirn den Türrahmen anpeilte und ihn zu durchstoßen drohte. Seine Sturmmaske diente ihm als Dämpfer, so dass es zu keinem Dämpfer der guten Laune auf der Rückbank kam. Aus den Männern am Nachmittag sind Jungs geworden, der ich mit der Idee die Fenster runterzumachen, leider die Flause in den Kopf gesetzt hatte, sich mal schön weit aus diesem zu lehnen. Und sie sangen und sie gröhlten. Ja, die Jungs hatten ihren Spaß. So ausgelassen hab ich Stefan schon lange nicht mehr erlebt.

Zu meinem Glück saßen beide bereits wieder angeschnallt auf ihren Sitzen, als ich erschrocken auf der linken Seite das Hotel meines Mitfahrers entdeckte und aus Reflex das Lenkrad zu einer gewagten Drehung einschlug. Ich erntete Applaus als ich vor dem Hotel zum Stehen kam, während ich mir unaffällig den Schweiß von der Stirn wischte. Wir verabschiedeten uns voneinander und während die Zwei planten, den heutigen Abend auf jeden Fall zu wiederholen, dachte ich bei mir, dass ich dann auf jeden Fall auch auf der anderen Seite des Alkohlpegels mitmischen werde.  Als ich den Wagen wieder in Bewegung setzte, hörte ich nach Kürze Stefan applaudieren und lachen, als ich um die Ecke bog und ihn fragte was denn jetzt noch gewesen wäre, erntete ich nur noch ein liebliches Schnarchen.

Zu Hause angekommen, war ich dann auch fix und fertig. Stefan murmelte noch etwas von er läge sich schonmal hin, wäre aber für mich bereit, was ich achselzuckend zur Kenntnis nahm. Als ich dann aus dem Bad ins Schlafzimmer ging, ruhte mein Liebster schon seelig schlummernd, mit einem Grinsen im Gesicht in den Federn. Auch ich legte mich nieder und schlief mit der Frage ein, wieso wir nach der langen Zeit mit dem Maskierten immer noch nicht seinen Namen kannten.

Die Idee zu unseren beiden Einträgen über das Kirschblütenfest stammen vom unnachahmlichen Maskierten, dessen Beitrag über das Fest Ihr über diesen Link findet. Liest ihn! Ihr werdet es nicht bereuen.

Veröffentlicht in Spaß. Schlagwörter: , , , , , , , . 3 Comments »